MI 04.12.2013 | 0.00 Uhr (Do.) | ZDF
Karl Dall, der lustige Karl Dall, der mit der großen Fresse und der mit den vielen Gags auf den Lippen, der war den Tränen nah. Am späten Mittwochabend war er bei Markus Lanz im ZDF zu Gast und sprach über den Vorwurf der Vergewaltigung.
Ein gebrochener Mann, der befürchtet, dass sein guter Ruf dahin ist. Der glaubt, dass der Vergewaltigungsvorwurf immer an ihm haften bleiben wird.
Eine schweizer Journalistin wirft ihm vor, sie vergewaltigt zu haben. Dall streitet das vehement ab. Die Frau habe ihm schon länger nachgestellt, heißt es, und sie soll auch schon anderen Prominenten ähnliche Dinge vorgeworfen haben.
Es scheint, dass Karl Dall da tatsächlich in eine Falle geraten ist.
Es scheint. Man weiß es nicht. Jedenfalls nicht ich, als Zuschauer.
Deshalb hat dieser Talk auch einen etwas schalen Beigeschmack. Ich tendiere sehr dazu, Karl Dall zu glauben, und deshalb tut er mir auch durchaus Leid. Andererseits, und daraufhin wies Markus Lanz dankenswerterweise hin, kennen wir nicht die Aussage der Frau. Wir wissen nicht, was da dran ist. Aber im Gegensatz zu der Frau bekommt Karl Dall, der Prominente und Beliebte, Sendezeiten und Presse-PR.
Wäre es vielleicht besser gewesen, man schweigt bis zum Urteil? Oder wäre Dalls Ruf dann – bei einem Freispruch – trotzdem völlig dahingewesen?, weil sich die Ermittlungen ja sicher noch ewig hinziehen. Siehe Andreas Türck.
Solche Talks sind ein echter Balanceakt, und mich lässt er ein wenig ratlos zurück.
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