Horst Schlämmer sucht das Glück

(1) -> 22.8.2009

Schätzelein!
Mit seiner Kultfigur Horst Schlämmer hat Hape Kerkeling in den 2000ern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und wenn es nur der brummig-schleimige Begriff „Schätzelein“ ist.
17 Jahre ist es her, dass Schlämmer Bundeskanzler werden wollte. Jetzt kommt ein zweiter Film.

Als die Pandemie in Deutschland überstanden war, da fiel Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) was auf. Die Deutschen lachen nicht mehr, sie schauen unglücklich und verkniffen. Für den stellvertretenden Leiter des Grevenbroicher Tageblatts ist klar: Er will das Glück suchen – und einen Kinofilm darüber drehen.
Und so reist er mit Kamerafrau Anna (Laura Thomas) durch Deutschland. Er macht Lachyoga, er besucht Marcus Söder und den Kirchenmann Rainer Maria Wölki, trifft Hape Kerkeling, fährt Bahn, ist unterwegs auf einem Schiff und auf Sylt. Aber das mit dem Glück ist nicht so einfach.

„Horst Schlämmer sucht das Glück“ muss man zweigeteilt betrachten. Einerseits ist der Film nie langweilig. Kerkeling trägt den Film – sowohl als Horst Schlämmer und als er selbst. Zwischendurch schaut sich Schlämmer immer wieder Ausschnitte aus Serien mit seiner Lieblingsschauspielerin Gaby Wampel (Tahnee Schaffarczyk) an – in denen Kerkeling auch in den verschiedensten Rollen auftritt. Das sorgt für lustige Momente. Wie es überhaupt immer wieder Lacher gibt.
Andererseits ist völlig unklar: Was will der Film eigentlich? Er ist eine Anreihung von vielen losen Geschichten, die aber allesamt seltsam inhaltsleer sind. Es sind eher Streiflichter. Das Söder-Interview ist vollkommen frei von irgendwas, auch das mit Wölki. Wozu er die beiden getroffen hat, ist vollkommen unklar. In Dresden quatscht er ganz kurz jemanden an, auf dem Schiff schaut er einen Wampel-Film. Auf Sylt ist crasht er eine Party, was in der Tat ganz lustig ist.
Was der Film nicht ist: Teil 1 von 2009 war scheinbar eine größere Mischung aus realen und geschrieben Gesprächen, und es gab ein wirkliches Thema. Das fehlt diesem Film komplett. Mehr als Smalltalk (wenn überhaupt) passiert nicht. Wer also eine humoristische, aber im Grunde auch ein bisschen ernstgemeinte Glückssuche erwartet, wird enttäuscht.
Es ist also so, dass der Film durchaus funktioniert, weil er an sich unterhaltsam ist. Aber eine gewisse Ratlosigkeit bleibt dennoch.

-> Trailer auf Youtube

Horst Schlämmer sucht das Glück
D 2025, Regie: Sven Unterwaldt
Leonine, 93 Minuten, ab 6
6/10


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