Die Frau in Blau

SO 25.01.2026 | 20.15 Uhr | one

Ein Unfall. Auf diesem Unfall baut dieser ganze Film auf.
Aber könnte man sich dann nicht ein bisschen Mühe geben, dass dieser Unfall so dargestellt wird, dass die Szene glaubhaft ist?

Im Film „Die Frau in Blau“, am Sonntagabend bei one, passiert es in der allerersten Minute. Denis sitzt am Steuer seines Autos, neben ihm ist seine Freundin, und sie küssen sich. Sie küssen sich lange, und er schaut lange, sehr lange nicht auf die Straße.
Man sieht, dass das Auto auf ein älteres Ehepaar zusteuert, das mitten auf dem schmalen Weg läuft. Es macht peng, das Bild wird weiß, und in der nächsten Szene liegt die Frau im Gras neben dem Weg. Sie ist tot. Ihr Mann liegt dahinter, robbt langsam auf seine Frau zu.

Es ist eine dramatische Szene – aber leider ist wirklich nicht gut inszeniert. Warum schaffen es deutsche Fernsehfilm- oder -serienmacher nicht, solche Unfälle gut in Szene zu setzen?

In „Die Frau in Blau“ sieht man hinter der Unfallstelle den schmalen Weg, der von einer Straße abgeht.
Wenn sich aber das Paar im Auto so lange geküsst hat, müsste der Wagen längst von der Straße abgekommen sein – wegen der scharfen Kurve. Und fuhr das Auto auf einem schmalen Feldweg?
Fragen über Fragen.

Es ist leider oft so, dass – entweder aus Geldgründen oder durch Unvermögen – Unfälle mies inszeniert werden. Schon früher. Wer mal Autounfälle in der „Schwarzwaldklinik“ gesehen hat, kann sehen, wie Autos ins Schlingern geraten, irgendwo hinfliegen, obwohl das eigentlich unmöglich ist, oder in ein Hindernis knallen – oft sehr unlogisch oder schlicht unmöglich.
2025 hatte Doktor Gerner in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ einen Unfall, der ihn ins Koma geführt hat. Auch dieser Unfall war so mies inszeniert, dass es schon ins Lächerliche abdriftete. Wie aus dem Nichts überschlug sich das Fahrzeug.

Für die Zuschauer ist das schade, weil so ein Film ja auch durchaus ernstgenommen will. Im fall von „Die Frau in Blau“ war aber der Dämpfer schon in Minute 1 sehr groß.

-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 15. Januar 2027)


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert