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Schlager sucht Liebe

Montag, den 17. Juni 2019
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SO 16.06.2019 | 19.05 Uhr | RTL

RTL präsentiert sich im Sonntag-Vorabendprogramm extrem kreativ. Da werden ausnahmsweise mal keine Schwiegertöchter gesucht. Und Bauern suchen auch keine Frauen. In diesem Fall heißt es “Schlager sucht Liebe”. Single-Schlagerstars wollen sich verlieben, und da sehen sie leider keine andere Möglichkeit, als zu versuchen, das über den RTL-Umweg zu tun. Und so schauen sie, welche Singles ihnen RTL vorsetzt.
Moderiert wird dieses spannende, nie da gewesene Sozialexperiment überraschenderweise weder von Inka Bause oder von Vera Int-Veen, sondern von Beatrice Egli.
Die steht zu Beginn der Kuppensause in einem schreiend roten Kleid und faselt von den armen Schlagerstars, die so alleine sind.

Tim Toupet ist schon ein Jahr Single, und das mache ihn nervös, sagt ein enger Freund. Auf einem Tablet zeigt ihm Beatrice Egli, was der RTL-Schlagerheiratsmarkt so hergibt, und schon bald steht eine Rothaarige bei ihm vor der Tür. Das Bett im Kinderzimmer hat Tim schon vorbereitet.

Das könnte trashig sein, ein bisschen abwegig. Es ist jedoch einfach nur bedrückend langweilig. Zu erfahren, ob der Schlagermann eine Frau findet, hat in meinem Leben so gar keine Priorität, als dass ich zwingend weiterhin RTL einschalten müsste. Eine der Bewerberinnen ist übrigens auch Schlagerstar – oder sie will einer werden. Ich drücke jedenfalls die Daumen: Wenn es bei ihr nicht mit der Hochzeit klappt, dann ja über RTL mit der Karriere. Zu irgendwas muss dieses öde Format – das genauso nach Schema F funktioniert die die Bauernfrau- und Schwiegertochtersuche – ja gut sein.

Und während Tim mit seinen beiden Hochzeitanwärterinnen in der Küche Kuchen isst… Hach, draußen ist so ein schönes Wetter…

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Denn sie wissen nicht, was passiert – Die Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show

Dienstag, den 7. Mai 2019
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SA 04.05.2019 | 20.15 Uhr | RTL

Fernsehen ist ja in der Regel dann am besten, wenn es live ist. Wenn eine Show in dem Moment über die Bühne geht, wo sie auch ausgestrahlt wird. Wenn Dinge passieren, die man weder schneiden noch zurücknehmen kann.
Schon allein deshalb hat RTL am Sonnabend sehr viel richtig gemacht. Denn die zwei neuen Folgen von “Denn sie wissen nicht, was passiert – Die Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show” werden live gespielt.

Dass es RTL gelungen ist, Günther Jauch, Thomas Gottschalk und Barbara Schöneberger in eine Show zu bekommen, ist schon ein Gewinn. Denn die drei ergänzen sich hervorragend, können sehr gut miteinander. Jauch, der immer eher seriös tut. Gottschalk, der lockere und langsam altwerdende Showmann und die heitere Diva Schöneberger. Dazu kamen Oliver Pocher und die aktuelle Dschungelkönigin.

Die Spiele sind mitunter auf Kindergarten-Niveau. Da geht es um das Kerzenausschreien oder die Teams müssen mit einem Rad im Kreis fahren, um Musiken zu erraten.
Das ist blöd, aber es macht Spaß! Denn das Schöne ist, dass alle Beteiligten mit einer großen Spielfreude dabei sind. Und Pocher, der immer mal gegen seine Spielpartnerin Evelyn Burdecki austeilte. Das sorgt für kurzweilige, gute Unterhaltung.
Der Nachteil einer Live-Sendung ist natürlich auch, dass langatmige Spiele in der Tat langatmig sind. Das Schlussspiel dauerte mehr als eine halbe Stunde, und das war wirklich ein wenig lang. Aber dennoch: Nur live macht so was Spaß.

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Der Lehrer: … nimm dein Schwert mit!

Samstag, den 9. März 2019
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DO 07.03.2019 | 20.15 Uhr | RTL

Noch immer will ich mir jeden Donnerstag die Augen reiben, wenn ich sehe, dass eine Serie wie “Der Lehrer” in der RTL-Primetime zu sehen ist. Fast nicht krawallig. Dafür aber lustig und lehrreich, eine Sendung, die auf die Zwischenmenschlichkeit setzt und zeigt, wie man eventuell Probleme lösen kann. Man könnte fast sagen: pädagogisch wertvoll.

Nun lief die letzte Folge in Staffel 7, und die endete traurig. Karin Noske stirbt. Sie kann gegen den Schilddrüsenkrebs nichts ausrichten, es dauert nur wenige Monate bis zu ihrem Tod.
Die Schauspielerin Jessica Ginkel wollte aussteigen, und die Autoren wollten nicht, dass sie einfach mal weggeht. Das hätte auch nicht gepasst. Denn Karin Noske ist die Frau des titelgebenden Lehrers, und die Liebe war groß. Dass sie einfach mal woanders hingeht, wäre wenig glaubwürdig gewesen.
Deshalb also der harte Schnitt.

Allerdings haben sich die Autoren zu einem extrem harten Schnitt entschieden, denn innerhalb eines Wimpernschlages vergingen gut fünfeinhalb Jahre, alle standen an ihrem Grab und erinnerten sich. Und waren melancholisch, aber das Leben ist schon weiter gegangen.
Einerseits hat man den Zuschauern das Leiden erspart, das Dahinsiechen. Das muss man in einer solchen Serie nicht zeigen. Interessant wäre dann aber doch gewesen, wie Lehrer Stefan Noske mit der Trauer umgeht. Vielleicht, wie man ihm nun mal helfen muss. Das wäre ein interessanter Gedanke gewesen.
Aber man hat ihn verworfen. Vermutlich geht es in Staffel 8 Anfang 2020 relativ normal weiter, nur eben ohne Karin. Stefan wird nicht mehr traurig sein und im Großen und Ganzen so sein wie immer.
Da hätte ich mir schon ein bisschen mehr Mut der Autoren gewünscht.

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Die Klempnerin

Freitag, den 15. Februar 2019
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DI 12.02.2019 | 21.15 Uhr | RTL

Bei RTL haben sie was ganz Neues. Zumindest tun sie so. Am Dienstagabend lief dort die erste Folge der neuen Serie “Die Klempnerin”. Allerdings geht es darin nicht um eine Frau, die Bäder renoviert. Das wäre ja fast noch innovativ gewesen. Stattdessen ist “Die Klempnerin” die neueste Krimi-Massenware.

Das Konzept ist ärgerlich simpel: Da gibt es die etwas spezielle Ermittlerin – in diesem Fall: Polizeipsychologin – und immer gibt es einen Kriminalfall, der zu lösen ist. Ähnlich funktionieren viele andere Serien in Deutschland, und selbst RTL hat davon einige im Programm.
Bloß keine Experimente. Bloß nicht mal was anderes machen. Die Zuschauer könnten ja zu fasziniert sein.

Ja, sicher, die Polizeipsychologin Mina Bäumer (Yasmina Fjaballah) ist ein bisschen anders. Ziemlich direkt, aber immer irgendwie auch nett.
Aber will man das wirklich noch sehen? Will man Woche für Woche auf das Schema F warten? Auf eine Serie, die langweilig herkömmlich ist? Die ohne einen speziellen Kniff auskommt, ohne einen spannenden oder irgendwie interessanten Stil?
Nein. Folge 1 ist nett. Nicht weniger, aber eben vor allem nicht mehr. Sie bietet keinen Impuls, warum man dran bleiben sollte. Es handelt sich um Massenware mit einem blöden, lahmen Titel.

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Deutschland sucht den Superstar: Die größten Momente aller Zeiten

Samstag, den 9. Februar 2019
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DI 05.02.2019 | 20.15 Uhr | RTL

Inzwischen ist “Deutschland sucht den Superstar” schon eine Konstante im deutschen Fernsehen. Es läuft die 16. Staffel, 2003 ging es los. Wenn man sich die Sendungen von 2003 ansieht, dann wirken die schon aus einer längst vergessenen Fernsehzeit – eine ganze Generation zurück.
16 Staffeln bieten natürlich extrem viel Material für Rückblicke. Zumal RTL zwar viel wiederholt. Aber Wiederholungen von “Deutschland sucht den Superstar” hat man selbst auf den kleinen RTL-Kanälen noch nie gesehen. Da ist man ja fast schon gespannt, wenn RTL eine Highlight-Sendung mit Ausschnitten aus früheren Staffeln ankündigt.

Da wird einem ja fast schon warm ums Herz, wenn man Juliette und Alexander in Staffel 1 um den Sieg singen sieht. Wie die ganze Top-10-Crew um Dieter Bohlen und sein Klavier steht und “I have a Dream” singt. 15 Millionen Leute sagen damals das Finale – im Grunde waren wir alle irgendwie dabei und fanden das spannend.
Einer davon ist nicht mehr da: Daniel Küblböck. Daniel hat diese 1. Staffel ganz eindeutig mitgeprägt. Er war der symphatisch-ausgeflippte Typ, der abgefahrene Sachen machte und selbst wusste, dass er nicht der beste Sänger war – aber es macht Spaß mit ihm. 2018 ging er über Bord eines Kreuzfahrtschiffes und wurde bis heute nicht gefunden.

Bei RTL war am am Dienstagabend bei den “Größten Momenten aller Zeiten” nicht der Meinung, dass man Daniel einen größeren Teil der Sendezeit widmen müsste. Nicht mal, dass er nicht mehr da ist, hat erwähnt. Als ob die ganze Sache ein bisschen peinlich ist. Als ob RTL meint, man könne in einer Unterhaltungssendung nicht auch mal ganz kurz nachdenkliche Töne anschlagen. Eine gute Minute Zeit bekam Daniel.
Nervbacke Menderes, der in jeder Staffel dabei ist und von RTL als Kult bezeichnet wird, bekam dagegen gleich am Anfang einen ganzen Block gewidmet, obwohl er eher durch Penetranz auffiel als durch Sympathie.

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Alles Nichts Oder?!

Montag, den 4. Februar 2019
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FR 01.02.2019 | 0.15 Uhr (Sa.) | RTLplus

28 Jahre her. Oh. Mein. Gott.
Manchmal muss man sich wirklich kneifen, wenn man sich alte Fernsehshows ansieht und sich bewusst macht, wie alt die schon sind.

Am späten Freitagabend wiederholte RTLplus mehrere Folgen von “Alles Nichts Oder?” – zum 35. RTL-Jubiläum und auch zum 60. Geburtstage von Hella von Sinnen.
Am 11. Mai 1991 war Thommi Piper zu Gast, der zu dieser Zeit durch seine Synchronisation von Alf sehr bekannt war. Diese Folge zeigte RTLplus als Auftakt des Erinnerungsblocks.

Diese Show war immer eins ehr lustiger Kindergeburtstag für Erwachsene. Hella von Sinnen und Hugo-Egon Balder luden sich immer einen Gast ein. Sie unterhielten sich mit ihm, aber vor allem: Sie spielten mit dem Gast. Zungenbrecher, Koffer packen, Merkspiele, Quizrunden und vieles mehr. Und am Ende flogen die Torten.
Inoffiziell war “Alles Nichts Oder?!” der Vorläufer von “Zimmer frei!” – nur dass die WDR-Show dann schon ein bisschen biederer war.

Das Besondere, wenn man diese Show 2019 sieht, ist: Sie wirkt immer noch frisch. “Alles Nichts Oder?!” gehört offenbar zu den Sendungen, die auch heute noch nicht angestaubt wirken. Damals war sie fast eine Revolution in ihrer Art und Weise, und auch heute noch ist sie sympathisch, nur selten angestaubt (was dann aber an heute inzwischen unbekannten Gästen liegt) und sehenswert.
Wenn man das 28 Jahre nach der Erstausstrahlung sagen kann, dann muss es eine wirklich gute Sendung gewesen sein.

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35 Jahre RTL plus – Der große Kultabend

Sonntag, den 3. Februar 2019
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FR 01.02.2019 | 20.15 Uhr | RTLplus

War das Fernsehen früher eigentlich besser? Hört man ja immer wieder.
Dabei war das Fernsehen auch früher schon immer mal wieder schlecht – wie man aber erst 30 Jahre später erkennt. Aber man war jung und fand alles noch sehr aufregend, und Jugenderinnerungen sind immer was Neues. So denken wir heute gern, dass das Fernsehen früher hervorragend gewesen sei.

Am Freitagabend feierte RTL seinen 35. Geburtstag mut einer großen Show.
Ähm, nein.
Am Freitagabend feierte RTL seinen 35. Geburtstag mit einer kleinen Show – und nicht bei RTL selbst, sondern beim Minisender RTLplus. Vermutlich hat man bei RTL keinen Bock mehr auf große Feiern – und vor allem darauf zu zeigen, dass ja früher angeblich alles besser war.

“35 Jahre RTL plus – Der große Kultabend” war aber eigentlich eine sehr schöne Sendung. Vier Stunden lang live, in eines Studio, ein paar Zuschauer und Gäste, die von früher plauderten. Mehr Nostalgie geht nicht.
Wir sahen noch mal Ausschnitte aus “Traumhochzeit” und “Glücksritter” – und erfuhren, was aus damaligen Kandidaten wurde. Oder wie phänomenal es damals war, als in der “100.000 Mark Show” plötzlich ein Megabetrag zu gewinnen war. Alte Nachrichten, Serien, Shows.

Auch wenn alles früher nicht besser war: Der Rückblick zeigte, dass sich aber auf jeden Fall auch ein Sender wie RTL sich früher mehr Mühe gegeben hat. Manchmal kam etwas Ramschiges bei raus, aber man hatte sich Gedanken gemacht, man hat sich was getraut, man wollte anders sein. Heute soll es vor allem billig sein – Shows verfolgen oft ein Schema F.
Vielleicht wollte man bei RTL wirklich nicht, dass die Zuschauer das alles vor Augen geführt bekommen.

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