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„Wir sollten hier Modellregion werden“

Donnerstag, den 8. April 2021
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse über Coronaregeln, die Finanzlage und das Erntefest

MAZ Oberhavel, 8.4.2021

Kremmen.
Zum Abschluss der diesjährigen Reihe „MAZ zu Hause in Kremmen“ äußert sich Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) zu aktuellen Themen.

Halbzeit im Amt des Bürgermeisters. Macht’s noch Spaß?
Sebastian Busse: Ja, definitiv. Am 21. März war Halbzeit. Wie schnell doch die Zeit vergeht, das ist Wahnsinn. Es macht immer Spaß, die Bürgernähe zu haben. Jeder kann sich an mich wenden, egal ob auf der Straße oder über die sozialen Medien, ich versuche stets zu helfen.

Corona hat Ihnen nichts vom Spaß genommen?
Nein. Corona hat uns ja unter Umständen auch wieder mehr Zeit geschenkt für die Familie. Dafür bin ich sehr dankbar. Abendveranstaltungen, Einweihungen fallen ja alle aus. Man sollte bei allen Schwierigkeiten, die die Pandemie mit sich bringt, auch wieder zu schätzen lernen, dass unser Wasser aus der Wand kommt und wir jederzeit Grundnahrungsmittel zur Verfügung haben. Lösungen muss man finden, und kompromissbereit muss man sein.

Vergeht Ihnen manchmal der Spaß, wenn Sie auf die Finanzen der Stadt schauen?
Wir müssen schon mit offenen Augen haushalten und wirtschaften. Aber die Stadt hat die Finanzlage im Blick, da vergeht mir auch nicht der Spaß daran. Ich weiß ja, was passieren wird und kommen kann, so dass die Großprojekte mit Kita, Schule, Feuerwehr und Turnhalle finanzierbar sind. Aber ja, Kremmen kann nur mit Krediten und Fördermitteln solche Großprojekte stemmen. Als Nächstes werden wir einen Nachtragshaushalt für die Feuerwache und die Erweiterung der Kremmener Schule brauchen. Aber wir haben auch schon viel geschafft. Das Rathaus ist digitalisiert, da sind wir weiter als manch andere Kommunen oder Institutionen im Landkreis. Im Juni kann zudem der Erweiterungsbau der Kita Rhinstrolche bezogen werden.

In Oberkrämer wird gebaut ohne Ende, und das Geld dafür scheint immer da zu sein. Kremmen scheint da irgendwie auf der Stelle zu stehen.
Wir haben im Vergleich einiges auf den Weg gebracht. In den letzten zehn Jahren ist Oberkrämer enorm gewachsen, an Einwohnern sowie Gewerbebetrieben, und um wie viel Kremmen? Wir sind minimal gewachsen. Dadurch hat Oberkrämer schon mal höhere Einkommens- und Gewerbesteuereinnahmen. Wenn wir in den nächsten zehn Jahren um 1000 Einwohner wachsen, dann haben wir auch höhere Einnahmen. Ich finde es auch unsolidarisch, dass einer der größten Arbeitgeber in Kremmen hier bei uns keine Steuern zahlt. Da müsste es klare rechtliche Leitlinien von Bund und Land geben.

Im Kremmener Ortsbeirat wurde neulich über einen Grundstücksverkauf durch die Stadt in Groß-Ziethen diskutiert. Es ging an den Meistbietenden, zu einem höheren Preis als der geschätzte Wert. Im Ortsbeirat gab es Kritik, man wolle ein Einheimischenmodell. Was halten Sie davon?
Dazu muss man wissen: Wir haben wenig eigene Grundstücke. Wir haben vielleicht als Stadt noch ein paar eigene Fleckchen. Die große Fläche nahe der Straße der Einheit kann die Stadt Kremmen nicht selbst entwickeln. Da werden wir sicher einen Investor finden, der die Wohnbebauung vorantreibt. Was den Grundstücksverkauf in Groß-Ziethen angeht: Da hieß es, Einheimische hätten da keine Chance gehabt. Es gab zwar Anfragen. Aber am Bieterverfahren haben sich keine Einheimischen beteiligt. Auch nicht die, die vorher nachgefragt hatten. Es gab fünf Bieter, keiner von hier, und da geht es nun mal an den Meistbietenden. Da hat Kremmen auch nichts zu verschenken.

In acht Ortsspaziergängen wurde immer darauf hingewiesen, welche Geschäfte es früher mal gab, die heute nicht mehr da sind. Schmerzt das?
Ja, das schmerzt schon. Im Konsum in Staffelde war ich ja früher selbst noch einkaufen. In der Altstadt in Kremmen gab es früher mehrere Bäcker, die haben alle selber gebacken. Aber da gab es auch noch nicht die großen Discounter. Die Menschen mussten auch noch nicht so viel in der Tasche haben. Es muss Miete gezahlt werden, die Angestellten müssen bezahlt werden, und übrig bleiben muss auch noch was. Immerhin haben wir auf dem Markt wieder mehr Bewegung.

Kremmen hat den Kirchplatz, die Altstadt, das Scheunenviertel und relativ viel Wasser. Täuscht mein Eindruck, dass das touristische Potenzial noch nicht ausgeschöpft wird?
Da liegt es immer am Interesse des touristischen Ortes und des Betreibers, was man denn selber für Ziele hat. Kremmen kann viel bieten, aber das ist noch lange nicht ausgereizt. Wir sind unter anderem gerade dabei, eine Wanderkarte, die die neuen Brücken am Kanal mit aufzeigen soll, zu erstellen. Da soll es drei Wanderrouten geben, eine führt auch durch die Altstadt. Kremmen bietet außerhalb von Corona viele private Initiativen, die die Stadt gerne unterstützt. Stadtführungen sind auch immer wieder gut besucht.

Immer mal wieder heißt es in den Dörfern, dass durch die großen und wichtigen Projekte das meiste Geld in die Kernstadt fließe. Flatows Ortschef Gert Dietrich sagte gar, dass die Entscheidung, sich Kremmen anzuschließen, falsch gewesen sei.
Über die Aussage von Gert Dietrich war ich enttäuscht, dass er da nach 20 Jahren nicht mal über seinen Schatten gesprungen ist. Es fehlt doch an nichts in Flatow! Alles, was ein Problem war, haben wir angepackt oder versuchen wir zu machen. Dass alles seine Zeit braucht, ist normal. Da muss man geduldiger sein. Ich empfand die Zusammenarbeit mit dem Ortsteil Flatow immer positiv. Die Leute in Flatow profitieren von allen großen Investitionen in Kremmens Infrastruktur.

Die Sommerfelder wünschen sich ein neues Bürgerhaus. Angesichts der großen Kremmener Projekte, besteht doch da aber gerade auch keine Chance, oder?
Ich arbeite mit dem Ortsvorsteher Kurth eng zusammen, und er hat es realistisch dargestellt. Wir hatten zwei Orte im Fokus, der Wunschort des Beirates ist nicht genehmigungsfähig. Vielleicht klappt so was in den nächsten zehn bis 20 Jahren, auch in Verbindung mit einer neuen Feuerwache nahe des Sommerfelder Sportplatzes. Momentan ist ja alles da, und die Gaststätten, wo man sich treffen kann, müssen ja auch von etwas leben.

Ihr Parteikollege Frank Bommert setzt sich für eine Öffnungsstrategie ein, für einen Test, wie auch in Coronazeiten Theater und Restaurants wieder öffnen könnten. Könnten Sie sich vorstellen, sich mit der Stadt Kremmen an einem solchen Test zu beteiligen?
Wir sollten hier zu einer Modellregion werden. Ich unterstütze das überall, wo ich kann. Ich sehe hier in Kremmen ganz klar die Gastro- und Beherbergungsbetriebe, auch unser Scheunenviertel mit dem Theater. Wer einen negativen Test vorliegen hat, sollte die Möglichkeit haben, sich zu erholen, essen zu gehen oder Kultur zu erleben. Ich kann den Landrat nur ermutigen, den nächsten Schritt zur Normalität zu wählen! Wir haben seit dem ersten Lockdown nicht viel geschafft.

Angesichts des Regel-Wirrwarrs rund um die Corona-Pandemie kündigte Leegebruchs Bürgermeister Martin Rother kürzlich den Austritt aus der CDU an. Können sie das nachvollziehen?
Ich habe wirklich gezweifelt, als der Donnerstag vor Ostern ein Ruhetag werden sollte. Aber ich werde deshalb jetzt nicht aus der CDU austreten. Die CDU ist in anderen wichtigen Punkten für mich ein Eckpfeiler. Ich versuche immer, das Ganze zu sehen.

Wird es ein Erntefest 2021 geben?
Ja. Abgespeckt. Daran arbeiten wir gerade. Es wird in diesem Jahr was geben. In welcher Größenordnung weiß ich noch nicht.

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„Ich bin nicht der smarte Typ“

Samstag, den 3. April 2021
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Der ehemalige Kremmener Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse wird am Ostersonntag 70 Jahre alt

MAZ Oberhavel, 3.4.2021

Beetz.
Zwei Jahre habe er gebraucht, um aus der Wahlniederlage so richtig Kraft zu schöpfen. „Zwei Jahre habe ich mich richtig zurückgezogen“, sagt Klaus-Jürgen Sasse. Nach 23 Jahren als Amtsdirektor und später Bürgermeister in Kremmen war im März 2017 Schluss. Als er sich damals, nach der verlorenen Wahl im November davor, auf Fotos angesehen hat, fand er: „Ich sehe müde aus, und ich war extrem körperlich müde.“ Das ist inzwischen anders. Klaus-Jürgen Sasse ist bis auf eine angeschlagene Stimme fit. „Dem Alter entsprechend geht es mir ziemlich gut“, sagt er. „Aber natürlich hat man mit fast 70 ein paar gesundheitliche Einschränkungen.“ Am Ostersonntag feiert der Beetzer seinen 70. Geburtstag, aber die große Feier muss pandemiebedingt ausfallen.

Eigentlich wäre er in diesem Jahr mit dem Rad unterwegs gewesen – an der Donau von Budapest nach Donaueschingen, etwa 1500 Kilometer. Den ersten Teil der Strecke, vom Schwarzen Meer nach Budapest, hat er schon 2019 absolviert. „2000 Kilometer auf dem Rad an der Donau“, sagt er und lächelt. „Reisen waren schon immer mein Steckenpferd, aber diese Fahrradtour war von allen Reisen das schönste, was ich gemacht habe.“ Dafür hat er sogar noch ein bisschen Englisch gelernt, damit er sich unterwegs verständigen kann. Er war alleine unterwegs. „Ich bin ja sowieso ein relativer Einzelgänger.“

Klaus-Jürgen Sasse ist am 4. April 1951 in Germendorf geboren worden, im Haus seiner Oma. Er kommt aus einer Arbeiterfamilie. „Mein Vater war Walzendreher, meine Mutter Transportarbeiterin.“ Das sei eine ganz andere Erziehung gewesen als heute. „Den Unterschied habe ich erst spät bemerkt. Der Mann bringt das Geld nach Hause, die Mutter erzieht die Kinder. Diese Einstellung habe ich viele Jahre in mir getragen. Eigentlich erst in den letzten 20 Jahren habe ich gemerkt, dass Familie bei mir zu wenig eine Rolle spielte.“ Als Kind dagegen sei er schnell selbstständig gewesen. „Die Arbeit und der Erfolg bei der Arbeit war mir lange wichtiger als die eigene Familie.“ Nach dem 10.-Klasse-Abschluss an der Oranienburger Comeniusschule machte er eine Ausbildung zum Elektromonteur, später konnte er in einem Sonderlehrgang sein Abi machen. Er arbeitete dann im Feinstahlwerk in Hennigsdorf, zum Schluss als Abteilungsleiter. Nach dem Mauerfall war klar, dass er in der Branche vermutlich keine Zukunft habe.

„Politik fand ich eigentlich abschreckend“, sagt er heute. Aber es war nach der Wende auch klar: „Ich wollte das System kennenlernen, an der Basis, und die Basis ist die Gemeinde.“ Er hatte dabei aber eine Schwierigkeit: „Ich wusste, dass ich nicht der smarte, liebenswerte Typ bin.“ Er wurde Bürgermeister in Germendorf. In die Phase fielen die Entscheidung für einen Bushof am Ortsrand und die Ideenfindung für die Trasse der neuen B 96.
Er bewarb sich dann für den Posten als Amtsdirektor in Kremmen – und bekam den Job. Er blieb aber gleichzeitig Ortschef in Germendorf, das war dann nur noch ein Ehrenamt – bis zur Auflösung des Amtes Kremmen zur Stadt mit den Ortsteilen. Als wichtige Station nennt er die Umstrukturierung des Zweckverbandes. Auch der Bau der neun Flüchtlingshäuser an der Berliner Straße, die nach dieser Nutzung für den Wohnungsmarkt offen stehen sollten, sieht er als großen Erfolg. „Alle 36 Wohnungen sind jetzt vermietet. Die Idee ist voll aufgegangen.“ Damals sei in einer Bürgerversammlung gefragt worden, ob er keine Angst vor der Aggression der Ausländer habe. Er habe mehr Angst vor den Reaktion der hiesigen Bevölkerung, habe er damals gesagt. „Der Brandanschlag später hat mich sehr betrübt.“

Aber natürlich lief nicht alles gut. „Es gab so viele Dinge, die ich taktisch falsch angepackt habe. Ich bin nicht der smarte Typ“, schiebt er noch mal hinterher. Jeder, der in den mehr als 25 Jahren mit ihm als Politiker zu tun hatte, wird eine Geschichte erzählen können, wo Sasse schon mal, nun ja, laut geworden ist. „Ich war immer überzeugt von dem, dass das, was ich mache, richtig ist. Nirgendwo spielte einfach eine Laune eine Rolle.“ Aber er sagt auch: „Ich habe immer bewundert, wie moderat Bernd-Christian Schneck in Löwenberg seine Gemeinde führt. Auf eine Art, wie ich eben nicht war. Menschen machen Fehler.“ War er ein guter Chef im Rathaus? „Ich war hart“, sagt er.

Er lebt in Beetz, in einem Haus mit Seeblick. Geradezu idyllisch. Es gibt Leute, die sagen „Schloss“ dazu. Er ist sichtlich stolz darauf, was er da geschaffen hat. Und er pocht darauf, dass rechtlich alles einwandfrei verlaufen sei. Als er noch im Amt war, hatte es eine staatsanwaltschaftliche Ermittlung gegeben, die für viel Wirbel gesorgt hatte. „Die haben jeden Winkel untersucht, sämtliche Rechnerplatten.“ 2015 wurde das Verfahren eingestellt – ohne dass juristisch etwas hängen blieb. Bis heute arbeitet er an seinem Haus, das er mit seiner Lebensgefährtin bewohnt. Als nächstes will er im Keller einen Pool einbauen.

Das politische Geschehen in Kremmen beobachtet er nur sporadisch. Was nicht heißt, dass zu bestimmten Themen keine Meinung hat. „Es gibt auch heute noch Leute, die mich auch noch um Rat fragen.“ Dennoch habe er von Anfang an gesagt, er wolle sich nicht aufdrängen.
Dass er seinen 70. nicht feiern kann, findet er schade. Aber er schließt natürlich nicht aus, dass ab und zu jemand zum Gratulieren vorbeikommt.

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RTelenovela

So was wie ein harter Lockdown in Zeiten des Coronavirus

Mittwoch, den 24. März 2021
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Harter Lockdown. XXL-Lockdown. Verschärfung. Huijuijui.
Man könnte auch sagen: alles Käse.

Nun fällt also Ostern 2021 auch aus. Nach dem traurigen Corostern 2020 gibt es 2021 die Neuauflage, auf die niemand gewartet hat.
Nach einer stundenlangen Beratung kamen die Politiker in der Nacht zu Dienstag mit einem neuen windelweichen Irgendwas, um die Coronakrise zu stoppen.

Ja, richtig, die Mutation des Coronavirus ist ein Problem, und die steigenden Zahlen geben wieder Anlass zur Sorge. Zumal nun eher jüngere Menschen betroffen sind.
Die Hoffnung liegt einerseits auf den kostenlosen Schnelltests, die man vom geschulten Personal bekommen kann und das wohl auch recht zuverlässig ist. Und andererseits hoffen wir auf die Impfungen, die nun im April vorankommen sollen. Vielleicht.
Das alles nutzt aber wenig, wenn die Inzident dauerhaft hoch ist. Wäre es dann nicht eine gute Idee, die Zahlen wieder zu drücken. Mit einem harten Lockdown? Relativ zügig?

Nein, stattdessen warten wir noch neun Tage. Und ziehen eine Notbremse, eine sogenannte. In Oberhavel müssen wegen der hohen Zahlen die Einzelhandelsgeschäfte schließen. Und die Bibliotheken. Und die Parks. Mehr nicht, denn wir wollen es ja mal nicht übertreiben. Gartenbaumärkte dürfen geöffnet bleiben, Friseure auch. Also eigentlich ändert sich nicht so viel, denn so viele Leute gehen ja gar nicht in die kleinen Läden, weil die ja so klein sind. Ich wüsste nicht, was diese Maßnahmen konkret bringen sollen.

Und Gründonnerstag tun wir dann alle mal so, als sei Feiertag, dann schließen auch die Supermärkte und der ganze Rest. Gottesdienste werden eventuell trotzdem gefeiert, denn der Kirche möchte man dann doch lieber nichts vorschreiben, und beten unter Leuten ist auch ganz, ganz wichtig. Geht nicht virtuell.
Und am Sonnabend öffnen wir dann auch wieder die Supermärkte, weil… also, weil… Keine Ahnung, warum.

Alles Murks. Wir warten also bis Ostern, weil da sowieso weniger los ist, und dann hoffen wir drauf, dass fünf Tage ausreichen, die Zahlen zu drücken. Allerdings ohne echt harten Lockdown.

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, mal eine Woche richtig dicht zu machen – und das noch vor Ostern? Alle, die können, zu Hause bleiben, Ausgangsbeschränkungen, aber die Supermärkte bleiben geöffnet, um Panikkäufe zu vermeiden. So hat es im März 2020 auch funktioniert, da haben wir die Zahlen gedrückt, erfolgreich.
Sind die Zahlen unten, dann müssen die Schnelltests ran. Man darf den Friseur, das kleine Geschäft nur mit negativem Test betreten. Eindämmen, wo es geht, ohne alles ganz dicht machen zu müssen.
Aber die Chance hat man verpasst, schon im Herbst.

Jetzt hat man das Gefühl, es gibt nur noch Kompromisse, und eigentlich will man auch niemandem mehr wehtun, und deshalb trifft man einfach gar keine runden Entscheidungen mehr. Wischiwaschi und kopflos.
Und wenn wir keinen Bock haben, fliegen wir einfach nach Malle. Nach Rügen dürfen wir ja nicht.
Dass die Wut wächst, ist verständlich. Die Politik scheint ihren Kompass verloren zu haben.

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Tagesschau: Wahl in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Freitag, den 19. März 2021
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SO 14.03.2021 | 20.00 Uhr | Das Erste

Manche Rituale sind schrecklich verzichtbar. Eines davon ist die Runde der Spitzenkandidaten nach Landtagswahlen.
So auch wieder am Sonntagabend. Die Tagesschau beginnt, kurze Begrüßung, dann zeigt uns Jörg Schönenborn die aktuellen Hochrechnungen. Und dann kommt sind alle Spitzenkandidaten der Parteien da, die es über die 5-Prozent-Hürde geschafft haben.

Winfred Kretschmann (Grüne), Wahlsieger in Baden-Württemberg, wird gefragt, mit wem er denn koalieren will. Worauf Kretschmann seinen Wählen dankt. Susanne Eisenmann (CDU) wird gefragt, ob Klimathemen immer relevanter werden – wegen der Koalition mit den Grünen. Worauf Eisenmann sagt, dass es kein guter Tag für die CDU sei – wegen der hohen Stimmenverluste.
Wegen der Abstandregeln in der Pandemie muss dann in der Live-Sendung erst mal die Runde ausgetauscht werden.
Danach bekommen die Leute von der SPD, der FDP und der AfD auch noch je eine Frage, bevor dann die gleiche Befragung noch für die Rheinland-Pfalz-Wahl stattfindet.

Die Tagesschau dauerte am Sonntag 22 Minuten. Fast 20 gingen für die beiden Wahlen drauf, dann kamen schon die Bundesliga-Ergebnisse.
Nun sind Wahlen natürlich ein wichtiges Ereignis, aber kann man die öden Politiker-Statements nicht zusammenfassen? Wozu macht man sich den Aufwand für eine Frage und eine Antwort diese Runden zu veranstalten? Dabei kommt in der Regel sowieso nichts heraus, was irgendwie neu sein könnte.

-> Die Sendung der ARD-Mediathek

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RTZapper

Stadtverordnetenversammlung in Velten live

Samstag, den 13. Februar 2021
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DO 11.02.2021 | 17.30 Uhr | Youtube

Ich hatte am Donnerstag einen interessanten Fernsehabend. Am späten Nachmittag begann auf Youtube die Live-Übertragung der Veltener Stadtverordnetenversammlung. Und ich muss mal ein echtes Kompliment aussprechen! Denn die technische Qualität der Übertragung war – mal abgesehen von kleinen Rucklern – hervorragend.

Youtube ist ein leicht zu bedienendes Medium, das jeder einfach erreichen und drauf zugreifen kann. Jeder hat es auf dem Handy oder sogar per App auf dem Fernseher. Man muss nicht erst irgendeine Webseite aufrufen, wie zum Beispiel in Oranienburg, und sich den Livestream aufwendig raussuchen.

Fast hätte man meinen können, dass es sich um eine Übertragung des Parlamentskanals phoenix handele. Es müssen mehrere Kameras in der Halle gewesen sein, es gab immer Umschnitte auf die Personen, die gerade sprachen, man hat fast alle immer beim Reden gesehen. Davon können sich andere Kommunen einiges abschauen!

In Spitzenzeiten waren mehr als 180 Menschen live dabei. Das ist ein Erfolg – so viele Menschen kommen sonst nicht zu den Sitzungen. Das ist ein wichtiges Zeichen für die Stadt Velten, aber eigentlich für alle Kommunen, dass diese Live-Übertragungen nach Ende der Pandemie fortgeführt werden sollten.

-> Die Übertragung auf Youtube (bis 25. Februar 2021)

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KeineWochenShow

#212 – Coronakuchen

Sonntag, den 24. Januar 2021
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Wir feiern Jubiläum, aber leider kein Gutes. In der Sendung vor einem Jahr haben wir zum ersten Mal über das Coronavirus gesprochen, damals ist Wuhan in China abgeriegelt worden. Und damals konnten wir nicht ahnen, dass daraus das Thema des Jahres und darüber hinaus wird. Trotzdem: Es gibt Kuchen!
Ein Jahr danach haben wir schon einen Impfstoff, auch wenn es immer noch schleppend anläuft. Im Interview ist dazu passend Merlin Struck. Der 21-jährige Bötzower ist Notfallsanitäter und erzählt, wie seine Impfung abgelaufen ist.

Außerdem sprechen wir über Joe Bidens Amtseinführung – und über Bernie Sanders, der einen “großen” Auftritt hatte. Auch Friedrich Merz ist Thema, der ja nun doch nicht CDU-Chef geworden ist – und irgendwie merkwürdig über Frauen redet.
Das und mehr in KeineWochenShow #212 auf Youtube!

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RTZapper

phoenix vor Ort: Amtseinführung von Joe Biden

Donnerstag, den 21. Januar 2021
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MI 20.01.2021 | 16.00 Uhr | phoenix

Wenn Lady Gaga die US-amerikanische Nationalhymne singt, wenn sie dabei auf ihrem Kleid eine goldene Friedenstaube trägt, dann ist das ein großer Moment. Nicht nur wegen Lady Gaga an sich.
Denn sie besingt nicht nur ihr Land, sondern auch die Hoffnung auf Frieden. Und sie besingt die neuen US-Präsidenten Joe Biden. Und wahrscheinlich besingt sie auch die Freude darüber, dass ein gewisser Donald Trump endlich das Weiße Haus geräumt hat.

Am Mittwochnachmittag übertrugen phoenix und viele andere Sender die Amtseinführung von Joe Biden als neuer US-Präsident. Wegen des Coronavirus gab es in Washington keine Zuschauer, aber man kann trotzdem erahnen, dass in diesem Moment, in dem Lady Gaga gesungen hat, Tränen in den Augen hatten. Später sang Jennifer Lopez „This Land is my Land” und “America the Beautiful”. Und sie sprach auf Spanisch: “Eine Nation unter Gott, mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle”.

Joe Biden sprach den Eid, und später erklärte er, wie er seine Landsleute wieder mehr einen möchte. Wie wohltuend ist das nach vier Jahren Trump und seinem Hass.

Das hätte ich gern wieder öfter: Dass das Fernsehen ein überaus positives Ereignis überträgt. Ein Tag voller Erleichterung.

-> Die Zeremonie auf tagesschau24 via Youtube

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