WM 1994 – Elf Helden, ein Albtraum

SO 14.06.2026 | 22.00 Uhr | Das Erste

Die Fußball-WM 1994 begann am 28. Mai. An diesem Abend war die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu Gast bei „Wetten, dass…?“ im ZDF. Sie präsentierten zwei WM-Songs – mit den Village People „Far way in America“ und mit 4 Reeves den Rap-Song „Everybody’s going to the USA“. Und es war… nun ja, furchtbar. Es war auch das letzte Mal, dass die Fußballer vor einer WM spezielle Songs schmettern mussten.
Aber dieser Auftritt war der Auftakt zu einer sehr verkorksten WM in den USA.

An diese denkwürdige Weltmeisterschaft erinnert die 4-teilige Doku „WM 1994 – Elf Helden, ein Albtraum“. Die ersten beiden Folgen liefen am Sonntagabend im Ersten.
Und wenn man sich das alles 32 (!) Jahre danach ansieht, dann ist vieles ganz schön beschämend.

Die Doku erzählt von Berti Vogts. Den Bundestrainer haben viele nicht ernstgenommen, er galt als Witzfigur und als Nichtskönner. Die „Bild“ und die geballte Sportpresse wollte ihn loswerden, sie schrieben ihn auf infame Weise nieder. Und dann kam noch Stefan Raab mit seinem „Böörti Böörti Vogts“ um die Ecke und verfolgt ihn auf Schritt und Tritt.
Die Doku erzählt auch von der Mannschaft. Sie ging als Weltmeister ins Rennen, 1990 holte sie den Titel, die Erwartungen waren hoch. Aber eine Mischung aus Arroganz und Überhöhung, dazu noch der Streit um den Trainer – es war keine gute Mischung.
Die Doku erzählt von Stefan Effenberg und seinem Stinkefinger. Den man – das wissen viele gar nicht – nie bildlich dokumentiert hat. Es gibt keine Fotos und keine Fernsehbilder davon. Aber Effenberg gab „die Tat“ zu, er ließ sich vom Publikum im Stadion provozieren. Am Ende musste er die Mannschaft verlassen, was widerum zu Streit zwischen Mannschaft und Trainer führte.
Und das frühe Ausscheiden.

Weil diese WM 1994 so viel Sprengstoff bot, und weil diese Story so ausführlich noch nicht erzählt worden ist, ist diese Doku sehr fesselnd, und immer wieder kann man nur den Kopf schütteln.
2026 wächst der Respekt gegenüber Berti Vogts umso mehr, wenn man sieht, was er alles aushalten musste – und vor allem wie lange er es ausgehalten hat. 1996 wurde er mit der damaligen Mannschaft Europameister, erst im Herbst 1998 trat er zurück.

-> Die Doku in der ARD-Mediathek (bis 2. März 2031)


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