Mittagessen in Oberhavel: Klopse, Eierkuchen und etwas Seelsorge

In der Cafeteria der Oberhavel-Klinik in Oranienburg gibt es ein täglich wechselndes Angebot – Preise bis zu 6 Euro

MAZ Oberhavel, 23.1.2026

Oranienburg.
„Wir sind auch schon mal Seelsorger“, sagt Rita Fiedler. Seit 2007 arbeitet sie in der Cafeteria der Oberhavel-Kliniken in Oranienburg. „Ich liebe die Arbeit mit den Kunden, aber auch mit dem Team hier.“

Diese Cafeteria ist besonders, denn sie befindet sich im Untergeschoss eines Krankenhauses – die Kunden sind breit gefächert. Es sind nicht nur Patienten und deren Besucher, sondern durchaus auch Stammgäste, die extra wegen des Mittagessens in die Cafeteria kommen.
Als beim MAZ-Besuch am Vormittag das Mittagessen geliefert wird, zieht sogleich ein entsprechender Duft in die Cafeteria. Es gibt hausgemachte Kochklopse mit Kapernsoße, Kartoffeln, dazu Rote Bete und Apfelmus.
Es ist allerdings nicht die einzige Speise, die am Mittwoch angeboten wurde, sondern eine von dreien – und dazu kommen noch einige Standards, die jeden Tag zu haben sind.

Heike Stange ist die Chefin der Cafeteria. Auch sie ist seit 2007 dabei. Gemeinsam mit Rita Fiedler und Martina Hilbig bilden sie das dreiköpfige Team.
Geöffnet ist montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Das Mittagessen gibt es montags bis freitags ab 12 Uhr. Es wird aus der Klinikküche in Hennigsdorf geliefert.

Die Küche der Oberhavel-Kliniken produziert etwa 1000 bis 1100 Essen pro Tag – für alle drei Standorte in Oranienburg, Hennigsdorf und Gransee. An die Oranienburger Cafeteria gehen täglich 70 bis 100 Speisen, teilte Kliniksprecherin Kerstin Dolderer mit.
„Die Speisekarte macht der Küchenchef“, sagt Heike Stange. Das Mittagsangebot besteht jeden Tag aus drei Speisen, eine davon ist vegetarisch.
Neben den Kochklopsen gab es am Mittwoch auch Schweinebraten mit Honig-Senf-Soße mit Brokkoli und Kartoffeln, dazu Apfelmus. Außerdem vier Eierkuchen mit Fruchtfüllung, Vanillesoße und Apfelmus.
Am Donnerstag, 22. Januar, stehen Kassler mit Wachbohnen, Seelachs mit Dillsoße und ein Kohlrabi-Möhreneintopf auf dem Plan. Am Freitag, 23. Januar, Gabelspaghetti mit Bolognese, Hähnchenbrust mit Rahmgemüse oder Quinoa-Gemüse-Boulette mit Reis-Gemüse-Pfanne.

Die Preise bewegen sich zwischen 3,90 Euro für den Eintopf und 6,20 Euro für den Seelachs. Das Menü der Woche ist immer einsehbar auf der Internetseite der Cafeteria. Bei den dort angegebenen Preisen kommen jeweils 70 Cent für Besucher obendrauf.

Es gibt darüber hinaus aber auch viele Standards, die direkt in der Cafeteria vom Dreier-Team produziert werden. Dazu gehören Leberkäse mit Spiegelei, Currywurst, Schnitzel, Obst-, Möhren- und Käsesalat. Wraps, gemischte Salate, Pudding, Rote Grütze und einiges mehr.

„Wir sind meistens ab 6.30 Uhr hier“, sagt Heike Stange. „Dann beginnen die Vorbereitungen.“ Die Salate werden hergestellt und auch belegte Brötchen. „Manchmal geht es für uns auch um 6 Uhr los, wenn die Vorräte aufgebraucht sind.“ Fürs Einkaufen der Zutaten, die sie für die Cafeteria braucht, ist Heike Stange ebenfalls zuständig.

Das Geschäft wird übrigens nicht von der Klinik selbst betrieben. Thomas Schlein ist der Pächter, Heike Stange ist die Chefin vor Ort.
Ursprünglich hatte sie mit der Gastronomie wenig zu tun. Bis 2007 arbeitete die Hennigsdorferin in einer Boutique. „Ich wurde dann gefragt“, sagt sie über das Angebot, die Cafeteria zu übernehmen.
Sie ging den Schritt in die Selbstständigkeit. „Damals mit gemischten Gefühlen“, sagt sie. „Es war ja was ganz anderes als ich vorher gemacht habe.“ Aber es hatte dann kein halbes Jahr gedauert, bis klar war, dass sie großen Spaß daran hat.
Die Coronazeit war dann schwierig, es durften ja keine oder kaum Besucher in die Klinik. 2022 gab sie das Geschäft ab, ist seitdem aber als Angestellte weiterhin dabei. „Ich bin hier sehr zufrieden.“

Man komme immer wieder mit Menschen ins Gespräch, natürlich auch mit Patienten. Stichwort: Seelsorge. „Manchmal sind wir hier auch Psychologen“, sagt Rita Fiedler. „Aber das ist das Schöne hier, die Abwechslung.“
Gerade aus dem Wohngebiet rund um die Klinik kommen auch immer wieder Stammgäste, die nur wegen der Cafeteria am Mittag in die Klinik kommen.


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