Westerwelle

MO 09.03.2026 | 22.50 Uhr | Das Erste

Bald jährt sich der Todestag von Guido Westerwelle das zehnte Mal. Als er 2016 an Leukämie starb, den Kampf gegen den Blutkrebs verlor, war er gerade mal 54 Jahre alt.
Damals kam es nicht ganz unerwartet. Seine Krebserkrankung machte er von Anfang an öffentlich, später gab er bei Günther Jauch und Markus Lanz längere Interviews, als er schon von Krebs gezeichnet, aber dennoch hoffnungsvoll war, ihn zu überstehen.

Eine Doku erinnerte am Montagabend im Ersten an „Westerwelle“, und in der Rückschau und zehn Jahre danach ist es spannend zusammengefasst zu bekommen, was er in der FDP, die heute am Boden liegt, einst bewegt hat.

Er gehörte zu den Gründern der Jungen Liberalen, er startete das Projekt 18, er zoffte sich mit Jürgen Möllemann um den Parteivorsitz, er erlebte Höhen und Tiefen seiner Partei. Als die FDP 2013 aus dem Bundestag flog, da weinte er.
Der Film zeigt aber auch, dass Guido Westerwelle öffentlich jemand war, der wollte, dass er gesehen wird, selbstbewusst, auch dreist.
Privat hingegen soll er lustig und locker gewesen sein, sein Mann Michael Mronz erzählt zudem in der Doku, wie sich die beiden kennengelernt und verliebt haben.

„Westerwelle“ ist zum einen ein durchaus interessantes Politikerporträt. Aber eben auch eine Geschichte über den Kampf gegen den Krebs und das Sterben. Aus dem Off erzählt Guido Westerwelle selbst davon, wie er die Zeit der Krebstherapie erlebt hat, er sprach darüber vor seinem Tod mit dem Autor seiner Biografie.

Bemerkenswert ist, dass fast alle Gesprächspartner in der Doku FDP-Kollegen sind. Einmal kommt Gregor Gysi zu Wort, auch Renate Künast. Obwohl Angela Merkel als Vertraute gilt, ist sie nur Teil der Doku, als sie bei der Trauerfeier für Westerwelle sprach. Andererseits ist die Doku trotzdem keine reine Lobhudelei. Er war auch schwierig, er wollte Macht, er war fokussiert. Seine 18er-Kampagne vor der Wahl 2002 hat nicht jedem gepasst.

Was die Doku aber auf jeden Fall zeigt: Einer wie Westerwelle fehlt, er musste viel zu früh gehen.

-> Die Doku in der ARD-Mediathek (bis 9. März 2027)


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert