Polizeiruf 110: Sie sind unter uns

SO 21.09.2025 | 20.15 Uhr | Das Erste

Jeremy ist 17, und auf die Schule hat er keine Lust. Er empfindet nur Hass, nur Verachtung. Es ist ziemlich ruhig auf dem Schulhof, nur zwei Jungs spielen dort, als er mit einer Tasche im Arm in die Schule läuft.
Auch drinnen ist es ziemlich ruhig und ziemlich dunkel. Der Unterricht läuft. Jeremy atmet noch mal tief durch, dann nimmt er seine Waffe aus der Tasche. Er läuft in den ersten Raum. Er schießt. Der Direktor und der Stellvertreter sterben. Er geht in einen anderen Raum, schießt wieder. Läuft weiter, zwischendurch zweifelt er angesichts der Wahnsinnstat. Aber er macht weiter. Schließt sich am Ende bei einer Klasse ein.
Die Polizei versucht unterdessen, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Es war harter Tobak, der am Sonntagabend im Ersten im Magdeburger „Polizeiruf 110: Sie sind unter uns“ zu sehen war.
Aus blankem Hass läuft ein Jugendlicher durch eine Schule und knallt die ab, die auf seiner Todesliste standen.
Die Angst, die in einer solchen Situation herrscht, ist geradezu greifbar. Das Entsetzen und die Ohnmacht der anderen.
Es ist keiner dieser Sonntagabend-Krimis, in denen jemand stirbt, und ein Kommissar muss klären, wer der Mörder war. Vielmehr ging es darum, zu versuchen, eine Amoklage zu beenden und zu ergründen, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Solche Krimis sollten viel öfter laufen.

Jeremy war in einen Strudel aus Verschwörungstheorien geraten. Fremde Einflüsse, die das Leben der Menschen verändern wollen. Irgendwelche Gase in der Luft, Giftstoffe in Spritzen – mit all dem war Jeremy konfrontiert. Und mit Menschen, die ihn so manipulierten, dass er am Ende zu solch einer Tat fähig war.
Ganz sicher ist es so, dass das Motiv nicht sehr weit hergeholt ist. Laut einer Bitkom-Umfrage kamen 86 Prozent der Deutschen 2021 mit Verschwörungstheorien in Kontakt, 38 Prozent häufig. Das Thema und der Umgang damit geht also alle an.

-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 21. September 2026)


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