Zwischen Abitur und „DSDS“-Casting

Tyrell Hagedorn (19) aus Oranienburg erzählt vom Casting bei der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ und vom bevorstehenden Abitur

MAZ Nordbrandenburg, 14.4.2026

Oranienburg.
In seinem Leben ist momentan ganz schön viel los, dennoch wirkt er im Gespräch entspannt. Tyrell Hagedorn aus Oranienburg steht gerade direkt vor seinen Abitur-Prüfungen.
Aber für die große Öffentlichkeit ist der 19-Jährige gerade einer der Kandidaten, die es in der aktuellen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ bei RTL in den Recall geschafft haben. Tyrell ist damit in den Top 30 der Castingkandidaten.
Am 4. April, am Karsamstag, lief die Folge, in der er zu sehen war, bei RTL. Um 20.15 Uhr hatte er allerdings keine Zeit zu schauen. „Ich war in Dresden beim Hertha-Spiel“, erzählt er. „Mein bester Freund spielt da.“

Und weil Hertha BSC und der Fußball an diesem Abend noch ein Stück wichtiger waren, schaute er sich „DSDS“ gleich nach Mitternacht an, als die Sendung bei RTL+ verfügbar war. Mit seiner Freundesgruppe saß er vor dem Fernseher.
Zum ersten Mal sieht er die geschnittene Version des Castingtages, den er live und hautnah miterlebt hat. „Ich finde es krass, wie die das alles unter einen Hut gebracht haben.“ Schon als er dort war, habe er sich gefragt, wie daraus eine zweistündige Sendung geschnitten werden könne.
Sich selbst im Fernsehen zu sehen, sei seltsam. „Ich selbst war nicht 100-prozentig überzeugt von meinem Auftritt“, sagt er auch.

Musik spielt im Leben von Tyrell Hagedorn schon immer eine Rolle. „Angefangen hat es schon in der Grundschule“, erzählt er. An der Mosaik-Grundschule habe es eine Gitarren-AG gegeben. Zu dritt haben sie dort Unterricht bekommen.
In der Musikschule „Klangfarbe Orange“ gab es dann die ersten Auftritte mit einer Band. Das waren seine ersten Schritte.
2022 war er in der Sat.1-Musik-Castingshow „The Voice Kids“ zu sehen. „Da bin ich aber nicht weit gekommen“, erinnert er sich. „Aber ich habe ein voll positives Feedback bekommen.“ Da sei er extrem stolz auf sich gewesen.
„Danach war der Gesang aber erst mal erledigt.“ Nur zu Hause habe er ab und zu mal gesungen. Zwischendurch absolvierte er in Irland ein Auslandsjahr. Dort sei er auf die Idee gekommen, wieder mit der Musik anzufangen – und sich mal bei „DSDS“ zu bewerben.

So kam es. In Berlin trat er während des Vor-Castings vor einer nicht prominenten Jury auf – und schaffte es danach bis in die RTL-Auswahl.
Die Aufzeichnung der Castings fand bereits im vergangenen Jahr statt. „Ein Coaching hatte ich nicht, ich habe zu Hause gesungen“, erzählt er. Mehrere Songs habe er vorbereitet.
Gedreht wurde im RTL-Sendezentrum in Köln-Deutz. „Das war ein ganzer Drehtag, es ging früh los.“ Er musste viele Interviews geben, die Jury stellte sich später vor. Aufgeregt war Tyrell nicht – zumindest am Anfang. „Im Fahrstuhl zur Jury ging dann gar nichts mehr.“ Die Nervosität stieg plötzlich stark an.
Und dann der Moment vor der Jury. „Das ist krass“, sagt Tyrell. „Alleine schon ein Teil von dieser Show zu sein, das fühlt sich surreal an. Gerade Dieter Bohlen hat ja echt Expertise und viel Ahnung. Man ist da schon sehr nervös.“
Aber auch Bushido hat ihn beeindruckt. „Ich feiere das, wenn Leute ihre ehrliche Meinung sagen und ich mag es, wenn man ein bisschen stichelt.“ Sehr lange verbrachte er danach im „Golden Room“, wo alle Kandidaten warten mussten, die mindestens zweimal „Ja“ von der Jury bekommen hatten. „Ich wollte es unbedingt schaffen“, erzählt Tyrell.
Seine Nervosität sei extrem gestiegen – aber am Ende war er vor der Jury erfolgreich und schaffte es in die Top 30. Einen Sendetermin für den Recall nannte RTL noch nicht.

Eltern oder Freunde hatte Tyrell in Köln nicht dabei. „Weil ich mir dachte: Ich will mal was machen ohne die anderen, das fand ich cool.“

Die Reaktionen im Internet sind gemischt. Von Lob über Nörgeleien bis hin zum allgemeinen Hass. „Ich gucke mir das an, aber ich lasse es emotional nicht an mich ran“, sagt der 19-Jährige. „Ich verstehe nicht, warum sich Leute so in Rage reden.“ Mit Kritik könne er leben, aber sie müsse konstruktiv sein.

Am 20. April beginnt am Oranienburger Runge-Gymnasium das Abitur. Tyrell stehen Prüfungen in Biologie, Deutsch, Englisch und Geografie bevor. Was er nach dem Abi machen will, wisse er noch nicht genau, sagt er.
Die Recall-Ausgaben von „DSDS“ laufen am 21. und 25. April bei RTL. Die „DSDS“-Finalphase mit den Live-Shows startet bereits am 28. April – falls es Tyrell bis dahin schafft, könnte das mit dem Abitur kollidieren.

Neben dem Abitur und „DSDS“ betreibt er auch Kraftsport. „Damit habe ich in Irland angefangen“, erzählt er. „Deutschland sucht den Superstar“ verfolgt er weiterhin – und wie weit er es selbst schaffen wird, darf er noch nicht verraten.

„Deutschland sucht den Superstar“ läuft immer dienstags und sonnabends um 20.15 Uhr bei RTL. Auf RTL+ gibt es die kommende Folge immer schon vorab.


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