Lionel ist gerade aus der Klinik zurück. Es war ein langer Weg, er wollte Selbstmord begehen. Jetzt ist er auf einer Party, mit dem Gastgeber hatte er mal was. Ein paar Leute kennt er, aber eigentlich findet er es dort anstrengend.
Er kommt mit Charles und Sophie ins Gespräch. Die beiden tanzen und müssen dafür hart trainieren. Als Lionel die Party verlässt, folgt ihm Charles.
Sie verbringen die Nacht miteinander, und später will Sophie von Charles, dass sie ihm alles haarklein erzählt. Eine Begegnung, bei der Lionel, Sophie und Charles zusammenkommen, wird für Lionel zu echter echten Gemütsprobe.
Das ist die Hauptgeschichte in „Vor dem Sprung“. Hauptgeschichte deshalb, weil Autor Brandon Taylor sie immer wieder unterbricht, um zwischendurch noch ganz andere Storys zu erzählen. Im Grunde ist es ein Roman, unterbrochen von Kurzgeschichten. Ein merkwürdiges, aber irgendwie auch interessantes Konzept.
In einer der anderen Storys erfährt ein 17-jähriger, dass sein bester Freund ein Vergewaltiger ist. In einer weiteren erzählt er von einer Frau, die bald den Kampf gegen den Krebs verliert und noch familiäre Dinge klären muss.
Dass die eigentliche Geschichte, die durchaus interessant ist und viele gute Ansätze hat, immer wieder unterbrochen wird, ist ein bisschen schade. Spannender wäre es vielleicht gewesen, wenn alle diese Personen in den Nebengeschichten irgendwas mit der Hauptstory zu tun gehabt hätten.
Dennoch liest sich das alles recht flüssig, einige der Nebenstorys überfliegt man allerdings nur…
Brandon Taylor: Vor dem Sprung
Piper, 288 Seiten
6/10
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