SA 25.04.2026 | 20.15 Uhr | RTL
Die Zeit bei „Deutschland sucht den Superstar“ ist für den 19-jährigen Tyrell Hagedorn ein echtes Wechselbad der Gefühle. Im Recall im Europapark Rust musste er sich mitunter heftige Kritik anhören. Zu sehen war das am Sonnabend bei RTL.
Denn von der Jury mit Dieter Bohlen, Bushido und Isi Glück scheint er zwar gemocht zu werden, aber insbesondere die Kritiken von Dieter Bohlen sind mitunter überraschend hart.
Immer gilt Tyrell bei der Jury als Wackelkandidat – auch in der zweiten Recall-Show. Als es darum geht, aus der Top 15 eine Top 12 zu machen, muss er noch mal auf die Bühne, um zu singen. „Ich bin ein sehr verkopfter Mensch“, erzählt er. „Positiv verkopft, aber verkopft. So ist es auch mit dem Singen, und diese Blockade muss gelöst werden.“
Er entscheidet sich, den sehr emotionalen Song „Another Love“ von Tom Odell zu singen. Es sei einer seiner Lieblingssongs, erzählt der Oranienburger, er verbinde damit sehr viel.
Er erinnert sich bei diesem Song an einen Unfall, den er gehabt hat. Durch eine nachfolgende Infektion und Krankheit würden sich ihm im Berufsleben nicht mehr alle Tore öffnen, erzählt er in der Sendung. Laut einem RTL-Pressetext geht es um Rheuma, weswegen er seine angestrebte Karriere im öffentlichen Dienst nicht verfolgen kann. Tyrell sagt in der Sendung auch: „Ich gönne es jedem, aber ich gönne es mir selbst auch ganz doll.“ In einer Saloon-Kulisse sang Tyrell sein Lied, und tatsächlich war es sein emotionalster Auftritt, für den es auch Applaus gab.
Bei Jurymitglied Isi Glück kam das gut an. „Ich hatte das Gefühl, du hast dich wohlgefühlt“, sagte sie. „Ich konnte auf jeden Fall vernehmen, dass dir der Song etwas bedeutet“, sagte Bushido. „Du warst präsenter.“ Dieter Bohlen sah den Auftritt wieder kritisch. Die Intonation sei nicht gut gewesen, Tyrell schludere sich da manchmal durch. „Das klang sehr nachgemacht. Es war eine saubere Leistung, aber nicht so, dass wir Hurra schreien.“ Am Ende schaffte es der Oranienburger aber doch in die Top 12. „Ich kann es gerade noch nicht fassen“, sagte er nach der Entscheidung.
In der letzten Recall-Runde ging es dann um den Einzug in die Live-Shows. Dort wurde Tyrell das Lied „Gewinner“ von Clueso zugewiesen. „Sehr, sehr geil“, lautete der Kommentar des 19-Jährigen. „Ich fühle mich selbstsicherer“, erzählte er. Er sei bewusster in dem, was er tue, „und habe nicht mehr so viel Angst.“ Und dann geht es um alles. Als Tyrell die kleine DSDS-Bühne betritt, sieht er „Mama und Mama 2“, wie er sie nannte, im Publikum sitzen, und bricht in Tränen aus. Laut RTL lebt er mit seinem Vater zusammen, bekommt aber ebenfalls immer Unterstützung von seinen Müttern.
Es ist der Moment, wo die Anspannung sehr sichtbar ist. Bevor er den Clueso-Song singt, sagt er: „Im Leben läuft nicht immer alles gerade. Man fliegt mal auf die Fresse, aber es ist richtig, dass man aufsteht und weitermacht, und dann ist man ein Gewinner.“ Es ist ein sehr gefühlvoller Auftritt. Seine Mütter haben Tränen in den Augen, es gibt danach stehende Ovationen im kleinen Saal.
Aber auch das hat der Jury offenbar nicht gereicht, obwohl er mit seinem Auftritt durchaus mit anderen mithalten konnte. „Das war gesanglich eine solide Leistung“, sagte Isi Glück. Sie lobte seine Körpersprache. „Du bist nicht mehr der schüchterne Tyrell vom ersten Tag.“ Bushido meinte: „Ich hätte es mir gesanglich noch ein bisschen besser gewünscht.“
Dieter Bohlen holte jedoch zum Rundumschlag aus, der an der Stelle aber seltsam deplatziert wirkte. „Bei jedem Auftritt hast du zu immer den Schlechteren gehört.“ Am Anfang des Songs, den er gerade gesungen hatte, habe er gedacht: „Oh Gott, oh Gott, das war wirklich nicht gut.“
Hinten raus sei er dann aber besser geworden. Er habe lauter und klarer gesungen. Erneut kürte er Tyrell zum Wackelkandidaten. Und später flüstert er den anderen Jurymitgliedern zu: „Ich glaube, dass er der schlechteste ist.“ Was eine erstaunliche Einschätzung ist. „Ich habe schwere Chancen, heute weiterzukommen“, sagt Tyrell. „Da brauche ich erst mal meine Zeit, das zu verdauen.“ Später bricht er in Tränen aus. Tyrell muss nun noch einmal singen – in einer Viergruppe, von denen es nur zwei in die Live-Shows schaffen.
Tatsächlich bleiben am Ende nur zwei Kandidaten übrig, Tyrell wird bis zum Schluss gequält, und es geht nicht gut aus für ihn. Am Ende des Recalls steht fest: Tyrell aus Oranienburg scheidet aus. „Die Reise ist jetzt zu Ende“, sagt er. „Das tut erst mal weh.“ Zehn Leute, die er als Herzensmenschen bezeichnet, seien nun in den Live-Shows.
Allerdings: Seine Reise ist gar nicht zu Ende. Das erfahren allerdings die RTL-Zuschauer nicht mehr. Das wird nur klar, wenn man in die „DSDS-Reality“ reinschaut, die nur beim Streamingdienst RTL+ zu sehen ist.
In der Reihe ist zu sehen, wie sich die Kandidaten auf die Live-Shows vorbereiten. Da wird gleich am Anfang verkündet, dass ein Kandidat sich aus persönlichen Gründen zurückgezogen hat. Tyrell darf zurückkehren. Nach so viel harter Kritik ist der Oranienburger also wieder mit dabei. Scheinbar konnte er vorher noch einen Teil seiner Abiturprüfungen am Runge-Gymnasium ablegen.
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