Hier musst, äh, darfst du Trinkgeld geben!

Es gibt einen neuen Trend beim Trinkgeld. Will man mit Karte zahlen, dann ist bei vielen Kartenlesegeräten inzwischen eine Trinkgeld-Position zwischengeschaltet.

Wir waren in einem indischen Restaurant in Berlin-Mitte. Ein Freund hatte uns zum Geburtstag eingeladen. Er bezahlte mit Karte, und dann ging es ums Trinkgeld. Er konnte wählen: nichts (X), 10, 15 oder 20 Prozent.
Die Sache dabei ist: Der Bezahlende erfährt nicht, was denn dabei rauskommt, wenn man zum Beispiel 20 Prozent Trinkgeld gibt. Sicherlich können sehr viele Menschen das durch Prozentrechnung selbst ausrechnen.
Aber der Betrag wird eben nicht angezeigt. Das ist deshalb erstaunlich, weil wir ja eigentlich in Deutschland sehr genau sein wollen, alles regeln wollen. Jeder soll vorher wissen, was er/sie zahlt, welcher Betrag denn nun am Ende steht. Das ist hier nicht so.

Denn angenommen, man hat eine Rechnung in Höhe von 200 Euro, dann sind 20 Prozent 40 Euro. Und es ist schon was anderes, als wenn da 240 Euro oder nur +20 Prozent steht.

Wir haben darüber diskutiert, und wir glauben, dass es durchaus Leute gibt, die deshalb gar kein Trinkgeld geben. Unser Freund zog es vor, einen bestimmten Trinkgeld-Betrag zu nennen, den der Kellner dann als Gesamtsumme eingab.

Nicht nur in Restaurants gibt es diese Art der Kartenzahlung. Immer öfter erlebe ich das auch in normalen Läden, wo es keinen besonderen Service gibt, wo man sich seine Waren selbst an der Kasse holt.
Ich empfinde es dort als Nötigung, dass man dort bei der Kartenzahlung offensiv das Trinkgeld ablehnen muss (und womöglich ein schlechtes Gewissen haben soll, was ich da aber nicht habe).


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert