MO 22.12.2025 | 19.30 Uhr | zdf neo
„Die Schwarzwaldklinik“ ist oft verschrien als Heile-Welt-Fernsehen. Dabei können das eigentlich nur Leute behaupten, die die Serie kaum oder nie gesehen haben. Denn „heile Welt“ war die Schwarzwaldklinik eigentlich eher am Rande.
Allein in der ersten Staffel beschäftigte sich die Serie, die damals im ZDF immer am Sonnabend um 19.30 Uhr lief und oft rund 30 Millionen Menschen erreichte, beispielsweise mit Gewalt in der Ehe, mit einer Vergewaltigung, mit Umweltproblemen – und natürlich mit zwischenmenschlichen Krisen und gesundheitlichen Problemen.
Die heile Welt gab es natürlich auch, aber eben längst nicht in der Ausschließlichkeit.
Zum Beispiel die Folge „Gewalt im Spiel“. Sie lief am Montagabend bei zdf neo. Zu sehen war allerdings eine geschnittene Version. Die Komplettverson lief ein einziges Mal in der Erstausstrahlung am 1. Februar 1986.
Zwei Männer überfallen in dieser Folge eine Frau, sie wird brutal vergewaltigt, später wird sie von Udo Brinkmann gefunden und ärztlich versorgt.
Der damalige Skandal: Die Vergewaltigung wurde auf – für 1986er-Verhältnisse und am Sonnabendabend – verstörende Weise dargestellt. Von weitem zwar und nur als Schatten – aber es ist doch sehr deutlich der brutale Geschlechtsakt zu sehen.
Lange wurde die Folge gar nicht mehr gezeigt, irgendwann dann nur noch gekürzt, die Vergewaltigungsszene fehlt.
Von einer heilen Welt kann man bei so einem Plott nun wirklich nicht reden.
Aber es ist ganz nebenbei noch eine andere merkwürdige Eigenart in der Serie zu beobachten. Immer mal wieder gibt es Szenen, in denen zwei Leute miteinander telefonieren. Es wird gesprochen, und dann wird ohne Verabschiedung einfach aufgelegt. Das wirkt ziemlich befremdlich, und man fragt sich, warum wurde das beim Dreh eigentlich nie hinterfragt, oder beendest du Telefonate ohne dich zu verabschieden?
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