Olivia

MI 13.05.2026 | 20.15 Uhr | ZDF

Sie strahlt Selbstbewusstsein aus, sie ist die Mama vom Kiez in St.Pauli – aber sie war nicht immer so. Olivia Jones hat einen langen Weg hinter sich. Wie aus dem schüchternen Oliver Knöbel die schillernde Persönlichkeit Olivia Jones wurde, das zeigt dieser Film.

Evelin (Annette Frier) ist schockiert, als sie sieht, dass ihr Sohn Oliver (Johannes Hegemann) Frauenkleider trägt. Sie verbietet es ihm, ist aber eigentlich machtlos. Sie wirft ihm schlimme Dinge an den Kopf. Als Oliver beschließt, das Haus zu verlassen um nach Hamburg zu gehen, kann sie ihn nicht aufhalten.
Oliver braucht Geld, um zu überleben. Er bewirbt sich im Kiez von St. Pauli in diversen Bars und Kneipen, wo er als Drag auftreten will. Anfangs mit mäßigem Erfolg. Zudem soll er auch noch zur Bundeswehr. Seinen Plan, Travestiekünstler zu werden, will er aber nicht aufgeben. Im „Schmidt“-Theater gibt ihm Lilo Wanders (Stephan Kampwirth) die entscheidende Chance.

„Olivia“ basiert auf der Autobiografie „Ungeschminkt“ von Olivia Jones. Der Film lief am Mittwochabend im ZDF.
Johannes Hegemann ist eine ideale Besetzung für die Rolle als Oliver/Olivia. Da ist einerseits der Kampf, als Künstler(in) akzeptiert zu werden – aber auch, überhaupt erst mal Geld zu verdienen.
So hat der Film seine bedrückenden, rührenden und lustigen Augenblicke. Die Demütigungen der Mutter, die mit all dem überfordert ist. Der Hass derer, die ihn verprügeln. Die Angst vor AIDS. Und der Aufbruch auf dem Kiez.

Klar ist aber auch, „Olivia“ wäre als Serie noch besser gewesen. Denn man merkt schon, dass offenbar versucht worden ist, in 90 Minuten alle wichtigen Lebenspunkte reinzubekommen. Dabei hat man es auch nicht immer so ernst genommen, zeitliche Abstände richtig einzuordnen. Nicht immer ist klar, wo wir uns in dem Film zeitlich befinden. Der Auftritt beim NPD-Parteitag war im wahren Leben an einem Punkt, an dem Olivia schon berühmt war, das ist in dem Film anders.
In einer Serie hätte man das alles ein wenig ausführlicher und tiefgründiger erzählen können.
Nichtsdestotrotz ist „Olivia“ sehenswert. Weil es toll zu sehen ist, wie Oliver für sich und sein Leben gekämpft hat. Wie er Hürden gemeistert hat, Freunde gefunden hat, Höhen und Tiefen erlebt hat. Die Maxime: Leben und leben lassen.

-> Der Film beim ZDF (bis 5. Mai 2027)


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert