RTZapper

Brandenburg aktuell: Chefredakteur zum AfD-Sommerinterview

Samstag, den 11. Juli 2020
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MI 08.07.2020 | 19.30 Uhr | rbb

Beim rbb haben diverse Redaktionen und damit auch Journalisten recherchiert, was es mit dem Rechtsextremismus und mit dem Brandenburger AfD-Vorsitzenden Andreas Kalbitz auf sich hat. Allerdings scheinen das Leute zu sein, die nicht mehr beim rbb sind, die gerade nicht verfügbar sind, die vielleicht gerade im Urlaub sind, dessen Bürotüren leider abgeschlossen sind, deren Telefone alle kaputt sind oder mit denen man schlicht nicht redet, wenn man ein Interview mit Kalbitz plant.
Anders ist nicht zu erklären, was da beim rbb passiert ist.

Am Sonntag gab es in “Brandenburg aktuell” eine neue Folge des Sommerinterviews. Die Sendungen werden immer an einem See aufgezeichnet, der Interviewte kann bestimmen, wo. In Senzig, am Seeufer plaudert die rbb-Frau Stephanie Teistler mit Kalbitz erst mal locker-flockig über Corona und Schlachtbetriebe.
Wie schön, und wie kuschelig.
Aber wäre es nicht erst mal spannender gewesen, Kalbitz zu fragen, warum er überhaupt noch in der AfD ist? Was denn nun mit dem parteiinternen Zoff ist? Das tut sie dann kurz vor Schluss, allerdings will sie von ihm nicht wissen, was Sache ist, sie spricht ihn auch nicht auf das Rechtsextremismus-Problem in der AfD an, sondern will wissen, was das mit dem Parteiarbeit macht. Ach Gottchen. Und sie fragt, ob Kalbitz was merke, dass seine Partei jetzt vom Verfassungsschutz beobachtet werde. Nein, er merke nichts, und er findet es auch doof, dass der Verfassungsschutz tut, was er tut. Ach was.

Es sind Fragen, die so tun, als seien sie irgendwie kritisch. Das sind sie aber nicht. Eigentlich gibt ihm die Interviewerin immer wieder nur die Möglichkeit, sich aus allen Problemen rauszureden, und kritische Nachfragen sind schon mal gar nicht drin.
Knappe sieben Minuten dauert diese Interview-Katastrophe. Der rbb raunt hier und da, dass es im Netz auch eine 40-Minuten-Version gäbe, verlinkt aber immer nur die kurze Version, die auch im rbb lief.

Am Mittwoch äußerte sich rbb-Chefredakteur Christoph Singelnstein zu diesem Interview, das für viel Kritik gesorgt habe. Er hat eine bessere Zusammenarbeit der rbb-Redaktionen angemahnt.
Das ist ausweichend und hochgradig peinlich. Erstens sollte doch drauf geachtet werden, wenn der rbb ein Interview mit AfD-Kalbitz plant, dass man das entsprechend vorbereitet. Jeder Redakteur, jede Redakteurin sollte wissen, worum es geht, wer da sitzt und was man da mal kritisch nachfragen sollte.
Und dass Singelnstein jetzt davon faselt, dass Redaktionen nicht zusammenarbeiten, dann muss man sich natürlich fragen, wer für solche Dinge zuständig ist. Ups, vermutlich Christoph Singelnstein.
Das war eine ganz schwache Leistung. Von der Interviewerin, von der Redaktion drumherum und natürlich auch vom Chef selbst.

-> Das Interview auf rbb24.de
-> Die Stellungnahme auf rbb24.de

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RTelenovela

Mehr Geld in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 30. Juni 2020
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Oft geht es im Leben bei der Umsetzung von Ideen und Forderungen auch darum, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Hast du ja sicher auch schon mal gehört, dass jemand zu dir sagt: „Schöne Sache, passt aber gerade gar nicht.“

Die Gemeindevertreter in Oberkrämer haben in der vergangenen Woche in ihrer Sitzung in Marwitz darüber diskutiert, ob sie eine höhere Aufwandsentschädigung bekommen sollen.
Klar, sie machen das ehrenamtlich, und eigentlich bekommen sie viel zu wenig Geld dafür, was sie alles leisten. Die Monatspauschale liegt bei gerade mal 80 Euro, jetzt werden es wohl 110 Euro. Der Gemeindevertretervorsteher verzichtete auf eine Erhöhung, er bekommt 200 Euro im Monat.

Trotzdem ist da ein fader Beigeschmack. Wir sind in der Coronakrise, viele Leute haben mit Kurzarbeit zu kämpfen, Unternehmer wissen nicht, ob sie in den nächsten Monaten über die Runden kommen. Und in Oberkrämer bekommen die Gemeindevertreter mehr Geld.
Ich gönne ihnen das von Herzen – wirklich! Ehrenamtliche Arbeit muss auch belohnt werden, wenn sie wie in diesem Fall auch noch so zeitintensiv und wichtig ist. Aber irgendwie ist es trotzdem gerade ein blöder Zeitpunkt dafür.

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ORA aktuell

Streit um neue Oranienburger Gisela-Gneist-Straße

Mittwoch, den 24. Juni 2020
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Für das neue Wohngebiet Am Aderluch in Oranienburg sind Straßennamen beschlossen worden. Hildegard-Busse-Straße, Ida-Ihle-Straße, Marie-Bieber-Straße, Elise-Zorn-Straße, Gisela-Gneist-Straße, Galina-Romanowa-Straße, Rosa-Broghammer-Straße und Jette-Bath-Straße.

Um die Straßennamen hatte es im Vorfeld große Diskussionen gegeben. Es ging vor allem um Gisela Gneist. Das Wohngebiet ist auf dem Areal des ehemaligen KZ-Sachsenhausen-Außenkommandos. Gisela Gneist, 2007 verstorben, wird vorgeworfen, NS-Verbrechen relativiert zu haben. Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) sagte, sie habe des Bundesverdienstkreuz, das bekomme man nur nach langer Prüfung. Gegen die Benennung gab es auch eine Petition. Seitens der Gedenkstätte Sachsenhausen ist die Benennung am Dienstag scharf kritisiert worden.

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ORA aktuell

Sascha Schiwek verlässt Oranienburger AfD

Mittwoch, den 24. Juni 2020
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Der Oranienburger Stadtverordnete Sascha Schiwek hat die AfD verlassen – sowohl die Partei als auch die Fraktion im Stadtrat. Das ist am Montagabend in der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt worden.

Er sehe keine Grundlage für eine Parteimitgliedschaft, so lange die AfD vom Verfassungsschutz beobachtet werde, heißt es. Wegen seines Berufs wolle er nicht, dass seine Verfassungstreue in Frage gestellt werde.

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KeineWochenShow

#181 – Amthor, der alte Zerstörer

Sonntag, den 21. Juni 2020
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Er ist wieder da! MetalMewes meldet sich nach zwei Sendungen Krankheitspause mit einem phänomenalen Musikeinlauf wieder. Und er erzählt auch, was eigentlich los war.

Die Enttäuschung der Woche ist natürlich Philipp Amthor. Der junge CDU-Politiker hat offenbar Lobbyarbeit für eine US-Firma gemacht, und das fällt ihm jetzt vor die Füße. Dabei wäre aus ihm sicherlich was geworden. Wie es nun weiter geht – wird man sehen.
Außerdem geht es um die neue Corona-Warn-App. Hast du sie schon runtergeladen? Bis Sonnabend ist sie schon mehr als 10 Millionen Mal runtergeladen worden.

Wir sprechen auch über Xavier Naidoo, über eine Schwebebahn für Oranienburg und einiges mehr – in KeineWochenShow #181 auf Youtube.

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RTelenovela

Vermisste Abstandsregeln in Zeiten des Coronavirus

Samstag, den 20. Juni 2020
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Kennst du das? Wenn du einen Raum betrittst und sich gleich so ein Unwohlsein einstellt? So ging es mir am Donnerstagabend im Zelt auf dem Spargelhof in Kremmen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) kam zum 14. Spargelgespräch, organisiert von der CDU in Kremmen.

Als die Ministerin ankommt, hält sie relativ diszipliniert Abstand. Begrüßung höchstens mit dem Ellenbogen. Dann ging es ins Zelt. Dort standen die Tische dicht an dicht. Sicherheitsabstand? War da was? Ist das Coronavirus in der Sommerpause, und alle Regeln gleich mit?
Allein am Presse-Vierertisch saßen fünf Leute, eine Journalistin trug eine Gesichtsmaske, als einzige im Raum. Rücken an Rücken, wenige Zentimeter dahinter saßen schon die nächsten Leute. Ich stand abseits davon, ich wollte mich keinesfalls dort hinsetzen, auch nicht mit einer Maske,. die ich auch dabei hatte, aber nicht aufsetzte.

In ihrer Rede ging Julia Klöckner sogar noch auf die aktuellen Corona-Sicherheitsregeln ein. Was Corona für Veränderungen mit sich gebracht hat. Es sei noch nicht vorbei, sagte sie, und sie verwies auf die 1,50 Meter Sicherheitsabstand, und da blickte sie in die Runde, und eigentlich hätte ihr da was auffallen können.
Hinter den Kulissen herrschte teilweise leichter Unmut über die Tischordnung, die im normalen Restaurantbetrieb anders aussehe. Weil ich ja hinten stand, bekam ich das mit. Als Julia Klöckner locker-flockig über die Abstandsregeln sprach, war das Gemurmel hinten groß.

Später hieß es, dass man sich bei der Platzierung der Leute bemüht habe, dass Leute aus einem Haushalt oder Zusammenarbeitende zusammen am Tisch sitzen. An den großen Promitischen allerdings saßen längst nicht nur zwei Haushalte. Und überhaupt bringt das ja nichts, wenn der Nachbar so dicht dran steht, dass man Rücken an Rücken sitzt.

Es geht nicht darum, dass das Virus hierzulande momentan kaum Bedeutung hat – wahrscheinlich ist die Ansteckungsgefahr momentan nicht so hoch. Andererseits: Wer weiß das schon genau? Viele der Leute reisen sicherlich in der Gegend rum, und es reicht ja schon eine Person, die das Virus hat und es schön im Zelt hätte verteilen können.
Es geht vor allem um das Symbol. Wir halten alle Abstände, wo es geht. Wir arbeiten teilweise immer noch im Homeoffice, wir halten Abstand an der Schlange im Supermarkt, viele Eltern mussten mit geschlossenen Schulen und Kitas klarkommen. Auch heute heißt es auch in der Kita: Abstand! Wir halten auch Abstand zu anderen Tischen in den Lokalen. Die Politiker predigen: Haltet Abstand! Und was machen Politiker? Halten keinen Abstand. Sitzen eng an eng an den Tischen und feiern.

Sie bedienen absolut das Klischee, dass „die da oben“ sich nicht an das halten, was sie anderen vorgeben. Wie lässig wäre es gewesen, hätte Julia Klöckner vor ihrer Rede gesagt: „So, jetzt lasst uns hier erst mal die Tische umräumen, so geht das hier nicht.“ Hat sie aber nicht, stattdessen machte sie einen Witz darüber. Sehr uncool.

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phoenix vor Ort: Virtueller CSU-Parteitag

Montag, den 25. Mai 2020
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FR 22.05.2020 | 17.00 Uhr | phoenix

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel mal ein zehnminütige Fernsehansprache hält, dann ist es ja einigen Leuten auch schon zu viel, als dass sie ihr folgen könnten. Am Freitagabend aber, da saß Marcus Söder, der bayerische Ministerpräsident, eine gute dreiviertel Stunde an seinem Tisch und redete und redete und redete. Es nahm einfach kein Ende.
Dabei war seine Redezeit gar nicht mal so ungewöhnlich. Ungewöhnlich war viel mehr die Art und Weise seiner Rede. Normalerweise würde sie er vor anderen Menschen halten und nicht alleine und immer an der Kamera vorbeischauend.
Es war CSU-Parteitag, und weil wir wegen des Coronavirus keine Großveranstaltungen durchführen können, musste eben auch der CSU-Parteitag virtuell abgehalten werden.
Der Sender phoenix übertrug am Freitag trotzdem live. Und nun eben nicht aus einer großen Halle, sondern man übernahm einfach das Signal der CSU-Übertragung. Was ein bisschen wirkte wie der offene Kanal.

Immerhin hat sich Gastredner Sebastian Kurz, der Bundeskanzler in Österreich, in einen Raum gesetzt, in dem hinter ihm Fahnen standen und neben ein… tja, man weiß es nicht genau. Ein Ofen vielleicht? Es hallte, weil er kein Mikro hatte.
Einen Blick in sein Wohnzimmer ließ er aber nicht zu – ganz im Gegensatz zu Ilse Aigner, der Präsidentin des Landtages in Bayern. Auf ihrem Schrank stehen so viele Bilder rum, dass sie fast bis ans Wandbild ranreichen. Aber vielleicht kann man der Frau Aigner ja mal den Tipp geben, die Wandbilder etwas höher zu hängen. Sehr geschmackvoll ist aber die Blume mit den weißen Blüten neben der Tür. Was sie erzählt hat, weiß ich nicht mehr, ich war ganz auf ihre schlicht eingerichtete Wohnung konzentriert.
Angelika Niebler meldete dich aus einem Dachzimmer, in dem kläglich wenige Bücher rumstanden und eine kleine Europaflagge. Und daneben irgendein Porzellan-Dingsbums mit den weiß-blauen Farben im Bauchbereich. Sehr geschmackvoll. Sie hat auch über irgendwas geredet (“schwere Stunde”, “Nachbarn nicht hängen lassen”), aber dieses Zimmer ganz in Grautönen war einfach zu…. na ja, spannend wäre nun das falsche Wort.

Es ging im einen Leitantrag, um die Rolle der Frauen in der Krise und so weiter. Aber das Ambiente dieses CSU-Parteitags at Home war dann doch viel faszinierender. Als dann die nächste Rednerin nur noch per Telefon zugeschaltet war, war dann aber auch mein Interesse erloschen.

-> Der CSU-Parteitag auf Youtube (Welt-Livestream)

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