FR 17.04.2026 | 23.55 Uhr | Das Erste
Eine extrem spannungsgeladene Serie der BBC aus Großbritannien: „Nightsleeper“ lief, passend zum Titel, am sehr späten Freitagabend im Ersten und dann in der Nacht.
Noch bevor der Nachtzug von Glasgow nach London sich überhaupt in Bewegung setzen kann, kommt es zu einem Zwischenfall. Auf dem Bahnsteig kommt es zu einem Taschendiebstahl, ein Passagier nimmt die Verfolgung auf, die auch durch den noch stehenden Zug führt.
Die Situation kann gelöst werden, und der Zug kann abfahren.
Aber in Wirklichkeit geht es jetzt erst richtig los. Ein Hacker übernimmt das britische Bahnnetz. An Bord des Zuges befindet sich zudem ein Gerät, das die Kommunikation nach außen unmöglich macht. Es ist ein Cyberangriff, und der Zug ist die Waffe. Die Cyberexpertin Abby versucht zu retten, was zu retten ist. Auch im Zug versuchen die Passagiere ihr möglichstes.
Schon in Folge 1 wird die Spannung so richtig aufgedreht. Der britische Sechsteiler beginnt mit 45 Minuten Nervenkitzel. Der ebbt auch in den weiteren Folgen nur wenig ab. Weil wir als Zuschauer miträtseln, ob und wer im Zug für das alles verantwortlich ist – ist der Hacker im Zug? Tut er womöglich so, als sei er der Gute? Immer wieder gerät der Zug in brenzlige Situationen.
Die ARD hat die BBC-Serie wieder mal schnöde versendet. Sie lief am Freitag um 23.55 Uhr an, alle sechs Folgen zeigte Das Erste am Stück – bis 4.30 Uhr am Morgen. Einmal mehr ging es nicht darum, diese Serie auch den linear schauenden Leute zu präsentieren, sondern einfach darum, irgendeinen Sendeplatz zu finden, um sie runterzusenden und dann in der ARD-Mediathek anbieten zu können.
Im Fall von „Nightsleeper“ ist das wirklich befremdlich, denn sie hat durchaus ein größeres Publikum verdient, sie ist zu schade für das Nachtprogramm.
Das Problem der ARD aber ist: Sie hat für solche Formate gar keinen Sendeplatz. Nirgends ist Platz für solche Thrillerserien. Für die Primetime ist sie vermutlich zu hart, aber nach 22 Uhr wird es schwierig, weil da Tagesthemen, Magazine und Dokus laufen. Das Programmschema im Ersten ist am späten Abend wenig flexibel, und durch die Tagesthemen um 22.15 Uhr ist die „Late Primetime“ sowieso blockiert.
Im ZDF würde eine solche Serie entweder sonntags oder montags um 22.15 Uhr laufen und sicherlich 1, 2 oder mehr Millionen Zuschauer holen. Da wäre sie sehr gut aufgehoben.
-> Die Serie in der ARD-Mediathek (bis 17. Mai 2026)
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