RTelenovela

Calliope oder: Ich bin von vorgestern!

Freitag, den 21. September 2018
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Ein großes Fragezeichen. Ich habe mich am Donnerstag sehr unwissend und alt gefühlt. Die Sechstklässler der Kremmener Goethe-Grundschule haben Calliope geschenkt bekommen. Und wenn du jetzt fragst, was das sein soll, dann antworte ich: Willkommen im Club!

Minutenlang beobachtete ich, wie die Kinder die sternförmigen Dinger auspackten, die ihnen die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg geschenkt hatte. Sie setzten die Batterien ein, und schon blinkte da irgendwas.
Ich stand da und guckte nur blöd, weil ich keinen blassen Schimmer hatte, was die da machen und was das für ein Gerät sein soll – nämlich ein Minicomputer, den man selber programmieren kann.

Dazu muss ich sagen, dass ich in Informatik nie eine Leuchte war, meine Noten waren verheeren, ich kann mich da sehr dunkel an eine Null-Punkte-Klausur erinnern. Heute bin ich froh, wenn meine Technik so funktioniert, wie sie das soll.
Aber wenn dann Kinder auf mich zukommen und fragen, wie sie denn mit dem Dingsbums Dieses oder Jenes machen sollen und ich nicht mal die Frage verstehe, dann fühlt man sich wirklich verdammt alt und von vorgestern.

aRTikel

Beatrix Scheeren erforscht noch den Ist-Zustand

Dienstag, den 11. September 2018
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Die Kremmener Goethe-Oberschule hat eine neue Chefin – Sie lobt die familiäre Atmosphäre im Haus – Zum Ausgleich singt sie im Chor

MAZ Oberhavel, 11.9.2018

Kremmen.
Es ist im laufenden Betrieb die vierte Woche als neue Chefin der Kremmener Goethe-Oberschule. „Ich bin noch dabei, den Ist-Zustand hier zu erforschen“, sagt Beatrix Scheeren. Ob es irgendwelche Veränderungen geben wird, weiß sie noch nicht. „Es ist nicht mein Stil, hier jetzt mit dem Hammer reinzubrechen“, so die 48-Jährige. Die Schlüsselgewalt über das Haus bekam sie bereits am 1. August. „Das war ein schönes Gefühl.“ Sie gehe gern durch Schulhäuser, auch während des Unterrichtes. „Die Geräuschkulisse finde ich spannend.“

Es ist das erste Mal, dass sie als Schulleiterin arbeitet. Ursprünglich kommt Beatrix Scheeren aus dem Kyritzer Raum. „Als ich mein Abitur in Kyritz gemacht habe, da war schon klar, dass ich Lehrerin werden möchte. Auch weil ich selber in der Grundschule ganz tolle Lehrer hatte.“ Schon als Kind habe sie ganz oft Schule gespielt. „Wenn es darum ging, Gedichte aufzusagen, habe ich mich als erstes gemeldet. Ich habe nie Probleme gehabt, vor einer größeren Gruppe zu stehen.“
In Rostock studierte sie Germanistik und Anglistik, später kamen zwei weitere Studienjahre in Potsdam dazu. Auch in Latein ließ sie sich ausbilden. „Ich hätte auch gut Mathe-Lehrerin werden können“, sagt sie. „Alles, was Struktur hat, liegt mir sehr. Mathe und Latein hängen da dicht zusammen.“
Später machte sie ihr Referendariat an einer Kyritzer Oberschule, später arbeitete sie am Oberstufenzentrum in Wittenberge und kümmerte sich dort um die Berufsbildung. 18 Jahre gab sie Deutsch und Englisch in allen Berufsbereichen. In der Biochemie und der Technologie nahm sie Prüfungen ab, sie saß im Prüfungsausschuss für Ostprignitz-Ruppin und die Prignitz.
„Dann habe ich meinen Mann kennengelernt.“ Es folgte der Umzug nach Hennigsdorf. Sie lebt im Ortsteil Nieder Neuendorf.„Ich habe schweren Herzens die Schule gewechselt“, erinnert sie sich. Sie lehrte zwei Jahre an der Albert-Schweitzer-Schule in Hennigsdorf. Das Schulamt versetzte sie dann an die Käthe-Kollwitz-Schule nach Mühlenbeck. Sie erfuhr, dass in Kremmen die Stelle in der Schulleitung ausgeschrieben ist.

„Ich kannte die Schule schon“, sagt Beatrix Scheeren. Und für sie war sowieso klar: Wenn sie Schulleiterin werden will, dann an einer Oberschule. „Hier herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Hier kennt jeder Lehrer jeden Schüler. Es gibt kurze Wege, das ist von Vorteil. Die Schüler identifizieren sich hier ganz anders mit der Schule als in größeren Häusern.“ Das Lehrerteam in Kremmen sei jung oder jung geblieben.
Der erste Schultag war deshalb auch für sie etwas besonderes. „Aufgeregt war ich auf jeden Fall“, sagt sie. „Ich komme ja schließlich nicht aus dem Kollegium.“ Der Empfang sei sehr schön gewesen. „Ich habe eine Schultüte bekommen, das hat mir den Einstieg erleichtert.“ Ihre Vorgängerin Elke Schwabe hat ihr Unterstützung zugesagt.

Was ihr in der Goethe-Oberschule gefalle, sind die Räume. „Die sind gemütlich. Jeder Kollege hat einen Raum und deshalb auch ein Interesse, wie er gestaltet wird.“ Dass Grund- und Oberschule sich ein Haus teilen, sei ein Vorteil. „Die Kinder profitieren, denn sie kennen beim Wechsel schon das Gebäude und haben eine Bindung dazu, und sie kennen eventuell auch schon die Lehrer.

Neben der Arbeit bleibt wenig Zeit für Hobbys. „Ich singe im Leo-Wistuba-Chor in Hennigsdorf“, sagt Beatrix Scheeren. „Einmal in der Woche dienstags sind Proben, ich versuche, es dorthin zu schaffen.“ Sportlich wird es, wenn die Nieder Neuendorferin beim Nordic Walking mit ihrem Mann unterwegs ist.

aRTikel

Weihnachten ist Schluss: Meyhöfers Gasthaus schließt

Freitag, den 17. August 2018
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In Kremmen könnte eine fast 170 Jahre lange Tradition enden –Familie will das Anwesen verkaufen – es fehlt an neuem Personal

MAZ Oberhavel, 17.8.2018

Kremmen.
Der zweite Weihnachtsfeiertag nimmt in diesem Jahr in Kremmen ein trauriges Ende. Der 26. Dezember ist der Tag, an dem „Meyhöfers Gasthaus“ das letzte Mal geöffnet hat. Die Wirtsleute geben ihr Geschäft, das sich Am Kanal 6 befindet, zum Jahresende auf. Meyhöfers wollen das Haus verkaufen, auf einem Immobilienportal im Internet befindet sich ein entsprechendes Angebot.
Eigentlich seien die Gästezahlen gut gewesen, sagte Andy Meyhöfer in einem Gespräch mit der MAZ. Dass die Gaststätte am Kremmener Stadtrand trotzdem schließt, habe andere Gründe. Zum einen geht seine Mutter, die immer Teil des Gasthauses gewesen ist, im kommenden Jahr in Rente. „Sie ist die gute Seele des Hauses.“ Zum anderen sei es aber immer schwieriger geworden, neues Personal zu finden. „Es herrscht Nachwuchsmangel“, so Andy Meyhöfer. Mehrfach hatte er inseriert und nach neuen Leuten gesucht. „Das fängt schon bei Reinigungskräften an, auch da ist es sehr schwierig“, so der Gastwirt.

Über den zweiten Weihnachtsfeiertag hinaus werde es keine Gastronomie mehr in den Räumen geben. „Sollte sich bis zum Jahresende kein Käufer finden, dann könnten wir auch vermieten“, so Andy Meyhöfer weiter. Es müsse auch nicht zwingend wieder eine Gastronomie auf das Gelände ziehen. Er könne sich vorstellen, dass auch eine Physiotherapie-Praxis oder etwas ganz anderes in das heutige Gasthaus einzieht. Möglich sei auch eine Nutzung als Wohnungen.

Das Aus von „Meyhöfers Gasthaus“ ist für die Kremmener durchaus bitter. Immer wieder ist der große Saal für private und öffentliche Veranstaltungen genutzt worden. Schon seit 1850 gibt es an dieser Stelle eine Gaststätte. Um 1900 brannte das damalige Haus jedoch ab. Auf den Kellergewölben ist es 1903 wieder aufgebaut worden – jedoch etwas größer und im victorianischen Stil. Es bekam den Namen „Hartwigs Ruh“, später dann „Bruno Hartwigs Gasthaus“. Auf dem Anwesen wurde auch Landwirtschaft sowie ein Kohlen- und Saatguthandel betrieben. Sogar eine Tankstelle gab es vor dem Haus.
Hartwig starb Ende der 50er-Jahre, seine Frau war dann – wie viele Betriebe in der DDR – gezwungen, an den Konsum zu verpachten. Familie Meyhöfer kaufte das Anwesen Ende der 60er. In den 70ern und 80ern arbeitete dort der Wirt Assen Arsow („Assi“). Die „Gaststätte am Kanal“ erlebte damals seine große Discozeit. Zwei Jahre nach der Wende schloss das Wirtshaus, der Wirt übernahm eine Kneipe in Flatow.
Erst am 2. April 1995 ging es weiter, die Familie Meyhöfer eröffnete nach längeren Renovierungsmaßnahmen ,,Meyhöfers Gasthaus“. Nach fast 24 Jahren endet also diese Ära – vielleicht sogar die fast 170-jährige Gaststättentradition. Und was wird aus Andy Meyhöfer, dem jetzigen Wirt? „Das wird sich noch finden“, sagte er.

aRTikel

Treue Seele: Einmal im Monat plant sie den dörflichen Kaffeeklatsch

Mittwoch, den 15. August 2018
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Hannelore Glanzer (71) kümmert sich seit acht Jahren um das Seniorenlebenin Staffelde – die Treffen finden immerim Bürgerzentrum statt

MAZ Oberhavel, 15.8.2018

Staffelde.
Kaffee trinken, etwas spielen und natürlich der neueste Dorfklatsch. Wenn sich die Senioren einmal im Monat im Staffelder Bürgerzentrum treffen, dann hat Hannelore Glanzer schon alles vorbereitet. Ungefähr anderthalb Stunden, bevor es losgeht, kommt sie und deckt den Tisch. Sie kocht den Kaffee und macht, gemeinsam mit Brigitte Quade, alles, was dazu gehört.
Seit ungefähr acht Jahren ist Hannelore Glanzer die Seniorenbeauftragte für den Kremmener Ortsteil Staffelde. Immer am ersten Dienstag im Monat finden die Treffen statt. „Es kommen immer so 20 Leute, das ist im Prinzip ziemlich gleichbleibend.“ Dennoch sei es schwierig, neue Leute finden. „So lange sie noch arbeiten gehen, kommen sie nicht zu uns. Aber wir sprechen die Leute auch schon mal persönlich an, wenn sie in Rente gehen. Das hat Erfolg.“

Bei den Treffen werden auch schon mal Probleme besprochen – und gelöst. Ortsvorsteher Heino Hornemann schaut auch immer wieder mal vorbei. So bekommt das Bürgerzentrum am Eingang bald einen Handlauf. Auch eine seniorengerechte Toilette könnte es bald geben. Hannelore Glanzer ist auch Mitglied im Kremmener Seniorenbeirat, auch dort werden solche Themen besprochen. hauptsächlich arbeitet sie dort aber in der Arbeitsgruppe für Veranstaltungen. Immerhin gibt es im Jahr die Sport-, Frühlings- und Herbstfeste sowie die Feier zur Seniorenwoche. „Wir schauen dann, welche Künstler wir einladen, wer das Büfett herrichtet und wer den Kuchen bäckt.“

Der Seniorenbeirat als Ganzes trifft sich einmal im Monat. Ein wichtiges Thema ist eine fehlende öffentliche Toilette in Kremmen. Ist das Rathaus oder das Klubhaus geschlossen, dann sieht es schlecht aus. „Auch um die Mobilität im Alter geht es bei unseren Treffen“, sagt Hannelore Glanzer.

Ein wichtiges Thema, auch für die 71-Jährige selbst. Sie ist noch mit dem Auto unterwegs. „Sonst wäre das alles gar nicht möglich“, sagt sie. Die Busse fahren nicht so, dass sie an den Sitzungen und Veranstaltungen teilnehmen könnte.“

Sie kümmert sich – aber warum eigentlich? „Man kommt raus und ist unter Leuten“, sagt sie. Ihr Mann ist vor einigen Jahren verstorben, da tue ihr das gut. „Manchmal ist es eine Pflicht“, erzählt sie. „Bei der Hitze war das ziemlich stressig. Aber oft macht es Spaß, wenn man sieht, dass sich die Leute freuen und dass es angenommen wird, was man da vorbereitet. Und wenn alles klappt, wie man sich das vorgestellt hat.“

Hannelore Glanzer lebt seit 1968 in Staffelde. Eigentlich kommt sie aus Mittweida in Sachsen. Die Liebe hat sie damals hergezogen. Sie studierte Ingenieurin für Textiltechnik, und während des Studiums musste sie für drei Wochen zur Kartoffelernte nach Staffelde – und verliebte sich im Ort. 26 Jahre lang arbeitete sie in der Kita im Ort, die sich damals noch im heutigen Gemeindezentrum befand. Dann ging sie in Rente. „Elf Jahre ist das jetzt her.“ Nun hat sie Zeit, auf Reisen zu gehen. „Die Nordsee ist ein sehr schönes Urlaubsziel“, sagt sie. „Wir sind immer eine Truppe von vier bis sechs Frauen, die zusammen verreisen.“ Auch Karten spielen gehört zu ihren Hobbys. „Das ist gut fürs Gehirn.“ Sie hofft, dass sie noch lange fit bleibt.

aRTikel

Goethes Chefin genießt nach 42 Jahren im Beruf die Freizeit

Dienstag, den 24. Juli 2018
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Elke Schwabe aus Staffelde, ehemalige Leiterin der Kremmener Oberschule, erzählt von ihrer Zeit als Lehrerin – und was sie nun vor hat

MAZ Oberhavel, 24.7.2018

Kremmen.
Gestern war es endgültig. „Ich habe gerade die Schule übergeben“, erzählte Elke Schwabe gestern Nachmittag. Sie hat ihren Posten als Leiterin der Kremmener Goethe-Oberschule abgegeben – nach 30 Jahren. Insgesamt war sie 42 Jahre lang Lehrerin in Kremmen. Ihrer Nachfolgerin Beatrix Scheeren hat sie die Räume gezeigt und die Schlüssel in die Hand gedrückt. „Nach 42 Jahren an der Schule ist das schon ein bisschen eigenartig“, sagte Elke Schwabe. „Ein bisschen Wehmut ist dabei.“
Den Antrag, in Rente zu gehen, hat die 63-jährige Staffelderin schon 2017 gestellt. „Mein Mann ist auch zu Hause, und wir haben uns überlegt, dass wir jetzt die neue Freizeit nutzen wollen.“

Elke Schwabe ist in Kremmen geboren und eine waschechte Staffelderin. Dort ist sie eingeschult worden, später ging sie auch in Groß-Ziethen und Flatow zur Schule. „Ich bin immer gern zur Schule gegangen“, sagte sie. „Und schon in der 1. Klasse wollte ich Lehrerin werden, das war schon immer mein Traumberuf. Ich war immer gern mit Menschen zusammen und habe Schüler unterstützt, wenn sie Hilfe brauchten.“ Ihr Abitur machte sie später in Potsdam. Sie hat studiert und kam im Februar 1975 an die Kremmener Goetheschule zum Praktikum. 1976 fing sie dort regulär als Lehrerin an. „Ich hatte gute Mentoren“, erinnerte sie sich. Es fallen die Namen Henninger, Sommer, Suchanka und Zipliys. Sie unterrichtete Mathematik und Physik. „Mathe hatte ich immer gerne, das war mein Lieblingsfach. Mathe und Kunst wäre meine Lieblingskombi gewesen, aber zu der Zeit brauchte man Physiklehrer.“
1984 stieg sie zur stellvertretenden Schulleiterin für den Bereich Planung auf. Sie stellte die Stundenpläne zusammen. 1988 übernahm sie die Leitung der Schule. „Damals herrschte schon Aufbruchstimmung“, erinnerte sich Elke Schwabe. Das war ein Jahr vor dem Mauerfall. „Auf Fortbildungen haben wir viel diskutiert, was man ändern müsste. Das war eine spannende Zeit.“ Auch nach dem Ende der DDR gab es Probleme. „Einige dachten, wir haben jetzt keine Gesetze mehr und meinten, sie könnten nun selbst entscheiden, ob und wann sie zum Unterricht kommen.“

1991 wurden der Grundschul- und der Gesamtschulbereich getrennt. „Das war ein Fehler“, findet Elke Schwabe. Schon damals war sie der Meinung, dass eine Gesamtschule mit integrierter Grundschule für Kremmen besser gewesen wäre. „Inzwischen arbeiten wir sehr gut zusammen, aber es war erst mal nicht so einfach.“
2006 stand die Schule ernsthaft auf der Kippe. Es fehlten Schüler, einmal konnte keine neue 7. Klasse eröffnet werden. „Da haben uns Bürgermeister Sasse und die Stadtverordneten ganz doll unterstützt“, so Elke Schwabe. Damals gab es eine Kooperation mit Fehrbellin. Die Situation entspannte sich in den Folgejahren wieder. Allerdings haftet den Kremmenern ein wenig der Ruf einer Schule, die aufgefüllt werde, an. Das weist Elke Schwabe zurück. „Uns wurden Schüler zugewiesen, ja, aber das sind nicht immer nur leistungsschwache.“ Viele seien geblieben, weil sie sich wohlgefühlt hätten. Sie erinnert sich an einen Schüler aus Nieder Neuendorf. „Er hatte lange Wege, aber er ist bis zum Ende geblieben, weil er nicht weg wollte.“

Elke Schwabe erlebte in 42 Jahren viele schöne Momente. „Auf Klassenfahrten – oder wenn Eltern gekommen sind und sich bedankt haben, weil es ihr Kind doch noch geschafft hat. Es ist nach wie vor ein toller Beruf.“ Aber anstrengender sei er geworden. Stichwort: Bürokratie. Die Arbeit mit den Kindern habe sie immer geliebt, auch wenn sie sich verändert haben: „Man merkt, dass sie andere Prioritäten setzen. Früher haben sie in der Pause Ball oder Gummihopse gespielt, jetzt spielen sie auf ihren Handys – auch miteinander. Aber sie reden oft nicht mehr miteinander.“ Auch Mobbing in sozialen Netzwerken sei immer mal wieder ein Problem, das jedoch bislang jedes Mal in der Schule gelöst werden konnte.

Jetzt hat Elke Schwabe Zeit für den Garten und die sieben Enkelkinder. Reisen stehen auch auf dem Programm. Der Schule bleibt sie erhalten – im Förderverein. Und wenn mal Hilfe bei Veranstaltungen gebraucht wird – da sagt sie auch nicht Nein.

aRTikel

Der Plan für die nächste Zeit: ausruhen

Dienstag, den 17. Juli 2018
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Lehrerin Dorit Malinowski beendet nach vier Jahrzehnten den Dienst an der Goetheschule

MAZ Oberhavel, 17.7.2018

Kremmen.
Sie geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Die Kinder werden mir auf jeden Fall fehlen“, sagt Dorit Malinowski. Insgesamt 40 Jahre unterrichtete sie an der Kremmener Goetheschule. Zunächst drei Jahrzehnte lang im Oberschulbereich, danach bei den Jüngeren in der Grundschule. Mit dem letzten Schultag am 4. Juli endete ihre lange Lehrerkarriere.

„Die Grundschule hat mir gut gelegen, weil ich ja selbst schon Enkel habe.“ Auch die Älteren zu unterrichten, sei immer schön gewesen, aber die Veränderung habe ihr dennoch gut getan. „Man merkt ja auch das eigene Alter“, sagt sie. Die Geduld sei nicht mehr so groß. Die neuen Medien hatte sie zwar gut im Griff, aber immer hinterher zu kommen, sei nicht immer einfach gewesen.
In der Hauptsache war Dorit Malinowski Sportlehrerin – unterrichtete aber auch in weiteren Fächern. In Geschichte zum Beispiel, in Politischer Bildung oder Lebensgestaltung-Ethik-Religion (LER). „Sport war mein Hauptfach, da hatte ich das größte Herzblut. Geschichte war auch immer toll, da hatten wir viele gute Themen.“

Sie selbst war immer Kremmenerin. Zunächst lebte sie in Amalienfelde, eingeschult wurde sie damals im Klubhaus, später besuchte sie die Erweiterte Oberschule (EOS) in Hennigsdorf. Für ihr Studium zog sie nach Zwickau. „Ich hatte mich eigentlich nach Jena fürs Sportstudium beworben, aber da war alles voll.“ Lehrerin wollte sie schon immer werden. „Das habe ich als Kind schon gespielt, und ich bin auch immer gern zur Schule gegangen.“ Zwischendurch hatte sie überlegt, Floristin zu werden – wie ihre Eltern, die eine Gärtnerei hatten. Die waren nicht begeistert – und so wurde sie tatsächlich Lehrerin.
Mit ihrem Mann zog sie nach Kremmen, dort bauten sie ein Haus. „Da kam der damalige Schulleiter und meinte, dass sie einen Sportlehrer gebrauchen können.“ So begann ihre Berufslaufbahn an der Goetheschule.

„Am Anfang hat man natürlich nicht gleich alles aus den Ärmeln geschüttelt“, erinnert sie sich. Auch, weil sie mit ihren 22 Jahren nur wenige Jahre älter war als ihre Schüler. „Aber man wächst ja an den Aufgaben.“ Das Leben an der Schule in der Kleinstadt sei im Gegensatz zu Berlin ziemlich ruhig. „Man kennt sich gegenseitig, Berlin ist da viel anonymer.“ Hier könne man noch sagen: „Mutti rufe ich heute gleich noch an.“

Jetzt heißt es erst mal: ausruhen. Runter kommen. Das ist der Plan für die nächste Zeit. „Ich habe einen großen Garten und eine Familie“, sagt sie. „Ich habe noch keine fixen Pläne, was ich jetzt so mache. Ein bisschen Ruhe wünsche ich mir, einen Tag ohne Termine.“ Immerhin leitet sie auch noch eine Sportgruppe, das wolle sie auch weiterhin. Und wenn in der Schule mal ganz große Not herrscht – Dorit Malinowski lächelt. Vermutlich würde sie nicht Nein sagen.
Jetzt aber herrscht bei der Kremmenerin erst mal eine große Dankbarkeit – gegenüber den Kollegen an der Schule, den Kindern und Eltern.

aRTikel

Beagle Cuga ist das Ass im Ärmel

Freitag, den 13. Juli 2018
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Der neue Kremmener Jugendkoordinator Danny See (33) hat viele Ideen und einen Begleiter

MAZ Oberhavel, 13.7.2018

Kremmen.
Es herrschte in letzter Zeit ein wenig Unruhe auf dem Posten des Kremmener Jugendkoordinators. Das soll sich nun wirklich ändern – mit Danny See. Der 33-Jährige leitet seit diesem Frühjahr die Jugendarbeit in der Stadt und den Ortsteilen. „Die Stelle war ausgeschrieben, ich habe mich beworben“, erzählt der Neuruppiner. Er bekam den Zuschlag.

„Ich fühle mich unglaublich wohl mit den Kollegen und den Kids“, sagt er. Dass er sagen könne, dass er richtig angekommen sei, „das dauert länger, vielleicht ein Jahr.“ Auf jeden Fall sei ihm Feedback sehr wichtig. „Ich spreche regelmäßig mit allen Beteiligten.“ Und Danny See hat ein Ass im Ärmel – ein lebendiges: Immer mit dabei ist der siebenjährige Beagle Cuga. „Er springt immer im Club mit herum, das ist völlig unkompliziert. Es geht immer darum, wer als Erstes ein Leckerli geben darf.“ Danny See hat vorher eine kleine Einweisung gegeben, allerdings hat Cuga auch eine Begleithundeprüfung abgelegt, kennt also den Umgang mit Menschen.

Danny See ist studierter Sozialpädagoge. Nach seinem Studium arbeitete er mehrere Jahre in einem Jugendamt sowie ehrenamtlich in der Erlebnispädagogik.

Den Club in Kremmen, neben dem Sportlerheim im Park, empfand er als etabliert, als er dort ankam. „Ich wollte immer nach vorne sehen“, das war zudem seine Devise. Nicht schauen, was war, sondern Neues wagen. „Die Kids sollen eine schöne Möglichkeit haben, ihre Freizeit zu verbringen.“ Es gehe aber auch um außerschulische Bildung, um Natur und Kultur. „Der Club in Kremmen hat noch viel Potenzial“, da ist sich der 33-Jährige sicher. Sechs Tage pro Woche ist geöffnet, dazu kommen die Räume in Beetz, Flatow und Staffelde – letzterer Club ist allerdings in Abstimmung mit den Kindern in den Sommerferien nicht geöffnet.

Das Rad wolle er in Kremmen nicht neu erfinden. „Aber klar kann man auch was verändern, sicher wird es Veränderungen geben.“ Was das ist, das stehe aber noch nicht fest. „Ich schaue mir erst mal alles an.“ Spruchreif sei noch nichts. Der Rückhalt aus der Kremmener Verwaltung sei aber gut. „Mehr geht immer, aber Bürgermeister Busse ist sehr engagiert, er war auch bei der letzten Clubratssitzung dabei.“ So wurde besprochen, dass im Stadtpark mehr Abfalleimer aufgestellt werden, nachdem es dort immer wieder Müllprobleme gab.