Lutz van der Horst kennen wir heute als Reporter in der „heute show“. Aber er ist auch Comedyautor, so begann auch seine Karriere. Jetzt hat er seinen ersten Roman vorlegt.
Max Steinbach ist Comedyautor. Er schreibt Gags für Pannenshows. Er hat es sogar zu einer eigenen Show geschafft. „Die unlustigste Show der Welt“ lief allerdings nur nach Mitternacht auf einem Spartensender – und wurde abgesetzt. Max weiß nicht mal, warum. Er hat ihm keiner Bescheid gesagt.
Es ist nicht leicht, es auf die große Bühne zu schaffen. Er nimmt an einem Casting teil, hat aber nur eine Seite Text.
Unterdessen glaubt er, in einem Club die Liebe seines Lebens kennengelernt zu haben, aber der Typ haut am nächsten Morgen einfach ab. Oder ist er vielleicht doch noch in seine Ex-Freundin verliebt?
Max muss mit seinen Enttäuschungen, Niederlagen und verkorksten Beziehungen klarkommen.
Das klingt alles irgendwie ein bisschen bedrückt. Das ist es aber nicht, was den Roman von Lutz van der Horst ausmacht. „Konfettiblues“ ist viel mehr eine Mischung aus Comedy, Melancholie, Liebesroman und Medensatire.
Die Geschichte spielt 2004, zu einer Zeit, in der es noch keine Smartphones gab, kein Facebook, aber auch schon unlustige Fernsehshows.
Nicht immer kann der Roman rundum überzeugen, stellenweise wirkt er wie eine Themensammlung, die der Autor nach und nach abhandeln wollte, stellenweise auch ein wenig flach.
Aber dann gibt es die Momente, in denen man mit Max mitleidet oder mitlacht, und so manche Blicke hinter die Medien- und Bühnenkulissen sind echt interessant. Nicht zu vergessen: die Liebe.
PS: Einen Soundtrack zum Roman mitzuliefern, ist eine schöne Idee. Besser wäre es gewesen, zu kennzeichnen, wo welcher Song gehört werden könnte.
Lutz van der Horst: Konfettiblues
Droemer, 289 Seiten
7/10
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