Leute, Leute: Firmenchef mit 21

Maurice Quester aus Vehlefanz ist Geschäftsführer der Quester Motorgeräte Fachbetrieb GmbH – Familenbetrieb in dritter Generation – Er möchte kleine Veränderungen vornehmen

MAZ Oberhavel, 21.2.2026

Vehlefanz. 
Gerade mal sieben Tage war Maurice Quester Firmenchef, da musste er sich schon mit einem Einbruch in die Firma in Vehlefanz befassen. „Meine Mutter hat mich informiert und ich bin schnell rübergeeilt“, erzählt er. „Die Polizei war schon da.“
Ein Zaun wurde aufgeflext, Scheiben und eine Wand waren kaputt. Kettensägen waren weg, eine Wasserpumpe, Akkugeräte, Notstromaggregate. Ein trauriger und ärgerlicher Morgen – und die Frage, was man noch tun könne, um sich vor Einbrüchen zu schützen.

„Das war einer meiner ersten Tage“, erinnert sich Maurice Quester. Er ist seit dem 1. Januar Geschäftsführer der Quester Motorgeräte Fachbetrieb GmbH – und das mit gerade mal 21 Jahren. Er führt damit in dritter Generation den Familienbetrieb weiter.
Bei Quester sind Reparaturen möglich von Kettensägen, Rasenmähern und -robotern und Traktoren verschiedener Marken.

Als Geschäftsführer ist er „eigentlich überall“ im Unternehmen unterwegs, wie er erzählt. „Hauptsächlich bin ich aber damit beschäftigt, das Unternehmen zu strukturieren, um Strukturen auszuarbeiten.“ Gerade habe er das Konzept des Lagers neu ausgearbeitet. „Ich stehe aber auch im Verkauf.“
Im Unternehmen sind sie sieben Leute, davon vier in Vollzeit. Im März soll die Zahl der dort Arbeitenden auf acht steigen.

Dass er mal der Chef im Haus werden würde, war ursprünglich gar nicht so geplant, und wenn, dann nicht so schnell. „Ich bin schon seit Tag 1 hier gewesen“, erzählt Maurice Quester. „Ich habe hier viel Zeit mit meinem Opa verbracht.“ Zwischenzeitlich habe er ein wenig das Interesse daran verloren.
Der junge Vehlefanzer besuchte die Nashorn-Grundschule im Ort, danach die Mosaik-Oberschule in Oranienburg. Später hatte er einige Minijobs, mähte zum Beispiel Rasen. Er wollte und musste sich einen Teil seines Geldes hinzuverdienen.
„Vor drei Jahren habe ich dann gesehen, was das hier für ein Potenzial hat. Ich hatte mich mit Opa und Mutti zusammengesetzt. Ich habe gesehen, dass Hilfe gebraucht wird und habe mir Gedanken gemacht. Opa hat mich dann gefragt: ‚Willst du das weitermachen?‘“
Er war 19 – da stand fest, dass er die Firma übernehmen werde. „Ich mach’s“, hatte er seinem Opa geantwortet. Er hat dann zunächst eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann für Büromanagement begonnen.
Hätte er nicht übernommen, wäre die Firma wohl verkauft worden. Was nicht heißt, dass er einen Zwang verspürte. Er hatte auch Lust darauf, das Interesse war da. Er schmunzelt, wenn er darüber redet. „Es ist auch für die Familie, es ist hier ja viel Arbeit reingeflossen.“ Die Firma gibt es seit 1990.

Hatte er ein mulmiges Gefühl, als er eine solche Verantwortung übernommen hat? Immerhin hatte seine Mutter Jenny Quester-Hustan die Firma 17 Jahre lang geleitet. „Angst habe ich nicht“, sagt Maurice Quester. „Aber Respekt sollte man immer haben. Ich gehe auch nicht planlos an die Sache ran, ich habe Pläne für die nächsten Jahre.“
Auch hat er schon Pläne umsetzen können. Der Verkaufsraum ist umgestaltet. „Den habe ich alleine designt“, sagt er. „Er ist jetzt interessanter geworden, die Kunden können mehr gucken.“
Er erstellte ein Einarbeitungsscript für neue Mitarbeitende. Ansonsten seien es Kleinigkeiten, die geändert werden sollen. So gebe es öfter ein Problem mit der telefonischen Erreichbarkeit des Unternehmens – aus Mangel an Mitarbeitern. Das soll sich aber durch die Neuanstellung im März ändern.
Nichtsdestotrotz sucht die Firma weitere Mitarbeitende. „Ich würde eigentlich gern sieben Vollzeitstellen besetzen“, sagt Maurice Quester.

Sein Arbeitstag beginnt in der Regel gegen 6.30 oder 7 Uhr. Feierabend ist meist zwischen 18 und 19 Uhr. „Wenn ich an etwas arbeite, im Workflow bin, dann hört man ja nicht einfach auf.“ Da er gerade alleinstehend sei, müsse er auch keine Rücksicht nehmen.
Die Hauptsaison für die Firma an der Eichstädter Chaussee in Vehlefanz dauere von März bis November – die Zeit, wenn Kettensägen, Rasenmäher und Heckenscheren im Einsatz sind. Kunden seien große Unternehmen, Kommunen und Privatleute. Die Wintermonate seien dagegen ruhiger.
Für Urlaub bleibt dem 21-Jährigen trotzdem wenig Zeit. „Das stelle ich aber auch noch hinten an“, sagt er. Immerhin bleibe aber Zeit für sein Hobby: Trading, eine Art spekulativer Handel. „Das betreibe ich seit über einem Jahr, nachweislich profitabel, werktags in einem festen Zeitfenster am Morgen“, erzählt er. „Früher war ich oft angeln“, erzählt er außerdem. Dafür bleibe aber keine Zeit mehr.

Die Firma Quester Motorgeräte Fachbetrieb GmbH ist im Internet unter www.quester.online zu finden.


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Kommentare

Eine Antwort zu „Leute, Leute: Firmenchef mit 21“

  1. Daggi

    Quester-Hustan, so so. Das scheint ja dann eine Unternehmerdynastie zu sein 😁

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