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Schumacher

Montag, den 20. September 2021
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MI 15.09.2021 | Netflix

“Michael ist ja da, anders, aber er ist da, und das gibt uns allen Kraft.”
Der 29. Dezember 2013 war der tragische Wendepunkt im Leben des Formel-1-Rennfahrers Michael Schumacher. Nach einem schweren Skiunfall lag er lange im Koma, nachdem er wieder wach war, blieb sein Gesundheitszustand immer im Dunkeln.
In der Netflix-Doku “Schumacher” spricht erstmals seine Familie über das Leben des Ehemannes, des Bruders, des Sohnes, des Vaters.

Der fast zweistündige Film zeichnet die sportliche Karriere Michael Schumachers nach. Zu sehen ist einmal mehr die Genialität dieses Ausnahmesportlers, seine besonnene Art, die er in seiner aktiven Zeit nur manchmal abgelegt hat.

Es sind rührende Momente, wenn Schumis Familie über ihn, den Unfall und die Zeit danach spricht. Es sind weiterhin keine Details, die erzählt werden. Es sind eher die Zwischentöne, die die Geschichte erzählen.
Corinna Schumacher sagt: “Wir leben unser Leben weiter. Es ist wichtig, dass er sein Privatleben weiter so genießen kann, so gut, wie es eben geht. Michael hat uns immer beschützt, jetzt beschützen wir Michael.”
Schumi ist da, und er ist auch nicht da – nicht so wie früher.
Gespräche auf Augenhöhe, fachsimpeln. Es sei ein bisschen unfair, dass solche Augenblicke nicht mehr möglich seien, sagt Nick Schumacher, sein Sohn. Es gebe so viel zu bequatschen mit dem Vater. “Ich würde alles aufgeben nur für das.”
Krasse Worte. Intime Worte. Traurige Worte. Starke Worte. Ausdruck einer Familie, die zusammenhält, auch und gerade in schlechten Zeiten.

Die Doku “Schumacher” ist ein echtes Geschenk an seine Fans, voller Emotionen und Lebensmut.

-> Die Doku auf Netflix

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Formula 1: Drive to Survive

Sonntag, den 2. Mai 2021
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SA 01.05.2021 | Netflix

Die Formel 1: Lauter Rennwagen, die im Kreis fahren, ab und zu wird überholt, hin und wieder gibt es einen Crash, und am Ende wird ein Weltmeister gefeiert.
Nicht wenige finden das ziemlich langweilig, und seit Michael Schuhmacher hat es den riesigen Formel-1-Boom in Deutschland auch nicht mehr gegeben.
Dass die Netflix-Doku über die Formel 1 trotzdem oft sehr spannend ist, liegt daran, dass sich die Reihe gar nicht zwingend auf die Rennen an sich konzentriert. Sie kommen natürlich vor, aber viel spannender ist ja oft, was sich drumherum abspielt.

“Formula 1: Drive to Survive” erzählt in mittlerweile 30 Folgen, was hinter den Kulissen des Formel-1-Zirkusses geschieht. 2018 durfte ein Team für Netflix erstmals backstage drehen. Je zehn Folgen erzählen, was 2018, 2019 und 2020 im Rennsport geschehen ist.

Besonders die erste Staffel zieht auch Nicht-Formel-1-Fans sehr oft in den Bann. In erstaunlich offener Weise wird da beispielsweise über die sportliche Krise von Romain Grosjean erzählt. Nach einem Unfall hatte er große Probleme, wieder mit seinem Auto klarzukommen. Die Folge war eine Serie von Unfällen und Ausfällen. Ein Mann, der am Boden zerstört war. Da bekommt die Dokureihe fast schon eine psychologische Tiefe. Spannend sind auch Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Fahrern , Teambesprechungen und der in der Reihe offene Umgang mit Differenzen innerhalb der Teams. Es ist die menschliche Komponente, die “Drive to Survive” fesselnd macht.

Leider verliert die Serie in der zweiten und dritten Staffel ziemlich an Spannung. Da gibt es kaum noch solche menschlich dichten Geschichten, die Rennen sind mehr im Fokus als in den ersten Folgen. 2020 findet die Pandemie nur ganz am Anfang Raum, dabei wäre es interessant gewesen, ausführlicher zu sehen, wie die Teams mit dem monatelangen Aus für die Rennserie umgehen muss. Ziemlich schnell geht man auch in der Doku zur Normalität über.
Insofern lohnt sich vor allem Staffel 1.

-> Die Serie bei Netflix

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Formel 1: Großer Preis von Abu Dhabi

Montag, den 14. Dezember 2020
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SO 13.12.2020 | 12.30 Uhr | RTL

Das 30. Jahr in Folge war das letzte. Seit 1991 hat RTL – damals noch RTL plus – die Formel 1 in Deutschland übertragen. Auch in den Jahren 1984 bis 1988 war RTL plus schon live am Start, als das Interesse an dem Motorsport-Spektakel hierzulande noch nicht allzu groß war.
Aber damals hatte man offenbar einen guten Reicher, als die Rechte für das Sport-Event erworben wurden.

Am Sonntagnachmittag übertrug RTL den Großen Preis von Abu Dhabi. Der Weltmeister stand mit Lewis Hamilton sowieso schon fest, und deshalb stand bei der Übertragung die Wehmut im Mittelpunkt.
Wegen der Coronavirus-Lage reisten die Reporter in dieser Saison nicht mit dem Formel-1-Zirkus mit, sondern saßen immer im Kölner Studio. Und da wurden die Kommentatoren Heiko Waßer und Christian Danner nicht müde, immer zu betonen, es sei jetzt das letzte Rennen, der letzte Start, das letzte Ziel, die letzte Siegerehrung.
Es schien, als würden sich die RTL-Leute am meisten dafür bedauern, dass sie den Rennsport jetzt alleine vor dem Fernseher ansehen müssen.

Ab 2021 läuft die Formel 1 live bei Sky im Pay-TV. Es soll wohl nur noch vier Rennen im Jahr geben, die im freien Fernsehen empfangbar sein sollen, hieß es. Für RTL ist das auch deshalb sehr bitter, weil mit Mick Schumacher im kommenden Jahr ein neuer Hoffnungsträger aus Deutschland dabei ist.
So dümpelte der letzte RTL-Renn-Nachmittag am 3. Advent so dahin, und am Ende gab es noch ein kleines Abschiedsfilmchen, wo zu sehen, wie viel Spaß es allen gemacht hat.

Wer sehen will, wie Autos im Kreis um die Wette fahren, muss ab 2021 noch ein bisschen mehr Geld aus der Tasche holen…

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Mick Schumacher – Die Doku

Donnerstag, den 10. Dezember 2020
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SO 06.12.2020 | 16.10 Uhr | RTL

Die Formel 1 bekommt wieder einen Schumacher. Ab 2021 greift Mick an. Mick, der Sohn von Michael.
Es ist 29 Jahre her, als Michael Schumacher sein erstes Formel-1-Rennen gewann. Vor 26 Jahren wurde er zum ersten Mal Weltmeister. Vor acht Jahren beendete er seine Karriere, vor sieben Jahren hatte er seinen Skiunfall.
Auch nach Schumacher gab es erfolgreiche deutsche Rennfahrer, aber nie wieder brach eine solche Euphorie aus wie damals.

Jetzt kommt ein junger Mann und will ich es ihm nachmachen. Am Sonntag zeigte RTL den zweiten Teil von “Mick Schumacher – Die Doku”. Sie zeigte den Aufstieg des heute 21-Jährigen. Und dieser Weg ist durchaus faszinierend.
Michael war noch dabei, als Mick die ersten Rennen fuhr, damals ließ man ihn extra unter einem anderen Namen fahren, damit der öffentliche Druck nicht zu groß ist. Und irgendwann wollte Papa vom Sohn wissen, ob die Rennfahrerei ein Hobby bleibt oder ob er es beruflich machen will. Mick wollte sein Hobby zum Beruf machen – und so kommt es nun.

Kartsport, Formel 4, Formel 3, Formel 2 – und immer kam ein Erfolg nach dem anderen. Mick wurde ein junger Meister. Und schien immer gelassen zu bleiben. Die Doku zeigt ihn als erstaunlich und erfreulich bodenständigen Menschen, der konzentriert seiner Arbeit nachgeht, das aber mit großer Hingabe. ER setzt sich kleine Ziele, er stapelt tief – um dann groß rauszukommen.
Dabei nie darüber sprechen zu können, wie es seinem Vater momentan geht, muss schwierig sein, und auch in dieser Doku gibt es darüber keine Auskunft.

2021 also wieder ein Schumacher in der Formel 1, und RTL feierte das mit dieser Doku. Blöd nur, dass RTL ab 2021 keine Formel 1 mehr übertragen darf.

-> Die Sendung bei TV Now

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Motorsport: Die 24h auf dem Nürburgring

Montag, den 30. Mai 2016
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SA 28.05.2016 | 15.00 Uhr | RTL Nitro

Nachts um halb vier auf dem Nürburgring. Im Festzelt wird gerade ein Michael-Wendler-Schlager gespielt. Ein paar Leute tanzen. Die Stimmung ist gut, und vermutlich hilft da auch ein wenig der Alkohol. Immerhin sind ja schon 130 Liter Bier verkauft worden.
Es war allerdings keine ganz normale Festzeltparty. Sonst wäre sie nicht live von RTL Nitro übertragen worden.

Der Spartensender wagte sich am Sonnabend und Sonntag an das ganz große Projekt: 25 1/2 Stunden übertrug RTL Nitro live das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. In der Nacht, wenn alles dunkel ist, ist das durchaus eine Herausforderung. Denn dann ist eigentlich nicht wirklich viel zu sehen, nur ein paar grelle Lichter, die sich von A nach B bewegen.
Da muss man den Zuschauern zwischendurch noch etwas anderes bieten – Schaltungen ins Partyzelt zum Beispiel. Oder in die Fahrerlager, wo man sekundenlang auf einen Herren draufhält, der mit offenem Mund schläft. Kein Wunder um kurz vor vier.
Und davon, wer da überhaupt alles rumfährt und wer vorn liegt und wer hinten, habe ich eh nichts mitbekommen.

Davon abgesehen hatten sehr viele Sportevents an diesem Wochenende mit Unwettern zu kämpfen. Auf dem Nürburgring gab es am Sonnabendnachmittag schweren Hagel und ein Rennabbruch. Bei der Formel 1 in Monaco (RTL) gab’s Regen satt. Und das Fußball-Länderspiel in Augsburg (Das Erste) am Sonntagnachmittag wäre fast wegen Gewitters und Hagel abgebrochen worden. Ist halt heutzutage alles nicht mehr so einfach mit dem Wetter…

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FIA Formel E: Berlin-E-Prix

Sonntag, den 22. Mai 2016
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SA 21.05.2016 | 15.45 Uhr | DMAX

Die Zukunft des Autos, sie ist elektrisch. Und weil das ja auch so total umweltfreundlich ist – und weil man natürlich Reklame machen will für Elektroautos – will man mit entsprechenden Autorennen auch rein in die Städte. Zu den Menschen, wie es der DMAX-Reporter am Sonnabendnachmittag sagte.
So fand also in Berlin-Mitte ein Rennen der Formel E statt, live übertragen von DMAX.

Und um zu den Menschen zu gelangen, mussten die Berliner wochenlang Sperrungen auf wichtigen Verkehrsachsen hinnehmen. Und kilometerlange Sperrzäune, Mauern und sonstige Sperren. Machen sie bestimmt gern, nur damit die Formel E zu ihnen kommen kann. Die Berliner sind ja solche Sperrungen eh gewohnt.
So richtig interessiert es die Berliner aber wohl nicht. Wie die Bilder bei DMAX zeigten, waren zwar die Tribünen einigermaßen voll, aber entlang der Strecke war so gut wie nichts los. Oder die Sicherheitsabstände waren so groß, dass es doch nichts wurde mit dem “zu den Menschen kommen”.
So ist die Formel E zwar vielleicht keine Umweltschleuder, sie verursacht keine größeren Abgase – sie nervt viele Berliner aber trotzdem. Der Straußenberger Platz (Mehrfacher O-Ton DMAX-Kommentator Jacques Schulz, der den Strausberger Platz nicht näher kannte – und den Fernsehturm verwechselte Schulz mit dem Funkturm) war vor lauter Sperren, Mauern und Zäunen kaum zu sehen, und die Springbrunnen wirkten darin fast schon futuristisch.

Ob es die Formel E mit den summenden Autos, die klingen wie die Straßenbahn in Berlin, nun mitten in der Stadt zu mehr Erfolg bringt? So ein Rennen kann genauso gut auf richtigen Rennstrecken stattfinden, wen das interessiert, kann sich das dort ansehen. Und wirklich zu den Menschen kam die Formel E auch mitten in Berlin nicht, dafür sind die Sicherheitsvorkehrungen viel zu groß. Fürs Fernsehen ist’s sowieso wurscht, wo so was stattfindet, und die Stadtleute hätten weniger Hindernisse.

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1993: Hennigsdorfer Metaller streiken, Oranienburger hoffnungslos

Samstag, den 11. Mai 2013
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März/April 1993 -> 9.4.2013

Vor 20 Jahren: Riva-Belegschaft will mehr Lohn / Krupp verkündet Aus für Werk in der Kreisstadt / Bomben in Lehnitz und Eichstädt

MAZ Oranienburg, 11.5.2013

OBERHAVEL
Was passierte vor 20 Jahren im damaligen Kreis Oranienburg? Diesmal der April und Mai 1993.

Der Unternehmer Horst Eichholz erwarb am Germendorfer Ortsausgang ein 60 Hektar großes Areal. In den kommenden 30 Jahren, also bis 2023, will er Bausande gewinnen. Das Gelände rund um den Kiessee will er zum Naherholungsgebiet ausbauen.

Harald Juhnke dreht mal wieder im Hennigsdorfer Media-Park-Studio. Im April 1993 entstehen Szenen für den Film „Ein Kerl wie Samt und Seide“.

Fast 4000 Fans erleben das Osterspektakel auf der Speedwaybahn in Wolfslake. Bei den Solomaschinen gewinnt Christian Görs aus dem heimischen Team.

Otto Arndt ist neuer Bürgermeister von Freienhagen. Bislang war er nur Stellvertreter.

Das Rathaus von Kremmen ist viel maroder als angenommen. Amtsdirektor Klaus-Jürgen Sasse schätzt im April 1993, dass die Sanierung etwa zwei Millionen Mark kosten würde, das kann sich das Amt momentan nicht leisten. Deshalb könne erst mal nur der Seitenflügel bearbeitet werden.

Die Beschäftigten von Krupp-Stahl Oranienburg beginnen am 16. April 1993 eine Mahnwache vor dem Werkstor. Das Werk soll geschlossen werden, doch eine Entscheidung darüber wird immer wieder aufgeschoben. Erst im Mai ist klar: Am 30. Juni 1993 ist Schluss. Die Kaltwalzwerker wollen bis dahin nicht mehr streiken, sondern sehen, was für sie und ihre Familien noch möglich ist.

Ein neu erschienener Gästeführer für Oranienburg sorgt für Aufsehen. Erstellt worden ist die Broschüre von einer Agentur in Worms – und sie ist voller schlimmer Fehler. Im geschichtlichen Teil ist von „Luise-Henriette von Nassau-Oranienburg“ die Rede. Dazu gibt es eine Straßenkarte aus der Nazizeit. Darauf befindet sich das Heimatmuseum in der Horst-Wessel-Straße, der Adolf-Hitler-Damm ist mit Tipp-Ex nur leicht unleserlich gemacht worden. Die Stadtverwaltung lehnt es ab, dafür die Verantwortung zu übernehmen, das Heft wird nicht mehr ausgeliefert.

Am Veltener Autobahnsee (Bernsteinsee) soll eigentlich bald die Badesaison beginnen, doch am 22. April 1993 ist alles verbarrikadiert. Am Strand liegen riesige Rohre. Die Stadt Velten will die Anlage verkaufen, doch die Verträge sind noch nicht fertig.

In Hammer schrillen die Alarmglocken. Die Schule soll geschlossen werden und die neuen ABC-Schützen auf Liebenwalde und Neuholland aufgeteilt werden – der Hort jedoch würde in Hammer bleiben. Der Gemeinderat beschließt am 29. April 1993, die Schule offen zu lassen und stellt sich damit gegen das Amt Liebenwalde.

Unter der Regie der Orion-Agrar-GmbH entsteht im Kremmener Ortsteil Orion eine Erschließungsstraße für das neue Gewerbegebiet. Komplizierte Grundstücksangelegenheiten haben das Projekt verzögert, wie Geschäftsführer Christoph Brunner erklärt.

Es gibt Gedankenspiele der Flughafenplaner, den neuen Großflughafen für Berlin-Brandenburg zwischen Tietzow (Kreis Nauen) und Flatow zu bauen. Dagegen spricht nicht nur der Kranichrastplatz, auch die Landesregierung lehnt einen nördlichen Standort für den Flughafen ab.

Die Belegschaft des Hennigsdorfer Riva-Stahlwerkes beginnt am 3. Mai 1993 einen Streik. Die Belegschaft kämpft um höhere Tarife.

Im Oranienburger Lehnitzsee muss am 5. Mai eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe gesprengt werden. Die Wasserfontäne bei der Explosion ist gewaltig. Im Eichstädter Dorfteich kommt bei Baggerarbeiten am 13. Mai 1993 eine Bombe ans Licht, die jedoch nur noch eine leere Hülse ist. In Lehnitz aber steht der nächste Kracher bevor: Im Bachstelzenweg liegt eine 500-Kilo-Bombe. Die Entschärfung könnte schwierig werden.

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