Wann die Karl-Marx-Straße in Hohen Neuendorf für den Verkehr freigegeben wird, ist völlig offen. Gerade ruhen die Arbeiten. Im Sommer steht das fünfte Jubiläum an
MAZ Oberhavel, 11.2.2026
Hohen Neuendorf.
Seit Jahren heißt es bei der Deutschen Bahn zur Baustelle in der Hohen Neuendorfer Karl-Marx-Straße, dass man vorhabe, die Arbeiten „schnellstmöglich für Sie abzuschließen“.
„Schnellstmöglich“ dauert nun schon seit viereinhalb Jahren. Seit Sommer 2021 ist die Straße im Bereich der Bahnbrücke voll gesperrt – und ein Ende der Sperrung ist nicht absehbar. Wegen der anhaltenden Kälte ist es nicht sehr überraschend, dennoch gibt die Deutsche Bahn auf Nachfrage der MAZ bekannt: „Die Öffnung für den Rad- und Pkw-Verkehr muss erneut verschoben werden.“ Das erklärte ein Bahnsprecher am Montag.
„Seit dem 27. Dezember herrschen in weiten Teilen Nord- und Ostdeutschlands anhaltende Frosttemperaturen“, so der Sprecher weiter. „Dies hat auch Auswirkungen auf die Fertigstellung der Karl-Marx-Straße unter der Eisenbahnüberführung in Hohen Neuendorf und der angrenzenden Anliegerstraßen.“ Die Wiedereröffnung der Straße ist nicht nur erneut verschoben worden – sie hätte dieser Tage stattfinden sollen –, die Bahn nennt nun auch gar keinen neuen Termin mehr. Immerhin: Zum 10. Dezember ist der östliche Gehweg für Fußgänger geöffnet worden. „Der Weiterbau ist abhängig von der Witterung und kann erfolgen, wenn der Boden wieder frostfrei ist“, erklärt der Sprecher der Deutschen Bahn. „Gemeinsam mit unseren Auftragnehmern planen wir die ausstehenden Arbeiten wie beispielsweise Betonarbeiten im Bereich des westlichen Gehwegs und der neuen Treppe ein, sobald die Temperaturen wieder alle Arbeiten zulassen.“
Ähnlich sind auch die Äußerungen aus der Hohen Neuendorfer Stadtverwaltung. „Die aktuellen Wetterbedingungen lassen Tiefbaumaßnahmen nicht zu“, sagte Daniel Dinse, der Sprecher der Verwaltung, am Dienstag.
„Sobald diese wieder möglich sind, und dazu gehört neben frostfreiem Wetter auch ein frostfreier Boden, werden sich die DB, die Baufirma und die Stadt über einen angepassten Bauzeitenplan verständigen.“ Vor Ort ruht die Baustelle komplett.
Am Dienstagmittag standen die Bagger still, kein Mensch war zu sehen. Seit Weihnachten ist dort nichts mehr passiert.
Dass die Öffnung der Karl-Marx-Straße nur wegen der Kälte verschoben wird, ist angesichts des derzeitigen Straßenzustandes kaum zu glauben. Denn weite Teile der Fahrbahn sind am Rand noch aufgerissen. Die Baustelle ist zwar mit Schnee bedeckt, aber unter der Eisenbahnbrücke ist nicht mal im Ansatz die neue Straße zu sehen. Auf beiden Seiten der Baustelle liegen große Sandberge. Im vergangenen Jahr war davon die Rede, dass Mitte Februar die Straße freigegeben werden solle, dann sollten nur noch Restarbeiten drumherum erfolgen.
Mitte Oktober fand die bislang letzte Infoveranstaltung der Bahn zum Projekt in der Karl-Marx-Straße statt. Dass alles zum genannten Zeitpunkt fertig werde, glaubten schon da nur wenige. Es gab da schon Gerüchte, dass die Arbeiten bis Ende 2026 oder gar bis 2027 dauern würden. Die Bahn dementierte das, aber ein Blick auf die Baustelle lässt stark daran zweifeln, dass nur die Kälte für die neuerliche Verzögerung verantwortlich sein soll.
„Mehr als Druck kann man ja nicht machen“, sagt der Stadtverordnete Michael Gerlach (parteilos). Auch er ist von der Hohen Neuendorfer Dauerbaustelle genervt. Fehlplanungen und „ständige personelle Wechsel“ hätten dazu geführt, dass sich die Arbeiten, die eigentlich im Juni 2022 beendet sein sollten, dermaßen in die Länge ziehen.
Im Juli feiert die Baustelle ihr fünfjähriges Bestehen – ein Jubiläum, auf das die Hohen Neuendorfer gern verzichten würden.
Schreibe einen Kommentar