SA 21.03.2026 | 18.05 Uhr | radioeins
Ein knappes Vierteljahr ist Jörg Wagner nicht mehr für das „radioeins Medienmagazin“ verantwortlich. Beim rbb fand man, dass es für ihn allerhöchste Zeit für die all so wohlverdiente Rente sei. Er fand das nicht, konnte es aber nicht mehr ändern.
Wie tief das Niveau nun gesunken ist, konnte man sehr gut in einer Sonderausgabe des Magazins am Sonnabend hören. Teresa Sickert, die eigentlich die „wichtigsten Mediennews der Woche“ präsentieren soll, so steht es in der Beschreibung der Sendung, berichtete eine knappe Stunde lang aus den Redaktionsräumen der taz. Allerdings produzierte sie dort erschrecklich viel heiße Luft.
So durften wir akustisch zuhören, wie Teresa Sickert die Redaktionskonferenz betrat. Raschel, raschel, entfernte Stimmen, die sich begrüßen, Stimmengewirr. Erkenntnisgewinn: null.
Wir lauschen der Konferenz, aber leider ist die Redakteurin, die die Blattkritik macht, per Homeoffice zugeschaltet. Im Radio ist sie nur hallig und ganz leise zu hören. Normalerweise schmeißt man so einen O-Ton weg. Denn: Erkenntnisgewinn liegt bei Null.
Wir hören Teresa Sickert, wie sie in der Kantine der taz rumläuft. Stimmengewirr, Geschirrklappern, irgendwas. Ein Hörspiel ohne Inhalt. Erkenntnisgewinn: null.
Immerhin gibt es noch ein in mehrere Teile geschnittenes Gespräch mit der Chefredakteurin. Die aber scheint sich nicht so wirklich auf den Talk vorbereitet zu haben. Auf die Frage, wie hoch denn nun die digitale Auflage der taz sei, wusste sie das nicht. Blöd nur, dass das in der Sendung, in der das zentrale Thema die Umwandlung der taz von der gedruckten Zeitung zum digitalen E-Paper ist. die zentrale Frage ist. Teresa Sickert hakte nicht nach, und sie lieferte die Zahl auch nicht nach.
Kritischer und tiefgehender Medien-Journalismus geht anders. Gutes Radio auch. Unter Jörg Wagner wäre eine solche Sendung mit so viel inhaltlichem Leerlauf nicht durchgegangen.
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