phoenix vor Ort: Wahl in Ungarn

SO 12.04.2026 | 22.30 Uhr | phoenix

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Am späten Sonntagabend berichtete phoenix live aus Budapest, wo das Ergebnis der Präsidentenwahl gefeiert worden ist. Viele Tausende Menschen waren auf die Straße gegangen, um zu feiern. Nach 16 Jahren an der Macht ist Viktor Orbán abgewählt worden, und die Niederlage war erstaunlich krachend. Peter Magyar errang mit seiner Tisza-Partei eine Zweidrittel-Mehrheit.
In den Fernsehbildern war zu sehen, dass Orban seine Niederlage eingestand.

Viele Ungarn bewerten das als das wichtigste politische Ereignis seit 1989. Orban und die Fidesz-Partei waren waren für die Beschneidung der Befugnisse des Verfassungsgerichts zuständig, es gab kaum noch Schutz vor Diskriminierung, es wurde Ausländer- und EU-Hass geschürt, CSD-Paraden waren verboten, es gab eine Überhöhung der Nation im Verhältnis zum einzelnen Menschen. Zudem herrschte Korruption, der Reichtum im Regierungsumfeld stieg, die Armut im Land aber auch, das Gesundheitssystem ist am Boden, es herrscht Lehrermangel, die Menschen fühlten sich vernachlässigt.

Und nein, es ist nicht so, dass Ungarn einen Linksruck erleben würde. Linke Politik stand in Ungarn überhaupt nicht zur Wahl. Man kann sich das so vorstellen: Eine rechte Partei hat eine sehr weit rechte Partei geschlagen, und Rechtsextreme gibt es auch noch.
Man könnte vielleicht sagen: So was wie die CDU oder CSU hat so was wie die AfD geschlagen. Und egal, was da jetzt passiert: Es ist für Ungarn eine Verbesserung. Deshalb ist das eine gute Nachricht, auch weil sie zeigt, dass ein Pendel doch noch mal umschwingen kann.


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