In der Backstube Luise im Edeka-Markt in Oranienburg-Süd werden ab 11.30 Uhr warme Speisen angeboten – am besten gehe alles, was mit der DDR zu tun habe
MAZ Oberhavel, 6.3.2026
Oranienburg.
Es ist kurz nach halb zwölf in der „Backstube Luise“ in Oranienburg-Süd und die ersten Kundinnen fragen bereits nach dem Mittagstisch. Aber es ist noch Geduld gefragt, weil der Rotkohl noch erhitzt werden muss. Die „Backstube Luise“ befindet sich im vorderen Bereich des Supermarktes Edeka Gardow im Südcenter. Montags bis freitags wird dort ab 11.30 Uhr ein Mittagstisch angeboten.
Am Dienstag war das Schweinegulasch mit Rotkohl, Soße und Kartoffeln. „Wir bieten Hausmannskost an“, sagt Marktleiter Patrick Gardow. „Am besten geht alles, was mit der DDR zu tun hat“, sagt er und schmunzelt. „Also Blutwurst, Jägerschnitzel mit Nudeln und Feuersoße oder auch Eisbein.“ Wenn es Eisbein gibt, „dann habe ich als Chef auch schon nichts gekriegt“, erzählt er. „Und gibt es Blutwurst, dann muss ich mich auch vorher schon anmelden.“
Jeden Tag wird in der Backstube Luise ein Mittagsgericht angeboten. Am Mittwoch, 25. Februar, gibt es Putenrouladen mit Reis, am Donnerstag, 26. Februar, Currywurst mit Bratkartoffeln, am Freitag, 27. Februar, einen Schaschliktopf mit Brötchen. Und schon mal der Blick auf die kommende Woche: Am Montag, 2. März, gibt es ein Bauernfrühstück, am Dienstag, 3. März, Putenmedaillons in Champignonsoße und Reis, am Mittwoch, 4. März, Fleischklopse mit Nudeln.
Ein Schweineschnitzel mit Mischgemüse und Kartoffeln steht für Donnerstag, 5. März, auf dem Plan und am Freitag, 6. März, gibt es Gulaschsuppe.
Was es zu essen gibt, darüber informiert eine Tafel am Eingang zum Supermarkt. Eigentlich wird auch ein Wochenplan, zum Beispiel auf der Instagram-Seite edeka.gardow, veröffentlicht – das solle auch bald wieder passieren, sagt Patrick Gardow. Der Wochenplan für die kommende Woche steht momentan nur auf einem handgeschriebenen Zettel.
Los geht es in der Backstube aber mit dem Frühstück. Das Geschäft öffnet montags bis sonnabends um 6.55 Uhr. „Ein Kunde meinte mal: Warum öffnet ihr nicht fünf Minuten früher?“, erinnert sich Patrick Gardow. Seitdem geht es schon fünf vor sieben los.
Acht Leute arbeiten im Bereich des Backshops. Anders als in anderen Supermärkten wird er von Edeka selbst betrieben. Insgesamt arbeiten für Patrick Gardow etwa 60 Leute – da komme es auch schon mal zum Austausch unter den Abteilungen. Gerade als der Krankenstand beim Backshop kürzlich hoch war, sei das ganz praktisch gewesen. Dennoch werden weitere Mitarbeiter gesucht.
Der Tag beginnt für die Mitarbeitenden in der Regel zwischen 5 und 5.30 Uhr. Dann gibt es auch schon mal ein Käffchen. Der Chef selbst kommt oft etwas später, gegen 7 oder 8 Uhr. „Ich habe hier ein gutes Team“, sagt Patrick Gardow. Bleibt noch etwas Zeit, sich um seine vierjährige Tochter zu kümmern.
Gekocht wird am Vormittag, direkt im Markt im Bereich der Fleischabteilung. Ist die Charge ausverkauft, wird in der Regel aber auch nicht mehr nachgeliefert. Denn dem 33-jährigen Marktleiter geht es auch darum, so wenig wie möglich wegzuschmeißen.
Eng wird es besonders dann, wenn Blutwurst oder Eisbein angeboten wird. „Wenn die Leute Montag schon wissen, was in der Woche angeboten wird, dann kommen schon mal für bestimmte Tage zehn Vorbestellungen.“ Dann komme eine ganze Truppe zum Essen. Die Preise für die Mittagsgerichte liegen allesamt unter 10 Euro. Zum Beispiel 7,90 Euro für die Fleischklopse oder 8,50 Euro für das Schweinegulasch. Was der Chef nicht mag, ist Fettgeruch. Deshalb gibt es mittags auch keine Pommes. Deshalb werden die Gerichte mit Kartoffeln oder Reis angeboten. „Wir könnten auch Pommes machen, aber dann im Backofen, und das würde recht lange dauern.“ 2009 war Patrick Gardow schon Lehrling im damaligen „Edeka Turban“. Marktleiter ist er seit fünf Jahren, seit drei Jahren besitzt er das Geschäft. Ursprünglich stammt er aus Gransee, inzwischen lebt er in Nassenheide.
In nächster Zeit soll der Supermarkt im Südcenter vergrößert werden – zumindest hat Patrick Gardow entsprechende Pläne. Die Fläche soll dann von 1400 auf 1900 Quadratmeter wachsen. „Dann können wir breitere Gänge einrichten.“ Auch könnten mehr Waren angeboten werden.
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