Der Auftragskampf der Bringdienst-Leute

Immer mehr Leute lassen sich das Essen nach Hause kommen. Selbst in den Fastfood-Ketten stehen immer wieder Leute von Lieferando oder Uber Eats, um Bestellungen abzuholen.

Am Sonnabend saß ich beim Chicken-Fastfoodler KFC in Berlin-Pankow, als ein Typ mit einer Uber-Eats-Tasche am Tresen auftauchte. Aber der Verkäufer musste ihm mitteilen, dass die Lieferung schon jemand abgeholt habe. Der Bringdienst-Mann ging wieder.
Gerade mal drei, vier Minuten später stand schon wieder jemand von Uber Eats vor dem Tresen, um eine Lieferung abzuholen. Und auch ihm musste der Verkäufer mitteilen, dass die Lieferung schon abgeholt worden sei.

Diesmal ging der Bringdienst-Mann nicht sofort, stattdessen rief er irgendwo an. Denn das Problem sei, dass eine Stornierung auf ihn zurückfallen würde. Er würde dann weniger Aufträge bekommen, wenn er so eine Stornierung auf seinem Konto habe.
Das klingt alles ziemlich kompliziert – und irgendwie auch unschön und anstrengend.

Scheinbar scheint auch ein echter Kampf unter den Leuten zu herrschen, die für solche Bringdienste arbeiten. Wer zuerst einen Auftrag annimmt, hat Glück. Dass aber hier mehrere Leute zu einem Auftrag eilten, scheint ein Fehler im System zu sein.


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Kommentare

2 Antworten zu „Der Auftragskampf der Bringdienst-Leute“

  1. Daggi

    Unschön ist stark untertrieben, diese Jobs in der sogenannten Gig-Economy sind quasi die Hölle, hat schon seinen Grund, weshalb das meistens Leute machen, die augenscheinlich aus armen Regionen stammen oder da geboren sind. Uber analysiert die Daten ganz genau und erstellt ständig Listen der Fahrer, kein Wunder also, dass er da beunruhigt telefoniert hat. Auf reddit habe ich mal gelesen, dass Fahrer manchmal das Essen holen und dann erst den Auftrag canceln um es selbst zu essen. Widerspricht zwar der Annahme, dass sie aufpassen müssen mit diesen Stornierungen, aber vielleicht können sie sich das gelegentlich leisten (und der Hunger war halt groß genug)

  2. RT

    Zudem soll es ja so sein, dass es dann auch immer noch Unterfirmen gibt, damit dann auch keine Tariflöhne gezahlt werden müssen.

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