Erneute Störungen am Bahnübergang in Borgsdorf – Züge stoppen, hupen mehrfach und fahren dann im Schritttempo – Anwohner wegen Verkehrssicherheit besorgt
MAZ Nordbrandenburg, 5.3.2026
Borgsdorf.
Die Regionalbahn aus Templin nach Berlin nähert sich langsam dem Bahnübergang in Borgsdorf. Die Schranken sind nicht geschlossen, der Übergang nicht gesichert. Der Zug stoppt, und es ertönt eine laute Hupe. Erst dann setzt sich der Zug langsam wieder in Bewegung – bei immer noch offenen Schranken.
Geschehen ist das am späten Nachmittag des Sonnabends, 28. Februar. Ein Einzelfall war das aber nicht. Auch die S-Bahnen, die verschiedenen Regionalexpress- und Intercity-Züge, auch Güterzüge mussten am Borgsdorfer Bahnübergang stoppen, weil sich die Schranken nicht senkten.
Mehr als einen halben Tag dauerte das Spektakel an. Wie Anwohnerin Kerstin Türk aus Borgsdorf der MAZ sagte, habe die Schrankenstörung am Sonnabendnachmittag begonnen und bis zum Vormittag am Sonntag gedauert.
Aber auch am Montagabend und Dienstagfrüh war die Anlage in Borgsdorf erneut gestört, und die Züge mussten sich wieder im Schritttempo fortbewegen. Am Dienstagvormittag wurden Techniker im Umfeld der Anlage gesehen.
Joachim Lemmel, Sprecher der Polizeidirektion Nord, bestätigte am Dienstag, dass es wegen der Schranke in Borgsdorf zwei Einsätze gegeben habe. Einmal wurde die Polizei am Sonntag um 6.55 Uhr gerufen und ein weiteres Mal am Dienstag um 7.05 Uhr.
„Als die Kollegen am Dienstag draußen waren und dort angekommen sind, war die Anlage schon wieder in Betrieb“, erklärte er.
Kerstin Türk wundert sich, dass insbesondere am Sonnabend und Sonntag, bei der sehr langen Störung, wohl niemand von der Bahn vor Ort gewesen sei. „Wir haben keine Personen vor Ort gesehen“, sagte sie am Dienstag. Auch andere Anwohner hätten keine Bahnmitarbeiter gesehen. „Es gab auch kein Warnschild.“
Hinzu kommt: Die Anwohner sind auch genervt. Denn am Sonnabend und Sonntag stoppten alle Züge und hupten, auch in der Nacht. Somit kam auch eine Lärmbelästigung hinzu.
Die Bahn konnte dazu am Dienstag bislang noch keine Stellungnahme abgeben, an einer entsprechenden Antwort werde noch gearbeitet, teilte ein Pressesprecher mit.
Kerstin Türk ist besorgt über die vielen Störungen am Bahnübergang in den vergangenen Tagen. „Es ist ja hier unser normaler Alltags-, Schul- und Arbeitsweg.“ Der Bahnübergang befindet sich mitten im Ort, schneidet Borgsdorf in zwei Hälften. „Die Schranke suggeriert Sicherheit“, so die Borgsdorferin weiter. Zwar stoppen die Züge und hupen, bevor sie langsam weiterfahren. „Als Notfallmaßnahme ist das okay, aber doch nicht, wenn so eine Störung länger als zwölf Stunden dauert.“
Polizeisprecher Joachim Lemmel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Bahnübergänge immer mit entsprechender Vorsicht betreten oder befahren werden sollten. „Das Andreaskreuz ist ein Vorfahrtszeichen“, sagte er am Dienstag in einem Gespräch mit der MAZ. Sei die Ampel aus, gelte immer die Beschilderung. Es müsse immer vorsichtig an den Bahnübergang herangefahren werden. Wenn die Schranken oben seien, habe man dennoch eine Sorgfaltspflicht.
„Es sind ja bei uns vier Gleise, die wir überqueren müssen“, erklärt Anwohnerin Kerstin Türk. „Die kann man noch schlechter überblicken.“ Auch für die Lokführer sei die Stelle „nicht super einsehbar“, ergänzt sie.
Schon 2025 machte der Borgsdorfer Bahnübergang mit diversen Störungen Schlagzeilen. Allerdings waren die Schranken in den Fällen oft dauerhaft geschlossen. „Dass Technik mal ausfällt, kann passieren, aber doch nicht so oft“, so die Borgsdorferin.
Eine technische Störung gab es am Dienstag auch beim Bahnübergang in Sachsenhausen. Am Mittag blieben die Schranken dort unten, Techniker waren jedoch schnell vor Ort.
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