DI 31.03.2026 | 1.05 Uhr (Mi.) | ZDF
Eine ziemlich bedrückende Story über einen Aufstieg und Fall.
Das ZDF zeigte am Dienstag die 3-teilige Dokumentation über „Mesut Özil – Zu Gast bei Freunden“.
Özil galt in Deutschland als Ausnahmefußballer. Und nicht nur das. Er war auch ein Vorbild für Integration. Aber irgendwann muss irgendwas zerbrochen sein, auf beiden Seiten.
Özil spielte gut, er war ein Held in der Nationalmannschaft. So lange, wie er eben gut spielte. Aber es kamen auch weniger gute Zeiten. Die Nationalmannschaft schied bei der WM 2018 in der Vorrunde aus, und vorbei war es mit dem Helden. Nicht nur er, aber scheinbar vor allem er war plötzlich ein Problem. Plötzlich kam die Frage auf, ob er denn ein Deutscher sei, ein richtiger Deutscher. Und warum singt er eigentlich nicht die Nationalhymne mit?
Die Diskussionen waren krass. Kritik ist okay, aber hier vermischten sich Schmähungen mit Rassismus. Und, nebenbei: Als die Deutsche Nationalmannschaft bei der WM 1974 spielte, hat auch keiner mitgesungen. Stattdessen haben sie gelangweilt geguckt und Kaugummi gekaut. Hat auch keinen gestört.
Özil war am Boden, und er goss ordentlich Öl ins Feier. Ein Foto mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan macht alles noch schlimmer. Das brachte das Fass zum Überlaufen. Einerseits wollte Özil nicht einsehen, dass es nicht seine beste Idee war, dieses Foto zu machen. In Deutschland aber begann eine regelrechte Hexenjagd, und der DFB und insbesondere der Funktionär Reinhard Grindel machten alles andere als eine gute Figur.
Die Doku zeigt die bedrückende Geschichte einer Entfremdung – beiderseits, wie gesagt. Özil bewegt sich heute in der Türkei im Erdoğan-Umfeld. Auf seine Brust hat er sich offenbar ein Symbol rechtsradikaler türkischer Nationalisten tätowieren lassen. Mit den Machern der Doku wollte er nicht reden.
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