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Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!

Montag, den 24. Januar 2022
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SO 23.01.2022 | 22.15 Uhr | RTL

Wieder ein Stück Januar-Normalität im Corona-Wahnsinn: Das Dschungelcamp ist zurück. Am Freitagabend startete bei RTL Staffel 15 von “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!”
Und dennoch ist vieles anders.

Südafrika statt Australien. Die neue Location war nötig, weil die Einreise nach Australien nicht ohne Weiteres möglich war. Aber die Atmosphäre ist nicht dieselbe, auch wenn es das Camp ist, in dem die Australier normalerweise ihre Show produzieren. So ist es in Südafrika frühe Nacht, wenn die Show live in Deutschland beginnt. Es ist dunkel draußen, vom Dschungel ist nichts zu sehen.
Dass etwas anders ist, merkt man vor allem bei den Dschungelprüfungen, bei denen man das Gefühl hat, man sei gar nicht im Dschungel, sondern in einer relativ trockenen Gegend mit ein paar Bäumen und Sträuchern. Die Prüfung am Sonntagabend fand in einem extra Häuschen statt – das bringt zwar mal ein bisschen was Neues und Abwechslung, andererseits wirkt es seltsam öde.

Eine Kandidatin (Namen vergessen und wurscht) schied schon vorher aus, sie hatte scheinbar keinen Impfnachweis – oder keinen, der echt war. Lucas Cordalis bekam vor Ort Corona, ist in Quarantäne und darf nun auch nicht später ins Camp ziehen.

Immerhin Sonja und Daniel sind dieselben geblieben, machen ihre Witzchen und bleiben immer locker. Was man von den Kandidaten zu erwarten hat, muss man erst noch sehen. Leute wie Manuel Flickinger oder Tina Ruland sind bislang enttäuschend blass – und Tina Ruland hat nun auch noch erfahren, dass ihre beste Freundin gestorben ist, was vermutlich Montag thematisiert wird. Filip Pavlović ist ein großer Sympathieträger. Harald Glööckler zeigt seine sensible und zerbrechliche Seite. Dann gibt es noch Linda, Janina und Tara, die man von irgendwoher kennen soll, die sich ein bisschen ankeifen, was aber auch ein bisschen egal ist.
Damit es noch aufregender wird, muss das Ganze noch ein bisschen mehr an Fahrt aufnehmen.

-> Die Sendung bei RTL+

Hits: 66

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Deutschland sucht den Superstar

Sonntag, den 23. Januar 2022
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SA 22.01.2022 | 20.15 Uhr | RTL

Nach dem eher unschönen Aus für Dieter Bohlen bei RTL und dem spektakulären Neustart-Flop für “Das Supertalent” im Herbst 2021 blickt man bei RTL sicherlich sehr nervös auf den nächsten Casting-Neustart. Am Sonnabend war der Auftakt für die inzwischen schon 19. Staffel von “Deutschland sucht den Superstar”. Statt Bohlen nun Silbereisen.

Es ist ein echtes Wagnis, das RTL und auch Florian Silbereisen selbst eingehen. RTL hat Bohlen unsanft gefeuert, der hatte dann nicht mal mehr Lust auf einen richtigen Abschied. Und wenn wenn die Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren nicht mehr berauschend waren – Bohlen war DSDS. Stattdessen kehrt Florian Silbereisen in die Jury zurück, nachdem er schon aushilfsweise dabei war, nun aber als Zugpferd. Für ihn ein Wagnis, weil er damit zum ersten Mal ins “jüngere” Fernsehen vorstößt. Zwar ist es ihm gelungen, seine Schlagershows und auch “Das Traumschiff” durchaus zu verjüngen, aber es schauen dort weiter vor allem die Älteren zu. Nun also DSDS.

Und das kann man schon mal sagen: Wenn diese Show nun ein Flop werden sollte, liegt es nicht an der Show selbst, schon gar nicht an Florian Silbereisen. Denn der war eigentlich die größte Überraschung, zeigte sich lockerer und lässiger als in den Schlagershows, er zeigte Wissen und Gespür in Sachen Gesang und Auftritt, sagte auch, wenn es mies war. Und die ganz harten Ausfälle werden offenbar gar nicht mehr zur Jury vorgelassen, denn selbst die, die nicht gut singen können, waren nun allermeistens auch nicht so schlecht, dass es peinlich wurde.
Neben Silbereisen die niederländische Sängerin Ilse DeLange und Produzent Tony Gad, die sich auch erfreulich gut präsentierten – nur wenn es darum geht, dass ihnen jemand nicht gefällt, sollte schon mehr kommen als “Hat mir nicht gefallen.”

Ebenfalls gut: Der größte Teil der Auftaktfolge kam aus Wernigerode. Auf dem Marktplatz stellte man ein gläsernes Studio auf – was sicherlich auch mit Corona zu tun hat, dass sich nicht so viele Menschen in irgendwelchen Studios aufhalten. Zudem wirkte der Hintergrund mit den dort stehenden Menschen lebendig, und die Gecasteten konnten sich gleich von der Menge feiern lassen.
Eigentlich kann man in diesem Fall RTL nur wünschen, dass sich DSDS hält und die Zuschauer am Ball bleiben.

-> Die Sendung bei RTL+

Hits: 68

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stern TV

Mittwoch, den 19. Januar 2022
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SO 16.01.2022 | 22.15 Uhr | RTL

Wenn die Redaktion eines Magazins während der laufenden Sendung ausdrücklich darauf hinweist, dass sie mit dem, was da gerade zu sehen ist, absolut nichts zu tun hat, dann ist was im Busch.

Am späten Sonntagabend meldete sich “stern TV” mit einer neuen Ausgabe. Der Mix aus Gesprächen, Beiträgen und anderen Elementen ist nun seit 32 Jahren bekannt und eingespielt. Und doch war am Sonntag etwas anders. Also, eigentlich war ganz schön viel anders.

Denn nicht die Firma i&u produzierte diese Ausgabe, sondern RTL selbst. Was also was dieses Magazin? Ein “Stern TV”-Klon? Nicht Steffen Hallaschka moderierte die Sendung (und kündigte sie bei seiner Verabschiedung am Mittwoch davor) auch nicht an, sondern RTL-Politikchef Nikolaus Blome und Klatsch-Moderatorin Frauke Ludowig führten durch die Sendung. Neben der Bühne spielte eine Band den “stern TV”-Song, auch wenn diese Musik eher wenig für Live-Bands geeignet ist. Im Studio stand ein absolut überdimensionierter Tisch, so riesig, dass die liebevoll drapierten “stern”-Hefte darauf gar nicht aufgefallen sind.

Dass sich die eigentliche Redaktion, die für “stern TV” am Mittwoch zuständig ist, von der Live-Sendung umgehend distanzierte, war kein Wunder. Denn in zwei Stunden hat RTL so ziemlich alles in die Tonne gedrückt, wofür das Magazin eigentlich steht. Absolut fahrlässig hat man hier mit dem Image einer Institution gespielt.
Und das Erstaunliche: Der RTL-Politikchef Nikolaus Blome erwies sich als Totalausfall, das kennt man eigentlich anders von ihm. Dass Klatschtante Ludowig eigentlich in so einem Format nichts zu suchen hat, erklärt sich eigentlich von selbst und zeigte sich auch in den zwei Stunden.

So ging es um die Diskussion um die Impfpflicht. Zu Gast im Studio war u.a. ein Sohn mit seiner Mutter. Sie ist verzweifelt, weil er sich nicht impfen lässt. So richtige Begründungen dafür hatte er auch nicht, eher so Gefühle. Aber statt irgendwen im Studio zu haben, der mit Fakten rüberkommt, saßen da Tanzjuror Joachim Llambi und Schauspielerin Elena Uhlig. Die beiden saßen die vollen zwei Stunden da rum – warum weiß keiner so genau. Uhlig war dauerempört und Llambi hatte auch immer irgendwas zu sagen. Und Nikolaus Blome fragte den jungen Mann, warum er denn nicht mal seiner Mutter diesen Gefallen machen wolle. Oh Gott.

Später kam noch der eigentlich schon längts eingemottete “Heiße Stuhl” wieder zum Einsatz. Das war in den 90ern die Sendung, wo sich jemand auf den Stuhl setzte, eine (provokante) These hatte, und alle anderen stürzten sich auf ihn. Zwar erinnerte “stern TV” an die Sendung mit Ausschnitten, Nikolaus Blome scheint aber abgelenkt gewesen zu sein, denn das Prinzip des “Heißen Stuhls” hat er scheinbar nicht verstanden.
Auf dem Stuhl saß der Querdenker Markus Fuchs, der so ziemlich faktenfrei über Corona und die Impfungen schwadronierte. Moderator Blome versuchte ihn irgendwie umzustimmen, in der er davon sprach, dass ja die Mehrheit für die Maßnahmen und die Impfungen sei, und da könne man ja mal aufhören zu demonstrieren.
Nikolaus Blome hat das scheinbar nicht genau mitbekommen, aber er war der Moderator, und eigentlich sollten die Gäste gegen Querdenker-Fuchs argumentieren. Aber auch hier hatte leider niemand Fakten an der Hand, und es gibt diese Fakten gegen die Querdenker-Schwurbeleien ja zu Genüge. Aber Blome kommentierte die ganze Zeit hilflos das Gefasel seines Gastes, was aber eigentlich nicht seine Aufgabe, und die anderen waren inhaltsfrei empört.
Diese Diskussion ist nichts anderes als Balsam für die Querdenker-Seelen, die schon lange nichts mehr vom deutschen Journalismus halten. Und in diesem Fall war das auch ein journalistischer Totalausfall. Dagegen war der “Heiße Stuhl” mit seinen echten Diskursen hohe Gesprächskunst.

Im Grunde genommen drehte sich die ganze Sendung darum, wie schlimm die Meinungen der anderen und wie gut doch die Leute – und vor allem Blome und Ludowig selbst sind. Und selbst wenn man den Standpunkt der Querdenker so was von gar nicht unterstützt – der Umgang damit in dieser Magazin-Katastrophe war schlicht und einfach unterirdisch. #
RTL muss aufpassen, dass dieser Schrott nicht auf die echte “stern TV” zurückfällt.

-> Die Sendung bei RTL+

Hits: 99

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Das war 2021!

Freitag, den 31. Dezember 2021
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So ruhig hat ein Jahr noch nie begonnen – selbst vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Das ZDF sendet seine große Silvesterparty ohne Publikum vor Ort. Es muss zu Hause bleiben.
Es beginnt das Corona-Jahr 2.

Corona wird die Menschen und die Medien auch 2021 durchgehend beschäftigen – nur im Sommer gibt es eine kleine Verschnaufpause. Die eigentlich eher ein Wegignorieren ist.
Das Programm ist geprägt von Sondersendungen, vom “ARD extra”, “ZDF spezial”, und auch die Privaten sind dazu übergangen, wieder aktuellen Nachrichten einen höheren Stellenwert zu geben.
Die großen Shows müssen lange ohne Publikum auskommen. Die “Fastnacht in Franken” im BR ist zu einer leise-lahmen Veranstaltung geworden, der Karneval fällt gleich ganz aus. In der “heute show” lacht keiner mehr. Die großen Silbereisen-Shows werden zu Studio-Produktionen, bei denen die Gäste selbst für Stimmung sorgen müssen. Das Dschungelcamp in Australien wird abgesagt, stattdessen ziehen die Stars in ein Tinyhouse in Hürth. Erst später kehrt Publikum zurück, und auch der Eurovision Song Contest kann stattfinden – und wird zu einer großen Wiedersehensparty. Auch wenn Australien zu Hause bleiben muss und Island in Rotterdam in Quarantäne ist – und auch der Vorjahressieger wegen Corona ausfällt.
Laufende Programme werden unterbrochen, um die Pressekonferenzen mit Merkel zur Corona-Lage zu übertragen – nur wenn die Beratungen bis nachts um 2.35 Uhr hinziehen, verzichten die Sender, bis auf tagesschau24.

Corona zerrt an den Nerven – bei allen Leuten. Kritiker der Coronamaßnahmen und überhaupt der Politik der Regierung und der Gesellschaft, die ihr folgt, werfen auch den Medien Einseitigkeit vor. Vom Regierungsfernsehen ist die Rede, von Staatsmedien – ein schwieriger Vorwurf, wenn davon die Rede ist, man werde die Journalisten aus den Medienhäusern jagen, wenn man erst mal, nun ja, an der Macht sei. Was immer das auch heißt. Aber es klingt nicht gut. Bei Demonstrationen werden Journalisten zunehmend angegriffen.

Nicht nur in Deutschland. Auch in den USA. Als im Capitol in Washington die Wahlniederlage von Donald Trump endgültig besiegelt werden soll, stürmen Trumps Anhänger das Gebäude. Und auch dort gehen sie auf Journalisten los. Prügeln und zerstören Technik. Es trifft auch ein Team des ZDF.

Den Hatern in Deutschland passt die Youtube-Kampagne “#allesdichtmachen” gut ins Anti-Corona-Stimmungsmache-Konzept. Mehr als 50 mehr oder viel weniger bekannte Schauspielende sprechen in den Clips über Corona und die Folgen. Ricky Müller atmet in eine Tüte, weil ausatmen gefährlich sei. Jan-Josef Liefers findet, dass man in den Medien nicht so richtig informiert worden sei. Unterschiedliche Meinungen zum Coronavirus und zu dessen Eindämmung würden nicht gehört. Diskussionen fänden nicht statt. Oder erst seit Neuestem wieder. Es heißt, das sei Satire. Weil man Liefers ansonsten ja fragen müsste, wo er in den Monaten davor gelebt habe. Später sagt er in einer Talkshow, er habe alle Zeitungen abbestellt. Einer der Urheber ist der Schauspieler Volker Bruch, dem Verbindungen zu den Querdenkern und zur Partei Die Basis nachgesagt werden.

Auch Michael Wendler dreht in der Coronakrise ab. Von den USA aus hetzt er gegen die Coronamaßnahmen, leugnet das Virus und spricht von einem KZ Deutschland. Laut Wendler: Krisenzentrum. Schon klar. RTL sendet trotzdem die erste Folge der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”, wo der Wendler in der Jury sitzt. Als der ehemalige Schlagerstar weitere Hetze absetzt, schreitet RTL ein – und schneidet das Jurymitglied aus der Sendung. Zunächst sehen die Zuschauer eine abenteuerlich bearbeitete Sendung, in der Wendler überblendet wird, später fehlt er ganz.

Das mag man kaum glauben, aber RTL will seriös werden. Und da passt Dieter Bohlen leider nicht mehr ins Konzept. In den beiden Live-Shows von “DSDS” fehlt nun schon das zweite Jurymitglied. DAS Jurymitglied. Nachdem RTL Bohlen gefeuert hat, meldet der sich krank. Thomas Gottschalk springt ein. Am Ende gewinnt… also, keine Ahnung, wer gewonnen hat. War am Ende auch nicht mehr wichtig. Auch beim “Supertalent” wird Bohlen rausgeschmissen, und RTL bekommt im Herbst dafür die bittere Quittung. Die Show versinkt im Quoten-Nirvana.
Zum neuen RTL gehören mehr Nachrichten. Auch am Nachmittag gibt es nun “RTL aktuell”, im Spätprogramm taucht Jan Hofer wieder auf – mit “RTL direkt”. Vor allem die älteren Zuschauer will RTL wieder erreichen. Was nur sehr schwer gelingt.

Und was ist mit dem Trashfernsehen? Auch da will die RTL-Gruppe seriöser und braver werden. Als sich in der Datingshow “Princess Charming” bei VOX zwei Frauen prügeln, bekommen wir das nicht zu sehen, stattdessen nur einen Hinweis darauf, dass da was passiert sei und beide Damen gehen mussten. Das hätte es bei meinem RTL früher nie gegeben, da hätte man draufgehalten.
Bei Sat.1 ist man da nicht so zimperlich. Bei den “Promis unter Palmen” haben sie wieder alle Krawallschachteln eingeladen, die Trash-Deutschland zu bieten hat. Es gibt ordentlich Zoff, die Kameras halten drauf, auch bei schlimmsten homophoben Entgleisungen. Nur einer schreitet ein: Willi Herren. Sat.1 bekommt trotzdem und zurecht einen Shitstorm, die nächste Folge läuft stark gekürzt – und dann ist nach Folge 2 Schluss. Nach der Nachricht lässt Sat.1 die Ausstrahlung ruhen: Willi Herren ist tot.

In Trauer sind sich Sat.1 und RTL einig: In beiden Frühstücksfernsehsendungen trauern die Teams um Jan Hahn. Er erliegt einem Krebsleiden. Als die Meldung bekannt wird, fließen bei der RTL-“Exclusiv”-Moderatorin am Ende die Tränen, und “RTL aktuell” endet mit einer stummen Trauertafel.
An seinem 100. Geburtstag kündigt die “TV Spielfilm” einen alten DDR-Film mit dem Schauspieler Herbert Köfer an – mit dem Hinweis, dass er heute 100 geworden wäre. Dabei IST er 100 geworden. Aber leider nicht älter – Herbert Köfer stirbt wenige Monate danach.
Mit ihm verlassen 2021 weitere Schauspielende die Bühne: der Komiker Mirco Nontschew, Jean-Paul Belmondo, Heide Keller, Aschenbrödel Libuše Šafránková, “Golden Girl” Betty White, der Lindenstraße-Grieche Kostas Papanastasiou, Arved Birnbaum, “Love Boat”-Käptn Gavin MacLeod, Lindenstraße-Doktor Ludwig Haas, Thomas Fritsch und Christopher Plummer. Die Musiker Françoise Cactus, Volker Lechtenbrink, Baccara-Sängerin Maria Mendiola, Steve Bronski, Ted Herold, Charlie Watts, John Miles, Milva, Mikis Theodorakis, DMX, Barby Kelly, Bill Ramsey, Komponist Siegfried Matthus und Nick Kamen. Die Journalisten und Moderatoren Alfred Biolek, Larry King, Bettina Gaus, Gerd Ruge, Wolf-Dieter Poschmann, Christopher Plass, Hans-Eckart Eckhardt und Jürgen Engert. Peter R. de Vries wird in den Niederlanden ermordet. Die Sportler Horst Eckel und Gerd Müller. Der Youtuber Philipp Mickenbecker. Die Politiker Kurt Biedenkopf, Donald Rumsfeld und Colin Powell. Prinz Philip. Die Zirkusleute Gerd Siemoneit-Barum und Siegfried Fischbacher, der Nobelpreisträger Desmond Tutu. Die Autoren Noah Gordon und Uta Ranke-Heinemann. Comiczeichner Martin Perscheid und Kabarettist Ludger Stratmann.

Sie verkünden ihren Abschied: Petra Gerster verlässt “heute”, Claus Kleber das “heute-journal”. Nach fast 30 Jahren verabschiedet sich Claus-Erich Boetzkes von den Nachmittagsausgaben der “Tagesschau”. Der rbb streicht sein Vorabendmagazin “zibb”. Aus Geldgründen. Und wegen schlechter Quoten. Außerdem streicht der rbb ausgerechnet die “Abendshow” – ein sehenswertes Satireformat. Nun läuft dort das “Riverboat”. Beim rbb findet man das vermutlich innovativ. Antenne Mecklenburg-Vorpommern gibt es nicht mehr – auf den Frequenzen im Norden dudelt jetzt 80s80s. Und einige Hörer fragen sich vielleicht, wie man das ausspricht. Emotional ist die Übertragung des Großen Zapfenstreiches für Angela Merkel, die sich vom Orchester “Du hast den Farbfilm vergessen” spielen lässt – über zehn Millionen Menschen schauen zu.

2021 wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Eigentlich haben sich die Grünen schon als Wahlsieger gesehen – aber Annalena Baerbock fliegt ihr schnell zusammengeschustertes Buch um die Ohren. Unter anderem. Die Medien sind unerbittlich. Dann wähnt sich die CDU vorn – aber Armin Laschet fliegt sein Gelächter während einer ernsten Rede von Bundespräsident Steinmeier im Hochwassergebiet um die Ohren. Und ein Kinderinterview bei Joko und Klaas, bei dem Laschet gegenüber den Kindern ziemlich patzig wird.
Diesmal gibt es nicht nur ein Duell. Sondern ein Triell. Äh, drei Trielle. Bei RTL, bei ARD und ZDF und bei ProSiebenSat.1. Wobei das Triell bei ARD und ZDF in Wirklichkeit das Duell der beiden Moderatoren Oliver Köhr und Maybrit Illner ist – die zusammen so gar nicht können und sich ständig gegenseitig ins Wort fallen. Und dissen.

Apropos Hochwasser: Als die Flut über das Ahrtal reinbricht, sendet der WDR – nichts. Also nicht nichts, aber auch keine Sondersendungen. Weil es nachts eben keine Sondersendungen gibt. Auch nicht im Radio. Als in NRW die Katastrophe geschieht, lässt der WDR seine Leute allein. Und der SWR macht es kaum besser. Die reichlichen Sondersendungen beginnen erst am Tag danach.

Bei der Bild sind sie stundenlang auf Sendung – Bild macht nämlich jetzt auch Fernsehen. Genau genommen gibt es die gestreamten Sondersendungen schon sehr lange, aber im August startet die Fernsehversion von Bild auch offiziell. Oft mit dabei: Julian Reichelt, der Chefredakteur. Bis zu seinem Aus. Reichelt steht schon mal im Rampenlicht. Sein Umgang mit Mitarbeiterinnen wird angeprangert, bleibt aber folgenlos. Zunächst. Dann aber gibt es Recherchen von Journalisten der Ippen-Gruppe. Die werden aber zunächst nicht veröffentlicht, Verleger Dirk Ippen will Springer nicht an den Karren fahren. Er lässt die Story zurückziehen. Sie erscheint dann im Spiegel. Aber auch die New York Times berichtet über Springer und Reichelt. Er muss seinen Platz räumen. Und bei Bild im Fernsehen wird geschluchzt.

Gibt es denn über 2021 gar nichts Gutes zu sagen? Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt überraschen die Zuschauer mit einer siebenstündigen Doku über den Klinikalltag einer jungen Krankenschwester. Hautnah erleben wir alles aus ihrer Perspektive mit. Joko unterhält die Leute zudem mit “Wer stiehlt mir die Show”. Eine extrem unterhaltsame Sendung, und am Ende kann jemand aus dem Panel Joko beim nächsten Mal die Showleitung abnehmen. Das gelingt zum Beispiel Thomas Gottschalk, Bastian Pastewka und Elyas M’Barek, die was ganz Eigenes draus machen.
Kurt Krömer überrascht in seiner rbb-Talkreihe “Chez Krömer” Gast Torsten Sträter mit dem Geständnis, dass er mit Depressionen in der Klinik gewesen sei. Ein ernstes, rührendes Gespräch entwickelt sich.
2021 steht auch für Retro: “Wetten, dass…?” ist zurück, und 14 Millionen schauen zu. “Geh aufs Ganze” auf Sat.1 mit Jörg Draeger und dem Zonk ist wieder da. Ebenso “TV total” auf ProSieben – nicht mit Stefan Raab, dafür mit Sebastian Pufpaff. Und ABBA bringt ein neues Album raus. Thank you for the Music. Aber wäre doch nicht nötig gewesen.
Ganz offenbar immer noch nötig: sich zu positionieren. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung outen sich 185 Schauspieler*innen als schwul, lesbisch, bisexuell, queer, nicht-binär und trans. Hashtag: #actout. Erstmals wird über Diskriminierung von queeren Menschen in bestimmten Berufen diskutiert.

Und sonst so? Bei ProSieben lernen Thilo Mischke und Katrin Bauerfeind, dass man Politikern in der eigenen Talkshow am Ende nicht beklatscht. Die ARD freut sich über die erste schwule Serie und versendet “All you need” vor Freude im Spätprogramm bei one. Bei “RTL aktuell” gehen die Lichter aus. Also, nur einmalig. Vermutlich. Netflix schafft mit “Squid Game” den Hype über die Streaminggrenzen hinaus. Die Russen starten ihren Propagandasender RT DE und bekommen schnell Gegenwind. Bei ORF1 geht ein beschwipster Nachrichtenmoderator auf Sendung – und wird danach beurlaubt. Die ZDF-Serie “Kommissarin Heller” endet überraschend: Frau Heller wird vom Blitz getroffen.
Und die bitterste Erkenntnis des Jahres: Evelyn Burdecki ist schlauer als ich. Und Anne Will und alle anderen Medienheinis merken sich endlich mal: Reiner Haseloff. Haseloff. Haseloff! David Hasselhoff macht keine Politik. Noch nicht. Man weiß ja nie, heutzutage.

Hits: 238

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Sisi

Mittwoch, den 29. Dezember 2021
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DI 28.12.2021 | 20.15 Uhr | RTL

Nur Romy Schneider kann Sissi sein! Sissi ist Romy Schneider!
Viele Menschen denken so, wenn sie an die alten Sissi-Filme denken.
Doch es wird Zeit, umzudenken. Denn RTL hat Sissi nicht nur ein s geklaut, sondern die Geschichte um Kaiser Franz von Österreich und seine Gemahlin Elisabeth vollkommen neu erzählt.
Herausgekommen ist die sechsteilige Serie “Sisi”, die am Dienstag bei RTL gestartet und beim Streamingdienst RTL+ schon komplett zu sehen ist.

RTL setzt gegen das zuckrig-süße Sissi-Image gewissermaßen das wahre Leben gegenüber. Was nicht heißt, dass die Handlung der Serie komplett geschichtlich belegt ist. Die neue Sisi-Serie aber ist rauer und härter, auch spannender. Leider ist es allerdings auch so, dass Folge 1 am schwächsten ist, was einer Serie in der Regel nicht gut tut – aber die Spannung nimmt zu, zumal Franz und Sisi ganz schön was durchmachen müssen.

Eigentlich soll Sisis Schwester Helene den Kaiser zum Mann nehmen, doch der verliebt sich in die freche Elisabeth. Die beiden heiraten – aber hier beschäftigt sich die Serie mit einem pikanten Thema: Denn Sex ist für Franz nicht mehr als der Vollzug der Ehe, ein Akt, der sein muss, und der auch schmerzhaft ist. Doch Sisi zeigt ihm, dass Liebe zum Sex gehört, Zärtlichkeiten. Am Ende sind das geradezu rührende Momente, wenn Sisi ihrem Franz zeigt, wie es zu laufen hat. Später müssen sie sich mehrfach als Paar beweisen.

Jannik Schümann ist Kaiser Franz, Dominique Devenport ist Sisi, und die beiden funktionieren als Paar sehr gut. Fans der Sissi-Filme sollten die alten Filme allerdings dringend ausblenden, um sich darauf einzulassen. Für RTL+ ist “Sisi” jedenfalls jetzt schon ein Erfolg, da lässt Staffel 2 sicher nicht auf sich warten.

-> Die Serie bei RTL+

Hits: 125

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Der Rebell – Von Leimen nach Wimbledon

Montag, den 20. Dezember 2021
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DO 16.12.2021 | 20.15 Uhr | RTL

Wenn der ganz junge Boris Becker auf dem Tennisplatz verloren hat, dann konnte er so richtig ausflippen. So sehr, dass es seinem Vater peinlich war. Irgendwann schnappte er ihn sich und machte ihm klar: Wenn er so weiter macht, dann wird das nichts mit einer Karriere als Tennisspieler. Dazu gehöre auch eine gewisse Beherrschung.
Dass aus diesem Boris Becker dann tatsächlich was geworden ist, das ist bekannt.

Der Film “Der Rebell – Von Leimen nach Wimbledon”, der am Donnerstagabend bei RTL zu sehen war, erzählte die Geschichte von Beckers Karrierebeginn.
Denn früh war klar, Boris hat einen großen Siegeswillen. Doch seine Wutausbrüche muss er in den Griff bekommen. Trainer Günther Bosch erkennt, was für ein Talent in dem jungen Mann steckt und beginnt, sich ihm anzunehmen. Der Deutsche Tennisbund will ihn allerdings nicht fördern – also will es Bosch allein versuchen. Hinzu kommt der Manager Ion Tiriac, der aber vor allem Kohle machen will.

Mit Bruno Alexander hat ein echtes Schauspieltalent die Rolle von Boris Becker übernommen. Er kopiert ihn nicht offensichtlich, aber er scheint Becker sehr gut studiert zu haben, denn man erkennt durchaus Gesten und Bewegungen, die man von Boris Becker kennt. Zudem ist es erstaunlich gut gelungen, die Tennisszenen einigermaßen glaubhaft in Szene zu setzen. Sehr dosiert gibt es hin und wieder Originalszenen, in denen man Becker, Bosch und Tiriac sieht.
Zu sehen, wie sich Becker 1985 in Wimbledon zum Sieg kämpft, wie er mit dem plötzlich Ruhm klarkommen muss und wie er nach seinem zweiten Wimbledon-Sieg 1986 zum Schnösel abdriftet, ist extrem spannend.

Ob sich das alles im Detail so abgespielt hat, wissen natürlich nur die Beteiligten. Boris Becker wollte sich an diesem Projekt nicht beteiligen – obwohl der Film ihm sicher nicht schadet. Das könnte erst passieren, wenn man die Becker-Story weiter erzählen würde…

-> Der Film bei RTL+

Hits: 140

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Breitscheidplatz – Die Geschichte hinter dem Attentat

Samstag, den 18. Dezember 2021
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MI 15.12.2021 | 0.30 Uhr (Do.) | RTL

Der Ersthelfer, der mit einer ganzen Gruppe auf dem Weihnachtsmarkt war. Es fühlte sich dann wie ein Erdbeben an. Und Menschen kamen ihnen plötzlich entgegen.
Da war das Paar, das mehr oder weniger zufällig am Weihnachtsmarkt ankam, als es geschah.
Und dann waren da die Pathologen, die zum Weihnachtsmarkt aufbrechen mussten. Und zwischendurch noch mal stoppten, um schnell noch zu rauchen, weil sie ahnten, was auf sie zukommen sollte.

19. Dezember 2016. Berlin-Charlottenburg, Breitscheidplatz. Um ziemlich genau 20 Uhr lenkt ein Attentäter seinen Lkw von der Hardenbergstraße kommend in den Weihnachtsmarkt. Rast über das Gelände, reißt Buden ein, überfährt Menschen.
Es gibt viele Tote, noch mehr Verletzte.
Das ist nun schon fünf Jahre her.

Warum RTL die sehr sehenswerte Doku “Breitscheidplatz – Die Geschichte hinter dem Attentat” im Nachtprogramm versteckte, ist unklar und schade. Sie lief in der Nacht zum Donnerstag, hatte aber schon vorher bei RTL+ Premiere.

Zu Wort kommen Menschen, die diesen schrecklichen Abend an der Gedächtniskirche miterlebt haben. Sie erzählen auch, wie es ihnen heute damit geht. Einer der Helfer sagte, er könne seitdem nicht mehr auf einen Weihnachtsmarkt gehen. Ein wahres Trauma.
An die vielen Toten erinnert heute auf dem Gelände des Marktes vor der Gedächtniskirche ein Riss auf dem Boden, ein Mahnmal an diese Katastrophe.

-> Die Sendung bei RTL+

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