DO 12.02.2026 | 22.50 Uhr | rbb
Stirbt die Berlinale?
Es ist wieder Zeit für das Berliner Filmfestival. Aber vorbei sind die Zeiten, als die Eröffnungszeremonie noch live bei 3sat übertragen worden ist. In diesem Jahr lief sie nur als Aufzeichnung später am Abend im rbb und in der Nacht auch bei 3sat.
Wer aber hat sich bloß die Intro- und Auftrittsmusik ausgedacht, die am Donnerstagabend während der Show zum Start der 76. Berlinale immer wieder zu hören war.
Verwendet wurde eine elektronisch aufgepeppte Version eines Liedes aus dem Schauspiel „Peer Gynt“.
Es handelt sich um das Lied „Ases Tod“. Ein hochdramatisches Stück, bei dem am Ende der Tod steht – und die Musik langsam ausklingt, wie bei einem Menschen, bei dem das Herz langsamer und dann gar nicht mehr schlägt. Es ist ein beeindruckendes Stück Klassik.
Umso merkwürdiger, dass gerade dieses Stück für eine Berlinale-Eröffnung genutzt wird, weil es schlicht unpassend ist. Es sei denn, man möchte damit irgendwas ausdrücken. Filmfest vor dem Aus? Oder die ganz große Gesellschaftskritik mit einer Warnung vor dem Demokratie-Aus? Oder schlicht und einfach ziemlich unbedacht?
Der Spaß und die Leichtigkeit hat die Berliner-Eröffnungsgala sowieso längst eingebüßt. Als noch Anke Engelke die Show moderierte und die nötige Lockerheit reinbrachte, war das alles noch kurzweilig. Dazu der damalige Festivalleiter Dieter Kosslick, der immer sehr bodenständig, humorvoll und naiv-putzig war.
Am Donnerstag moderierte Désirée Nosbusch, sympathisch zwar, aber auch betulich. Die die momentane Berlinale-Chefin Tricia Tuttle ist auch keine Entertainerin (was sie ja auch nicht muss).
So oder so läuft die Berlinale im Fernsehen derzeit ziemlich unter dem Radar. Übrigens auch, weil der rbb sehr am „Berlinale Studio“ gespart hat. Es läuft überhaupt nur noch dreimal.
-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 27. Februar 2026)
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