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Wahl19

Montag, den 30. September 2019
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SO 29.09.2019 | 16.00 Uhr | ORF2

Der Jubel bei der ÖVP kennt keine Grenzen. Einerseits weil die Österreichische Volkspartei mit Sebastian Kurz bei der Nationalratswahl stärkste Kraft geworden ist und einen kräftigen Zuwachs hatte. Und andererseits, weil während der Schalte von ORF2 zur Wahlparty ein Anheizer auf der Bühne stand und zeigte, wie lange geklatscht und gejubelt werden sollte – nebst “Se – bas – tian – Kurz”-Rufen.

Am Sonntagnachmittag kamen bei der “Wahl19”-Sondersetzung auf ORF2 die ersten Hochrechnungen, gefolgt von den Schalten zu den Parteien. Und da hatte es der Reporter Tobias Pötzelsberger alles andere als einfach. Es war so laut bei der ÖVP, dass er kaum zu verstehen war, und auch dem ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer musste er ins Ohr rufen.
Da die ÖVP bedauerlicherweise ja keine absolute Mehrheit errungen habe, müsse sie ja nach einem Koalitionspartner suchen. Nehammer lächelte, bedankte sich bei den Wählern, sagte, man wolle heute erst mal den Sebastian Kurz feiern, dann entscheide der Bundespräsident, und dann wolle man mal sehen.
Tobias Pötzelsberger wollte dann aber noch wissen, wie das denn nun mit der FPÖ ist. Mit der rechtspopulistischen FPÖ hatte die ÖVP zuvor eine Regierung gebildet – wegen der bsoffenen Geschicht’ auf Ibiza hatte sich das aber erledigt. Die FPÖ hatte nun bei der Wahl fast 10 Prozentpunkte verloren. Wolle man denn noch eine Koalition mit der FPÖ? Nehammer lächelte, bedankte sich bei den Wählern, Nehammer lächelte, bedankte sich bei den Wählern, sagte, man wolle heute erst mal den Sebastian Kurz feiern, dann entscheide der Bundespräsident, und dann wolle man mal sehen.
Da wollte Tobias Pötzelsberger aber trotzdem noch mal nachhaken. Wie das denn mit den Grünen sei, die seien doch so stark. Nehammer schien da schon etwas genervt. Er sagte, man wolle heute erst mal den Sebastian Kurz feiern, dann entscheide der Bundespräsident, und dann wolle man mal sehen.
Da hat dann auch Tobias Pötzelsberger gemerkt, dass dieses Interview an dieser Stelle nicht viel Sinn hatte. Zurück ins Studio.

-> Die Sendung in der ORF-TVthek (ÖVP-Schalte ab 1:13:56) (bis 6. Oktober 2019)

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phoenix vor Ort: UN-Klimagipfel

Donnerstag, den 26. September 2019
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DI 24.09.2019 | 9.00 Uhr | phoenix

„Meine Botschaft ist, dass wir euch beobachten! Das hier ist alles falsch, ich sollte hier nicht sein, ich sollte zurück in der Schule sein auf der anderen Seite des Ozeans – aber ihr kommt immer noch zu uns jungen Menschen, um Euch Hoffnung zu geben! Wie konntet ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit euren leeren Worten? Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum – wie könnt ihr es wagen?”

Da sitzt also eine 16-Jährige beim UN-Klimagipfel und liest den dort anwesenden Politikern ordentlich die Leviten. Hochemotional, wütend, den Tränen nah.
Bei phoenix lief die etwas mehr als vierminütige Rede am Dienstagvormittag noch mal komplett. Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg lässt ihrer Wut freien Lauf.
Und im Grunde sagt sie genau das, was viele denken: Es geht immer nur um Geld, und eigentlich hat sich seit Jahrzehnten niemand in Sachen Umweltschutz wirklich bewegt.

Dafür wird sie einerseits gefeiert, andererseits regelrecht gehasst. Dabei ist es doch total angesagt, Politikern mitzuteilen, was für eine miese Arbeit sie machen. Wenn es aber eine 16-Jährige tut, dann ist sie wahlweise irre, böse, eine Schulschwänzerin und sowieso total bescheuert.

Dabei geht es vor allem ums Aufrütteln. Es ist vielleicht wirklich so, dass diese Rede emotional ein wenig zu sehr aufgeladen war. Aber vermutlich ist diese Rede einfach nur der Gipfel dessen, was Thunberg bei dem UN-Treffen erlebt hat – sehr viel inhaltsfreie Laberei nämlich. Dass die alte Generation eher lächerlich findet und sie dafür verhöhnt, damit muss sie offenbar leben. Dabei ist die Tatsache, dass sie auf diese Weise für ihre Ziele (eigentlich müssten es ja unser aller Ziele sein) kämpft, nicht gerade einfach. Es ist sehr mutig, sich da hinzustellen und so zu reden.

Dennoch müssen sich die Medien aber auch fragen lassen, ob es sinnvoll ist, jede Regung von Greta dermaßen hochzujazzen und auf klickgeile Weise ins Netz zu feuern, dass allein schon der Name Greta bei vielen für Pickel sorgt.

-> Die Rede auf Youtube

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ORA aktuell

Stadtverordnete Jennifer Collin (SPD) legt Mandat nieder

Dienstag, den 24. September 2019
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Die Oranienburger Stadtverordnete Jennifer Collin (SPD) legt ihr Mandat nieder. Das teilte sie am Montag mit. “Schweren Herzens” habe sie sich dazu entschieden, schrieb sie – und das aus familiären und beruflichen Gründen. In Velten hat sie in der Verwaltung unter der SPD-Bürgermeisterin Ines Hübner den Fachbereich Soziales übernommen.

Ihre Nachfolgerin in Oranienburg ist Judith Brandt. Wie Collins ist sie Sozialwissenschaftlerin.

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ORA aktuell

Klimastreik: 580 Leute bei Demo in Oranienburg

Samstag, den 21. September 2019
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Weltweiter Klimastreik – und auch in Oranienburg. Nach Angaben der Veranstalter nahmen am Freitagmittag 580 Menschen an der Demonstration teil.
Die Bewegung “Fridays for Future” erreichte diesmal Menschen aller Altersklassen, die bei der Demo mitliefen. Sie führte vom Bahnhof über den Louise-Henriette-Steg zum Landratsamt, weiter zum Louise-Henriette-Gymnasium und zum Schloss.

Oranienburgs “Friday for Future”-Sprecher Tobias Fiedler forderte bei der Abschlusskundgebung die Abschaltung von einem Viertel aller Kohlekraftwerke bis Ende des Jahres und den kompletten Ausstieg bis 2030. Er sprach sich zudem für eine CO2-Steuer aus.

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Berlin direkt: Björn Höcke

Mittwoch, den 18. September 2019
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SO 15.09.2019 | 19.10 Uhr | ZDF

Wenn es mal so kommen sollte, dass Björn Höcke vielleicht mal die Macht ergriffen hat, dann kann er ARD und ZDF zeigen, wer der Herr im Haus ist. Dann passiert ihm so was nicht, dass ihm ein ZDF-Reporter höchst unangenehme Fragen stellt und dass ihm für Sekundenbruchteile mal das Gesicht entgleist. Denn so was kann man ja eigentlich nicht im Fernsehen senden, und wenn er was zu sagen hat, dann hätte er das auch sofort unterbunden.

Schon beim “Bericht aus Berlin” am Sonntag im Ersten wollte Alexander Gauland von der AfD nicht an der Zuschauer-Fragerunde teilnehmen, weil man Durchlaucht die Fragen vorher nicht geben wollte. Und in “Berlin direkt” Minuten später im ZDF wollte der Sprecher von Björn Höcke, dass der ZDF-Journalist einfach noch mal sein Interview von vorn beginnt, damit Höcke nicht so leiden muss. Denn der Sprecher sagte, dass Höcke so emotional angegriffen sei – der lächelte währenddessen entspannt bor sich hin und trank erst mal was -, dass man das ja unmöglich senden könne.

Das Gespräch – es sollte von vornherein um Höckes Sprache gehen – begann mit einer Umfrage unter AfD-Politikern. Sie bekamen Zitate aus Höckes Buch und mussten sagen, ob das Zitat aus Hitlers “Mein Kampf” oder aus Höckes Werk stammte. Einer vermutete, dass es von Hitler stammt, die anderen wollten sich nicht festlegen, und nebenbei bemerkt hat kein einziger das Höcke-Buch gelesen – Hitlers Kampf aber auch nicht.

In “Berlin direkt” lief das Interview dennoch – online auch in voller Länge.
Die Frage ist allerdings: Was will uns das ZDF beweisen? Schon Tina Hassel hat Gauland im ARD-Sommerinterview mit uralten Kamellen genervt, in denen Gauland und andere AfD-Leute rechtsextreme Parolen losließen. Otto-Normal-Bürger weiß, dass die rechtsextrem waren, und darüber muss man nicht noch mal reden.
Ebenso bei Höcke. Außerhalb der AfD wissen die allermeisten Leute, dass Björn Höcke in der rechten AfD ganz weit rechtsaußen steht. Seine rechtsextremen Parolen und sein Nazisprech zu hinterfragen, ist nicht mehr wirklich sinnvoll, dann Nazisprech ist nun mal Nazisprech, wie sie ein Neonazi nun mal in Reden von sich gibt.

Das ZDF aber gibt Höcke wieder eine Bühne, und wieder kann sich Höcke und kann sich auch die AfD wieder als Opfer des bösen Staatsfunks darstellen. Seine Klientel wird einmal mehr erbost aufheulen und rumtönen, dass ja alles immer schlimmer werde und die Meinungsfreiheit weg und das ZDF schlimmer als das Fernsehen der DDR sei. Jaja.
Vermutlich wäre die AfD, wenn sie an der Macht wäre, die Partei, die ARD und ZDF gleich mal auf Parteilinie bringen wollen würde. Denn eigentlich ist es die AfD, die einen Staatsfunk will. Aber eben erst, wenn sie selbst das Sagen haben.

-> Das Höcke-Interview in der ZDF-Mediathek

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Bericht aus Berlin – Sommerinterview: Alexander Gauland

Mittwoch, den 18. September 2019
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SO 15.09.2019 | 18.30 Uhr | Das Erste

Sie müssen gar nichts.
Das sagte Tina Hassel, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios am Sonntag am Ende des Sommerinterviews mit dem AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland.
Sie fragte ihn zuvor, warum er nicht an der Sendung “Frag selbst” teilnehmen wollte, in der ausschließlich Zuschauer die Fragen an Gauland gestellt hätten – natürlich vorher ausgesuchte Fragen von der Redaktion. Seine Begründung, warum er das nicht wollte: Weil er vorher die Fragen nicht kannte.
Wenn Tina Hassel nun sagt, dass er gar nichts müsse, dann ist das bedauerlich. Denn in Wirklichkeit ist es ziemlich armselig von Alexander Gauland, sich den Leuten nicht zu stellen.

Alexander Gauland war früher mal Journalist. Da sollte er eigentlich wissen, wie das läuft, dass es eher, nun ja, unüblich ist, Politikern vorher die Fragen vorzulegen. Und im Grunde wirft die AfD das gern mal den Journalisten vor, dass sie mit Politikern kuschelten und nur machen, was die ihnen einflüstern. Und hier wollte also AfD-Gauland auch einflüstern, was er für Fragen beantworten will?
Es wäre schön gewesen, wenn Tina Hassel da mehr Partei für ihre Zuschauer ergriffen hätte.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek

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KeineWochenShow

#141 – Kannste mailen, biste wer!

Sonntag, den 15. September 2019
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Kannst du Mails verschicken? Vielleicht sogar ein Fax bedienen? Dann kannst du echt Karriere machen! Sogar als Ortsvorsteher in Hessen, und sogar, wenn du Neonazi bist. Darüber sprechen wir in der spätsommerlichen Ausgabe von KeineWochenShow. Wir nutzen das schöne Wetter und sind noch mal im Garten.

Natürlich geht es noch mal um den aktuellen Brexit-Stand, um die SUV-Diskussion und um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Außerdem wird in Oranienburg über den möglichen Abriss des historischen Speichers diskutiert, und auch bei uns ergibt sich ein Pro und Contra.

Und wusstest du, dass es ein Ikea-Bier gibt? Das und mehr in KeineWochenShow #141 auf Youtube.

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