Meine Freundin Volker

MI 17.05.2023 | 20.15 Uhr | Das Erste

Zum Glück fiel der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) in diesem Jahr auf einen Mittwoch. Da ist am Abend im Ersten Zeit für ein Fernsehspiel. Deshalb konnte der NDR dort auch ein Drama platzieren, das passend zu diesem jährlichen Aktionstag war. Nicht auszudenken, wenn der IDAHOBIT auf den „In aller Freundschaft“-Dienstag gefallen wäre.

In „Meine Freundin Volker“ spielt Axel Milberg eine Dragqueen namens Vivian. Sie wird auf St. Pauli Zeugin eines Mafiamordes. Vivian muss untertauchen. Und das am besten als Mann. Sie, also, er kommt bei der Grundschullehrerin Katja und ihrer Familie in Schleswig-Holstein unter. Katja braucht sowieso gerade Hilfe bei einem Musical. Volker stürzt sich in die Arbeit – aber bald hat er auch auch hier mit Argwohn zu tun – und die Mafia spürt ihn auch auf.

Ganz schön viel Crime und Verbrechen für so einen Film. So wirkt die ganze Geschichte eher ein wenig arg konstruiert, und Axel Milberg ist es leider auch nicht so wirklich gelungen, das alles glaubwürdig zu spielen. Interessanterweise immer dann, wenn er Volker ist. Im Drag dagegen ist Milberg kaum wiederzuerkennen, und da spielt er auch toll. In Gesangsszenen singt er ganz offenbar aber nicht selbst.
Was man dem Film zugute halten kann, ist, dass er dem ARD-Primetime-Publikum einen Einblick in die Dragszene gewährt. Experten sagen, sie sei relativ realistisch dargestellt. Außerdem spielen diverse Drags mit, die wohl für den Film auch Kleider zur Verfügung stellten.

Entschädigt für alles wird man aber mit der Randgeschichte um Lukas, den Sohn von Katja. Er will in einem Theaterstück im Kleid auftreten, und überhaupt hat er gemerkt, dass er es mag, Kleider zu tragen und sich zu schminken. Volker wird sein Vorbild, und er spricht ihm gut zu, macht ihm Mut. Das sind Szenen, die nah gehen – und sie stellen völlig richtigerweise dar, dass auch Kinder schon ein Gefühl dafür haben, wer sie sind und was sie sind. Man muss sie nur dazu ermutigen, sie unterbringen, für sie da sein.

-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 17. August 2023)


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Kommentare

2 Kommentare zu „Meine Freundin Volker“

  1. ThomasS

    Hat mich trotz Milberg nicht überzeugt.

  2. RT

    Schade.

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