Terror. Fußball. Paris 2015 – Die Nationalmannschaft im Visier

MO 10.11.2025 | 20.15 Uhr | Das Erste

13. November 2015. Es begann mit einem Knall. Mitten im Fußballspiel. In Paris spielten Frankreich und Deutschland in einem Freundschaftsspiel gegeneinander.
Für Das Erste kommentierte Tom Bartels das Spiel, und fragte auch gleich, ob die Zuschauer den Knall auch gehört haben. Ein paar Minuten später knallte es erneut.
Erst während der zweiten Halbzeit wurde klar, dass Paris ein Abend des Grauens erlebt – und die Fußballer waren mittendrin.

Zehn Jahre später beleuchtet eine spannende Doku diesen Abend aus Sicht der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „Terror. Fußball. Paris 2015 – Die Nationalmannschaft im Visier“ lief am Montagabend im Ersten.

Die Doku erinnerte noch mal daran, dass alles ja schon am Tage begonnen hatte, als es im Hotel der Deutschen eine Bombendrohung gegeben hat. Sie mussten außerhalb auf dem Tennisplatz der Frech Open ausharren, was zu dem Zeitpunkt teilweise noch zu Unmut führte. Dass die Lage so ernst war, konnten sie da noch nicht wissen.

Die Spieler wussten während des Matches nicht, was passiert ist. Aber die Politiker, die im Stadion saßen, wussten es. So wurden Frankreichs Präsident François Hollande und auch Deutschlands damaliger Außenminister Frank-Walter Steinmeier darüber informiert, was in Paris vor sich geht. Um Gelassenheit vorzuspiegeln, wurde Steinmeier gebeten, die zweite Halbzeit weiter im Stadion zu verfolgen, und der durfte sich nichts anmerken lassen, wie er in der Doku erzählt.

Die Mannschaft erfuhr es erst nach dem Abpfiff. Keine Interviews, gleich in die Kabine. Dort mussten alle stundenlang ausharren. Und es herrschten Sorge und Angst. Denn ins Hotel durfte die Mannschaft nicht – es stand erneut unter Terrorverdacht.
In der Doku erzählen Spieler, wie sie sich gefühlt haben. Wie stressig das für die Psyche war, viele nahmen mit Angehörigen Kontakt auf.

Es ist eine wirklich fesselnde und berührende Doku, weil sie zeigte, wie die Mannschaft, die ja sonst in einer Art Kokon und abgeschirmt war, plötzlich mitten im Geschehen stand, im Visier der Attentäter.
Sie beschäftigt sich auch mit der Frage, ob das Spiel in Hannover einige Tage später nicht von vornherein hätte abgesagt werden müssen. Wegen Terrorgefahr ist es dann schließlich 90 Minuten vorher gecancelt worden – und wieder ein Angstmoment für die Fußballer, die gerade im bus unterwegs waren und nicht wussten, ob ihr Bus okay ist…

Aber es gibt auch Dinge, die interessanterweise in der Doku nicht vorkommen. So wird in keinster Weise erwähnt, was eigentlich mit der französischen Nationalmannschaft passierte.
Der damalige ARD-Moderator Matthias Opdenhövel und sein Sidekick Mehmet Scholl kommen in der Doku nicht vor, nur Kommentator Tom Bartels. Das könnte vielleicht daran liegen, dass die ARD damals Opdenhövel und Scholl hat eiskalt im Regen stehen lassen und sie hat ewig moderieren lassen, weil man bei der „Tagesschau“ nicht in der Lage war, zu übernehmen.

-> Die Doku in der ARD-Mediathek (bis 3. November 2030)


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