Mittagessen in Oberhavel: Jeden Tag wird geliefert

Mario Frese betreibt den Service „Zum Barnim“ in Oranienburg mit Hausmannskost

MAZ Oberhavel, 31.1.2026

Oranienburg.
Für Mario Frese ist es völlig klar: Er möchte weitermachen, er will seinen Mittagessen-Service fortsetzen. Aber bis voraussichtlich Ende Juli muss er seine Räume an der Lehnitzstraße in Oranienburg räumen. „Es gibt nicht viele Gewerbeflächen für Gastronomen“, sagt der 53-jährige Oranienburger. „Ich brauche eigentlich nur einen Raum, in dem ich kochen kann.“ Dazu noch einen Lagerraum.
„Ich hoffe doch, dass ich weitermachen kann, sonst habe ich hier ja viele Leute, die kein Essen mehr bekommen.“ Zwar hat er schon einen möglichen Standort in Aussicht, aber die Suche sei noch nicht zu Ende. Der Mittagsservice „Zum Barnim“ ist in der Lehnitzstraße 18, das Essen gibt es dort aber nur zum Mitnehmen, aber die allermeisten Speisen werden zu den Kunden gebracht.

Geliefert wird vor allem in Oranienburg selbst, aber auch nach Sachsenhausen und Lehnitz. „Und wir haben neuerdings auch viele Kunden in Borgsdorf.“
Eine Anfrage aus Zehlendorf aber musste er absagen – dafür reiche die Kapazität nicht. Denn in der Regel steht er selbst am Herd und fährt dann auch – neben einem weiteren Fahrer – das Essen aus.

Hauptsächlich bedient der Mittagsservice Senioren, aber auch Büros, Arzt- und Physiotherapiepraxen. „Die meisten bekommen am Mittwoch den Plan für die kommende Woche, den gucken sie sich an und sagen uns dann schon Bescheid, was sie essen möchten.“
Das sei wichtig, um das Kochen gut planen zu können. Grundsätzlich sei es aber möglich, am Vormittag bis 10 Uhr für denselben Tag zu bestellen. „Wenn es nicht gerade 20 Essen sind, die jemand bestellt.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, bestellt am Vortag.

Der Mittagsservice ist übrigens – und das ist selten – täglich aktiv, auch am Wochenende. Sogar am Heiligabend, zu Weihnachten, Silvester und Neujahr wurde geliefert. „Ja, ich mache durch“, sagt Mario Frese und lächelt. „Ich mache drei Wochen im Jahr Urlaub.“ Und das sei in den Sommerferien. „Ansonsten versuchen wir, immer da zu sein.“

Jeden Tag – also montags bis sonntags – bietet der Mittagsservice „Zum Barnim“ ein Tagesessen. Am Donnerstag, 29. Januar, war das eine Kohlroulade in feiner Rahmsoße und Kartoffeln. Eine Auswahl: Am Sonnabend, 31. Januar, gibt es einen Möhreneintopf mit Würstchen und einem Dessert, am Dienstag, 3. Februar, stehen Nudeln mit Broccoli-Rahm und Käse auf dem Plan, am Sonntag, 8. Februar, Gulasch mit Rotkohl und Soße.
Darüber hinaus stehen aber auch sechs Speisen auf dem Plan, die die ganze Woche angeboten werden. In der Woche bis 1. Februar sind das zum Beispiel ein Bauernfrühstück, zwei Fischbouletten oder Hefeklöße. In der Woche bis 8. Februar stehen unter anderem Eisbein mit Sauerkraut und Kartoffeln, Gemüseschnitzel mit Kräutersoße, Kartoffeln und Salat oder Königsberger Klopse in Kapernsoße und Kartoffeln auf dem Programm.
Außerdem werden zudem gemischte Salate, entweder mit Hähnchenbrust, Schinken und Ei, Thunfisch oder Schafskäse, angeboten. „Ich mache Hausmannskost“, sagt Mario Frese zu seinem Angebot. Geliefert wird in der Regel auf Mikrowellengeschirr, sodass kein Müll entsteht. Das Geschirr wird bei der nächsten Lieferung ausgetauscht. Nur wer selten bestellt, erhält Einwegverpackungen. Die Tagesessen kosten 5,50 Euro, ab 2. Februar 6,50 Euro, ebenso die Wochenspeisen. Gerichte wie das Eisbein sind allerdings teurer. Salate kosten 7 Euro.

In der Regel ist Mario Frese ab 7 Uhr in seinem Geschäft. „Bis 16 Uhr habe ich auf jeden Fall zu tun.“ Auch über Weihnachten war das so, gefeiert habe er natürlich trotzdem, sagt er mit einem Lächeln. Zu Hause müsse er aber nur selten kochen. „Das machen dann meine Mädels.“

Ein ausschließlicher Mittagsservice ist „Zum Barnim“ seit 2009. Den Laden an dieser Stelle gibt es aber schon seit den frühen 90ern. Als Mario Frese 1997 dort seinen Job antrat, war es ein Pizzaladen. Damals konnten Besucher dort auch noch Darts und Billard spielen.
Als er aber Frau und Kinder hatte, musste er umswitchen, die Öffnungszeiten wurden verkürzt, 2007 startete der Mittagsservice, zwei Jahre danach wurde der Gaststättenbetrieb vor Ort eingestellt, seitdem wird dort nur noch gekocht und ausgeliefert.

Mario Frese ist gelernter Koch. Während seiner Lehre arbeitete er unter anderem im Ratskeller in Birkenwerder, im Oranienburger Gesellschaftshaus, im „Melniker Hof“ und im „Weißen Hirsch“ in Borgsdorf.
Sein jetziger Job macht ihm Spaß, und er wird auch von der Familie unterstützt. „Am aufwändigsten ist es zum Beispiel, die Kartoffeln zu schälen.“ Oder auch die Zubereitung von Paprikaschoten.

Am schönsten findet er aber, dass er bei vielen seiner Kunden quasi schon ein Teil der Familie geworden ist. „Da bringe ich bei den alten Leuten auch schon mal Schwarzbrot und Selters mit.“

Kontakt: Im Internet auf restaurant-zum-barnim.jimdosite.com, Instagram: zumbarnim – auf den Seiten gibt es auch die Speisepläne. Telefon: 03301/702209, E-Mail: zumbarnim@gmail.com.


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