Bob Dylan war 2016 der erste Musiker, der den Literatur-Nobelpreis erhielt. Und wenn man sich nun den Film „Like a complete Unknown“ ansieht, dann bekommt man auch eine Ahnung davon, wofür er ihn bekommen hat.
Ein Biopic zeigt, wie Bob Dylan mit seiner Musik bekannt geworden ist.
Anfang der 1960er-Jahre in New York. Bobby Dylan (Timothée Chalamet) ist 19, als er aus Minnesota in die Großstadt kommt. Er will Musik machen – er, seine Gitarre und seine Mundharmonika. Immer wieder ist er am texten und komponieren.
Er läuft zufällig Pete Seeger (Edward Norton) über den Weg, der gleich sein musikalisches Potenzial erkennt und ihm erste Auftritte besorgt.
Das Talent des Bob Dylan macht bald die Runde. Er tritt auf Folk-Konzerten auf, aber eigentlich ist es nicht das, was er machen will. Mit seinen Folksongs hatte er großen Erfolg, aber er will sich weiterentwickeln.
Das aber nehmen einige Leute übel – andere finden ihn genial. Zum Eklat kommt es, als Bob Dylan 1965 auf dem Newport Folk Festival mit E-Gitarre spielen will.
Es ist wieder eines dieser Musiker-Porträts, das vielen Menschen überhaupt erst mal die Augen öffnen wird. Denn es erklingen sehr viele Bob-Dylan-Songs, und wenn Timothée Chalamet diese interpretiert, dann können wir per Untertitel den Text mitlesen. Diese wahnsinnig schönen, poetischen Texte über das Leben mit all seinen Schönheiten und Widrigkeiten.
Timothée Chalamet spielt den immer leicht bedröhnt wirkenden und sehr auf sich bezogenen Bob Dylan bestechend gut, und es ist faszinierend, ihm beim Spielen und Singen zuzuschauen.
Der Film an sich bietet angesichts der Biografie natürlich wenig Überraschungen, aber die vielen Musikauftritte stehen für sich und haben eine große Wucht.
Like a complete Unknown
USA 2024, Regie: James Mangold
20th Century Studios, 140 Minuten, ab 6
8/10
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