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Die Carolin Kebekus Show / Pocher – Gefährlich ehrlich

Samstag, den 6. Juni 2020
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DO 04.06.2020 | 23.00 Uhr | Das Erste
DO 04.06.2020 | 23.10 Uhr | RTL

Rassismus. Der Polizist, der den dunkelhäutigen George Floyd in Minneapolis festgenommen hat und dann minutenlang ihm kniend die Kehle abschnürte, was zum Tod des Mannes führte. Die Unruhen. Der Hass. Die Demos.
In den Zeiten, wo nicht nur in den USA immer noch Rassismus herrscht, muss man Stellung nehmen. Das haben am Donnerstagabend Comedians auf vollkommen unterschiedliche Weise getan.

In der “Carolin Kebekus Show” im Ersten gab es eine Sonderausgabe vom “Brennpunkt” – mit einem Seitenhieb an den eigenen Sender, der bislang zwar reihenweise “ARD extra”-Sendungen zur Coronakrise ausstrahlte, aber keinen “Brennpunkt” zur besten Sendezeit. In einem Beitrag kamen reihenweise dunkelhäutige Menschen aus den Bereichen Kunst, Journalismus, Comedy, Sport und Politik zu Wort kamen. Sie erzählten, wie sie Rassismus erleben – regelmäßig, in Deutschland. Was ihnen widerfährt. Der Beitrag dauerte acht Minuten und 46 Sekunden – so lange dauerte es in Minneapolis, bis George Floyd gestorben war.

Die RTL-Comedyshow “Pocher – Gefährlich ehrlich” begann dagegen ganz ruhig. Oliver und Amira Pocher riefen zum Schweigen auf – auch acht Minuten und 46 Sekunden. Inne halten. Zuschauer konnten sich beteiligen, in dem sie per Mail oder per Nachricht auf Instagram ihren Namen hinterließen – etwa 400 Namen sind während der Aktion durchs Bild gelaufen.

Es sind Aktionen, die beide beeindruckend waren. Bei Carolin Kebekus sprachen die, die betroffen sind. Bei den Pochers schwiegen die, die keine Worte fanden für diese abscheuliche Gewalt.
Es ist gut, wenn auch in eigentlich lustigen Comedyshows ernste Töne angeschlagen werden.

-> Der Ausschnitt der “Carolin Kebekus Show” in der ARD-Mediathek (bis 4. Juni 2021)
-> “Pocher – Gefährlich ehrlich” bei TV Now

Hits: 216

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Pocher – Gefährlich ehrlich

Samstag, den 16. Mai 2020
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FR 15.05.2020 | 23.35 Uhr | RTL

Oliver Pocher gehört mittlerweile scheinbar ganz RTL. Er moderiert mehrere Shows, taucht immer mal wieder als Gast auf – und jetzt hat er innerhalb weniger Wochen eine neue Late-Night-Show aus dem Boden gestampft. Und für die Premiere von “Pocher – Gefährlich ehrlich” gab es sogar noch Schützenhilfe vom quotenstarken “Let’s Dance”.
Seine Sendung ist im Grunde eine Verlagerung ins Fernsehen dessen, was er seit Wochen auf Instagram veranstaltet. Er schaut sich an, was andere im Netz so treiben und tut dazu seine Gedanken kund. So soll offenbar auch seine neue Sendung funktionieren.

Zu Beginn meldet sich jedoch Günther Jauch mit einem vorgezogenen Jahresrückblick auf 2020. Er weist auf die Erfolge Pochers hin, lobt ihn über den Klee – um bald festzustellen, dass das ja alles doch ziemlich dicke sei und dass man da ja doch ziemlich viel von ihm verlange. Ein lustiger Einstieg.
Später startet Pocher ein Gewinnspiel, wenn seine Instagram-Seite zwei Millionen Fans erreicht, ein paar Tausend Likes fehlten ihm noch – aber im Nu waren die erreicht.
Es ging dann um die wirren Aussagen von Attila Hildmann und um einen Arzt, der das Coronavirus runterredet. Das war kein klassischer Stand-Up im Late-Night-Show-Stil, geht aber in die Richtung.
Pochers Frau Amira sitzt am Rand an einem Tisch und wird immer wieder von ihrem Mann angesprochen. An sich hat sie nicht sehr viel zu sagen, sie ist Stichwortgeber und Ansprechpartnerin – also der klassische Sidekick in der Late Night. Und in der Zeit ohne Studiopublikum umso wichtiger für den Moxerator.

“Rent a Pocher” gibt es auch wieder, sogar mit dem uralten ProSieben-Vorspann. Pocher half in einem Seniorenheim aus. In diesem Einspieler ist er in seinem Element.

“Pocher – Gefährlich ehrlich” ist wenig überraschend, aber durchaus kurzweilig gewesen. Die Mischung aus aktuellem Geschehen, Influencer-Schau und Rent-a-Pocher-Einspieler könnte funktionieren. Allerdings laufen die weiteren Folgen am eher quotenschwachen Donnerstagabend. Da müssen die Pochers dann alleine die Quoten bringen, die sie brauchen.

-> Die Sendung bei TV Now

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Deutschland sucht den Superstar: Das große Finale 2020

Montag, den 6. April 2020
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SA 04.04.2020 | 20.15 Uhr | RTL

Ramon Roselly ist Deutschlands 17. Superstar.
Na ja, die Sache mit dem “Superstar” ist ja nicht so einfach. Sicherlich hat Deutschland ein paar mehr Superstars, aber wenn es heißt “Deutschland sucht den Superstar”, dann wird am Ende eben auch einer gefunden. Wobei der Sieg in der Castingshow nicht heißen muss, dass wirklich ein Superstar gefunden ist.
Deutschlands 16. Superstar hieß 2019 Davin Herbrüggen. Er hielt sich mit seiner Singele genau eine Woche in den Charts, dann war’s das. Bis auf Krankenkassen-Reklame.

Bei Ramon Roselly könnte das anders sein. Der der junge Mann aus Zschernitz in Nordsachsen singt Schlager – und es ist nicht mal Schlager-Pop. Er hat sich die ganz alten Hits ausgesucht, singt so was wie “Rote Lippen soll man küssen” oder “Du hast ja Tränen in den Augen” oder “100 Jahre sind noch zu kurz”. Es sind die ganz alten, scheinbar unmodernen Songs, die er wieder vorkramt und die er in die heutige Zeit überträgt. Es sind Lieder, die irgendwie eine sympathische, gute Laune verbreiten, aber bei weitem nicht mit Mallorca-Schlager zu tun haben.
Damit besetzt er eine Nische, und damit könnte er abseits des DSDS-Rummels Erfolg haben – zumindest ist seine Chance alles andere als schlecht.
Dass sein Sieg nicht überraschend war, erkennt man daran, dass Dieter Bohlen mit “Eine Nacht” einen Song geschrieben hat, der zwar von allen vier Finalisten eingesungen worden ist, der aber für Ramon Roselly perfekt komponiert worden ist.

Damit endet eine denkwürdige DSDS-Staffel. Während in der ersten Live-Show wenigstens noch Freunde und Familien der Kandidaten im Studio jubeln durften, herrschte in den letzten drei Shows weitgehend Stille. Wegen des Coronavirus musste auch “Deutschland sucht den Superstar” ohne Publikum auskommen. Man behalf sich mit eingespieltem Applaus, und für die Zuschauer machte es letztlich nur wenig Unterschied. Für die Kandidaten war es jedoch schade, dass sie nie die Chance hatten, vor großem Publikum auftreten konnten, was ja der eigentliche Reiz der Live-Shows ist.

Denkwürdig war natürlich auch der Wechsel in der Jury für die Live-Shows. Nachdem sich Xavier Naidoo ins Aus geschossen hat, wurde er durch Florian Silbereisen ersetzt. Und der hat seine Sache erstaunlich gut gemacht – sehr viel besser als Xavier Naidoo. Silbereisen hat große Ahnung von Musik und Performance, und man merkte, dass seine Kritiken fundiert waren. Dass die Staffel recht schlagerlastig war, kam ihm wahrscheinlich auch zugute.

Jetzt wird es spannend, zu sehen, wie sich Ramon Roselly in der Schlagerwelt schlägt – wenn denn irgendwann die Coronavirus-Zeit zu Ende ist…

-> Die Sendung bei TV Now

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Die Quarantäne-WG – Willkommen Zuhause

Donnerstag, den 26. März 2020
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DI 24.03.2020 | 20.15 Uhr | RTL

Minimalismus zur besten Sendezeit. Hätte man vor zwei Monaten gesagt, dass RTL eine Sendung startet, die täglich zur Primetime läuft, wo aber nichts anderes passiert als drei bis vier Leute im Splitscreen, die von zu Hause aus ein bisschen rumlabern, dann hätte man sicherlich nur spöttisch gelacht.
Aber die Coronakrise und die Kontaktsperre machen es möglich.

Seit Montag melden sich Oliver Pocher, Thomas Gottschalk und Günther Jauch in “Die Quarantäne-WG” per Internet-Videoschalte. Jauch immer irgendwo aus einem Büro, die anderen beiden hocken zu Hause.
Eine Stunde lang reden sie ein bisschen. Über Pocher und seine Corona-Erkrankung oder was Jauch und Gottschalk über die Krise denken.

Die Sendung ist, ähnlich wie “Luke, allein zu Haus” in Sat.1, innerhalb von ein paar Tagen entstanden. Da war – auch bis Dienstag – leider keine Zeit, mal zu checken, ob denn auch alle eine gute Bild- und Tonqualität von zu Hause aus liefern können. Thomas Gottschalk kommt immer etwas verschwommen rüber, und auch Pochers klingt vermatscht. Nur Jauch in seinem Büro scheint perfekt ausgestattet zu sein.

Interessant ist, dass es scheinbar rund um diese Sendung nicht mal eine Redaktion gibt. Jedenfalls gibt es nicht mal die simpelsten Einspielfilme, man verlässt sich voll und ganz auf die drei Herren, die sich aber jeden Tag zwei Gäste zuschalten lassen. Ohne Netz und doppeltem Boden.
Wobei es schon schade, dass sich insbesondere Gottschalk und Jauch nicht wirklich was einfallen lassen, wenn man mal von der Gästeauswahl absieht. Aber Gottschalk erzählt, er habe heute nichts erlebt. Na toll. Das ist ja spannend.

Ja, okay, in der Coronavirus-Zeit, wo wir ja alle abends zu Hause rumsitzen, da ist es schon irgendwie nett, dass da auch die Promis mit uns rumsitzen. Das ist jetzt auch nicht komplett langweilig. Manchmal sogar ganz lustig. Aber letztlich ist eine Videokonferenz mit den Freunden, mitunter aufregender als das, was RTL da zur besten Sendezeit macht. Aber jede Krise hat ja auch mal ein Ende…

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 175

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Deutschland sucht den Superstar: Xavier Naidoo

Montag, den 16. März 2020
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SA 14.03.2020 | 20.15 Uhr | RTL

„Ich hab’ fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt, dann muss ich harte Worte wählen. Denn keiner darf meine Leute quälen.“

Xavier Naidoo ist gefeuert worden. Am Sonnabendabend saß er nicht mehr in der Jury von “Deutschland sucht den Superstar”. RTL hat ihn rausgeschmissen. Vorwurf: Rassismus.
Die Vorwürfe tauchten auf, nachdem ein Video von Xavier Naidoo nochmals öffentlich geworden ist, das aus dem September 2018 stammte. In dem Video rappte er:

“Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden. Und ihr steht seelenruhig nebendran, schaut euch das Schauspiel an, das euch alle beenden kann, weit und breit ist hier kein Mann der dieses Land noch retten kann. Hauptsache, es ist politisch korrekt, auch wenn ihr daran verreckt. Und noch mal, ich hab fast alle Menschen lieb. Aber was, wenn jeden Tag ein Mord geschieht? Bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt. (…) Lasst uns das beenden, und zwar nun…”

In einem weiteren Video, offenbar aus dem Herbst 2019, vergleicht er die Fridays-for-Future-Bewegung mit dem Satan. Wegen der Abkürzung FFF, und das F ist der sechste Buchstabe des Alphabets. FFF. 666. Satan.
„In dem Fall 666. Da weiß man auch wieder, wer dahintersteckt.“ Die biblische Zahl 666 steht in der Offenbarung des Johannes für den Antichristen.

Ist Xavier Naidoo nun ein Rassist? Ein verwirrter dazu?
Er selbst hat zum ersten Video ein Statement veröffentlicht. “Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander.”
Das klingt gut, aber wer war dann der Mann im Video? Xavier Naidoo, der sich gegen Ausgrenzung und Rassenhass einsetzt, verbreitet Ausgrenzung und Rassenhass.
Jeder Tag ein Mord? Alle Ausländer sind gefährlich? Wir müssen alle unsere Mädchen schützen? Auch wenn sich Naidoo, wie er sagt, gegen Rassismus einsetze – seine Wort sind genau das: rassisch. Er hasst.

Naidoo sagt auch, dass “gerade dieser Teil” – er meint die Gewalttäter wie in Hanau – alle anderen belaste, die dadurch in “Sippenhaft” genommen würden.
Aber ist es nicht Naidoo selbst, der alle anderen in Sippenhaft nimmt? Er ist es doch, der alle anderen belaste. Er verbreitet eine Hassbotschaft und lehnt doch Hassbotschaften ab. Was stimmt da nicht mit diesem Mann?
Ja, Xavier Naidoo war mal ein guter Künstler, er hatte viele Hits, ich liebte einiger seiner Songs. Aber hier verbreitet er Hassbotschaften, verkleidet in einen angeblich liebevollen Mantel. Er umgibt sich mit Pediga und Verschwörungstheoretikern.
Dass man bei RTL damit nichts zu tun haben will, kann da nicht verwundern. Jemanden in die Jury einer Unterhaltungsshow zu setzen, der im Internet Hetze verbreitet (dass er das nicht als Hetze sieht, ist unerheblich), ist für RTL nicht vereinbar. Darf es auch nicht vereinbar sein.

Auch wenn RTL alles richtig gemacht hat – am Sonnabend spielte sich in der ersten DSDS-Live-Show ein unwürdiges Schauspiel ab. Der neue Moderator Alexander Klaws fragte Jurychef Dieter Bohlen am Anfang, ob er zum Thema Xavier Naidoo was sagen wolle.
Dieter Bohlen meinte daraufhin, er habe sich noch kein genaues Urteil bilden können, Klaws solle doch in einer halben Stunde noch mal nachfragen. Das tat er eine gute Stunde später, aber Bohlen müsse immer noch nachdenken.
Ein peinliches Schauspiel.
Denn Dieter Bohlen ging es nicht darum, sich ein Urteil zu bilden – es ging ihm darum, die Spannung hochzuhalten. Und das ist angesichts des Ernstes der Lage nur unsinnig.
Schließlich hob er zu einer laberigen Rede an, in der er noch mal die Kandidaten und Klaws in den Himmel hob. Um dann doch noch was zu Naidoo zu sagen: “Wir machen hier eine Unterhaltungssendung.” Da gehe es um Unterhaltung und nicht um Hass oder Hetze. “Und deshalb steht die ganze Jury und mein ganzes Team hinter der Entscheidung von RTL und von UFA.” Mehr wolle er nicht sagen. Das sind, ähm, sagen wir mal relativ klare Worte. Blumig. Er hätte da ruhig eindeutiger werden können.

Die Show selbst fand wegen der Sicherheitsmaßnahmen rund um das Coronavirus fast ohne Publikum statt. Nur die Familien und Freunde der Teilnehmer waren im Saal. Allerdings, liebes RTL: Die standen alle in so dichten Pulks, da hätte man ihnen das Virus auch gleich impfen können.

Und leider ist es auch so, dass die sieben Kandidatinnen und Kandidaten erstaunlich langweilig sind. Da ist keine und keiner dabei, der/die irgendwie spannend, aufregend oder besonders sympathisch wären. Vielleicht tut sich da in den nächsten Wochen noch was, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass 2020 ein echter “Superstar” gefunden wird.

-> Die Sendung bei TV Now

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Let’s Dance: Fast ohne Zuschauer wegen Coronavirus

Samstag, den 14. März 2020
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FR 13.03.2020 | 20.15 Uhr | RTL

Nur Freunde und Familie.
Ganz ohne Publikum musste die RTL-Show “Let’s Dance” am Freitagabend dann doch nicht auskommen. Aber der größte Teil des Saales stand dann eben doch leer. Aber die wenigen Zuschauer, die noch dabei sein durften, sorgen auch schon für Stimmung.
Das Coronavirus und die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen dagegen sorgen auch bei den Fernsehsendern für Veränderung. Für Shows ohne Live-Publikum. Bei “extra 3” am Mittwoch im NDR waren gar keiner. Bei RTL am Freitag immerhin ein paar Leute.
Ein bisschen Atmosphäre braucht so eine Unterhaltungsshow dann eben doch.

Das haben auch die Macher der “heute show” im ZDF festgestellt. Auch das Studio der Satireshow war leer. Fast. Nur eine Handvoll Leute waren da – das Team nämlich. Die sorgten wenigstens stellenweise für (spärlichen) Applaus, was aber auch noch mal lustig war.

Im Studio von “Gute Nacht, Österreich!” am Donnerstagabend im ORF1 war auch Publikum – aber auch dort stark ausgedünnt. Viele Plätze blieben leer, dort durften nicht mehr als 100 Menschen im Studio sein.

Es wird spannend, wie die Fernsehmacher weiterhin Stimmung in ihre Sendungen bekommen. Denn klar ist auch: Wir werden diese Sendungen unbedingt brauchen. Der Mensch braucht Zerstreuung, gerade in der aktuell schwierigen Zeit. Da ist “Let’s Dance” das ziemlich gut gemachte Entertainment, das jetzt nötig ist.

-> Die Sendung bei TV Now

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Der Lehrer – Staffel 8

Sonntag, den 8. März 2020
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DO 05.03.2020 | 20.15 Uhr | RTL

“Der Lehrer” gehörte zu den richtig guten Serien bei RTL. So viele hat RTL davon ja nicht zu bieten. Aber die Mischung aus jugendlichen Problemen, aus gesellschaftlich relevanten Themen und den Geschichten von den Lehrern, allen voran Stefan, hat immer gut funktioniert.
In der 8. Staffel leider nicht mehr.

Die Serie leidet extrem unter dem Weggang gleich zweier Darsteller. Karin Noske (Jessica Ginkel) ist nicht mehr dabei, die Figur starb am Ende von Staffel 7, weil die Darstellerin nicht mehr wollte. Sie war immer der Gegenpol zu Stefan Vollmer, die beiden boten viel Stoff für lustige und spannende Geschichten. Erst hassten sie sich, dann neckten sie sich, dann liebten sie sich.
Auch Merlin Rose ist nicht mehr da, er spielte Jonas, den großen Sohn von Vollmer. Im Laufe von Staffel 8 verschwand auch er, ganz persönlich und auf etwas merkwürdige Weise. Das Spannende an der Figur war natürlich, wie er sich unter dem starken Vater positioniert – und er brachte ein bisschen die jugendliche Komponente unter.

Zwar deutete sich eine neue Beziehung beim Lehrer an, aber so richtig tut sich da nichts. Zumal diese Liebelei keinen Ruck auslöst.
Stattdessen gibt es in jeder Folge zwar ein Problem zu lösen, aber die private Geschichte ist leider vollkommen langweilig geworden.
“Der Lehrer” steckt in Staffel 8 in einer großen Krise. Der Zenit ist weit überschritten. Falls es eine 9. Staffel gibt, müssten sich die Autoren wirklich mehr einfallen lassen.

-> Die Sendung bei TV Now

Hits: 149