RTelenovela

“An der Nordseeküste…”

Sonntag, den 9. Juli 2006
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Ich packe meinen Koffer. Ich nehme mit: Zahnbürste, Haarbürste, MP3-Player, Kontaktlinsen, “An der Nordseeküste”-CD, ganz viel Geld, Strümpfe, Buch, was zu Trinken, meine Yoga-Übung, Foto meines/r Liebsten, Hut, Fotoapparat, Kette, Bär, Tim, Reisekarte, (vergessen), Kopfkissen, Fernrohr, Lockenwickler, (vergessen), Springseil, Fliegenklatsche, Spray, (vergessen).
Irgendwann wurde das Spiel abgebrochen. Jetzt, drei Stunden habe ich drei Sachen schon wieder vergessen, alle drei sind seltsamerweise die von Sabi.

Die Doppelgeburtstagsparty in Hennigsdorf kam natürlich ohne den Fußball nicht aus. Doch, wie erwartet: So richtig spannend fand ich das Spiel um Platz 3 nicht. Auch wenn Deutschland Portugal am Ende 3:1 besiegt hat.

Später kam auch mal wieder das “Wer bin ich?”-Spiel zum Zuge, bei dem ich erst der Froschkönig und dann der Oberhavel-Promi Rolf-Peter Büttner (mit der Frage: “Habe ich mir vorgestern die Videokamera von seinem Sohn ausgeliehen?” bin doch noch drauf gekommen) war.

Waren Henry und ich die ersten die da waren, waren wir gegen 4 Uhr auch die Letzten die gingen.
Gute Nacht. Oder was davon noch übrig ist.

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Panik statt Party – Die Wetterkatastrophe

Samstag, den 8. Juli 2006
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Der Tag begann noch heißer als angekündigt. Als ich gegen Mittag in Berlin unterwegs war, herrschte in der stadt eine unglaubliche Demse. Kaum zum Aushalten.
Um 17 Uhr waren in Oranienburg noch 33,4 Grad. Erste Wolken zogen auf.
Ab 18 Uhr sollte auf unserem Grundstück die große Party zum 65. Geburtstag meines Vaters beginnen. Und um etwa 18 Uhr begann der Regen. Ganz normal, wie immer. Schlimmer kann es nicht werden, denn Unwetter kommen ja bei uns nie aus der östlichen Richtung. Bis heute.
Sturm setzte ein, wurde immer heftiger. Ebenso der Regen. In letzter Minute konnte der Sonnenschirm noch davon abgehalten werden, in den Nachbargarten zu fliegen. Das große Festzelt schien keine Gefahr darzustellen, aber die drei Pavillons drumherum.
Inzwischen peitschen Sturm und Regen auf unser Gebiet in einer unglaublichen Wucht. Eine einzige Sintflut. Nicht enden wollend.
Draußen wurden die Pavillons festgehalten. Der Sturm war unglaublich.
Und dann kam das Wasser in den Keller. Von einer Sekunde zur anderen brach es durch die Kellertür ein. Floss nicht gemächlich durch die Tür, sondern in einem reißenden Bach.
Was zuerst tun? Die Kellertür absichern. Alles ranschaffen, was da ist. Decken, Bettbezüge, Kissen.
Erstmals in meinem Leben dachte ich ernsthaft darüber nach, was ich zuerst aus meinem Kellerraum wegschaffen muss. Zunächst legte ich eine weitere Barriere zwischen den Kellerflur und meinem Zimmer. Dort stand schon fast überall das Wasser. Durch die Tür kam glücklicherweise jedoch nichts mehr. Die war dicht. Wenn allerdings der Abfluss hochdrückt, ist alles vorbei.
Draußen ist unterdessen ein Pavillon zu Bruch gegangen, die beiden anderen halten aus.
Und dann kam noch der Hagel. Als wenn das alles nicht reichen würde. Die Hagelkörner knallten gegen die Scheiben.
Wie lange das alles gedauert hat, kann ich nicht mehr sagen.
Irgendwann war es vorbei, tröpfelte nur noch vor sich hin, es blitzte und donnerte.

Nebenan bei meiner 89-jährigen Großtante stand das Wasser im Garten knietief. Auf ihrer Treppe zum Hausflur fehlten nur noch wenige Zentimeter, dann hätte auch ihr Haus unter Wasser gestanden.
Ernsthafte folgenhafte Wasserschäden gab es also nicht – nicht bei uns jedenfalls. Wenn man mal von den Blumen im Garten absieht. Die sind hin. Ein paar Häuser mussten Keller ausgepumpt werden, oder ist ein ganzer Baum umgefallen.
Die ehemalige Brückenunterführung an der Saarlandstraße war hoffnungslos überflutet (Was einen Berliner Autofahrer nicht daran hinderte, trotzdem durchfahren zu wollen – sein Wagen verreckte genau in der Mitte des Sees.), ebenso die Unterführung an der André-Pican-Straße. Überall Feuerwehrsirenen.

Mit mehr als zweistündiger Verspätung konnte unsere Party doch noch starten. Meine Mutter hat sich von der Siuation realtiv schnell erholt. Ich mich von diesem Schock irgendwann auch. Die gedämpfte Stimmung konnte letztlich doch noch verbessert werden. Bis um 2 Uhr alles vorbei war und der Abend, der so katastrophal begann, doch noch gelungen war.

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“Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!”

Mittwoch, den 21. Juni 2006
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Das dritte Vorrundenspiel der Deutschen habe ich heute im WM-Zelt der Oranienburger Turm-Erlebniscity verfolgt.
Mensch, wenn es um die WM geht, können sich die Kreisstädter ja mal so richtig mobilisieren. 800 Leute waren gekommen, um zu sehen, zu bangen (nicht lange) und zu jubeln (schon ziemlich früh).
Es ist tatsächlich ein Phönomen: Die Farben Schwarz, Rot und Gold sind massentauglich geworden. Die Hymne wird mitgesungen. Die Leute haben Fahnen, schminken sich. WM sei Dank.
Und es ist was ganz anderes, wenn man so ein Spiel im kleinen Kreis zu Hause sieht, oder eben beim so genannten “Public Viewing”. Jeder Pass, jeder Torschuss führt zu Geschrei und Jubel. Fangesänge werden angestimmt. Und dann – Toooor! Das Glücksgefühl scheint keine Grenzen zu kennen.
Deutschland ist in einem Rausch! Hoffen wir, dass das Gefühl auch noch am Sonnabendabend, nach dem Spiel gegen Schweden anhält.
Schon jetzt riefen die Fans im Turm: “Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!” Ohne zu bedenken, dass das heutige Spiel ja schon in Berlin stattfand. Oder hatten die alle Karten fürs Finale?