RTelenovela

Eine Nacht auf dem Wasser

Freitag, den 20. Mai 2011
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Was für eine Ruhe. Ich stehe auf meinem Balkon, und um ich herum ist nur Wasser. Ich wohne für eine Nacht in einem schwimmenden Haus am Rande des Hafens von Kröslin. Der kleine Ort liegt in Ostvorpommern, gleich neben der Insel Usedom.
In den Häusern können bis zu sechs Leute wohnen, es gibt oben die Schlafräume, unten ein Wohnzimmer, die Küche und das Bad. Und eine Terrasse, oben ein Balkon.
Nachts ist das besonders idyllisch. Man hört nur das wasser leise plätzschern, in der Ferne die Vögel.
Wer wirklich mal ein paar Tage Ruhe will, ist hier richtig. Und wer dann doch mal was sehen will von der Gegend – Greifswald, Stralsund und Usedom sind nicht allzu weit entfernt. Und es heißt, in den Dörfern nahe Kröslin soll es auch einiges Schönes geben.

Peenetal, Usedom, Rügen. Das ist der Plan für die nächsten Tage. Das Thema unserer Reise sind “Rückzugsinseln”, also Orte, die abseits der großen Touristenzentren liegen.

Das Peenetal hatte ich bislang auch nicht zwingend auf meinem Urlaubsplan. Aber selbst dort tut sich was. Wer mit dem Zug bis nach Anklam in Ostvorpommern fährt, ist mittendrin im Peenetal.
In Liepen gibt es einen Gutshof von dem aus man Flusstouren auf der Peene unternehmen kann. Mehr noch: Seit einiger Zeit existiert das Netzwerk “Abenteuer Flusslandschaft”, ein Zusammenschluss vieler Anbieter entlang der Peene.
Auf dem Gutshof selbst stehen mehrere Schüsseln. In den großen Dingern wird allerdings keine Suppe gemacht, sondern man kann darin baden. Das soll ganz schön sein – probiert hätten wir es wohl, wenn wir nicht mitten am Nachmittag, sondern vor dem Schlafengehen dort gewesen wären.

Nun ja, man muss schon die Abgeschiedenheit mögen, um im Peenetal glücklich zu werden. So gibt es in Groß Toitin ein altes Gutshaus, das man mieten kann – also wer es sich leisten kann.
Die Fußböden sind edel, man darf nur barfuß oder mit Hausschuhen rein. Es ist alles da – eine große Küche, ein Wohnzimmer, eine Bibliothek, ein Weinkeller und und und. Gern lassen sich die Gäste auch noch einen Koch kommen.
Tja, wenn das weite Nichts drumherum wäre und man es sich leisten könnte…