Die Reality Awards 2026

DO 16.04.2026 | 20.15 Uhr | RTL+

Diese Preisverleihung ist (irgendwie: leider) eine echte Überraschung. Denn „Die Reality Awards“ sind, selbst wenn man fast nie ins Trash-TV reinzappt, erstaunlich interessant.
Am Donnerstagabend übertrug RTL+ live „Die Reality Awards 2026“. Was diese Show so spannend macht: Wenn man kein Trash-TV schaut, aber trotzdem wissen will, was denn da so los ist, der bekommt in dieser Show ein High- und vor allem die Lowlights. Denn die Verkündung der Nominierten ist auch immer mit Ausschnitten verbunden.

Es geht ganz schön was ab in den Realityshows. Sie sind in Deutschland längst ein eigenes Genre geworden. Allein bei RTL+ laufen zig dieser Reihen, mit Normalos (oder was man heute so Normalos nennt) oder mit VIPs (oder was man heute so VIPs nennt). Von „Temptation Island“ über „Prominent getrennt“, „Sommerhaus der Stars“, „Germany Shore“, „Die Verräter“ bis hin zu „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“.
Dass sich an diesem Abend alles fast nur um RTL-Shows dreht, hat damit zu tun, dass Joyn (mit Sat.1 und ProSieben) nicht mitmacht. Immerhin ist MTV vertreten.

Die Kategorien umfassen die Lovestory des Jahres, den emotionalsten Moment, den Beef des Jahres, Dramaqueen, lustigster Moment, Red Flag, Trennung und Sexytime des Jahres. Hinzu kommen noch die Königskategorien Realitystar des Jahres und Reality des Jahres.
All das ergibt ganz nebenbei noch einen guten Überblick für Gelegenheitszuschauer.

Was nicht heißt, dass das alles ganz toll und positiv ist. Aber in zweieinhalb Stunden bekommt man komprimiert, was man alles (nicht) verpasst hat. Wie sich „Princess Charming“ entschlossen hat, die Show zu beenden, weil sie sich nicht verlieben wird. Wie sich Gigi Birofio und Paulina Ljubas bei „Germany Shore“ auf MTV sehr ernsthaft eingeschrien haben. An der Stelle hat Moderatorin Olivia Jones zwischendurch tatsächlich ernste Worte verloren, dass diese Szenen tatsächlich hochproblematisch seien.
Wie überhaupt diverse bedenkliche Szenen von Streitigkeiten gezeigt worden sind. Dazu Sexismus und übles Machogehabe, wofür Aleks Petrovic den Red-Flag-Preis bekommen hat, den er aber ablehnte.

Denn in der Gala wird nicht nur gefeiert, einige Negativ-Nominationen waren in der Tat eine Strafe, wo es dann auch keinen Applaus, sondern Buhrufe gab.

Erstaunlich ist auch der Preis für die Sexytime des Jahres – da geht es nämlich um die Realitystars, die vor der Kamera Sex haben. In Shows wie „Germany Shore“ wird scheinbar viel gerammelt. Immerhin decken sie sich dabei noch dazu, aber die Hemmschwelle sinkt weiter. Eines der nominierten Paare hat gevögelt, während ein weiterer Realitytyp daneben lag und sich einen geschrubbt hat. Da war damals der Schulmädchen-Report züchtiger.

Diese Show war eine Mischung aus Au-weia, Fremdscham, ungläubiges Staunen, Erschrecken, Kopfschütteln.
Manchmal aber auch lustig. Als Maurice Dziwak im RTL-Dschungelcamp bei einer Prüfung immer ganz verzweifelt nach „Lilly“ schrie, war das in der Tat so lustig, dass das in Erinnerung geblieben ist – und nun ausgezeichnet wurde.

Eine Frage bleibt aber offen: Die Show lief live nur bei RTL+. Dass sie nicht im linearen Fernsehen bei RTL läuft, ist erstaunlich. Immerhin ist die Preisverleihung ja ein Best of/Worst of der Realitys, und vielleicht schalten ja auch Leute ein (wie ich), die das sonst gar nicht so gucken…

-> Die Sendung bei RTL+


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