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Erinnerungen eines Kochs

Freitag, den 12. Januar 2018
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Der Kremmener Gastwirt Norbert Stolley gibt ein Buch heraus

MAZ Oberhavel, 12.1.2018

Kremmen.
Ein Leben ohne Bier ist wie ein Ozean ohne Wasser. Es gibt nichts Wertvolleres als einen guten Freund, außer einen guten Freund mit Schokolade. Ein Tag ohne Lachen ist wie ein Windbeutel ohne Sahne.
Das sind nur drei von diversen Sprachblasen aus dem Mund von Norbert Stolley. Der Kremmener Gastwirt betreibt im Scheunenviertel seit 2007 nicht nur sein Lokal „Coldehörn“. Zu seinem 50. Berufsjubiläum als Koch im vergangenen Jahr hat er auch ein kleines Büchlein herausgegeben: „Neeein, sag mir, dass das nicht wahr ist …“ Unter diesem neckischen Titel hat er Erinnerungen zusammengetragen, er beschreibt darin aber auch Begebenheiten, die ihm immer wieder unterkommen. Auch erzählt er aus seinem Privatleben. Untertitel: „Bemerkenswerte Geschichten und der kurz beschriebene Lebenslauf eines Kochs“.

„Das ist aus einer Laune heraus entstanden“, erzählt Norbert Stolley. „Es sind Geschichten, die ich hier auch mit Gästen erlebt habe.“ Immer wieder kam der Gedanke: „Das müsstest du aufschreiben.“ Tatsächlich schrieb er dann einfach los. Ein bisschen über die Kindheit, über Zeiten, die ihm gefallen haben. „Aber irgendwie war alles durcheinander, das passte dann noch nicht.“ Eigentlich sollte das Buch schon im August 2016 fertig sein – es verzögerte sich dann bis zum Dezember 2017. „Ich habe mich im Urlaub hingesetzt und alles neu sortiert.“ Gedruckt wurde das Buch beim Verlag Sonnenbogen in Marwitz. „Es sollte Farbe ins Spiel kommen“, erzählt der Gastwirt. Das ist auch der Grund, warum es in diesem Buch hin und wieder Seiten gibt, die rot sind oder gelb oder grasgrün.
Zu seinen Lieblingskapiteln im Buch zählt das über das Pinkeln. Wenn nämlich Männer im Restaurant auftauchen, die mit den Händen in den Hosentaschen nach einer Toilette fragen und sich danach rausstehlen wollen, ohne 50 Cent gezahlt zu haben.

Etwa 130 von den Büchern hat er bereits verkauft. Wer das „Coldehörn“ besucht, sieht die Exemplare gleich am Eingang auf einem Tischchen stehen. Es seien vor allem Gäste, die bislang zugegriffen haben. Insgesamt 500 Bücher hat Stolley in Marwitz drucken lassen. „Viele Leute sagen dann, ich solle doch auch mal was in ihr Buch schreiben“, erzählt der Kremmener. Eine Lesung hat er bis jetzt noch nicht veranstaltet, aber er denkt darüber nach, es noch zu tun.

Der 66-Jährige hat zu Weihnachten von einem Gast eine Kladde geschenkt bekommen – darin kann er nun weitere Erlebnisse festhalten. „Ich habe schon einiges darin festgehalten“, sagt Norbert Stolley und lächelt. Obwohl er das Rentenalter schon erreicht hat, will er noch lange nicht aufhören. „Wir haben einen neuen Küchenblock in unser Lokal einbauen lassen.“ Auch eine neue Tafel gibt es sowie diverse neue Geräte und Maschinen. „Das würde ich ja nicht machen, wenn wir den Laden in einem Jahr zumachen würden“, sagt er. „Aber wir machen weniger. Wir merken, dass wir ein gewisses Alter erreicht haben. Wir informieren unsere Gäste, wenn wir außerplanmäßig mal zumachen müssen.“

70 Prozent der Kunden von Norbert Stolley und seiner Frau Charlotte im „Coldehörn“ sind Stammgäste. „Teilweise kommen sie immer wieder an festen Tagen zu uns“, erzählt er. Einige seien schon zu Freunden geworden, die auch mal ein paar Sonderwünsche erfüllt bekommen.

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Chronik Kremmen 2017

Donnerstag, den 21. Dezember 2017
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MAZ Oberhavel, 21.12.2017

Januar: Das Pferd Eckerhardt versinkt in einem Hohenbrucher Schlammloch und muss von der Feuerwehr befreit werden. – Der Rohbau für das neue Seniorenhaus an der Ruppiner Chaussee in Kremmen steht. Eröffnung im Spätsommer. – Im Prignitz-Express werden keine Tickets mehr verkauft. Das sorgt für Frust. – Bei Edeka in Kremmen gibt es nun eine Milchtankstelle mit Frischmilch aus Tietzow.

Februar: Die Kremmener SPD-Grüne-Fraktion sammelt sich. Die SPD sei bislang zu still gewesen, sagt Fraktionschef Peter Winkler. Jörg Arens (Grüne) fehlt allerdings oft in der Stadtverordnetenversammlung. – Eine vermisste Kremmenerin (59) wird tot in Karlsruhe aufgefunden. – Der Beetzer See ist zugefroren. Ins Eiswasser werden Weihnachtsbäume geschoben – als Laichhilfen für Zander. – Erstmals veranstalten die Kremmener Feuerwehren eine gemeinsame Hauptversammlung. – Am 17. Februar fliegt in der Kremmener Dammstraße der erste Storch ein.

März: Die Amtszeit von Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse endet. Er will sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückziehen, sagt er. Und: „Ich hätte auf mein erstes Bauchgefühl hören sollen.“ – Die Kinder der Grundschule Beetz nehmen eine Woche lang an einem Zirkusprojekt teil. – In Sommerfeld wird das „Dorv“-Projekt vorgestellt. Es geht um ein Dorfzentrum mit Einkaufsmöglichkeit und Serviceangeboten. – Mehr als 1000 Besucher sind bei der elften Bluesnacht dabei. – Der langjährige Zeugwart und Ehrenschiedsrichter des FC Kremmen, Siegfried „Fiete“ Mattick stirbt mit 76 Jahren. – Heino Hornemann ist neuer Ortsvorsteher von Staffelde.

Der Neue im Rathaus
Sebastian Busse hat am 21. März sein Amt als neuer Bürgermeister der Stadt Kremmen angetreten. Hauptamtsleiterin Bianca Haak überreichte ihm den Schlüssel, außerdem sprach er den Amtseid.

April: Robin Scheffler gewinnt den Vorlesewettbewerb der Grundschule Beetz. – Der Sommerfelder Autor Harald Schmidt feiert seinen 80. Geburtstag. – Die Kremmener Turnhalle wird für den Schulsport gesperrt. Es gibt zwar keinen Schimmel, aber Bakterien in der Luft. Die Halle soll 2018 saniert werden.

Molotowcocktails
Am Ostersonnabend warfen Unbekannte zwei Molotowcocktails auf das Gelände des Asylbewerberheimes in Kremmen. Dies ist als Anschlag gewertet worden, die Kripo nahm die Ermittlungen auf. Im Laufe der folgenden Monate konnten zwei Männer festgenommen werden – beides Kremmener. Ob sie die Täter sind, ist noch offen.

Mai: Trübes Wetter sorgt für eine schlechtere Spargelernte. Nur etwa 20 Tonnen am Tag kommen zusammen, normalerweise sind es um diese Zeit 40 bis 45 Tonnen. – Der Förderverein der Goetheschule feiert sein 25. Jubiläum mit einem Frühlingsfest. – In Kremmen wird diskutiert, was aus der Feuerwehr wird. Bleibt sie an der Straße der Einheit oder kommt ein Neubau? Es läuft auf Letzteres hinaus, entschieden ist aber noch nichts. – Andreas Kretzschmar übernimmt den Vorsitz des Kremmener SPD-Ortsvereins.

Juni: Mal wieder wird für einen Radweg von Sommerfeld über Beetz nach Ludwigsaue und Rüthnick demonstriert. 100 Leute machen mit. Immerhin soll nun 2018 ein Weg nach Ludwigsaue gebaut werden, aber nicht entlang der Landesstraße. – Ein 26-Jähriger rutscht auf der A 24 bei Staffelde in den Straßengraben und stirbt. – Der Kremmener Heiko Höft bekommt den Landesverdienstorden für unternehmerisches Engagement. – Der Flatower Pfarrer Nico Vajen geht mit seiner Familie nach Berlin. Ihm folgt Antje Freye. – Die Sommerfelder Klinik hat nun ein MRT-Gerät – Union Berlin trainiert auf dem Kremmener Fußballplatz. – Der Jahrhundertregen sorgt am 29. und 30. Juni für viele Feuerwehr-Einsätze.

Knutschen mit Malte
Zum zehnten Geburtstag des Kremmener Spargelhofes überreichten die Oberhavel-Landfrauen an Geschäftsführer Malte Voigts eine Erntekrone. Und natürlich durften sie sich dafür einen Knutscher abholen, Das Jubiläum selbst ist Mitte Juni mit einer Party gefeiert worden.

Neustart im Klubhaus
Bäckermeister Plentz hat in Kremmen den Anfang gemacht und das Klubhaus am Marktplatz wiederbelbt. Mitte Juni öffnete die neue Filiale. Die Eröffnungsfeier war für die Kremmener voller Emotionen und Erinnerungen.

Königin für ein Jahr
Anja Mink ist die Kremmener Erntekönigin 2017/18. Hauptberuflich ist die 27-Jährige für Qualitätsmanagement und Direktvermarktung zuständig. Sie vertritt die Stadt auf Festen und Messen.

Juli: Ralph Weißbrich ist nicht mehr Ortswehrführer in Sommerfeld. Ihm folgt Johannes Homuth. – Beim 12. Drachenbootrennen auf dem Beetzer See sind 17 Teams dabei. – In der Kremmener Stadtparkhalle wird ein Film uraufgeführt, in dem Goethe-Grundschüler mitspielen. Gedreht hat ihn Jochen Wermann aus Schwante. – Vivien Genzow ist die neue Chefin der Kremmener Jugendclubs. – Ein Benefizkonzert für die Geschädigten des Starkregens in Leegebruch bringt auf dem Spargelhof 3333 Euro ein und muss wegen Starkregens abgebrochen werden. – Mega-Spendenbereitschaft für die Sommerfelder Feuerwehr. Für ein neues Fahrzeug kommen 45.000 Euro zusammen und später weitere rund 40 000 Euro.

775 Jahre Sommerfeld
Kitakinder, Vereine und viele weitere Sommerfelder feierten das 775. Jubiläum der Ersterwähnung. Die Party war allerdings ziemlich regengeschädigt.

August: In der Hohenbrucher Kirche wird das 200. Jubiläum der Orgel gefeiert. – Die Kremmener Feuerwehr bekommt ein neues Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug. – In Staffelde findet das 21. Drescherfest statt, die Planung dafür begann erst acht Wochen zuvor. Eigentlich sollte es nicht mehr gefeiert werden. – Ein Wall mit Baumischabfällen auf einem Firmengelände kurz vor Kremmen sorgt für Ärger. Der Unternehmer, dem es gehört, beklagt eine Hexenjagd.

Punk-Baby
Silas ist waschechter Kremmener und ist am 6. August auf dem Festivalgelände des Punk-Events “Resist to Exist” geboren worden. Die Mutter hatte vorher nichts von der Schwangerschaft gewusst. Ansonsten gab es keine größeren Vorkommnisse.

Der schönste Strand
Am Beetzer See gibt es den schönsten Strand in Oberhavel. Das finden die MAZ-Leser, die in einer Umfrage genauso abgestimmt haben. Die Freude in Beetz war groß

September: Beim Erntefest in Kremmen gewinnt Hartmut Steinke zum vierten Mal den Preis für den schönsten Wagen. – Hunderte Autos kommen zum Oldtimertreffen auf den Spargelhof. – Für Ärger sorgt die Vollsperrung auf der L 172 zwischen Hohenbruch und Germendorf. Da auch die B-96-Auffahrt Oranienburg-Nord gesperrt ist, gibt es eine sehr weitläufige Umleitung. – Bei der Bundestagswahl gewinnt in Kremmen die CDU mit 29,8 Prozent vor der AfD (20,7) und der SPD (20,6). – Für die neue Rettungswache in Kremmen erfolgt der erste Spatenstich.

Hier bitte nicht rauchen – freiwillig!
Die rauchfreie Zone rund um die Kremmener Goetheschule sorgte ein wenig für Ärger. Nicht nur, weil sich die Kremmener das Rauchen ungern auf öffentlichem Grund verbieten lassen. Schließlich sind die Schilder später ausgetauscht worden, nun können sich die Leute freiwillig ans Verbot halten – die Kinder werden es ihnen so oder so danken.

Oktober: 850 Leute kommen zum Oktoberfest auf den Spargelhof. – Das Orkantief Xavier sorgt für große Schäden. Im Wald nördlich von Beetz gibt es eine Schneise der Verwüstung. Viele Straßen sind blockiert. – Die Kirche in Sommerfeld hat nun einen barrierefreien Zugang. Der Unternehmer Winfred Günther hat zwei Drittel von den 40 000 Euro bezahlt.– Schock für Bahnfahrer: Der Prignitz-Express wird auch weiterhin nicht direkt Berlin-Gesundbrunnen anfahren, so steht es im Nahverkehrsplan. – Im Rhinluch rasten bis zu 60 000 Kraniche. – Das Altstadtstübchen in Kremmen hat neue Betreiber: Sina Sakkravi und Saedeh Manishdavi.

November: Die Kremmener Kleinzierzüchter feiern ihr 90. Vereinsjubiläum. – Für das Lindeneck in Flatow gibt es neue Pläne: Übernachtungszimmer und eine kleine Gaststätte, aber erst in etwa fünf Jahren. – Kremmens Kämmerin Kathrin Schönrock kündigt ihren Weggang an. – Das Schulessen wird für Erwachsene teurer, auch der Bringdienst. – Der Wirbel um ein neues Baugebiet in Ludwigsaue erweist sich als Luftnummer. es gibt keine Genehmigung.

Neuer Freizeittrend: Schlaglochgolf
Die Groß-Ziethener leben an einer Schlaglochpiste. Die L17, die Alte Dorfstraße, bietet eine unendliche Geschichte. Saniert wird sie nicht. Deshalb gab es eine besondere Veranstaltung: ein Schlaglochgolf-Turnier. Viele Leute waren zu dem Spaß-Event, das ja eigentlich gar kein Spaß war, gekommen.

Oben am Kreuz
Besonders luftige Bauarbeiten auf dem Dach der Kremmener Nikolaikirche. Am 20. Oktober reparierte der Schmied Dieter Blumberg in 34 Metern Höhe das Turmkreuz. Das war locker und musste wieder befestigt werden.

Dezember: Eine defekte Wasserleitung sorgt in Kremmen für einen kurzzeitigen Versorgungsausfall. – Der musikalische Adventskalender findet diesmal nur am Klubhaus statt. Das gefällt nicht jedem. – Die Bauernscheune in Kremmen schließt. – Helmut Jilg verabschiedet sich als Geschäftsführer des Zweckverbandes.

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Sein Stil: Da sein, viel lesen, alles auf den Tisch bekommen

Freitag, den 24. November 2017
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) über seine Artr zu arbeiten – Pläne für die alte Schulsporthalle, den Radweg nach Ludwigsaue und Forderungen an die Bahn

MAZ Oberhavel, 24.11.2017

Kremmen.
Bis 2. Dezember läuft in der MAZ noch die Reihe „MAZ zu Hause in Kremmen“. Deshalb baten wir auch Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) zu einem Gespräch.

Sie sind jetzt acht Monate im Amt. Wie fühlt es sich an?
Sebastian Busse: Es fühlte sich von Anfang an richtig an. Ich fühlte mich nie fremd und bin auch von den Mitarbeitern im Rathaus herzlichst aufgenommen worden. Von Anfang an war es mein Ziel, viel miteinander zu sprechen. Mir ist es wichtig, da zu sein, viel zu lesen, alles auf den Tisch zu bekommen und dass die Menschen meinen Stil verstehen.

Ihr Stil?
Ja. Zielstrebig, organisiert, ergebnisorientiert, zuverlässig.

Aber gibt es auch Punkte, wo Sie sagen, es ist schwieriger als gedacht?
Ja, klar. Mal schnell eine Firma anrufen und sagen „Könnt ihr mal kommen?“, so einfach geht das nicht. Da gibt es das Kommunalvergabegesetz, das hat zum Beispiel der Wirbel um das Sommerfelder Feuerwehrfahrzeug gezeigt. Mit der Bürokratie der Vergaberichtlinien blockieren wir uns in manchen Fällen selbst. Manches dauert länger, bis man damit zu Ende ist. Es ist wichtig, sich in meiner Position mit den Gesetzen auseinanderzusetzen, einiges ist doch nicht so einfach umsetzbar, wie ich vielleicht dachte.

In den vergangenen Monaten gab es Situationen, wo Sie schon getätigte Aussagen zurückgenommen haben.
Man lernt ja aus jeder Situation, egal ob positiv oder negativ. Ich bin dabei Erfahrungen zu sammeln, ich sammele sie jeden Tag und bin gewillt, die auch anzunehmen. Ich weiß, man muss erst mal drüber nachdenken, bevor man eine Antwort gibt. Ich möchte schnell helfen, aber das geht eben nicht immer.

Man sieht Sie oft auch in den Ortsbeiratssitzungen. Welchen Eindruck haben Sie von den Ortsteilen?
Jedes Dorf ist abhängig von seinen Einwohnern. Das Ehrenamt muss sehr groß geschrieben werden. In Sommerfeld gibt es sehr engagierte Bewohner, die den Ortsbeirat sehr unterstützen, da merkt man den Zusammenhalt der Leute – auch bei der 775-Jahr-Feier im Sommer. In Groß-Ziethen haben wir beim Schlaglochgolf gemerkt, dass sich alle Ortsteile gemeinsam für eine Sache einsetzen. Staffelde hat seine Feste und Vereine, und Flatow hat mit Gert Dietrich einen der engagiertesten Ortsvorsteher, da hat es jeder Nachfolger mal sehr schwer. Auch in Hohenbruch gehe ich gern in die Ortsbeiratssitzungen. Ich lade außerdem alle Ortsvorsteher einmal im Quartal zu mir ein, um Probleme anzusprechen. Und Lösungen zu finden.

Eine große Baustelle wird im kommenden Jahr die alte Schulsporthalle in Kremmen.
Wir wollen 2018 den ersten Bauabschnitt vollbringen, mit der kompletten Außenhülle, der Verglasung, dem Dach und der Fassade. Das kostet etwa 400.000 Euro. 2019 folgt der zweite Bauabschnitt mit den Innenarbeiten, da kommen 250.000 Euro hinzu. Ich hoffe, die Halle steht zum Schuljahresbeginn im August 2018 wieder zur Verfügung, und ich bin sehr glücklich, dass wir das so entschieden haben.

Wie geht es weiter an der Alten Dorfstraße in Groß-Ziethen?
Wir haben die Genehmigungsplanung beauftragt, die liegt uns noch nicht vor. Das Geld ist im Haushalt 2018 eingestellt. Ziel ist es, 2018 die Arbeiten an den Seitenstreifen zu vollbringen. Ich habe gedacht, dass wir das noch in diesem Jahr hinbekommen, das ist ein großer Tiefschlag gewesen, dass das doch nicht so schnell umsetzbar ist. Aber wir müssen sehen, was wir machen können, denn wir sind ja danach auch zuständig für dortige Reparaturen, und wir gehen das Risiko ein, dass, wenn doch mal die Straße gemacht wird, wieder alles hin ist.

Wann gibt es Entscheidungen rund um das Klubhaus am Marktplatz?
Wir haben Studenten der Potsdamer Fachhochschule das Klubhaus gezeigt, sie haben ein Konzept in die Hand bekommen. Die 17 Studenten sollen drei Gruppen bilden und Vorschläge einreichen. Am 17. Januar gibt es eine Präsentation in der Schulaula, dann gibt es eine Jury, die entscheidet, welcher Plan der Verwaltung vorgeschlagen wird.

Ein weiteres Großprojekt könnte die neue Feuerwache werden. Klar ist, sie wird nicht auf einer Wiese am Schlossdamm gebaut. Wo stattdessen?
Es gibt schon neue Gespräche, aber ich habe noch nichts in der Hand, um konkret zu werden. Klar ist aber, dass Kremmen das finanziell nicht aus eigener Kraft stemmen kann. Wenn wir Fördermittel bekommen, wäre es möglich oder mit einem dreijährigen Kurzzeitkredit.

Ein aktueller Streitpunkt sind die Baumscheiben in der Berliner Straße.
Ich kann das größtenteils nachempfinden. Aber dennoch werden wir nicht morgen die Baumscheiben zurückbauen, es sind erst mal andere Dinge abzuwarten, vielleicht ist das ja auch mit einem Parkverbot zu händeln. Ich kann keine Unfallgefahr erkennen, nur, dass die Leute oft keine Zeit haben und nicht den entgegenkommenden Verkehr abwarten.

Wann kommt der Radweg von Beetz nach Ludwigsaue?
Ich sehe nur die Möglichkeit, mit Fördermitteln einen Weg über den ländlichen Wegebau zu bekommen. Eine Strecke von circa drei Kilometern ist noch offen, der Rest ist schon ausgebaut. Würden wir einen Radweg entlang der Landesstraße bauen, würden wir dafür keine Fördermittel bekommen. Ohne Fördermittel können wir es uns nicht leisten. So denken wir auch darüber nach, den Weg von Kremmen nach Verlorenort zu erschließen – auch über den ländlichen Wegebau, das sind die Felder, wo die Möglichkeit besteht, Gelder zu bekommen. Aber da ist noch nichts klar.

Im Zuge unserer Serie „MAZ zu Hause in Kremmen“ haben wir auch Leserfragen bekommen. So wird ein neues Tempolimit auf der Landesstraße zwischen Sommerfeld und Beetz gefordert, Tempo 80 sei wegen der Einmündung zur Bahnhofstraße zu schnell.
Wenn der Ortsbeirat das an mich heranträgt, können wir einen Antrag stellen. Ich sehe aber wenig Hoffnung, dass der Landesbetrieb das mitmacht.

Die Sommerfelder wünschen sich Einkaufsmöglichkeiten. Unterstützen Sie das „Dorv“-Projekt mit einer Art Dorfzentrum?
Ich unterstütze das, aber ob es in Sommerfeld machbar ist, muss sich zeigen. Jetzt sagen viele, dass sie diesen Laden wollen, aber das Konzept sagt ja aus, dass es ehrenamtlich betrieben wird. Wir haben in Sommerfeld zum Beispiel die alte Schule, dort könnte man dem Projekt eine Chance geben, aber nicht wenn es ein Fass ohne Boden ist.

Immer wieder wird gefragt, wie es um mögliche Windräder im Wald nördlich von Hohenbruch steht.
Wir haben eine Stellungnahme abgegeben. Wir wollen selbst einen Flächennutzungsplan ausweisen mit der Maßgabe, dass Windräder nicht höher sein dürfen als 150 Meter. Aber wir müssen etwas machen, ansonsten stellt man uns die Anlagen dort hin, wie sie wollen.

Die Bewohner in Neu-Ludwigsaue wünschen sich einen befestigten Weg aus ihrem kleinen Ort direkt zur Landesstraße. Problem: Es geht auch über Flächen, die schon zu Ostprignitz-Ruppin gehören.
Sie können auch die Straße über Ludwigsaue nutzen. Das Problem ist mir noch nicht bekannt. Am besten ist, die Bewohner wenden sich an den Beetzer Ortsbeirat, da kommt es ins Protokoll, und ich fahre dann mal selbst hin.

Für Ärger sorgt immer wieder der Prignitzexpress. Wie positioniert sich die Stadt Kremmen?
Ich arbeite mit den Stadtverordneten an einer Stellungnahme zum Nahverkehrsplan. Momentan ist die Situation absolut negativ. Wir wollen definitiv die Direktanbindung nach Berlin-Gesundbrunnen. Dass die Durchbindung über Tegel verwirklicht wird, ist man den Bürgern schuldig, und der Bedarf gibt das her. Wir wollen hier ja auch Zuwachs, und dann müssen die Menschen auch eine Möglichkeit haben, direkt mit der Bahn zu uns zu kommen. Außerdem fordern wir, dass ein zweites Gleis gebaut wird, zumindest zwischen Neuruppin und Kremmen.

RTelenovela

Herausragend beim Schlangestehen

Mittwoch, den 8. November 2017
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Die Schlange bei der Essensausgabe in der Kremmener Stadtschulküche war neulich besonders lang. Eigentlich macht Schlangestehen keinen Spaß – in Kremmen war es aber speziell.
Stell dir sich vor, die Schlange besteht nur aus kleinen Kindern, und du bist der einzige Erwachsene weit und breit. Da ragst du buchstäblich aus der Masse heraus.
Dennoch erreichte ich die Essensausgabe flott. Reis, Gemüse, eine Hähnchenkeule und Soße.

Dass auch Erwachsene dort essen dürfen, ist in Kremmen gestattet. Und das nutzen auch einige gern aus. Bürgermeister Sebastian Busse war ebenso zu sehen wie später auch der in Kremmen bekannte DJ Smily. „Ich freue mich auf den Hering“, sagte er im Vorbeigehen. Den hätte es als Zweitgericht gegeben, aber zum Hühnchen hatte ich irgendwie mehr Vertrauen.

Ich fühlte mich ein bisschen an meine eigene Schulzeit erinnert – in den 80ern in der Oranienburger Essenbaracke im Neubaugebiet. Frische Wurst oder Klumpnudeln. Das waren noch Zeiten. Da war das Hühnchen gestern hochwertiger.

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Das Altstadtstübchen hat neue Betreiber

Dienstag, den 7. November 2017
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Das Kremmener Lokal wird jetzt von Sina Sakkravi und Saeideh Manishdavi betrieben – das aus dem Iran stammende Paar bietet weiter deutsche Küche an

MAZ Oberhavel, 7.11.2017

Kremmen.
Das Altstadtstübchen lebt. Viele Kremmener hatten befürchtet, dass die Gaststätte an der Ruppiner Straße, unweit des Marktplatzes, bald schließt, weil die Betreiberinnen Brigitte Krause und Elfi Schwanke das Geschäft keinen Nachfolger gefunden hatten. Doch seit 1. Oktober herrscht wieder Freude. Sina Sakkravi und Saeideh Manishdavi haben die Gaststätte übernommen.

„Ich mag das Alte, das ist alles wie früher hier“, sagt Sina Sakkravi. Der 30-Jährige will optisch am Lokal nichts Größeres verändern. „Wir wollen nicht, dass die Leute spüren, dass sich was verändert hat“, sagt er und seine Frau nickt. „Elfi und Gitti unterstützen uns sehr. Die beiden haben dem aus dem Iran stammenden Paar gezeigt, wie die deutsche Küche funktioniert. „Würzfleisch habe ich noch nie gesehen“, sagt Saeideh Manishdavi. Nicht mal in Berlin, wo sie vorher waren, kannten sie das. „Aber es ist sehr lecker.“ Beim Mittagstisch standen in der vergangenen Woche auch Kohlrübeneintopf und gefüllte Paprikaschote auf dem Speiseplan.
Aber die beiden wollen es nicht bei der deutschen Küche belassen. Schon seit einiger Zeit bieten sie auch Pizzen an, auch außer Haus. „Vielleicht später auch einmal pro Woche ein persisches Essen“, sagt Sina Sakkravi. Auch die Büfetts werden sie weiterhin anbieten, momentan helfen dafür noch Brigitte Krause und Elfi Schwanke. „Wir sind glücklich, dass es so läuft, noch bis Ende des Jahres werden wir ihnen helfen“, erzählt Brigitte Krause. „So lange sie Hilfe brauchen, sind wir dabei. Es ist schön, dass sie die Hilfe auch annehmen.“

Die neuen Betreiber haben schon Gastro-Erfahrungen gesammelt – in Berlin und vorher in einem italienischen Lokal in Luckenwalde. Sie ist eigentlich Bauzeichnerin und bekam in Kremmen erst mal gezeigt, wie man kellnert. „Das hat sie schnell gelernt“, sagt Brigitte Krause. Die Stammkundschaft kommt auch weiterhin ins Altstadtstübchen. „Viele kennen uns inzwischen“, sagt Sina Sakkravi. „Manche sind aber noch vorsichtig und wollen sehen, ob es immer noch schmeckt und wie wir drauf sind. Manche wollen Pizza essen, und für die deutsche Küche brauchen wir keine Werbung mehr machen.“ Die liefe quasi von selbst. Dafür haben sie Ali in der Küche, er ist schon längere Zeit im Lokal. Außerdem arbeitet dort noch ein Praktikant.

Es hat ein wenig gedauert, bis sie in Kremmen auch eine Wohnung gefunden haben, immerhin haben die beiden auch zwei Söhne und eine Tochter. „Kremmen ist klein, aber fein“, sagt Familienvater Sina Sakkravi. Im Lokal haben sie schon mal die Öffnungszeiten erweitert: Geöffnet ist jetzt immer donnerstags bis montags. Nach Absprache werden auch Termine für Dienstag und Mittwoch entgegen genommen.

RTelenovela

Muffensausen hoch über Kremmen

Montag, den 23. Oktober 2017
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Kremmen von oben. Auf einer kleinen Hebebühne. Nicht unbedingt was für Angsthasen. Ich habe zwar keine Höhenangst – Riesenräder sind ja auch kein Ding -, aber so ein bisschen Muffensausen war doch da, als es Freitagvormittag plötzlich hieß: „Und Sie fahren mit hoch.“ Was nicht als Frage, sondern als Feststellung gemeint war. Zum Nein-Sagen bestand nicht der Hauch einer Möglichkeit.

Also ab nach oben! Hintergrund: An der Nikolaikirche in der Kremmener Altstadt stand ein Kran mit einer Hebebühne. Es ging 34 Meter hoch zum Kirchenkreuz, das repariert werden musste. Drei Leute durften rauf, einer davon war ich.
Mit einem leichten Kribbeln im Bauch bewegten wir uns nach oben. Das Problem war gar nicht mal die Höhe selbst – sondern die enge Plattform und das Ruckeln. Über das Kirchendach hinweg konnten wir dann den Blick auf Kremmen genießen (so lange es nicht ruckelte). Die Aussicht von oben war fantastisch! Aber ein bisschen froh war ich dennoch, als wir alle gesund und munter unten wieder ankamen.

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Auf Kürbissuche beim Kürbisfest

Sonntag, den 15. Oktober 2017
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Was man auf einem Kürbisfest sucht: Kürbisse.
Da wird man beim Kürbisfest in Kremmen allerdings ein wenig enttäuscht. Zwei Tage findet es im historischen Scheunenviertel statt.
Wer über das Festgelände läuft, entdeckt Trödler. Es gibt hier und da zu essen, Karussells, einen Grillstand und einiges mehr. Hier und da liegen ein paar Deko-Kürbisse rum. An einem Stand gibt es leckere Kürbisquiche, ein paar Meter weiter eine gute Kürbissuppe. Im Zelt wird gebastelt, manchmal auch mit einem Kürbis.
Nur an einer Scheunen liegen Kürbisse. Aber ansonsten sieht es mau aus.

Ich habe die Organisatorin darauf angesprochen. Auch weil ich mehrere Leute habe reden hören, die sich wunderten, dass es auf dem Kürbisfest kaum bis keine Kürbisse gibt.
Des Rätsels Lösung: Es gibt die Kürbisse drüben auf dem Spargelhof, dort könne man sie auch kaufen. Es sei irgendwie zu schwierig gewesen, sie rüber zu bringen. Und man könne ja an der Scheune, wo die paar Früchte rumliegen, nachfragen.

Da macht man es sich leider ein bisschen zu einfach, und gut durchdacht ist das auch nicht. Will man ein Kürbisfest feiern, dann darf alles fehlen – nur nicht die Kürbisse. Und dass man das Kürbisfest verlassen muss, um Kürbisse zu kaufen – irgendwie ist das unlogisch.