SO 22.03.2026 | 17.45 Uhr | Das Erste
Sonntag, 18 Uhr. Es folgt die erste Prognose zum Wahlgang der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Demnach liegt die CDU vorn. Im Ersten.
Im ZDF folgt zur gleichen Zeit die erste Prognose. Auch laut ZDF liegt die CDU vorn. Es folgen die ersten Reaktionen der Parteien.
Im Ersten auch. Nur in einer anderen Reihenfolge, weil Politiker A erst im ZDF ist und dann zur ARD kommt. Oder umgekehrt. Und phoenix braucht auch noch ein paar Reaktionen.
So ein Wahlabend ist eine Abfolge von Ritualen, so auch an diesem Sonntag. Das Erste und das ZDF übertragen parallel. Immer, egal wo die Landtagswahlen stattfinden.
Bärbel Bas von der SPD sagt im ZDF, dass man ja nicht so zufrieden sei. Im Ersten sagt sie so was Ähnliches. Das Erste zeigt die Rede des CDU-Wahlgewinners, und beim ZDF zeigt man die auch. Eine Politikerin der Grünen spricht später im Ersten davon, dass es ja ein guter Wahlabend für ihre Partei sei – obwohl die Grünen Stimmen verloren haben. Alive Weidel kommt auch mal wieder vorbei, im Ersten und beim ZDF. Ein bisschen Rundumschlag auf beiden Sendern.
Es sind gerade mal wenige Minuten seit der ersten Prognose vergangen, und schon sollen die Spitzenpolitiker ihren Senf dazugeben. Was inhaltlich so lau ist eine abgestandene Cola.
Laber, laber, laber.
Warum aber müssen diese Wahlsendungen auf beiden öffentlich-rechtlichen Sendern laufen? Warum wechselt man sich nicht ab, wie man es ja immerhin schon bei Events wie Adelshochzeiten macht. Warum soll es nicht reichen, wenn Das Erste live von den Walen berichtet und das ZDF nur in (verlängerten) Nachrichten? Oder andersrum?
Sicherlich besteht der berechtigte Ehrgeiz in Nachrichtenredaktionen darin, nah dran zu sein. Aber wenn zwei große Sender, die eigentlich nur bedingt konkurrieren sollen, dasselbe machen (und phoenix auch noch zusätzlich), dann besteht da vielleicht mal ein Änderungsbedarf.
Schreibe einen Kommentar