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Wegbegleiter (22): Schwuttke

Mittwoch, den 15. Juli 2015
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(21) -> 21.6.2015

Die Familie Schwuttke begleitet mich seit 1992. Wie sie in mein Leben trat, und was aus ihr geworden ist, habe ich schon ausführlich hier erzählt.

Und Schwuttkes sind wirklich wahre Wegbegleiter. Inzwischen gibt es 260 Kapitel meiner Soap, dazu kommen 24 Kapitel vom Ableger “Weihanchtsparadies” und 11 Kapitel vom “Luisengymnasium”. Und in meinem Kopf sind die Geschichten von Johannes, Herbert, Elfie, Harry, Wilhelmine, Benita und all den anderen schon längst weitererzählt. Und die Musiken dafür, die ja bei Lesungen dazu gespielt werden, schwirren auch schon im Kopf rum. Nur: Ich müsste die Storys nun nur noch aufschreiben. Und vor allem Zeit dafür haben.
Drei Jahre schon ist es her, dass ich die letzte Zeile geschrieben habe. Ich muss endlich mal wieder anfangen – irgendwo ein Zeitpölsterchen neben Blog und Job dafür finden.
Und wer mal Interesse an einer Lesung hat – bitte melden!

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Damit endet die Reihe der “Wegbegleiter”. Hier könnt ihr alle 22 Folgen lesen!

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Wegbegleiter (21): Der Tiger an der Wand

Sonntag, den 21. Juni 2015
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(20) -> 10.6.2015

Sehr lange hatte Franz Marcs “Tiger” einen sehr viel prominenteren Platz in meinem Elternhaus. Wenn ich mich richtig erinnere, hing es immer im Treppenhaus.
Natürlich nur als Nachdruck. Aber ich fand das Kunstwerk immer sehr faszinierend, auch wenn man ja immer nur vorbeigegangen ist.

Ich habe im Internet danach gesucht. Fanz Marc lebte von 1880 bis 1916 – wurde also nur 36 Jahre alt. Seine Tierdarstellungen von Hunden, Katzen, Rehen, Kühen und Pferden sind berühmt. Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts und als Mitbegründer des deutschen Expressionismus’. Seine bekanntesten Bilder schuf er innerhalb von nur vier Jahren, von 1910 bis 1914. Der “Tiger” stammt von 1912.

Das Bild ist noch da, aber leider nicht mehr an einem ganz so schönen Platz wie früher.
Und es hängt neben einem weiteren – zugebenermaßen Trash-verdächtigen Wegbegleiter. Noch so ein Ding, das schon Ewigkeiten irgendwo an einer der Wände hängt: Ein Männchen mit einem Bierkrug in der Hand. Wobei ich den Bierkrug als solchen lange gar nicht erkannt habe.

Heute bilden Bierkrugmann und Tiger gemeinsam eine Einheit.

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Wegbegleiter (20): Hier kommt Alex!

Mittwoch, den 10. Juni 2015
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(19) -> 4.6.2015

In der DDR gab es zwei Buchreihen für Kinder und Jugendliche. Für die Jüngeren die “Kleinen Trompeterbücher”, für die Älteren “Alex Taschenbücher”. Später stand die Abkürzung ATB für einen DJ, vor der Wende standen die Buchstaben für diese Bücher.

Meine Oma war damals meine wichtigste Bücherlieferantin, sie arbeitete in der Poststelle eines Armee-Stützpunktes, und irgendwie muss es dort einfacher gewesen sein, an all dieser Bücher ranzukommen. Denn ich hatte wirklich viele ATB-Bücher – wobei die Dinger allerdings zu DDR-Zeiten sehr günstig gewesen sein.

Es gab die erziehende Pionier- und FDJ-Literatur, aber auch Witzebücher, Humorromane, Dramen und Klassiker. Ende der 80er wehte auch bei den ATB frischer Wind. Da erschienen zum Beispiel auch “Ronja, die Räubertochter”. Und der Roman des West-Berliner Autors Jochen Ziem: “Boris, Kreuzberg, 12 Jahre”, der aber auch durchaus kritisch gegenüber dem Westen war. Dieses Buch habe ich übrigens während meiner Grundausbildung beim Bund in Havelberg zuletzt gelesen.

Der wirklich echte ATB-Wegbeleiter ist aber Otto Häusers Ottokar. In den Geschichten geht es um den DDR-Schüler Ottokar Domma, darüber wie er den Schulalltag erlebt und überhaupt. Aus heutiger Sicht immer noch lesenswert, weil es zwischen den Zeilen hier und dort tatsächlich immer mal leise Kritik am Staat gibt. Im vergangenen Jahr hatte ich jedenfalls zum x-ten Spaß Spaß daran. Eines der wenigen Bücher, das ich bisher drei- oder viermal gelesen habe.

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Wegbegleiter (19): Poltergeist

Donnerstag, den 4. Juni 2015
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(18) -> 27.5.2015

Auch ein Film kann ein Wegbegleiter sein. Der Horrorfilm “Poltergeist” von Steven Spielberg aus dem Jahre 1982 begleitet mich seit den späten 80ern.
Wie es dazu kam, habe ich bereits ausführlich hier erzählt. Was sich seit diesem Blogeintrag von 2010 geändert hat: Ich habe inzwischen die DVD, und auch den zweiten Teil.

Schon viele Male habe ich den Film gesehen, früher noch öfter als heute. Noch immer ist er faszinierend und spannend – und auch lustig.
Umso skeptischer war ich, als es hieß: Es wird ein Remake von “Poltergeist” geben. Der Trailer versprach wenig Gutes – und ich wurde nicht enttäuscht. “Unverschämt beschissen”, so lautet mein Urteil über die 2015er-Version von “Poltergeist“. Der wird ganz bestimmt kein Wegbegleiter.

Und sonst? Welche Filme bleiben außerdem seit mehr als 25 Jahren noch Dauerbrenner? Dazu gehören die beiden Loriot-Filme, die ersten beiden Otto-Filme, mehrere mit Asterix, mehrere Weihnachtsfilme, u.a. der mit den Griswolds und mit den Muppets.

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Wegbegleiter (18): Mensch, ärgere dich! (nicht)

Mittwoch, den 27. Mai 2015
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(17) -> 23.5.2015

Der heutige Wegbegleiter ist ein Familienwegbegleiter. Es ist sicherlich weit mehr als 30 Jahre alt. Und dass das Ding so aussieht, wie es aussieht, dafür kann ich ausnahmsweise mal wenig.
In der Familie und vor allem mit Freunden habe ich öfter “Mensch, ärgere dich nicht!” gespielt. In der Variante, um die es hier speziell geht, hatte man aber nur je drei Spielsteine, die man ins Ziel bringen musste, und es gab an einer bestimmten Stelle eine Abkürzung. Vermutlich hieß es auch nicht “Mensch, ärgere dich nicht!”, sondern ein bisschen anders.

In der Mitte ist das Spiel mit einem Pflaster zusammengeklebt, mit einem Kugelschreiber sind die dadurch verdeckten Felder aufgemalt.
Was ist da bloß passiert?
Man erzählte mir die Geschichte eines Familienmitgliedes, das hier nicht genannt werden soll. Dieses Familienmitglied, etwas älter als ich, muss irgendwann mit dem Spielablauf nicht so ganz zufrieden gewesen sein. Das Spiel ist beendet worden, in dem das Spiel auseinandergerissen worden ist. Es muss ein bisschen Wut im Spiel gewesen sein.

Damals hat man solch gute Ware natürlich nicht gleich weggeschmissen – sondern wieder geklebt. Und in diesem Zustand ist es bis heute.

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Wegbegleiter (17): Die Wohnzimmeruhr

Samstag, den 23. Mai 2015
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(16) -> 13.5.2015

Neulich war ich bei meiner Mutter, schaute zum Fernseher – und stutzte. Da fehlte was.
Sie ist ein echter Wegbegleiter – vermutlich wirklich schon mein komplettes Leben lang. Zumindest soll sie älter sein als ich selbst: unsere kleine Wohnzimmeruhr.

Sie stand schon im Wohnzimmerschrank, als wir noch unsere kleine Stube in unserem Haus hatten. Schon zu DDR-Zeiten zeigte sie uns unweit des Fernsehers die Uhrzeit an. Und dazu ein sekündliches Tick. Tack. Tick. Tack.
Später hatten wir ein größeres Wohnzimmer, und die Uhr war immer noch da. Zuletzt – bis vor kurzem – hatte sie einen neuen Platz direkt neben dem Fernseher.

Nun aber steht sie irgendwo in einer Ecke rum. Kaputt. Das Uhrwerk funktioniert nicht mehr richtig, sie müsste mal zum Uhrmacher. In dem Fall wäre das vielleicht sogar eine gute Investition, denn will man so ein Stück wirklich außer Betrieb nehmen?

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Wegbegleiter (16): Die frühe Autobahn

Mittwoch, den 13. Mai 2015
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(15) -> 7.5.2015

Neulich schrieb ich ja schon über meine selbstgemalte Autobahn. Das Thema spielte allerdings schon vorher eine große Rolle.
Im Osten gab es keine Spielteppiche, auf denen Straßen und Orte aufgemalt waren. Das mussten wir uns alles selber ausdenken und zurechtbasteln.

Meine Autobahn war der Teppich, der bei meiner Oma im Zimmer lag. Meine Oma wohnte bei uns im Haus, in der oberen Etage, ich wohnte im Zimmer neben ihr – war aber meistens bei ihr. Da stand nämlich der Fernseher, und sie hatte eben auch den besseren Teppich.
Das Muster ergab am Rand nämlich eine Straße und, mit ein bisschen Fantasie, eine Kreuzung. Ein paar Dominosteine halfen hier und da, die Begrenzungen und Verkäufe festzulegen.

Und dann lag ich also da mit meinen Matchbox- und Majoretteautos und baute Staus und Kreuzungssituationen.
Meine Oma starb 1995, da war ich aus dem Spielalter auch schon raus.
Den Teppich aber gibt es immer noch. Er liegt nun in dem Zimmer, was damals meins war. Und in dem ich immer dann schlafe, wenn ich mich wegen einer Bombenentschärfung mal wieder selbst evakuieren musste. So wie gestern.