Ein Hoch auf die Technik (91): Eingesperrt

(90) -> 8.3.2026

Zum zweiten Mal in meinem Leben musste ich einen Schlüsseldienst kommen lassen. Beim ersten Mal hatte ich mich ausgesperrt. Beim zweiten Mal war ich eingesperrt, und ich konnte nichts dafür. Das kam so:

Ich wohne in einem Haus, das 1993/94 gebaut worden ist. Ich wohne dort nicht seit Anfang an, ich bin erst fast 15 Jahre später eingezogen, aber am grundsätzlichen Mobiliar hat sich seitdem nichts geändert. Zum Beispiel bei den Türen.
Die Klinke meiner Wohnzimmertür machte plötzlich klick. Offenbar war etwas gebrochen.

Nun ist aber aber so: Wenn die Tür zu ist und der Griff der Klinke keine Funktion mehr hat, dann ist sie wirklich zu.
Ich saß nun also in meinem Wohnzimmer und kam nicht mehr raus. Im Zimmer hatte ich auch keinen Schraubenzieher oder Ähnliches, mit dem Man Türen öffnen könnte, und vermutlich hätte ein Schraubenzieher auch gar nicht geholfen, weil der Schließmechanismus dieser Tür nicht die Klinke bewegen kann.

Tja, aber wie komme ich da raus? Natürlich habe ich für meine Wohnung einen Zweitschlüssel außerhalb abgegeben. Der nutze jedoch nichts. Denn ich war ja zu Hause, meine Wohnungstür war abgeschlossen, und der Schlüssel steckte.
Ich kam also nicht aus meinem Wohnzimmer raus, es kam aber auch keiner in meine Wohnung rein. Ich war gefangen, eingesperrt.
Zum Glück leide ich nicht an Platzangst, so dass ich ziemlich ruhig blieb. Blöd wäre gewesen, wenn ich hätte auf die Toilette gemusst, die war unerreichbar.

Ich rief unseren Hausmeister an, doch der konnte mir nicht helfen, weil er auch keinen Schlüssel hat, und selbst wenn, wäre ja auch er nicht reingekommen, weil… siehe oben.
Also meldete ich mich bei einem Schlüsseldienst hier in der Stadt, und ich erklärte ihm, was passiert ist. Ich vermute, dass er solche Fälle auch nicht oft erlebt.

Er war auch recht fix da. Er hätte Glück, dass die Haustür geöffnet war, denn natürlich hätte ich ihn ja auch nicht reinlassen können, weil der Türsummer für mich nicht erreichbar war.
Wir telefonierten, als er vor meiner Tür stand.

Dann legte er los. Ich hörte, wie er sich abmühte. Zwischenzeitlich rief er mich noch mal an, um zu sagen, dass er den Zylinder kaputt machen müsse, weil es sonst nicht funktioniere. Er hat gute 20 Minuten gebraucht. Immerhin brachte mir das die Erkenntnis, dass man, wenn ich denn zu Hause bin, nicht so einfach einbrechen kann.

Irgendwann war er aber drin, dann musste er noch meine zweite Tür öffnen. Als wir uns dann Auge in Auge saßen, war ich froh – denn ich war wieder frei.
Und meine Wohnung hat zwei neue Schlösser.


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