Wolf Harlander: Schmelzpunkt

(2) -> 28.8.2024

Immer wieder führt der junge Inuk Nanoq Egede Touristen ins grönländische Eis. Die sind immer wieder fasziniert von dem, was sie da zu sehen bekommen.
Allerdings fällt Nonoq auf, dass das Eis schneller schmilzt als bislang. Klar, es ist ungewöhnlich warm in Grönland, schon seit längerem. Aber die Rasanz, mit der das Eis plötzlich schmilzt, fällt auf. Und nicht nur das: In einer Bucht stößt er auf tausende tote Fische. Irgendwas geht hier vor.
In seinem Heimatort stößt er auf taube Ohren, aber die deutsche Wissenschaftlerin Hanna Jordan ist sich sicher: Die Fische sind keines natürlichen Todes gestorben. Sie sind strahlenverseucht. Sie beginnt ihre Forschungen, und auch der BND wird bald Ermittler schicken, denn hier hat nicht nur die Natur ihre Hände im Spiel.

Wolf Harlander hat erneut einen Roman über die Auswirkungen der ökologischen Krise der Erde geschrieben, diesmal geht es um das ewige Eis in Grönland und weiter nördlich.
Allerdings ist der Titel „Schmelzpunkt“ auch ein wenig irreführend. Denn auch wenn der Eindruck erweckt wird, dass es sich um einen Roman um eine drohende Naturkatastrophe handelt, ist der Schwerpunkt bald ein anderer: Denn hier spielen sich internationale Konflikte ab.
Es dauert leider ein bisschen, bis der Roman seine eigentliche Spannung bekommt, sehr lange fischt man als Leser etwas im Trüben herum, weil die Grundstimmung zwar irgendwie spannend ist, diese Spannung aber lange nicht ausbricht.
Mit den BND-Ermittlern Nelson Carius und Diana Winkels hat Harlander auch alte Bekannte wieder in seinem Roman. Das ist einerseits clever für die Leserbindung. Aber Nelsons Familiengeschichte sollte, wenn sie den im Hintergrund in den Romanen weitererzählt wird, nun wirklich mal von der Stelle kommen.

Wolf Harlander: Schmelzpunkt
ro ro ro, 508 Seiten
7/10


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