RTelenovela

Rumpelstraße 109

Donnerstag, den 11. März 2010
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Wer sich in Liebenwalde die Wegweiser an der Hauptstraße mal genauer ansieht, dem wird auffallen: Schon seit einiger Zeit führen zwei Bundesstraßen durch den Ort: die B167 und die B109. Erstere führte schon immer durch Liebenwalde, zweitere erst seit wenigen Jahren.

Früher führte die B109 relativ gerade von Berlin und Schönerlinde nach Prenzlau in der Uckermark. Inzwischen wird sie Bundesstraße zwischen Zerpenschleuse und Mittenwalde umgeleitet und führt über Liebenwalde, Zehdenick und Templin. Aber wie!
Allein der Abschnitt zwischen Zehdenick und Marienthal im Löwenberger Land ist eine einzige Katastrophe.
Schon in Zehdenick wirkt die B109 wie eine Nebenstraße. Außerhalb der Ortschaft ist die Fahrbahn so eng, dass es sich zwei Schwerlaster ins Gehege kommen, wenn sie sich begegnen. Das Pflaster ist mies, huckelig und voller Schlaglöcher.
Gibt es keine Maßgaben für Bundesstraßen? Diese Strecke würde sie ganz gewiss nicht erfüllen.
Zwischen Marienthal und Neuholland macht die B109 einen 150-Grad-Knick und biegt auf die B167. Von dort an bis Zerpenschleuse ist sie Teil der B167.
Ausgeschildert ist die B109 auch nur auf neueren Wegweisern.

Welchen Sinn macht eine Bundesstraße, wenn sie ellenlange Umwege macht? Wenn die Strecke nur ein rumpelweg ist?
Zwischen Zerpenschleuse und Mittenwalde ist die B109 nun die L100, eine Landesstraße. Die kann man natürlich auch weiterhin befahren und die Bundesstraßen-Streckenführung ignorieren. Aber wer denkt, er müsse die B109 befahren, um zum Ziel zu kommen (auf unserer Januar-Rügen-Rückfahrt ging es einem Freund so), erlebt einen Reinfall.

Mal abgesehen davon: Ich war heute das erste Mal so richtig in Zehdenick. Ganz schön schlimm, die Stadt.

aRTikel

Mit Leib und Seele Lehrer

Mittwoch, den 20. September 2006
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Uwe Zietmann ist kommissarischer Schulleiter des Granseer Strittmatter-Gymnasiums


 

MAZ Gransee, 20.9.2006

Seit Beginn des neuen Schuljahres ist Uwe Zietmann (50) aus Marienthal kommissarischer Leiter des Granseer Strittmatter-Gymnasiums. Die MAZ-Mitarbeiter Robert Tiesler und Janine Perschke haben mit ihm über seine neue Aufgabe gesprochen.

Sie sind kommissarischer Schulleiter. Was bedeutet das?

Uwe Zietmann: Ulrich Ehrenberg ging in den Vorruhestand, ich habe als sein Stellvertreter alle seine Amtsgeschäfte übernommen.

Wie lange werden Sie das machen?

Zietmann: Das ist auch eine schulpolitische Frage. Wenn der Posten des Schulleiters ausgeschrieben wird, kann man sich bewerben. Aber derzeit stellt sich die Frage nicht. Für ein Jahr ist es sicher, dass ich diesen Job mache.

Würden Sie sich denn um den Schulleiterposten bewerben?

Zietmann: Die Frage habe ich mir noch nicht gestellt.

Was hat sich für Sie alles verändert?

Zietmann: Ich habe ja schon ein gewisses Maß an Erfahrung. Ich war 15 Jahre lang stellvertretender Schulleiter am Strittmatter-Gymnasium. Ich habe meine Arbeit immer sehr gerne gemacht, mit Ulrich Ehrenberg habe ich ein gutes Arbeitsverhätnis aufgebaut. Er hat mich auch frühzeitig eingeweiht, dass er in den Ruhestand möchte. Für mich war das eine stärkere Zäsur. Ich habe nun mehr Verantwortung und eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen. Man ist ein bisschen Manager, Verteiler, Berater.

Haben Sie denn jetzt auch einen Stellvertreter?

Zietmann: Diese Aufgaben übernimmt als Mitarbeiter der Schulleitung Herr Schwarz.

Als Schulleiter haben Sie auch weniger Unterrichtsstunden. Fehlt Ihnen nun ein wenig die Nähe zu Ihren Schülern?

Zietmann: Auf jeden Fall! Ich bin mit Leib und Seele Lehrer. Vor Schülern zu stehen – das ist es, was ich am liebsten mache. Dass ich nun weniger Stunden habe, ist ein kleiner Wermutstropfen. Aber ich habe noch einen 13er-Leistungskurs Geschichte, die Philosophie-AG und zwei Stunden mit siebten Klassen.

Wie lange dauert Ihr Arbeitstag?

Zietmann: Ich bin ziemlich zeitig da, zwischen 6.30 und 6.45Uhr. Ein normaler Tag geht bis 16Uhr. Aber in meiner Einarbeitungsphase ist noch vieles zu tun. Manchmal sind abends auch noch Versammlungen oder die Sitzung des Fördervereins.

Wie viele Schüler gehen momentan aufs Strittmatter-Gymnasium und wie viele kennen Sie davon persönlich?

Zietmann: Es sind aktuell 686. Davon kenne ich etwa 100 persönlich. Vom Angesicht sind es aber durchaus mehr. Man hat ja auch so mit Schülern zu tun. Da fragt man ja nicht immer, wie sie heißen.

Seit 1991 sind Sie in Gransee Lehrer. Und davor?

Zietmann: Ich wollte schon immer Lehrer werden. Von 1973 bis 1976 hatte ich im Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf eine Berufsausbildung mit Abi zum Betriebsmesssteuerregeltechniker. Dahinter stand aber auch immer der Wunsch, Lehrer zu werden. Nach dem 18-monatigen Grundwehrdienst begann ich 1978, in Potsdam zu studieren. Danach lehrte ich im Fachbereich Geschichte an der Uni Potsdam. Ab 1987 konnte ich hier im mittelalterlichen Gebiet promovieren. 1990 war ich für ein Jahr an der Schule in Bredereiche, und 1991 gab es den Errichtungsbeschluss für das Gymnasium in Gransee, wo ich mich beworben hatte.

Wollen Sie als Schulleiter Veränderungen vornehmen?

Zietmann: Die Dinge laufen gut, wenn auch nie gut genug. Wir haben eine neue Schule, engagierte Eltern, Lehrer und Schüler, einen rührigen Förderverein, haben lange an unserem Image gearbeitet. Wenn es mir gelingen würde, da weitere Akzente zu setzen, wäre ich froh.

aRTikel

Voller Optimismus

Mittwoch, den 13. September 2006
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Bist du glücklich? Die Jugendlichen in Oberhavel scheinen es tatsächlich zu sein

 

MAZ Gransee, 13.9.2006

 

RT/MORITZ MARBACH
OBERHAVEL

Kaum einer überlegt lange, bevor er die Frage beantwortet. Nicht ein einziger von 14 befragten Jugendlichen in Oberhavel beantwortet sie mit Nein. Gemeint ist die einfache Frage: Bist du glücklich?
Das Ergebnis überrascht, schließlich ist Deutschland alles andere als sorgenfrei. Seit Jahren stagniert die Wirtschaft, steigen die Arbeitslosenzahlen, sinken die Zuschüsse für Kultureinrichtungen. Ganz nebenbei zerreißen die alten sozialen Netze. Wie kann man da noch glücklich sein?
Man kann, wenn man die Welt nicht ganz so grau in grau sieht und vor allem im Hier und Jetzt lebt. Jugendliche in Oberhavel sind nicht glücklich, weil sie Statussymbole wie Handy, Auto, Computer oder Spielkonsole besitzen oder eine tolle Jobperspektive, nein, vielmehr sind sie glücklich, weil sie gute Freunde haben, eine intakte Familie und eine Beziehung. Es sind die alten Werte, die scheinbar wieder wichtiger werden.
Julius beispielsweise ist 17Jahre alt und geht auf das Granseer Strittmatter-Gymnasium. Er ist glücklich, weil „ich alles habe, was ich brauche“. Ähnlich ergeht es auch Thomas (21) aus Zehdenick. Auch er ist glücklich, weil er am 1.Oktober in Gransee eine Ausbildung zum Kranken- und Gesundheitspfleger beginnen wird. Aber auch seine Freundin trägt zu seiner Zufriedenheit bei: die 17-jährige Stefanie aus Kleinmutz. „Ja, klar“, antwortet auch sie auf die simple Frage „Bist du glücklich?“
„Im Moment läuft in der Schule auch alles sehr gut“, begründet Robert (16) aus Seilershof seine positive Antwort. Neben den zwischenmenschlichen Dingen ist es also scheinbar die Schule, die ebenfalls einen starken Einfluss auf den Gemütszustand der Jugendlichen hat. Und der Sport: „Ich spiele Fußball in Altlüdersdorf“, erzählt Tobias (16) aus Seilershof. „Wir sind Tabellenführer.“
„Wir hatten heute acht Stunden Schule, da ist man k.o. und erst mal nicht so glücklich“, erzählt die 15-jährige Diana aus Dollgow. „Aber hier so noch rumzusitzen und das schöne Wetter machen mich dann doch wieder glücklich.“
Selbst wenn es mal nicht so gut läuft – es scheint wenig negativen Einfluss auf den Gemütszustand zu haben: „Jetzt nach dem Abi habe ich noch nichts gefunden“, sagt Andreas (21) aus Zehdenick. „Aber ich habe mich gerade beworben.“ Und er hat seit acht Monaten eine Freundin, das macht ihn froh.
„Sie hat einen Typen kennen gelernt am Wochenende“, berichtet die Freundin von Madlen (17) aus Zabelsdorf. Ihr sieht man das Glück richtig an. Ebenso Haustiere. Adrian aus Marienthal hat einen Hasen zu Hause. „Es ist schön, mit dem Tier zu spielen“, sagt der Zwölfjährige.
Vielleicht ist es das, was Deutschland endlich braucht: Eine neue, junge Generation, voller Optimismus.