KeineWochenShow

#59 – Viel zu alt für diese Hits!

Sonntag, den 18. Februar 2018
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Wir hatten das ja schon lange nicht mehr: Dass die Kamera batterietechnisch mitten in der Sendungsaufzeichnung aus ging. Diesmal lag aber was in der Luft, da schon vorher irgendwas nicht mit der Batterie stimmte.
Und gerade als ich das zweite Mal checkte, ob denn die Kamera noch lief – da schaltete sie sich gerade aus. Wir mussten also zum Glück nichts doppelt aufzeichnen.

Natürlich sprechen wir über #FreeDeniz, denn der Journalist Deniz Yücel ist aus der türkischen Haft entlassen worden. Natürlich darf die aktuelle SPD-Krise nicht unbesprochen bleiben. Und die Olympischen Spiele.
Außerdem ist in dieser Woche die 100. “Bravo-Hits” erschienen, und wir schauen mal nach, was da eigentlich alles drauf ist – und wir fragen uns, wer so was eigentlich noch kauft.
Zum 40. Geburtstag von Oliver Pocher darf da natürlich nicht unerwähnt bleiben – in #59 von “KeineWochenShow” auf YouTube.

RTZapper

Aufbruch ins Ungewisse

Donnerstag, den 15. Februar 2018
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MI 14.02.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

Die Öffentlich-Rechtlichen stehen unter Beschuss. Die Rechten wollen die Fernsehgebühren abschaffen und ARD und ZDF vermutlich am liebsten gleich mit. Deren Anhänger sprechen von der Lügenpresse, von Staatsmedien, von Propaganda.
Damit haben sie unrecht, aber leider geben ihnen ARD und ZDF immer wieder leichtfertig Futter – wie auch am Mittwochabend.

Eigentlich ist der Film gut gemeint. In “Aufbruch ins Ungewisse”, am Mittwochabend im Ersten, geht es um Flüchtlinge. Aber anders: Deutsche müssen in Richtung Afrika flüchten. Dort erleben sie, was uns von hier bekannt vorkommt. Sie haben es mit Schleppern zu tun. Sie sind mit Schlauchbooten unterwegs. Sie landen in Namibia, wollen aber nach Südafrika – was aber aus Asylrechtsgründen nicht geht. Es gibt Frust und Angst.
Das Gedankenspiel kann man durchaus machen – wenn es allerdings auch keine neuen Erkenntnisse bringt, sondern einzig und allein auf den Effekt setzt, dass es Deutsche sind, die flüchten müssen.

So gut der Gedanke ist, so schlecht und schlampig ist die Umsetzung. Warum die Schneiders flüchten müssen, wird nur kurz angerissen. Rechte haben die Macht in Deutschland. Die Pressefreiheit ist Geschichte, Andersdenkende kommen in den Knast. Ein paar wenige Minuten gibt sich der Film dafür.
Abgesehen davon, dass die wenige Zeit nicht ausreicht, um irgendeinen emotionalen Impuls gegenüber der Familie zu bekommen – man hätte schon mal etwas ausführlicher zeigen können, was in dieser Vision in Deutschland eigentlich Sache ist. Zumal es letztlich sich die Filmemacher schrecklich einfach machen. Die Rechten sind böse, und Punkt. Andersdenkende müssen raus, sie flüchten.
Das ist zu kurz gedacht. Es hätte ausführlicher auf die Lage im Land eingegangen werden müssen.
Später heißt es, sie wollen mit dem Schiff von Hamburg aus losfahren. In der nächsten Einstellung sitzen sie im Schlauchboot. Wieso? Was ist vorher passiert? Da spart der Film eine Handlung aus, die aber wichtig ist, erzählt zu werden.

Aber die wichtigste Frage ist: An wen richtet sich dieser Film? Wer hierzulande über Flüchtlinge hetzt, wird “Aufbruch ins Ungewisse” erst recht wiederum als Hetze empfinden. Weil dieser Film anfangs einfach nur dumpf nach rechts nachtritt. Wer Anhänger einer rechten Partei ist, den wird dieser Film nicht erreichen. Denn der wird sicherlich nicht andersdenkend sein und sich deshalb auch nicht – wie im Film gezeigt – auf eine Flucht begeben müssen. Und der wird in keinster Weise die Geschichte nachfühlen können, der wird sich darauf gar nicht erst einlassen.
Heißt also: Der Film richtet sich an die, die eine gewisse Empathie gegenüber den Flüchtlingen empfinden. Die also sowieso auf einer bestimmten Seite stehen. Also die, die von den Rechten als Gutmenschen betitelt werden. Die nun sagen: Gutmenschen machen einen Film für Gutmenschen.
Das kann nur nach hinten losgehen. Das kann nur dazu führen, dass die Rechten sich noch mehr provoziert führen, dass sie der Meinung sind, der Staatsfunk betreibe Propaganda.

Das ist wirklich schade, denn hier schwimmt jeder in seinem eigenen Saft, und jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen. “Aufbruch ins Ungewisse” sorgt leider nicht dafür, dass man miteinander ins Gespräch kommt. Er sorgt nicht für ein Wachrütteln, weil er einfach, gerade in der Ursachenforschung, zu viele Klischees bedient und einfach nur auf einen Effekt setzt.
Damit hat sich leider keiner einen großen Gefallen getan, und das ist extrem bedauerlich.

RTZapper

Zug der fröhlichen Leute 2018

Mittwoch, den 14. Februar 2018
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SO 11.02.2018 | 14.00 Uhr | rbb

Helau! Endlich konnten die Cottbuser wieder ein bisschen feiern und so richtig befreit und fröhlich sein! Ach, war das herrlich. Der rbb übertrug am Sonntagnachmittag live den “Zug der fröhlichen Leute” 2018. Die Narren zogen durch Cottbus, und am Straßenrand jubelten ein paar Leute ihnen zu.

Helau! Mit guter Laune marschierten die Narren durch Cottbus, und endlich hatte das fernsehen mal nichts Böses über die Lausitz-Stadt zu berichten. Der rbb hatte Reporter vor Ort, und alle waren gut drauf.
Helau! Und natürlich teilen die Narren auch ordentlich aus. GroKo. SPD und Union. Trump. Kohle. Und was es sonst noch so für aktuelle Themen im Land gibt.

Aber da war doch noch was. Rechtspopulisten haben in der Stadt in den vergangenen Wochen für Aufregung gesorgt – und werden das auch weiter tun. Die Menschen sind unzufrieden, sie machen sich sich Sorgen, schließen sich den Rechten an. Auf den Demo geht es ruppig zu, es wird gepöbelt, und das Bild von Cottbus nach außen leidet. Die Stadtpolitik beschwichtigt, auch auch einige Cottbuser haben sich geäußert.
Und im Karneval? Nichts. Keine Positionierung, kein Statement – zumindest nicht sichtbar. Man wollte sich nicht die gute Laue verderben lassen. Und verscherzen möchten es sich die Narren ja auch mit niemandem. Helau!

KeineWochenShow

#58 – Oranienburger Karneval! Live!

Sonntag, den 11. Februar 2018
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“KeineWochenShow” hat zwar die Exklusivrechte an der Übertragung des Oranienburger Karnevals verloren, wir sind aber trotzdem dabei! Im vergangenen Jahr führte der Umzug direkt durch’s Studio (allerdings hinter der Kamera vorbei), diesmal sind wir dabei, wenn er durch die Oranienburger Innenstadt führt. Wir haben eine Reporterin an der Strecke, sie wird uns berichten, wie die Narren durch Oranienburg laufen!

Närrisch ist wohl auch das, was gerade bei der SPD angeht. GroKo kommt vielleicht, Martin Schulz wollte erst, sollte dann aber nicht und will nun selbst nicht mehr. Das große Chaos.
Außerdem geht es um David Hasselhoff, der ja nun wohl doch nicht dafür verantwortlich ist, dass die Berliner Mauer gefallen ist – was nun große Folgen für ihn hat.

In dieser Woche gibt es endlich mal wieder Bier, das nicht abgelaufen ist – aus Finnland! Zu viel Alkohol solltet ihr aber auch nicht trinken, denn die Karnevalsverantwortlichen in Köln haben schon Angst, dass das Fest zu einer Sauforgie wird. Ahja.
Das und mehr in Folge #58 von KeineWochenShow auf YouTube.

KeineWochenShow

#56 – Wir sind Stars! Lasst uns da kostenlos rein!

Montag, den 29. Januar 2018
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Es folgt eine Ansage: Wir würden gern vier Tage Urlaub machen, und dafür suchen wir ein schönes Hotel. Und weil wir ja auf YouTube 43 Follower haben, fänden wir es ganz toll, wenn wir kostenlos wohnen könnten. Wir würden im Gegenzug natürlich das Hotel in “KeineWochenShow” erwähnen. Das ist doch ganz klar!
Einen Versuch ist es wert, auch wenn es bei Elle Darby nicht geklappt hat. Der YouTube-Star hat genau diese Masche versucht und ist beim Hotelmanager auf Granit gestoßen. Und Elle war darüber wiederum empört.
Wir haben eine Meinung zu diesem, ähm, Vorfall. Die erfahrt ihr in der neuen Ausgabe unseres wöchentlichen Vlogs.

Außerdem sprechen wir über die aktuelle SPD-Krise, über das aktuelle Dschungelcamp, über die neue Aggression der Menschen und über ein besonderes Theaterstück.
Ausgabe #56 von “KeineWochenShow” gibt es natürlich auf YouTube.

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Die Story: Kranke Pflege – Alexander Jorde kämpft für einen Neustart

Samstag, den 27. Januar 2018
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MI 24.01.2018 | 22.10 Uhr | WDR

Alexander Jorde ist der neue Superstar. Aber aus einer ganz anderen Kategorie als sonst. Kein Sänger, kein Schauspieler, kein Politiker. Der 21-Jährige ist Krankenpfleger. Und er liebt seinen Job, aber er macht sich große Sorgen, und verärgert ist er auch.
Bekannt geworden ist er im September 2017 in der “Wahlarena”, als er Angela Merkel grillte. Er wies auf die Missstände in der Krankenpflege hin und wollte von der Bundeskanzlerin wissen, wie sie das ändern will. Als sie sich herauswinden wollte, legte er nach und warf ihr vor, dass sie ihre Versprechen gar nicht halten könne. Mehr Pflegepersonal – aber woher nehmen?

Seitdem ist Alexander Jorde ein kleiner Superstar. Geht es um die Pflege in Altenheimen und Klinik ist er ein gefragter Experte. Für den WDR war er am Mittwochabend der Hauptprotagonist in der Doku “Kranke Pflege”.
Mit einem Kamerateam reiste er durch Deutschland. Er traf auf Leute, die eine schlechte Pflege in Kliniken anprangern. Und der Zuschauer hat gelernt, dass Klinikunternehmen teilweise irre Gewinne machen, aber trotzdem eher keine guten Bewertungen von Patienten bekommen.

Jorde steht dafür, die Missstände zu benennen. Das ist mutig, denn er ist ja Teil der Branche, er hat auch einen Arbeitgeber, und auf ihn könnte das auch zurückfallen. Andererseits ist er zum Symbol geworden. Und die vielen betroffen – die schlecht bezahlten Angestellten, die schlecht behandelten Patienten – haben endlich jemanden, der für sie spricht, der ausspricht, was nicht gut läuft. Das Thema hat ein junges Gesicht bekommen. Einen jungen Mann, der für seinen Beruf brennt, der ihn liebt – und der sich gerade deshalb so große Sorgen macht.

Das Aha-Erlebnis in der Doku gab es, als Jorde und das WDR-Team in eine Klinik nach Norwegen fuhren. In Deutschland ist eine Pflegekraft für zehn Patienten zuständig. In Norwegen für 3,5. und das merkt man. Die Stimmung ist besser, die Pflege sowieso. Scheint hierzulande nicht machbar zu sein.
Gut, dass wir jemanden wie Alexander Jorde haben. Gut, dass er sich getraut hat.

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phoenix vor Ort: Außerordentlicher SPD-Bundesparteitag

Mittwoch, den 24. Januar 2018
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SO 21.01.2018 | 10.45 Uhr | phoenix

Die SPD erlebt gerade nicht ihre allerschönste Zeit. Am Sonntag stand beim außerordentlichen Bundesparteitag die Frage im Raum, ob Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU aufgenommen werden sollen.
Man kann ja von Politik halten, was man will: Aber es gibt diese Momente, wo sie sehr spannend sein kann.

Normalerweise schlägt man sich den Sonntag ja nicht mit einer viereinstündigen Übertragung einer Debatte mit lauter Monologen um die Ohren. Insofern bot phoenix nicht unbedingt ein unterhaltsames Entspannungsprogramm.
Aber zu erleben, wie sich die Genossen stritten, wie die Jusos vehement dagegen redeten, in eine erneute Große Koalition einzutreten, wie andererseits Martin Schulz und Andrea Nahles mehr oder weniger emotional an ihre Parteikollegen zu appellieren, mit “Ja” zu stimmen, das war fesselnd.

Die einen warnen, dass die SPD vor die Hunde geht, die anderen warnen, dass auch #NoGroKo dazu führt, dass die SPD den Niedergang erlebt und Neuwahlen alles andere als gut wären.

Und, dann nach 16 Uhr, der Showdown: die Abstimmung, an dessen Ende ein relativ knappes “Ja” stand. Interessant ist das auch deshalb, weil dieses “Ja” zeigte, dass die Ablehnenden zwar die lauteren Menschen sind – sie sind aber eben nicht in der Mehrheit. Minderheiten müssen auf sich aufmerksam machen, aber sie sind eben doch Minderheiten. So wie im richtigen Leben auch.