Am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium kam es am Mittwoch bei einer Zeitzeugen-Veranstaltung zu einem Eklat. Sie ist durch die Schulleiterin abgebrochen worden, berichtet die Märkische Allgemeine. In der Aula war der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel zu Gast.
Zum Eklat kam es, weil Diestel immer wieder durch sexistische Äußerungen aufgefallen ist. Er habe anzügliche Bemerkungen über die Mädchen im Saal gemacht, sie mit „Fräulein“ angesprochen. Als eine Jugendliche ihn darum bat, das nicht mehr zu tun, habe er das abgebügelt.
Zuvor machte er offene Parteiwerbung für die AfD.
Das eigentliche Thema, die DDR und ihr Ende, trat in den Hintergrund. In einem offenen Brief schrieb die Schülervertretung am Freitag, dass man sich frage, „wie wir als Schulgemeinschaft damit umgehen, wenn der angemessene Rahmen eines solchen Austauschs verlassen wird. Während der Veranstaltung wurden Vergleiche zwischen der aktuellen Situation russischer Mitbürger und der systematischen Ausgrenzung und Verfolgung von Juden im Nationalsozialismus gezogen.“
Weiter heißt es im offenen Brief: „Wir als Schülerschaft stehen fest zu den Werten des Pluralismus und der freien Meinungsäußerung. Gerade deshalb ist es uns wichtig zu betonen: Ein Gespräch ist nur dann wertvoll, wenn es von Empathie und gegenseitigem Respekt geprägt ist.“
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