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Extra – Das RTL-Magazin: Brummi-Terror-Test

Samstag, den 9. Dezember 2017
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MO 04.12.2017 | 22.15 Uhr | RTL

Gott sei Dank hat RTL Reporter, die nebenbei auch andere Jobs haben: Brummifahrer zum Beispiel. Und was könnte denn ein Brummifahrer für RTL mal testen?
Bei RTL hatte man da eine ganz tolle Idee: Der RTL-Brummi-Reporter sollte testen, wie terrorsicher Deutschlands Weihnachtsmärkte sind. Ob man denn da so einfach raufrasen könnte, so wie am 19. Dezember 2016 auf dem Berliner Breitscheidplatz.
Und vielleicht guckten ja am Montagabend zufällig ein paar Terrorwillige zu und schrieben mit, als bei “Extra” genau erzählt worden ist, wo man denn super fix auf den Markt donnern kann und wo es nicht funktioniert.

Da ist zum Beispiel der Ort mit der abschüssigen Straße, am Ende beginnt der Weihnachtsmarkt. Ein paar armselige Betonpoller standen zwar rum – aber für den Brummi seien die nicht wirklich ein Hindernis. Und es sah wirklich gefährlich aus – da hätte RTL eigentlich gleich mal rüberbrettern können. Wenn schon, denn schon.
In einem anderen Ort lag der Markt leider viel zu verwinkelt in einer Kurve, und dann stand da auch noch eine Ampel davor. Nein, da könne man überhaupt nichts machen, und der RTL-Brummifahrer wirkte fast ein bisschen enttäuscht.
Es gibt Tests, auf die man gern verzichten kann.

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2017! Menschen, Bilder, Emotionen

Donnerstag, den 7. Dezember 2017
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SO 03.12.2017 | 20.15 Uhr | RTL

Schon wieder Anfang Dezember? Da ist ja das Jahr schon so gut wie vorbei, und jetzt passiert ja auch nichts Weltbewegendes mehr. Deshalb ist RTL wieder mit seinem Jahresrückblick vorgeprescht: “2017! Menschen, Bilder, Emotionen”.

Und, hach, was war das für ein aaaaufregendes Jahr! Boris Becker ist 50 geworden und irgendwie, na ja, ein bisschen pleite. Dann war da noch der BBC-Reporter, dem seine kleine Tochter in eine Live-Schalte geplatzt ist. Gnihihi. Ein Rentnerpaar hat in einem Diner getanzt. Herrrlich! Und was ist denn nun eigentlich mit Sarah und Pietro Lombardi? Wie kommen die bloß mit der Trennung klar?

Ja, das war ein überaus gemütliches Jahr, wenn man sich so den RTL-Jahresrückblick vor Augen vorbeiziehen lassen hat.
Also okay, dass da noch irgendwas mit Trump war, dass das mit Jamaika irgendwie nicht so top lief, dass da in Hamburg beim U20-Gipfel was passiert ist – joa, das gab’s auch, aber das kann man dann ja schnell mal in den Bildern des Jahres zeigen, die man aber nicht so in die Länge ziehen will.

Ja, es ist nur RTL, und RTL ist keine journalistische Hochburg, auch wenn Peter Kloeppel das gern anders sieht, aber ein bisschen mehr relevant darf es dann doch sein. Denn Günther Jauch moderiert immerhin keine Schnullibulli-Sendung und auch keine der wöchentlichen “stern TV”-Ausgaben. Bei einem Jahresrückblick sollte der Anspruch ein wenig höher sein. Also, wenn man nicht gerade den von RTL sieht.

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Buschi vs. Köppen – Big in Japan

Samstag, den 2. Dezember 2017
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MI 29.11.2017 | 20.15 Uhr | RTL

Joko gegen Klaas. Elton vs. Simon.
Und jetzt: Buschi vs. Köppen.
Ist aber leider viel zu langatmig – und vor allem schrecklich inkonsequent.

Frank Buschmann und Jan Köppen kennen wir als launige Kommentatoren von “Ninja Warrior Germany”, wo sie sich verbal die Bälle zuwerfen und oft sehr witzig sind.
Da ist es nur folgerichtig, dass RTL den beiden ein eigenes Format gibt. Am Mittwochabend startete “Buschi vs. Köppen”. Leider eine Geschichte voller Irrtümer.
Denn die Idee ist natürlich gut. Die beiden Typen haben Humorpotenzial, und Wettkämpfe zwischen ihnen könnten spannend sein.
Aber dachte man bei RTL, dass es gut funktionieren würde, das Ganze auf zwei Stunden aufzublasen. Und vor allem vertraute man nicht auf Buschi und Köppen und setzte beiden je einen weiteren Promi an die Seite. Womit man das Format an sich schon mal verwässert hat.

“Elton vs. Simon” war ein großartiges Format – bis man bei ProSieben auf die Idee kam, aus der 30-minütigen Sendung am späteren Abend eine einstündige Primetime-Show zu machen. Noch später sogar als mehrstündiges Live-Event. Dabei hat das Konzept nur kurz und knackig funktioniert.
Auch “Joko gegen Klaas” krankt vor allem daran, dass die Show viel, viel zu lang ist.

Zu lang und nicht zu zweit. Und zu viel Rundum-Gedöns, das aber irgendwie nicht interessant genug war – dass es RTL nicht gelungen ist, aus “Buschi vs. Köppen” gutes Fernsehen zu machen, ist ein echter Jammer.

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Extra spezial: Deutschland nackt

Mittwoch, den 15. November 2017
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MO 13.11.2017 | 23.15 Uhr | RTL

Wenn sich ein Mann und eine Frau total nackig begegnen, dann soll das zur Folge haben, dass man den Menschen dahinter viel schneller erkennt. So wird das zumindest immer wieder in der Nackt-Dating-Show “Adam sucht Eva” erzählt. Ist natürlich Mumpitz. Es sei denn, man kann an den Schlauchbooten rund um den Mund einiger Promidamen oder den rasierten Männerkörpern irgendetwas Hintergründiges ablesen.
Aber wenn schon bei RTL eine Stunde lang Leute nackt auf einer einsamen Insel rumlabern, um rauszufinden, ob sie was füreinander empfinden (außer der puren Geilheit natürlich), dann will man sich natürlich danach nur ungern anziehen. Deshalb gab es am Montagabend gleich noch ein “Extra”-Nackt-Spezial.

Zwei Reporter sollten nämlich rausfinden, wie nackt Deutschland wirklich ist. Und wie sich das eigentlich anfühlt. Die Medienökonomin Britta Brandt machte das für RTL gern mit, aber offenbar muss man ihr erst kurz vor dem Dreh mitgeteilt haben, dass sie sich ja dafür auch nackig machen muss. So ging sie also zum Nacktyoga, und das RTL-Team hatte offenbar die Aufgabe, die RTL-Reporterin, die den Nackttest machen sollte, nicht nackt zu sehen. So waren alle total frei, nur die RTL-Frau musste immer in Großaufnahme gezeigt werden, damit ja keine Brust oder gar etwas Südlicheres gezeigt werden musste. Nicht, dass man das hätte zeigen müssen – aber wenn jemand von RTL bei so etwas mitmacht, dann auch richtig. Aber Nacktyoga fand die RTL-Frau eh doof und brach das Experiment vorzeitig ab. Danke und tschüss.

Der Künstler und Schauspieler Stephen Appleton wurde ebenfalls von RTL für den Nackttest eingespannt. Mit einer FKK-Frau ging er an einen See, um passend zum Herbst nackt baden zu gehen. Appleton betonte tausendmal, dass er ja mit Nacktheit kein Problem habe. Er sei zu Hause gern nackt, und wenn ihn ja jemand sehen würde, sei ihm das wurscht. Außer im Fernsehen, da ist ihm das plötzlich nicht mehr wurscht. Seinen Hintern präsentierte er zwar, als er aber fröstelnd aus dem Wasser kam, ging er extra rückwärts, um ja nicht seine Vorderansicht präsentieren zu müssen. Später beim Nackttanzen, wurde seine Nacktheit ebenfalls geschickt kaschiert. Auch da gilt: Muss er ja auch nicht – wenn er denn nicht x-mal davon labern würde, wie unprüde er sei, weshalb das Versteckspiel dann doch eher albern wirkte.

Aber vielleicht müssen die beiden Doch-nicht-so-nackt-Reporter zur Strafe 2018 zur Nackt-Dating-Show. Da ist man bei RTL schließlich überhaupt nicht so zimperlich, wenn es um die Intimbereiche geht.

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Wallraff war hier

Samstag, den 14. Oktober 2017
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MO 09.10.2017 | 22.15 Uhr | RTL

Man muss sich immer noch die Augen reiben. Günter Wallraff bei RTL. Das scheint so gar nicht zusammen zu passen, und irgendwie findet das sogar Günter Wallraff selbst. Der Undercover-Journalist regt sich völlig zurecht über schlimme Formate wie “Schwiegertochter gesucht” auf. Sagt aber andererseits, dass er sich bei RTL gut aufgehoben fühle – weil man ihn da unterstützt.
Die Wallraff-Reportagen sind alles andere als oberflächlich, und völlig untypisch erfährt der Zuschauer auch vorher nicht, um welches Thema es jeweils geht. Aus Angst, dass irgendwer zu früh aufmerksam wird, bleibt das Thema bis kurz vor der Ausstrahlung geheim.

Nun ist Günter Wallraff 75, und deshalb widmete ihn RTL nach dem “Team Wallraff” gleich noch eine Geburtstagsdoku. Mit Erinnerungen daran, wie er monatelang bei der “Bild” arbeitete, um die Methoden zu studieren. Er arbeitete zwei Jahre als türkischer Gastarbeiter “ganz unten” und zeigte Missstände in diversen Arbeitsbranchen auf.
Wallraff hat viel geleistet, viel aufgedeckt, und er wird noch immer gebraucht. In der Stunde vor der Geburtstagsdoku zeigte Wallraff, wie ganze Berufssparten kaputt gespart werden. Leute müssen Jobs erledigen, die sie in den vorgegeben Zeiten nicht schaffen. Lkws sind ohne Bremsen unterwegs, und die betreffende Firma bestreitet das. Andere Firmen nehmen sich Leiharbeiter und versichern sie nicht. Wir sind dabei, wir bekommen das zu sehen.
Wallraff legt immer noch den Finger in die Wunde und muss dafür schuften, sich undercover einschleichen, um Missstände eindeutig aufzudecken. Hoffentlich macht er das noch eine Weile.

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Ninja Warrior Germany: Finale 2017

Freitag, den 6. Oktober 2017
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SO 01.10.2017 | 20.15 Uhr | RTL

Wieder hat Deutschland keinen Ninja Warrior. Wieder hat es kein Kandidat geschafft, bis zum Ende der Hindernisstrecke zu kommen und zu gewinnen.
Enttäuschend ist das allerdings nicht – eigentlich spricht es sogar für die Show.

Am Sonntagabend endete bei RTL die 2. Staffel von “Ninja Warrior Germany”. Hunderte Leute haben mal wieder den Versuch unternommen, unfassbare athletische Leistungen zu vollbringen. Man muss gut balancieren, klettern, unfassbar viel Kraft und Geschicklichkeit haben. Der Parcours hat es in sich, der lässt sich nicht einfach mal so überwinden.

Mit der Show hat RTL ein echtes Event im Programm, und auch die Umsetzung ist gelungen. Denn kein Kandidat ist besonders. Einige bekommen zwar einen Vorstellungsfilm, das aber heißt nicht, dass sie besonders weit kommen. Das macht das Ganze so interessant und spannend. Und selbst mit Kandidaten, die man nicht weiter kennenlernt, zittert man mit – weil sie eben so viel leisten. Leute, die nichts drauf haben, machen zwar Faxen, es bringt ihnen aber nichts. In einer Folge trat Jürgen Milski auf, um gleich am Anfang zu scheitern. Alles andere wäre auch verwunderlich gewesen.
Die Übungen sind so schwer, dass man als Otto-Normal-Fernsehzuschauer weiß: Das würde ich niemals schaffen, so was Erstaunliches würde ich nicht hinbekommen.

Wenn es auch in Staffel 2 noch keinen Sieger gab, dann ist das Ansporn für die Sportler, es in Staffel 3 noch besser zu machen. Und es spricht für das hohe sportliche Niveau, die den Kandidaten abverlangt wird.
Deshalb freue ich mich auf 2018 – und auch auf Frank Buschmann und Jan Köppen, die das Ganze wunderbar mitreißend, aber nicht aufgesetzt, kommentieren.

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Spiegel TV Magazin: Bundestagswahl 2017

Mittwoch, den 27. September 2017
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SO 24.09.2017 | 22.45 Uhr | RTL

Einmal im Jahr fällt Maria Gresz einer größeren Zuschauerschaft auf: Wenn sie im Windschatten des RTL-Dschungelcamps mit zimtzickigem Gesicht und spürbarem Ekel einen Beitrag ansagen muss, der sich um diese Sendung dreht und schlimm boulevardig ist. Nicht das Niveau von “Spiegel TV” erreicht.
Am Sonntag war Maria Gresz aber voll in ihrem Element. Immerhin ist das “Spiegel TV Magazin” ja eine seriöse Marke, findet man jedenfalls in der Redaktion des “Spiegel TV Magazins”. Einmal in der Woche will man bei RTL gutes Fernsehen bieten – und scheitert immer mal wieder daran.
Wichtig fühlte sich Maria Gresz dennoch, als sie am Sonntagabend mit dem Brandenburger Tor in Berlin im Hintergrund die Götterdämmerung hervorrief. Ein ZUTIEFST WÜTENDES VOLK erblühe in einem MORAST AUS FRUST UND VORURTEILEN, giftete sie. Man zeige nun einen Bericht aus Berlin in den letzten Stunden der alten Regierung. Man solle es genießen, denn ab morgen sei vieles anders. Hätte bloß noch der Blitz gefehlt, der wahlweise ins Brandenburger Tor oder in die Moderatorin einschlägt.

Zu sehen war ein journalistisch extrem hochwertiges Stück, in dem die “Spiegel TV”-Reporter in einen Sexclub latschten, um eine Domina sagen zu lassen, dass sie die AfD doof findet. Oder in einem Goaclub, in dem die Leute… na ja, irgendwas Dummes erzählten.
Später sah man “Spiegel TV”-Reporter, wie sie diversen Politikern auflauerten und dusslige Fragen stellten. Was machen Sie heute noch so, Herr Lindner? Frau Petry, wen werden Sie wählen? Und wenn sie keinen Bock hat, sich im Wahllokal von Spiegel TV belästigen zu lassen, dann heißt es, ganz Deutschland warte auf Antworten.
Ja, liebe “Spiegel TV”-Leute, ganz Deutschland wartet. Allerdings nicht auf solche dämlichen Reportagen.

Es ist immer wieder erstaunlich. Während der “Spiegel” immer noch als einigermaßen seriös gilt, ist “Spiegel TV” eher minderwertiges Boulevardfernsehen. Politikern oder Swingern dumme Fragen zu stellen, hat mit gutem Journalismus wenig zu tun. Dagegen sind die von Maria Gresz zimtzickig anmoderierten Dschungelcamp-Beiträge fast schon Hochkultur.