Das Angebot im Bistro am Liebenwalder Stadthafen ist umfangreich – vom Kartoffelpuffer über Currywürste bis zum Fischbrötchen
MAZ Oberhavel, 15.6.2026
Liebenwalde.
Mit Blick auf den Langen Trödel eine Limonade mit Holunderblüten und Minze trinken. Dazu eine Portion Kartoffelpuffer mit Lachs zum Essen. Das ist möglich im Stadthafen in Liebenwalde.
Tordis und Lutz Holzendorf betreiben das Bistro im Hafen, in der Berliner Straße 44, seit 2019. Von April bis Oktober dauert ihre Saison, und während dieser Saison arbeiten sie jeden Tag, montags bis sonntags.
Jeden Morgen zwischen halb acht und acht beginnt für die beiden der Tag. „Zwischen zwölf und 16 Stunden am Tag sind wir hier“, erzählt Lutz Holzendorf. „Morgens müssen wir erst mal den Laden in Gang kriegen“, sagt der 59-Jährige mit einem Schmunzeln. „Und ich fange an, die Bratkartoffeln vorzubereiten.“ Ziel sei immer, zum Start etwas anbieten zu können.
Geöffnet ist das Bistro im Liebenwalder Stadthafen in der Saison täglich von 11 bis 18 Uhr. Zumindest schließt um 18 Uhr die Küche, in der Regel bekommt man danach auch bis etwa 19 Uhr noch was zu trinken. „Das kommt darauf an, wie lange wir zum Saubermachen brauchen“, sagt Tordis Holzendorf.
Das Angebot ist umfangreich. Auf der Karte stehen verschiedene Arten von Fischbrötchen, Matjes-Variationen, ein Forellenfilet, Bismarck, Brathering oder Backfisch mit Bratkartoffeln, hausgemachte Linsen, Bockwurst, Bratwurst, Currywurst mit Pommes, Leberkäse mit Spiegeleiern, Kassler und Hamburger Schnitzel.
Damit nicht genug: Es gibt auch Gerichte, die das eigentliche Angebot ergänzen: Beim Besuch am Dienstag gab es zusätzlich auch Senfeier mit Kartoffeln, ein Bauernfrühstück, Kartoffelpuffer mit Lachs oder Kräuterquark, Sülze mit Bratkartoffeln oder auch Milchreis mit Apfelmus.
„Eines unserer Hauptgeschäfte ist alles mit Fisch“, sagt Tordis Holzendorf. Gerade auch die Fischbrötchen. „Der Renner sind auch Currywurst und Pommes.“ Auch die vielen Speisen, die in Liebenwalde hausgemacht sind, würden gut ankommen. „Zum Beispiel unsere Kartoffelpuffer.“
Eine der großen Zielgruppen für das Bistro sind die vorbeikommenden Radfahrer. „Sonntags steht hier alles voller Fahrräder“, sagt die 56-jährige Betreiberin. Die Zahl der Stammkunden sei inzwischen ziemlich hoch. Das seien sowohl Menschen aus Liebenwalde und Umgebung als auch Bootstouristen, die im Stadthafen ankommen.
Denn die Holzendorfs kümmern sich nicht nur um das Essen und die Getränke. Bei ihnen melden sich auch alle an, die im Hafen anlegen oder zelten wollen. An Tagen mit richtig gutem Wetter sei es dann schon mal voll, und es sei dann viel zu tun.
Auch ruhigere Tage seien wichtig, denn dann könnten wieder einige der hausgemachten Speisen und Getränke vorbereitet werden, sagt Tordis Holzendorf.
Gutes Wetter ist wichtig für das Bistro, denn Sitzplätze gibt es nur im Außenbereich. Die stabilen Bänke sind durch Schirme überdacht. Man kann direkt am Bistro sitzen oder weiter hinten mit direktem Blick auf das Wasser.
„Das ist jetzt unsere achte Saison“, sagt Tordis Holzendorf. „Das Konzept haben wir seitdem kaum verändert. Es funktioniert, auch in den beiden Corona-Jahren hat es gut funktioniert.“ Da konnten die Leute sich zwar vor Ort nicht hinsetzen, „aber sie waren dankbar für jedes Angebot, das es gab.“
Bevor das Bistro im Stadthafen in ihr Leben trat, arbeitete Tordis Holzendorf in einem Oranienburger Taxibetrieb. Sie fuhr Taxis, kleine Busse, arbeitete auch im Büro. Aber Erfahrungen in der Gastronomie gab es auch: Viele Jahre arbeitete sie nebenbei in der Gaststätte der Eltern in Grüneberg.
Später fragten sie einen Kumpel ihres Mannes, ob er nicht eine Geschäftsidee hätte. Es dauerte ein bisschen, dann bekamen sie eine Antwort: das Bistro im Stadthafen. „Ein bisschen überlegt habe ich schon“, gibt die Grünebergerin zu. Sie entschieden sich dafür, und auch wenn es anfangs nicht immer einfach gewesen sei – am Ende habe es sich gelohnt. „Wir machen es gerne“, sagt die 56-Jährige.
Wenn sie von April bis Oktober durcharbeiten, ist das mitunter hart. „Das muss man mögen.“ Und finanziell müsse in dieser Zeit alles reingeholt werden. Außerhalb der Saison werde auf Anfrage gearbeitet – kleine Feiern oder spezielle Aufträge. Ansonsten genießen die Holzendorfs dann auch ihren Urlaub.
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