DO 17.11.2022 | 22.20 Uhr | Das Erste
Dass eine Serie abgesetzt wird, weil sie schlechte Einschaltquoten hat, das ist im Privatfernsehen Alltag. Dass eine Serie aus der Primetime der Öffentlich-Rechtlichen verschwindet, ohne dass auch nur eine Folge davon gelaufen ist, das ist neu.
Dabei haben sich die Programmplaner im Ersten so viel… also, na ja. Genau genommen haben es sich die Programmplaner im Ersten ganz einfach gemacht. Am Donnerstagabend sollten die ersten 4 (!) Folgen der neuen Serie „Das Netz – Prometheus“ aus Österreich laufen. Die Folgen 5 bis 8 waren für Sonnabendabend eingeplant.
Doch daraus wurde nichts. Am Donnerstag lief stattdessen um 20.15 Uhr erst ein alter Großstadtrevier-Film, dann schon um 21.45 Uhr (statt um 23.20 Uhr) die Tagesthemen. „Das Netz“ begann nun erst um 22.20 Uhr, und es liefen auch nur zwei Folgen.
Die Folge 3-6 gab es nun am sehr späten Freitagabend, und die Folgen 7 und 8 im Nachtprogramm am Sonnabend.
Was war da nur los? Denn immerhin hat man für die Serie am Donnerstag einfach mal das Politmagazin aus dem Programm gekegelt. Denn in der aktuellen Zeit passiert ja nicht so viel, über das man in „Monitor“ berichten könnte. Andererseits setzte man die Folgen 5 bis 8 ausgerechnet gegen das mutmaßlich quotenstarke „Wetten, dass…?“
Das nun alles ganz anders kam, hat mit der Serie „Das Netz – Spiel am Abgrund“ zu tun. Die hat zwar nur indirekt mit „Das Netz – Prometheus“ zu tun, hat aber denselben Titel, weil es beide Male um Korruption im Fußball geht. Nur leider waren die Zuschauerzahlen von „Spiel am Abgrund“ eher mies. Zurecht, denn die Serie war leider sehr verworren, sie war überhaupt nicht auf den Punkt und trotz guter Darsteller und einiger Action leider eher langweilig. Die Zuschauer schalteten von Folge zu Folge mehr weg. Die Quoten waren so schlecht, dass man bei der ARD für den Nachfolger „Prometheus“ scheinbar keine Hoffnungen mehr hatte.
Es ist immer wieder bemerkenswert, dass auch die ARD sehr auf die Quoten schielt. Grundsätzlich ist es zwar wichtig und richtig, nicht am Publikum vorbeizusenden, aber schon im Vorfeld die Notbremse zu ziehen, weil man miese Quoten befürchtet, das ist neu. Und mies waren die Zahlen dann auch im Spätprogramm.
Und die Macher des Politmagazins „Monitor“ ärgern sich völlig zu recht, dass man ihre Sendung in dieser Woche schlicht nicht berücksichtigt hat.
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