Blindgänger

MI 03.06.2026 | 20.15 Uhr | arte

Gerade an diesem Mittwoch sind im Wald bei Borgsdorf in Brandenburg wieder Bomben gesprengt worden. Es sind Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg. In der Nachbarstadt Oranienburg sind seit der Wende weit mehr als 200 Blindgänger entschärft worden.
Da passte es, dass am Mittwochabend auf arte der Film „Blindgänger“ seine Free-TV-Premiere feierte.

Im Schanzenviertel in Hamburg wird eine Bombe entdeckt. Große Teile des Viertels müssen evakuiert werden. Das führt zu einer Ausnahmesituation – auch weil zusätzlich ein Unwetter aufzieht, ein tornado soll heranziehen.
Leute weigern sich, sich evakuieren zu lassen, eine Beziehungskrise eskaliert, und die Sprengmeisterin muss spontan den Job übernehmen.

„Blindgänger“ heißt der Film von Kerstin Polle ganz schlicht, und man muss auch ganz schlicht sagen: Das war nix. Da hat quasi nichts zusammengepasst.
Und das nicht nur, weil diese ganze Bombenentschärfung vollkommen abtrus dargestellt wurde. Erst lässt man die Bombe über Nacht liegen, um dann erst am nächsten Morgen die Leute zu evakuieren, und dann wird einfach mal der Sperrkreis vergrößert. Ständig heulen irgendwelche Sirenen, was schlicht albern ist, weil Sirenen in der Regel dann heulen, wenn Entwarnung gegeben wird. Zudem klangen die Sirenentöne immer billig von TikTok geklaut, alles andere als realistisch. Die ganze Entschärfung wirkte überhaupt nicht realistisch, selbst die Explosion wirkte fast schon albern.
Zwischendurch ist von einem Tornado die Rede – als ob man den exakt vorhersagen könne -, und es steht dann die Frage im Raum, ob man fix noch entschärfen könne…
Auch die Storys drumherum haben leider nicht funktioniert. Alles dreht sich um die Leute selbst, die lauter blöde Klischees bedienen. Im Grunde hätte man viele der Storys auch ohne Bombe erzählen können.
So mäandert dieser Film zwischen Langeweile, unfreiwilliger Albernheit und Bodenlosigkeit. Dem Thema wird er überhaupt nicht gerecht.

-> Der Film bei arte (bis 2. Juli 2026)


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