FR 20.02.2026 | 20.15 Uhr | ORF1
Der ORF in Österreich richtet in diesem Jahr in Wien den Eurovision Song Contest aus. Und weil er das in diesem Jahr macht, möchte er das im kommenden Jahr AUF GAR KEINEN FALL machen!
Wahrscheinlich war das auch die klare Ansage bei der Konzeption des österreichischen Vorentscheids.
Am Freitagabend lief im ORF1 „Vienna Calling – Wer singt für Österreich?“, und die ganze Show war ein einziger Schrei: „WIR WOLLEN IN DIESEM JAHR KEINESFALLS WIEDER GEWINNEN!“
Deshalb nahm man sich ein Vorbild an Deutschland und schicke zwölf Nachwuchskünstler ins Rennen. Es waren ziemlich öde Schlager, experimentelle Songs, Nischensongs – alles echter Durchschnitt, den man als Zuschauer in dem Moment vergessen hat, wenn die letzte Note verklungen ist.
Wenn es darum geht, AUF KEINEN FALL zu gewinnen, dann hat es gut funktioniert, die deutsche ARD mit ihren Vorentscheidungsshows zu kopieren.
Luca Hänni und Elton hatten übrigens Glück – sie mussten sich die Show nicht live antun. Sie sollten in der Jury sitzen, konnten aber beide wegen eines Schneechaos nicht anreisen. So saß spontan Vorjahresgewinner JJ in der Jury, und ich frage mich ernsthaft, warum das nicht von vornherein so geplant war.
Gewonnen hat aber immerhin tatsächlich der beste Song des Abends: Cosmo mit „Tanzschein“, eine durchaus originelle Nummer, die ein wenig an die Neue Deutsche Welle erinnerte.
Beim ORF wird man dennoch hoffen, damit WIRKLICH AUF GAR KEINEN FALL zu gewinnen.
Es ist übrigens seit 2016 das erste Mal, dass der ORF einen Vorentscheid veranstaltet, in dem das Publikum entscheidet, wer für Österreich zum Eurovision Song Contest fährt. 2015 landete man auf dem letzten Platz, 2016 auf Platz 13.
Sowohl Conchita 2014 als auch JJ 2025 – beide siegten beim ESC – wurden durch eine interne Auswahl bestimmt. Dass man ausgerechnet in diesem Jahr wieder einen Vorentscheid veranstaltet, kann also nur heißen: WIR WOLLEN NICHT, ALSO WIRKLICH GAR NICHT NOCH MAL GEWINNEN!
-> Die Sendung bei ORF On (bis 19. August 2026)
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