Der Imbiss in der Oranienburger Neustadt bietet Currywurst, Schnitzel und mehr – Ehrung beim Speisekartenweb-Award
MAZ Oberhavel, 22.6.2026
Oranienburg.
„Ich bin Rentner, aber was soll ich zuhause rumsitzen?“ Für Uwe Schneider (67) ist sein Imbiss „Hubertuseck“ nicht einfach nur ein Job. „Hier ist immer was los“, sagt er mit einem Schmunzeln.
Seit sechs Jahren betreibt er sein kleines Geschäft in der Bernauer Straße 122 in Oranienburg – genauer gesagt in der Hubertusstraße, kurz vor der Kreuzung zur Bernauer.
Immer montags bis freitags öffnet er von 12 bis 18 Uhr und bietet seine Speisen an. Dazu gehören Currywürste, Bouletten, Leberkäse, Chicken-Nuggets, Alaska-Seelachsfilet, XL-Schnitzel, Pommes, Kroketten oder Kartoffelsalat.
Auf die Frage, welche Speise denn am besten laufe, überlegt Uwe Schneider kurz. „Das läuft alles. Am meisten vielleicht die Currywurst
Woher er seine Ware, also die Würstchen oder die Bouletten, beziehe, gebe er nicht preis, sagt er – wieder mit einem Lächeln. „Was meinen Sie, wie viele die Dinger haben wollen?“, erzählt er. Er hole das alles in seinen Laden und verfeinere das. „Ich kann hier nicht alles selbst herstellen“, sagt er und zeigt in seine kleine Küche. „Obwohl ich das dürfte“, ergänzt er. Aber ihm fehle auch ein wenig die Zeit.
Den Kunden schmecke es. Das liest sich auch aus den Google-Bewertungen heraus. Bei 302 Bewertungen liegt der Durchschnitt bei 4,9 von 5 Sternen. Schlechte Bewertungen lösche er nicht, sagt Uwe Schneider. „Currywurst ohne Darm mit Pommes: sehr gut. Pommes: schön knackig und lecker gewürzt“, schreibt ein Besucher bei Google. „Zudem ist der Wirt unheimlich freundlich und zuvorkommend. Können wir bestens empfehlen“, schreibt ein anderer Nutzer. Und ein Dritter: „Ein richtiger klassischer Imbiss, ohne Sushi, ohne Chinanudeln und ohne Döner. Hervorragend, macht weiter so!“
Kürzlich hat er sogar den Speisekartenweb-Award 2026 bekommen – als bestes Restaurant in Oranienburg. Die Gäste würden die Leidenschaft, kulinarische Qualität und den herzlichen Service schätzen, heißt es in der Begründung. „Das will ich mir einrahmen“, sagt Uwe Schneider. Bevor er den Imbiss betrieb, hat er etwas völlig anderes gemacht. „Ich war beruflich Straßenbauer“, erzählt er. Allerdings hatten seine Eltern ganz früher einen Tante-Emma-Laden in Berlin-Reinickendorf, und da hatte er schon einen kleinen Imbiss.
Seinen – damals leer stehenden – Laden in Oranienburg hatte er durch Zufall im Internet entdeckt. „Hier drin war alles kaputt“, erzählt er. Ein neuer Fußboden kam rein, neue Fliesen, auch die Geräte sind alle von ihm angeschafft. „Da steckt eine ganze Menge Arbeit drin.“ Jeden Tag – denn wer einen Blick in die Küche wirft, wird dort alles sauber vorfinden.
Wirkliche Stoßzeiten hat das „Hubertuseck“ nicht. „Manchmal ist es mittags voll, manchmal zum Feierabend, dann nehmen manche Leute auch was für die Familie mit.“
Kunden sind beispielsweise Gedenkstätten-Besucher, Arbeiter und andere Firmen- und Behördenmitarbeiter. Ein Aufsteller direkt an der Bernauer Straße weist auf den Imbiss hin, ansonsten macht er wenig Werbung für sich, sagt er. „Ich bekomme viel Mundpropaganda.“
Seine Preise sind vergleichsweise niedrig. Die Currywurst gibt es für 2,50 Euro, die Boulette für 2,70 Euro, das Seelachsfilet für 4,80 Euro, das XL-Schnitzel für 5,70 Euro.
„Ich könnte es teurer machen“, sagt Uwe Schneider. Aber das wolle er nicht, und er habe gute Preise bei den Händlern.
Der Laden läuft im Sommer und auch im Winter. In einer kleinen Holzhütte auf dem Gelände gibt es überdachte Sitzplätze und Tische. „Im Sommer ist es kühl, im Winter warm. Wir haben hier eine Heizung und Musik.“
Er wolle auf jeden Fall noch ein paar Jahre weitermachen. „Das ist keine Arbeit, es macht einfach nur Spaß. Ich komme gerne her, ich lerne hier immer neue Leute kennen und habe hier neue Freundschaften geschlossen.“
Er selbst isst übrigens jeden Tag eine Currywurst. „Mal mit, mal ohne Darm“, ergänzt er mit einem Lächeln.
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