RTelenovela

Feuchtgebiet und Saumagen

Sonntag, den 27. April 2008
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So gehört sich das: Wenn ich in den Südwesten reise, hat die Autobahn gefälligst frei zu sein. Sämtliche Staus, Unfälle, Brände (!) und liegengebliebene Autos befanden sich auf der Gegenfahrbahn.
Neulußheim empfing mich mit dem schönsten Frühlingswetter. So führte uns unser Weg gestern in den Pfälzer Wald. Allein schon die Fahrt dorthin ist gerade bei diesem Wetter ein Erlebnis. Die B39 führt bis Neustadt an der Weinstraße schnurgerade an allen Orten vorbei. Doch in Neustadt geht es plötzlich durch enge Gässchen und n uralten Häsuern vorbei. Die Strecke schlängelt sich dann langsam die Berge hoch. Kleine malerische Dörfer, alte Häuser und Kirchen.
In der Nähe von Bad Dürkheim gingen wir im Wald wandern. Eine tolle Gegend, allerdings sieht man im Pfälzer Wald auch schon sehr gut, wie weit das Waldsterben voranschreitet. Andererseis ist es natürlich Wahnsinn, was gerade in der Natur abgeht. Alles schießt und sprießt, die Bäume sind grün. Überall sind hier Spargel- und Weinfelder, so weit man sehen kann.
In einer kleinen Gastwirtschaft begegnete ich dann meinem ersten Saumagen. Altkanzler Kohl hat seine Leibspeise allen ausländischen Gästen vorgesetzt. Ich hatte ihn mir ehlich gesagt anders vorgestellt: Er sah ein wenig aus wie Leberkäse (Fleischkäse), nur die Inhaltsstoffe sind wahrscheinlich andere. Ich hatte so was Ähnliches wie Eisbein im Kopf. Aber ich habe den Saumagen ja nur bei Marcel gekostet, ich selbst habe Bratwurst mit Sauerkraut gegessen. Lecker!

Ich lese gerade Charlotte Roches “Feuchtgebiete”. Mit dem Buch begeht sie einen Tabubruch nach dem anderen. Das macht es natürlich interessant. Wobei die Reaktionen der Kritiker das eigentlich Spannende sind. Lustig, wie die meisten aufheulen.
Tatsächlich wurde mir ein ein wenig anders, als an einer Stelle erzählt, dass Helen und ihre Freundin ihr Ausgekotztes tranken. Harter Tobak. Kritik demnächst im aRTikel-Bereich.

Heute waren weit mehr als 20 Grad und strahlender Sonnenschein. Wir eröffneten die Freiluftsaison an einem See in Weiher. Fürs Baden war es allerdings noch deutlich zu Kühl. Nicht die Luft, aber das Wasser. Eine halbe Minute mit den Füßen im Wasser, schon schien das Blut zu gefrieren…