KeineWochenShow

#153 – Prädikat: Ignoriert vom mdr

Sonntag, den 8. Dezember 2019
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Uwe Steimle ätzt über den mdr, aber für uns ist ja alles noch viel schlimmer! Und hat der mdr noch nicht mal gefragt, ob wir unsere Sendung nicht dort machen wollen. Eine echt Illoyalität! Dass da noch niemand drüber berichtet hat, ist echt unverständlich!

Wir überlegen aber auch, wie es mit der SPD weitergehen könnte – und was passiert, wenn die Große Koalition zerbricht. Theoretisch muss das nicht heißen, dass auch Neuwahlen kommen.
Ein Thema ist der BER in Schönefeld, der (mal wieder) einen Eröffnungstermin hat. Es geht um die B96, bei der uns nicht wundert, dass sie ein Unfallschwerpunkt ist.

Und passend zum Advent, kredenzen wir ein Weihnachtsbier! Das und mehr in KeineWochenShow #153 auf Youtube.

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KeineWochenShow

#152 – Mir steht’s bis hier!

Sonntag, den 1. Dezember 2019
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Mir steht’s bis hier! Also nicht dem Schreiber dieser Zeilen – sondern darum ging es beim Skandal im Bundestag in dieser Woche. Johannes Kahrs von der SPD sprach im Bundestag über die AfD und sagte, dass es ihm bis hier stünde und machte eine entsprechende Geste. Beatrix von Strolch von der AfD reagierte darauf, und diese Geste wurde zum Stein des Anstoßes. Aber alles war etwas anders.

Außerdem sprechen wir über die riesige Treckerdemo in Berlin und vor allem über die Anfahrt der Trecker aus dem Norden, als sie von Nassenheide über die B96 nach Berlin rollten.
Natürlich ist die Verpflichtung von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC ein Thema, ebenso noch mal das Country-Album von Westernhagen.

Das und noch viel mehr in KeineWochenShow #152 auf Youtube.

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RTZapper

Bundestag live: Haushalt 2020 – Generaldebatte

Sonntag, den 1. Dezember 2019
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MI 27.11.2019 | 9.00 Uhr | Parlamentsfernsehen

Die SPD hat einen Skandal ausgerufen, mal wieder. Und sie hat sie derselben Methoden bedient, wie es die AfD gern tut. Heißt: Propaganda, in dem man von einem Fakt einfach mal ein paar Sachen weglässt und das aus dem Zusammenhang Gerissene als ganz großes und schlimmes Ding darstellt.
Beatrix von Strolch hat im Bundestag während einer Debatte eine Kopf-ab-Geste gezeigt. Empörend. Findet die SPD.
Das wäre auch empörend, wenn es denn so gewesen wäre.

Es passierte am Mittwochvormittag. Im Parlamentsfernsehen ist live die Generaldebatte zum Haushalt 2020 aus dem Bundestag in Berlin übertragen worden. Es sprach Johannes Kahrs von der SPD, der gleich zu Beginn seiner Rede auf die AfD einging und seine Meinung dazu kundtat, dass er sie für rechtsextrem hält. Dazu sagte er: “Rechtsextreme wie Sie stehen mir bis hier.” Dazu machte er eine Geste, die zeigen, bis wohin es ihm steht – nämlich bis knapp unter den Hals.
Daraufhin teilte ihm auch Beatrix von Strolch von der AfD gestisch mit, bis wohin ihr alles stehe – auch bis unter den Hals. Sie bewegte dazu den Arm ein wenig, so dass es unter Umständen wirklich wie “Kopf ab” aussieht. Aber im Kontakt der Debatte ist davon auszugehen, dass sie direkt auf Kahrs’ Geste reagierte.

Die SPD veröffentliche jedoch nur die Geste selbst. Mit der Botschaft, wie schlimm die AfD sei.
Grundsätzlich liegt die SPD damit sicherlich nicht ganz falsch – dass sich die Sozialdemokraten aber denselben Methoden wie von denen bedient, die sie kritisiert und bekämpft, ist ziemlich armselig.
Ob man bei der SPD davon ausgeht, dass keiner merkt, wie die Begebenheit wirklich war? Auf ziemlich billige Weise sollte so wohl eine Empörungswelle ausgelöst werden. Aber so eine Welle kann ganz schnell auch mal zurückrollen.

-> Auf Youtube: Die entsprechende Stelle in der Haushaltsdebatte im Parlamentsfernsehen

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RTZapper

Das TV-Duell – Wer führt die SPD?

Mittwoch, den 20. November 2019
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MO 18.11.2019 | 19.00 Uhr | phoenix

Der neue, vielleicht allerdings nicht ganz so heiße Scheiß: So langsam geht die Castingshow DSPDSZNV in die Zielgerade. Das Finale rückt näher, und dann wissen wir endlich, wer Germany’s next SPD-Vorsitzende sind. Seit gefühlten neunzehneinhalb Monaten beschäftigt man sich in der SPD mit der Frage, ob es irgendjemanden in der Partei gibt, der sie für fünf Monate führen kann, bevor das Vorsitzende-Casting in die nächste Runde geht. Bewerben konnte sich, wie im Casting üblich jeder, und es schien, als ob sich auch jeder beworben hat – bis hin zu Jan Böhmermann.

Am Montagabend übertrug phoenix dann auch noch “Das TV-Duell – Wer führt die SPD?”. Die Kandidatenteams Olaf Scholz und Klara Geywitz gegen Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken.
Das große Aufeinandertreffen, und leider war weder Heidi Klum vor Ort, um Rosen zu verteilen, noch Prince Charming, um Olaf oder Norbert die Krawatte vom Hals zu reißen.

Zweieinhalb Stunden dauerte das Politspektakel, von dem zu hoffen ist, dass dieses schier endlose Casting endlich mal ein Ende findet. Dass eine Partei Monate braucht, um Fakten zu schaffen, hat zwar auch viel mit Demokratie zu tun. Aber andererseits wirft es kein gutes Licht auf die SPD, dass sie in den eigenen Reihen scheinbar niemanden mehr hat, der oder die sich von vornherein für so einen Job anbietet.

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aRTikel

Die Zeit des Aufbruchs ist 30 Jahre her

Samstag, den 9. November 2019
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Sozialdemokraten erinnern in Bärenklau an die Wende 1989 – fast schon ein bisschen wehmütig

MAZ Oberhavel, 9.11.2019

Bärenklau.
Es war eine Zeit des Aufbruchs. Damals, 1989. Vor 30 Jahren. Im Bärenklauer Dorfkrug ist am Donnerstagabend das Jubiläum der Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR gefeiert worden. Die war am 7. Oktober 1989 im Pfarrhaus in Schwante. Die SDP ist ein paar Monate später auch in der DDR in SPD umbenannt worden. Von der Euphorie ist heute, 2019, nicht mehr bei allen Sozialdemokraten viel übrig. Das war am Donnerstag im Dorfkrug zu merken, und nicht nur, weil gerade mal 20 Leute zu der Veranstaltung des SPD-Unterbezirksausschusses Oberhavel kamen. Viele ließen sich entschuldigen, von den Jusos kam nur einer. Ein bisschen Enttäuschung schwang den Abend durchaus mit.
Dabei ist die SPD in Oberhavel mit etwa 650 Mitgliedern der drittgrößte Unterbezirk in Brandenburg. 13 Ortsvereine gibt es im Landkreis. „Die Stimmung bei uns ist deutlich besser als dargestellt“, sagte Susanne Kohl, die Vorsitzende des SPD-Unterbezirksausschusses in Oberhavel. Die Mitgliederzahl sei stabil, dennoch sei man traurig, dass die Partei auch bei den Kommunalwahlen viele Federn habe lassen müssen. Sie selbst ist seit 15 Jahren in der SPD. Sie stammt aus Südhessen, lebt seit 2000 in Birkenwerder. „Aber ich habe schon als kleines Mädchen Plakate für die SPD geklebt.“ Sie sei in einem politischen Elternhaus groß geworden.

Im Dorfkrug ist dann ein Film von 2013 gezeigt worden. Darin erzählen bekannte Größen der Oberhavel-SPD von der Gründung der damaligen SDP 1989 in Schwante und der Entstehung der verschiedenen Ortsvereine im Kreis Oranienburg. Markus Meckel berichtete in dem Film, dass die Vorbereitungen zur Gründung der SDP schon im Januar 1989 begonnen haben, Ende August erging der Aufruf zur Gründung der Partei, am 7. Oktober erfolgte die formelle Gründung.
Schwante schaffte es damals sogar bis in die Tagesschau vom 8. Oktober 1989. Karsten Peter Schröder aus Bärenklau verfolgte damals die Nachrichtensendung: „man wollte doch wissen,was läuft.“ Als der Name Schwante gefallen sei, habe er noch überlegt, wie viele Schwantes es wohl gebe. Dass damit das Schwante nebenan, drei Kilometer Luftlinie entfernt, gemeint sei, habe er erst geschnallt, als die entsprechende Karte im ARD-Fernsehen auftauchte.

Im Januar 1990 war Karsten Peter Schröder dann an der Gründung des Bärenklauer SDP-Ortsvereins beteiligt und wurde auch gleich dessen Vorsitzender. In Brandenburg erzielte die SPD dann zwar Erfolge, aber zur ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 „kam die erste große Klatsche“, so Schröder am Donnerstagabend. Die CDU gewann die Wahlen, auch bei den Kommunalwahlen wurde die SPD zweitstärkste Kraft hinter der CDU.

Mario Jilg, der heute in Leegebruch lebt, erinnert sich an eine „tolle Zeit“. Er war dabei, als 1989 die SDP, die spätere SPD, auch in Oranienburg gegründet worden war. „Alles in allem haben wir da eine Menge auf die Beine gestellt“, sagte er in Bärenklau. In der Kreisstadt seien kontinuierlich Veränderungen zu sehen gewesen. Mit dem Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, der inzwischen aus der SPD ausgetreten ist, hätten die Sozialdemokraten jemanden mit viel Einfluss gehabt, so Mario Jlig weiter. Er machte seinen Genossen Mut: „Gerade jetzt ist es die Zeit, anzupacken und die Jugend zu motivieren.“ Die SPD habe ein bisschen die Bürger aus den Augen verloren, die Partei müsste mehr zeigen, was sie geleistet habe, so der Leegebrucher weiter.

Jochen Reißig ist Ende Oktober 1989 in die damalige SDP eingetreten. Am 6. Dezember 1989 hatte er seinen Ausweis bekommen, den er auch am Donnerstag dabei hatte. „Weil wir hier etwas verändern wollten“, so der Leegebrucher. „Weil wir es besser machen wollten, wir wollten aus beiden Systemen das Beste nehmen.“ Leider sei aus dem Osten nur der Grüne Pfeil und das Ampelmännchen übernommen worden, so Jochen Reißig. Es habe sich um einen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik gehandelt, nicht um eine Wiedervereinigung. Er sei weiter überzeugter Sozialdemokrat, aber: „Die SPD ist in keinem guten Zustand“, sagt er. „Weil sie vergessen hat, dass sie mal eine linke Arbeiterpartei war. Sie müsste sich wieder auf ihre sozialdemokratischen Wurzeln besinnen, dass die Leute das auch wieder merken.“ Durch die Hartz-IV-Reformen habe man 50 Prozent der Wähler eingebüßt, vermutet Jochen Reißner.

Monika Schubert, die stellvertretende Vorsitzen des SPD-Unterbezirksausschusses, sprach am Donnerstagabend von einer aufregenden Zeit. „Ich möchte sie nicht missen.“ Das Ost-West-Gerede, das es immer noch gibt, stört sie. Auch, „dass einige möchten, dass die Mauer wieder steht. Ich weiß nicht, was in manchen Köpfen vorgeht“, so die Oranienburgerin. Gut eine Stunde lang erzählen die SPD-Leute noch von damals und heute.

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3 nach 9 Classics: Am Tag, als die Mauer fiel

Samstag, den 9. November 2019
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FR 08.11.2019 | 0.25 Uhr (Sa.) | rbb

Es war am 10. November 1989, und schon damals gab es in den Dritten Programmen die Freitagabend-Talkshows. Am Abend nach dem Mauerfall lief auf N3 die Radio-Bremen-Talkshow “3 nach 9”, und sie stand ganz im Zeichen dieses historischen Ereignisses. Aus Anlass des 30. Mauerfall-Jubiläums zeigte der rbb in der Nacht zum Sonnabend in der Reihe “3 nach 9 Classics” Ausschnitte.

Und sie waren interessant und aus heutiger Sicht erstaunlich. Denn fast alle in dieser Sendung reden auf Gerhard Löwenthal ein. Löwenthal moderierte lange das “ZDF-Magazin”, trat dort antikommunistische Positionen und galt als Konservativ.
Und bei “3 nach 9” am 10. November 1989 war er ein Prophet, und er hatte recht. Schon an diesem Tag in dieser Sendung sagte er voraus, dass die deutsche Einheit kommen würde. Der Sozialismus würde sich nicht halten, er würde nicht funktionieren, und die Leute wollen Freiheit. Und Freiheit bedeute: ein deutsches Land.
Fast alle anderen waren empört. Man müsse das doch die Leute entscheiden lassen, und von einer deutschen Einheit sei doch noch nie die Rede gewesen. Man wolle doch mal sehen, wie ein anderer Sozialismus funktioniere.
Löwenthal sagte, die Wahlen würden das entscheiden, und er prophezeite, dass eine Partei wie die SED, die damals noch in der DDR herrschte unter freien Wahlbedingungen um die 15 Prozent erreichen würde – und auch das traf im März 1990 ungefähr so ein.

Am 10. November 1989 wurde Löwenthal dafür ausgelacht, verhöhnt hat man ihn. 30 Jahre später wissen wir: Der Mann sollte Recht behalten, und auch deshalb ist es 2019 hochinteressant, sich diese 1989er-Sendung noch mal anzusehen.

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Die DDR im Herbst 1989 – Großdemonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4.11.89

Montag, den 4. November 2019
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SO 03.11.2019 | 0.25 Uhr (Mo.) | mdr-Fernsehen

“Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen! Nach all’ den Jahren der Stagnation – der geistigen, wirtschaftlichen, politischen – den Jahren von Dumpfheit und Mief, von Phrasengewäsch und bürokratischer Willkür, von amtlicher Blindheit und Taubheit. (…) Einer schrieb mir – und der Mann hat recht: Wir haben in diesen letzten Wochen unsere Sprachlosigkeit überwunden und sind jetzt dabei, den aufrechten Gang zu erlernen!“
Stephan Heym

„Ich wünsche für meine Urenkel, dass sie aufwachsen ohne Fahnenappell, ohne Staatsbürgerkunde und dass keine Blauhemden mit Fackeln an den hohen Leuten vorübergehen!“
Steffie Spira

Es war der Sonnabend, 4. November 1989, als das Fernsehen der DDR gegen 11.20 Uhr auf den Berliner Alexanderplatz schaltete. Dort fand eine genehmigte Demonstration statt, initiiert von den Kulturschaffenden in Ost-Berlin. Zum ersten Mal fand ganz offiziell eine derartige Veranstaltung statt, die nicht von der SED organisiert worden ist, sondern vom Volk ausging.
Fast drei Stunden lang dauerte die Abschlusskundgebung. Vor schätzungsweise 200.000 Menschen sprachen mehr als 20 Leute, und es sind auch 30 Jahre danach noch spannende drei Stunden.
Der mdr zeigte den kompletten Mitschnitt in der Nacht zum Montag innerhalb des Programmschwerpunktes “Freiheit 89”.

Der Schauspieler Ulrich Mühe sprach ebenso wie sein Kollege Jan Josef Liefers. Steffie Spira und Stephan Heym sprachen Sätze, die hängen blieben. Markus Wolf, der 1986 in leitender Funktion bei der Stasi war, sprach ebenfalls. Politbüro- und SED-Mitglied Günter Schabowski stellte sich auch vor die Hunderttausenden und sagte, man höre zu und man wolle Veränderungen vornehmen. Doch die Demonstrierenden wollten das nicht mehr hören. “Tschüß” stand auf einem Plakat direkt neben der kleinen Rednerbühne.
Die anderen sprachen darüber, was sie wollen und was sie nicht wollen, wie sie sich eine andere DDR vorstellten – von einer Einheit mit der Bundesrepublik war da überhaupt nie die Rede.
Nur fünf Tage später war vieles von dem, was auf dieser Kundgebung gesagt worden ist, schon wieder hinfällig. Der Lauf der Geschichte ging weiter, rasend.

-> Hintergrund auf Wikipedia
-> Die Kundgebung auf Youtube

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