DSDS-Finale: Tyrell besingt „Die Eine“

19-jähriger Oranienburger singt am Sonnabend bei „Deutschland sucht den Superstar“ um Platz 1 – er spricht über die Zeit seit dem Recall und über seine Gewinnchancen

MAZ Oberhavel, 8.5.2026

Oranienburg.
Damit hat keiner so richtig gerechnet, nicht mal er selbst: Tyrell Hagedorn aus Oranienburg hat es ins Finale von „Deutschland sucht den Superstar“ geschafft. Am Sonnabend, 9. Mai, entscheidet sich bei RTL, wer den Titel nach Hause holen kann.

Der 19-jährige Abiturient aus Oranienburg steckt gerade mitten in den Proben. „Wir drehen schon Einspieler für die Live-Show“, erzählt er in einem Gespräch mit der MAZ. Es fallen zudem die Stichworte Staging, Coaching, Vocalcoaching und Kostümanprobe.
Er probt also, wie er sich auf der Bühne bewegen wird, und natürlich probt er auch den Gesang selbst. „Ich hatte heute ein Performance-Training“, berichtet er.

„Ich hätte niemals gedacht, dass es so weit geht“, sagt er über seinen Finaleinzug. „Aber ich habe mir auch nie Gedanken gemacht, wohin die Reise gehen wird.“
Denn eigentlich war Tyrell nach dem Recall bereits ausgeschieden. Die Kritiken bei seinen Auftritten waren ziemlich durchwachsen. Einmal flüsterte Jurychef Dieter Bohlen sogar, dass er der Schlechteste in der Runde gewesen sei.
Aber dann war er Nachrücker für eine Kandidatin, die freiwillig ausgeschieden war, und die DSDS-Reise ging weiter. Die Jurykritik blieb aber weiter hart und eher negativ – bis im Halbfinale plötzlich die Wende kam.

Zwischen der ersten und der zweiten Live-Show reiste Tyrell zurück nach Oranienburg, um seine zweite Abiturprüfung zu schreiben, in Geografie. Deshalb blieb für das Halbfinale auch keine Zeit für eine spezielle Choreografie.
„Ich hatte da keine Choreografie-Elemente, keine Tänzer im Hintergrund“, erzählt er. Man habe ihn gesagt: „Du machst es so, wie du dich fühlst.“ So kam es dann auch. Er sang „Let her go“ von Passenger, und er widmete das Lied seiner Oma, die auch im Publikum saß.
Die Jurykritik war diesmal geradezu überschwänglich. „Aber ich habe mich bei dem Song auch richtig wohlgefühlt“, erzählt er. Vielleicht habe sich das auf die Jury übertragen.

Aber eventuell auch, dass er beim Publikum gut ankommt. In das Finale, an dem neben Tyrell aus Oranienburg auch Paco Simic (23) aus Bregenz, Constance Dizendorf (19) aus Magstadt, Menowin Fröhlich (38) aus Würzburg und Abii Faizan (24) aus Koblenz teilnehmen, ist Tyrell mindestens als Dritter eingezogen.
Das ist deshalb klar, weil der Oranienburger am Sonnabend nicht in den anfänglichen Showdown muss, wo sich immer die beiden Letztplatzierten duellieren müssen.

Bis Montag war Tyrell zudem Teil der WG der DSDS‑Kandidaten. Zehn Folgen lang war die „DSDS-Reality“ beim Streamingdienst RTL+ zu sehen, ab 14. Mai laufen sie nachträglich auch bei RTL Super. „Irgendwann vergisst du, dass da Kameras sind. Nach zwei Tagen war das vergessen, man lebt dann seinen Alltag.“ Beim Schlafen sei das anfangs noch ungewohnt gewesen, aber zum Beispiel in den Sanitärräumen habe es keine Kamera gegeben.
Inzwischen konnte er die letzte der zehn Folgen der „Big Brother“-ähnlichen Reihe anschauen. Das sei spannend gewesen.

Während der Zeit in der WG hatte er kein Handy. Inzwischen kann er wieder Nachrichten empfangen. Besonders auf seinem Instagram-Account hat sich einiges getan. „Vor DSDS hatte ich 1500 Follower“, erzählt er. Inzwischen hat „rellllson“ mehr als 14.100 Fans.
Er bekommt viele Rückmeldungen. „Ich probiere schon, alle Nachrichten zu beantworten, aber im Moment ist die Zeit eng getaktet.“ Er probiere jedoch, sich dafür Zeit zu nehmen. Bisher habe er nur guten Zuspruch bekommen, sagt er.
Insbesondere auf den verschiedenen offiziellen Accounts der RTL-Show gibt es aber auch sehr viel Hass und Häme. „Über positive Kommentare freue ich mich.“ Die Negativen gehen zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Hass lasse er nicht an sich ran.

Am Sonnabend nun also das Finale. Sein Finalsong ist bereits auf Spotify, Youtube Music und Co. veröffentlicht worden. Er heißt „Die Eine“, und es ist der einzige der fünf Finalsongs, der auf Deutsch gesungen wird.
„Es macht Spaß, ihn zu singen. Ich freue mich sehr, es ist ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt er. Er konnte auch ein paar Textänderungen einbringen. Es sei jedoch nicht der einzige Song, den er im Finale singen werde. Was genau an diesem Abend passiert, ist noch ein Geheimnis.

Wie sieht er seine Chancen? „Ich bin ja generell mit geringen Erwartungen in die Live-Show gegangen, und ich weiß, dass es sehr schwierig wird“, sagt Tyrell. „Andere Stimmen sind da deutlich weiter.“
Tatsächlich gilt Menowin Fröhlich, der nach 2010 zum zweiten Mal im DSDS-Finale steht, als Favorit. „Aber mit vereinten Kräften wird es vielleicht was, die Chance ist auf jeden Fall da.“ Er setze da auch auf die Fans in Oranienburg und Umgebung.

Auch wenn er sich den Gewinn wünscht, bleibt er bescheiden. „Alles nach dem Recall war schon ein Bonus. Ich bin jetzt schon dankbar, wo ich hier stehe.“ Und klar ist ja auch: „Vierter bin ich schon mal, mindestens.“
Was nach der Show kommt, ist noch unklar. Termine gebe es noch nicht. Außer vielleicht: in Oranienburg die beiden letzten Abiturprüfungen in Biologie und Deutsch.

Das Finale von „Deutschland sucht den Superstar“ beginnt am Sonnabend, 9. Mai, um 20.15 Uhr live bei RTL.


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