FR 06.02.2026 | Berliner Kurier
Smog über Ostdeutschland. Der Berliner Kurier ist am Freitag einer anrüchigen Sache auf den Grund gegangen. Denn wenn es in unserer frischen Luft stinkt, dann will man ja wissen, woher der Gestank kommt. Außer, wenn abends die Öfen angeschmissen werden, dann schnüffeln wir lieber ohne nachzufragen.
Aber glücklicherweise konnten wir den Smog in dieser Woche mal wieder auf andere schieben, und beim Berliner Kurier hielt man das Rätsel für gelöst. „Smogrätsel gelöst, Kriegsluft aus der Ukraine vernebelt Berlin„, titelte das Blatt online.
Der Kurier hatte bei einem Meteorologen nachgefragt, woher denn der Gestank kommen könnte.
Zum einen komme der Nebel zustande, weil es wärmer werde, sagte er. Allerdings stinkt ja Nebel nicht, deshalb muss also noch was anderes dahinterstecken.
Und tatsächlich: Kohlekraftwerke in Polen sollen Schuld sein – neulich war in der „Bild“ deshalb schon vom „Polen-Smog“ die Rede, was ja natürlich überhaupt gar keine Ressentiments schürt.
Dem Kurier waren polnische Kohlekraftwerke aber nicht genug. Denn noch weiter östlich ist der Krieg in der Ukraine.
Auch dazu hat der Meteorologe eine Meinung. Wörtlich sagt er: „Das macht auf jeden Fall etwas aus – bei der Schießerei, bei den Bränden in der Ukraine. Es ist nicht so genau zu schätzen, aber ich könnte mir vorstellen, dass so zehn bis 20 Prozent Kriegsluft dabei ist.“ Es sei „eine Riesensauerei aus Smog und Nebel. Besser nicht einatmen!“
Okay, wir halten fest: Erstens, wir sollen besser nicht mehr atmen. Und zweitens, so ganz genau weiß der Meteorologe nicht, ob nun wirklich ukrainische Kriegsluft nach Deutschland zieht. Beim Kurier wird aber aus „Ich könnte mir vorstellen“ eine Rätselslösung: „Smogrätsel gelöst, Kriegsluft aus der Ukraine vernebelt Berlin“. Die Headline ist einfach zu gut, als dass man sie sich von einem Meteorologen zerreden lassen könnte.
Schreibe einen Kommentar