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Lego Master

Dienstag, den 20. November 2018
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SO 18.11.2018 | 19.05 Uhr | RTL

Alarm! Bei RTL ist der Notstand ausgerufen worden! Am Sonntagabend lief dort eine neue Show, und sie hatte – und jetzt bitte festhalten! – Niveau! und überhaupt war sie ganz anders als andere RTL-Shows.
Wir kennen das: Normalerweise kommt Oliver “Hallöchen” Geissen ins Studio, die Masse rastet aus, und dann läuft auch schon Platz 50. Oder die Masse rastet bei Dieter Bohlen aus, weil wieder jemand gecastet wird.

Bei “Lego Master” war alles anders. Also fast.
Kein Problem. Kein Casting. Keine Musik. Auch keine Promis. Keine Brüste. Gar nichts davon.
Stattdessen mussten mehrere Zweierteams aus Lego eine Brücke bauen. Aber nicht einfach irgendeine Brücke. Sie musste samt weiterer Figuren eine Geschichte erzählen. Eine Landschaft musste drumherum gebaut werden. Später erfuhren die “Bauarbeiter”, dass auch ein fast 4 Kilo schweres Spielauto drüber fahren muss.
Und die Sendung zeigte schlicht, wie gebaut wird und eine Jury das bewertet.

Es war keiner da, der applaudierte, keiner, der rumschrie. Alles war ruhig und konzentriert. Nur einer der üblichen Verdächtigen moderiere: Oliver Geissen. Nett, wie immer. Was man in dem Fall verschmerzen kann.

“Lego Master” ist ein erstaunlich unaufgeregtes Format. So unaufgeregt, dass man kaum glauben mag, dass es bei RTL am frühen Sonntagabend funktionieren kann. Denn eigentlich passiert gar nicht so viel, außer dass da eben Leute etwas aus Lego-Steinen bauen.
Nun ja. Irgendwann läuft auf dem Sendeplatz wieder “Schwiegertochter gesucht”, dann ist es mit der Unaufgeregtheit auch wieder vorbei.

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RTL-Nachtjournal: Keine Toten in New York

Donnerstag, den 18. Oktober 2018
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DI 16.10.2018 | 0.05 Uhr (Mi.) | RTL

Da sage noch einer, es gäbe keine guten Nachrichten mehr auf der Welt. Normalerweise berichten das Fernsehen ja meistens, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Am späten Dienstagabend im “RTL-Nachtjournal” was das aber anders.
In New York ist nämlich etwas Sensationelles passiert. Nach 25 Jahren gab es an einem Wochenende keinen Mord in der Stadt. Da werden bestimmt einige Sektkorken geknallt haben. Heißa, ausnahmsweise mal keiner umgebracht worden!

Eigentlich wäre das doch mal eine schöne Rubrik: Wo wieder mal etwas nicht passiert ist. Demnächst also im RTL-Nachtjournal: Wieder kein Unfall in Altlußheim. Wieder kein Bombenfund in Oranienburg. Schon wieder kein Mord in München. Schon eine Woche ist niemand in Köln am Bordstein gestolpert.
Endlich mal gute News!

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Der Nächste, bitte!

Mittwoch, den 17. Oktober 2018
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MO 15.10.2018 | 11.00 Uhr | RTL

Bei RTL ist ihnen scheinbar aufgefallen, dass ihr Tagesprogramm eigentlich nur noch aus schrottigen Dokusoaps besteht. Und dass das auf Dauer fürs Senderimage nicht ganz so dufte ist.
Mit “Der Nächste, bitte! will man nun ein bisschen Niveau ins Vormittagsprogramm bringen. Am Montag lief die erste Folge.

In der Reihe geht es um Ärzte und ihre Patienten. Um Krankheiten und um Tipps, wie man so loswird oder verhindert. Das ist für RTL-Verhältnisse ein erstaunlich pädagogischer Ansatz, und ob der honoriert wird, bleibt abzuwarten. Bei der Premiere waren bloß 390.000 Menschen dabei.

Gezeigt worden sind Fälle aus mehreren Arztpraxen. Da gab es die Landpraxis im reichen Bayern, die Arztpraxis in München und die Abnehmpraxis in Berlin-Charlottenburg.
Eine Frau will sich ein Magenband legen lassen, um Pfunde zu verlieren, und die OP kommt erstaunlich fix – ganz ohne Beratung. Die wäre vielleicht doch zu langweilig gewesen für RTL. Ein anderer Herr lässt sich seine Haut überprüfen.

“Der Nächste, bitte!” guckt sich so weg. Für ein Ratgebermagazin gibt es zu wenig Ratgeber oder nur extrem oberflächlich. Auch ist zumindest in Folge 1 die schwierige Ärztesituation kein Thema. Stattdessen sehen wir eine Ärztin, die im Wohlstand lebt, eine Landpraxis, in der es dufte läuft, und wo alle zufrieden und glücklich sind.
Stress? Volle Wartezimmer? Ärztemangel auf dem Land? Ausgereizte Budgets? Sind bislang kein Thema in der RTL-Reihe. Kommt ja vielleicht noch. Aber vielleicht wäre das dann doch zu lebensnah. Man möchte ja die Zuschauer nicht verschrecken.

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Werbung: Schau HD TV

Donnerstag, den 11. Oktober 2018
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SO 07.10.2018 | 2.44 Uhr (Mo.) | RTL

Hach, Fernsehen ist ja so toll. Und bei RTL sind sie ja immer so emotional. In einem Werbespot wird das HD-Fernsehen angepriesen – vor allem, weil die Leute extra dafür zahlen müssen, wenn sie RTL und Co. in HD sehen wollen.
Fußball, Formel 1 und Musikshows – solche Glücksmomente könne man nur in HD genießen.

Nun ja. Vielleicht meint RTL ja die Glücksmomente bei den “25 bizarrsten Alltagssituationen, in denen auch Sie morgen landen könnten”. Das kann man sich ja nur in total scharfem HD antun. Auch Chris Tall und seine Haha-Gags funktionieren nur in HD. Die “Exclusiv”-Klatschnews kann man auch nur ertragen, wenn sie wenigstens in HD gezeigt werden. Das Jugendgericht, Strafgericht und Familiengericht bei RTLplus gehen natürlich auch nur in HD.

Vielleicht könnte RTL ja zur Abwechslung mal besseres Fernsehen machen, dann müsste man nicht mehr so viel über Bild-, sondern könnte über die Programmqualität sprechen. Aber für die wenigen Shows, die man bei RTL noch ohne Brechreiz sehen kann, auch noch extra zahlen, um die Brechmittel noch schärfer sehen zu können?
Och nö.

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Der Deutsche Comedypreis 2018: Werbung

Mittwoch, den 10. Oktober 2018
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SO 07.10.2018 | 2.43 Uhr (Mo.) | RTL

Es gab mal eine Zeit, da wurde man wenigstens in der Nacht auf den Privatsendern von Reklame verschont. Dann kam die Epoche der Telefonsex-Spots, wo einem sieben Minuten eine Telefonnummer nach der anderen um die Ohren gehauen worden ist. Bei RTL ist diese Zeit vorbei. Allerdings ist keine wirklich Bessere eingetreten.

In der Nacht zu Montag wiederholte RTL den “Deutschen Comedypreis 2018”. Der bot in der Erstausstrahlung zur Primetime eine Fülle von Werbepausen, die auch in der Nacht-Wiederholung irgendwie bedient werden mussten.
Blöderweise immer wieder mit den immer selben Werbespots.

Eine Zahnklinik in Ungarn bietet billige Behandlungen an, auf einer Internetseite gibt es Klatsch und Tratsch, beim hauseigenen Streaminganbieter kann man “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” bis zum Erbrechen sehen, einen SMS-Chat hat RTL auch noch zu bieten, Werbung für RTL in HD, Reklame für den weiteren Streaminganbieter gibt es auch noch, gefolgt von einer Casino-Internetseite.
Gut 20 Minuten später dann der nächste Werbeblock. SMS-Chat, GZSZ-Streaming, Zahnklinik, HD, Klatschseite, Casino, noch mehr Streaming.
Weitere 20 Minuten später hatte der Werbeblock Folgendes zu bieten: Klatschseite, Streaming, HD, Casino, SMS-Chat, Zahnklinik, Casino, GZSZ-Streaming.

So zog sich das durch die halbe Nacht. Danach kann ich sagen: Trotz Reklameterrors werde ich trotzdem nicht nach Ungarn reisen, nicht im Casino zocken, nicht klatschen, nicht streamen, auf GZSZ verzichten und keine SMS verschicken.
Da können die ihre Spots noch so preiswert und im großen Paket für eine 254-fache Ausstrahlung verkaufen.

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RTL News

Dienstag, den 9. Oktober 2018
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SO 07.10.2018 | 1.08 Uhr (Mo.) | RTL

Armer Maik Meuser! Der Moderator der “RTL News” hat am späten Sonntagabend bis nach 1 Uhr ausharren müssen, bis die Nachrichtensendung begann – unangekündigt und mitten in der Werbepause der Wiederholung des Deutschen Comedypreises.
Er begrüßte die Zuschauer, raschelte ein bisschen mit seinen Blättern und kündigte einen Nachrichtenüberblick an.
Dann folgte besagter Nachrichtenüberblick, bestehend aus einer Abfolge von filmischen Kurzbeiträgen und der Wetterkarte.
Schließlich kam Maik Meuser wieder ins Bild, raschelte wieder mit seinen Blättern und verabschiedete sich.

Die Frage darf erlaubt sein: Was soll das? Wozu muss Maik Meuser im Studio sitzen, so tun, als würden auf seinen Blättern Nachrichten stehen, wenn er dann doch nur “Guten Tag” und “Auf Wiedersehen” sagen darf? Wozu brauchen die “RTL News” diese merkwürdige Umrahmung?
Diese Ansage – was anderes ist es ja nicht – ist dann sicherlich um 1.08 Uhr auch nicht live gewesen. Aber kann man sie sich dann nicht gleich ganz sparen und eben nur die Filmchen senden?

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Freundinnen – Jetzt erst recht

Dienstag, den 28. August 2018
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MO 27.08.2018 | 17.00 Uhr | RTL

Drei Freundinnen sitzen in einem Café und machen sich ganz große Sorgen. Denn die vierte Freundin ist gestern bei einer Schlagerparty von einem Typen abgeschleppt worden, und jetzt meldet sie sich nicht. Oh Schreck, und, ähm, oh wie spannend!

Viel mehr passiert in Folge 1 der neuen RTL-Dailysoap “Freundinnen – Jetzt erst recht” (FJER?) nicht. Soll auch gar nicht, denn man möchte die Zuschauer vermutlich um 17 Uhr zum Feierabend nicht mit Inhalten belasten.
Am Montagnachmittag hatte die vierte tägliche Serie bei RTL Premiere, und wir dürfen gespannt sein, wann wieder Schluss damit ist.

Vorher lief auf dem Sendeplatz die Dokusoap “Betrugsfälle”. Jetzt der Genrewechsel, den man den “Freundinnen” aber kaum ansieht. Denn auch diese Serie wirkt wie eine Dokusoap mit eher viertklassigen Schauspielern. Man kann zuschauen, aber eigentlich kann man es auch sein lassen. RTL ist das wurscht, und man gibt das sogar zu: “Im Gegensatz zu einer klassischen Daily sind die Zuschauer nicht gezwungen, jede Folge zu sehen, um der komplexen Handlung inhaltlich folgen zu können. Bei ‘Freundinnen’ muss niemand Angst haben, am nächsten Tag nicht wieder reinzukommen”, sagte Executive Producerin Christiane Ghosh im Interview mit DWDL.de. Heißt: Ob der Zuschauer nun jeden Tag einschaltet, ist egal. Im Grunde ist die ganze Serie egal, Hauptsache irgendjemand schaltet irgendwann aus purer Langeweile zufällig mal RTL an, um sich berieseln zu lassen.

Für Serienschöpfer ist das nichts anderes als eine Bankrotterklärung. Man hat also keine Lust, wirkliche Spannungsbögen aufzubauen. Und das merkt man “Freundinnen” an. Ob man Teil 1 nun gesehen hat oder nicht, ist herzlich egal. Aber ob Menschen herzlich egale Serien ein zweites Mal einschalten?