KeineWochenShow

#192 – Harry Krischner und das Grab von Helmut

Sonntag, den 6. September 2020
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Wir sind wieder daheim und in unserem Carport-Studio. Dennoch blicken wir noch mal auf einige Urlaubserlebnisse zurück, die es bisher nicht in die Sendung geschafft haben. Vom ersten Kinobesuch in Oranienburg nach der Coronapause, über das Rundfunkmuseum in Werben an der Elbe, dem Grab von Helmut Kohl in Speyer bis zu einem seltsam vollgestellten Buchladen in Hannover.

Aber wir sprechen auch über aktuelle Themen. Es geht um die Anti-Coronademo in Berlin und die Ereignisse am Reichstag. Wir fragen uns, was eigentlich im Coronavirus-Jahr mit den Weihnachtsmärkten und mit dem Martinimarkt in Neuruppin wird. Wir sprechen über die Vergiftung von Alexei Nawalny und die Verstrickung von Russland in diesen Fall. Und Bier gibt es natürlich auch – inklusive einer Idee, warum die Brauerei eventuell bald Pleite geht.

Das und mehr in KeineWochenShow #192 auf Youtube.

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RTelenovela

Kulturschatz: Im Rundfunkmuseum in Werben

Donnerstag, den 3. September 2020
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Eigentlich war das so ja nicht geplant. Eigentlich wollte ich über die Fähre Sandau nach Havelberg. Da die aber außer Betrieb ist, fuhr ich über die Hansestadt Werben zur Fähre in Räbel.
Ich hatte nicht vor, in Werben zu halten. Ich war schon auf der Straße, die direkt zur Fähre führt, da fiel mir ein Gebäude auf mit einer Bahnhofsuhr. Ich dachte auch erst an einen Bahnhof, und im Vorbeifahren las ich “Rundfunkmuseum”. Eine Tür stand offen, dennoch sah das Haus etwas verlassen aus.
Ich war schon vorbei gefahren, als ich mich entschloss: Da könnte ich ja mal schauen, was das ist. Immerhin hatte ich ja keinen Zeitdruck.

Ich laufe in das Haus. Schon im Eingangsbereich kann man in den Flur sehen, wo diverse alte Radios stehen. Es ist niemand da. Links in einem Raum stehen weitere Radios, auch ein paar Fernseher.
Irgendwo aus dem hinteren Bereich ist Musik zu hören. Da müsste jemand sein. Ich laufe weiter durch den Flur, rechts geht eine Treppe nach oben, und auf jeder Stufe sind Ausstellungsstücke gelagert. Es sieht aus, als ob das mal eine Schule war.

Ich komme in den großen Hauptraum. Dort wuselt ein älterer Herr herum. Es ist Rüdiger Haase, der Leiter des Hauses. Das Rundfunkmuseum gibt es erst seit 2017. Diese alten Geräte sind sein großes Hobby. Vorher hatte er ein Rundfunkgeschäft, in dem er auch schon Museumsstücke hatte.
Er erzählt mir, dass ihm Leute immer wieder alte Apprate bringen. Wir laufen an den Regalen entlang. Es sind vor allem alte Geräte aus der DDR. Ich erkenne auch noch einiges. Eines der Radios stand auch bei uns im Wohnzimmer, auch der Fernseher. Alte Telefone, die ältesten Geräte sind aus den 30er-Jahren.
Auch Plattenspieler hat er und spezielle Tonträger, und so ziemlich alles funktioniert auch noch, immer läuft bei ihm Musik vom alten Plattenspieler.

Das Gebäude war übrigens, auch das erzählt er mir, keine Schule. Dort befand sich eine Brillenfabrik. Sie ist 1990 geschlossen worden. Das Gebäude stand lange leer.
Rüdiger Haase nimmt keinen Eintritt, aber natürlich kann man eine Spende dalassen, und auch Führungen kann man im Rundfunkmuseum bekommen, wenn man sich vorher anmeldet. Hin und wieder gibt es auch kleinere Veranstaltungen.
Ich habe mich ein bisschen wie auf einer Expedition gefühlt, bei der man überraschende Momente erlebt. Ich verabschiede mich von Rüdiger Haase, er muss zum Mittagessen. Er wohnt nebenan, seine Frau hat schon gerufen.

Das Rundfunkmuseum in der Hansestadt Werben, Räbelsche Straße 20. Interessierte melden sich unter 039393/448.

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RTelenovela

Sackgasse zur Elbe

Mittwoch, den 2. September 2020
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Auf dem Weg von Stendal nach Hause wollte ich einen Zwischenstopp einlegen: in Havelberg, der Stadt, in der ich 1998 bei der Bundeswehr war.
Google schlug mir dorthin mehrere Routen vor. Eine führte per Fähre über die Elbe, und so etwas ist ja eigentlich immer ganz spannend. Auf Routenplaner kann man sich verlassen, so dachte ich bislang immer.

Es ging aus Stendal raus nach Arneburg, durch ein ziemlich imposantes Gewerbegebiet – zumindest für sachsen-anhaltinische Verhältnisse im Niemandsland. Ansonsten ging es durch kleine Dörfer, und ich hatte das Gefühl, dass mir fast die komplette Fahrt nicht ein einziges Auto entgegengekommen ist. Und wenn ich rückblickend drüber nachdenke, waren es innerhalb eine guten Stunde tatsächlich nicht mehr als zwei oder drei.
Nach dem Gewerbegebiet wurde es dann so richtig einsam, und Google lenkte mich dann auf einen schmalen, aber immerhin asphaltierten Weg durchs Nichts. Dass sich dort ein Sackgassenschild befand, machte ich allerdings stutzig. Aber wenn Google sagt, dass es da durch geht, hat Google recht.
Ich passierte ein Minidorf, und weiter durchs Feld. Laut Google führte die Straße wieder zu einer größeren Straße, und tatsächlich war das Sackgassenschild am Anfang des Weges eine Lüge. Vermutlich aufgestellt, weil immer wieder Leute wie ich auf Google hören.

Ich fahre durch Büttershof, einem kleinen Gehöft mit einem schönen Lastgasthof. Ich halte kurz an und genieße die Ruhe auf dem Hof, aber immerhin kommen dann tatsächlich noch drei Radler.
Von hier aus ist es nicht mehr weit zur Fähre Sandau. Ich erahne schon die Elbe, ich fahre über den Deich, es geht weiter runter zum Wasser – aber es gibt keine Fähre. Auf einem kleinen Schild steht, dass sie wegen Bauarbeiten außer Betrieb sei. Ich stehe zwar keine Bauarbeiten, aber dass sie außer Betrieb ist, sieht man durchaus. Keine Fähre da.
Google hat mich in die Irre geführt. Zwar ist dort vermerkt, dass die Fähre gesperrt ist, der Routenplaner scheint diese Sperrung jedoch nicht zu erkennen.
Google war jedoch uneinsichtig. Nach dem Umdrehen wollte mich der Routenplaner immer wieder zur Fähre Sandau führen. Umdrehen! Ich schaute stattdessen, welchen Weg ich nun nehmen könnte. Etwas nördlich davon gab es noch die Fähre Werben, und irgendwann erkannte auch Google, dass man ja auch dortlang fahren kann.
Und so erreichte ich die Hansestadt Werben an der Elbe.

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