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Chronik Kremmen 2021

Freitag, den 31. Dezember 2021
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MAZ Oberhavel, 31.12.2021

Chronik Kremmen
Januar: In Sommerfeld wird an der Sana-Klinik eine Pandemie-Station eingerichtet. +++ Corona-Inzidenz über 200: Wer Kremmen in Richtung Ostprignitz-Ruppin verlassen will, muss einen 15-Kilometer-Radius einhalten. +++ Bürgermeister Busse wird am Blinddarm operiert.

Februar: Der Salon Silke am Marktplatz in Kremmen schließt. +++ Ein Wolf in Kremmen? Entsprechende Infos zu einem Video erweisen sich als Fake. +++ Die Beetzer feiern den Karneval auf Youtube. +++ Kämmerei und Hauptamt werden zusammengelegt. +++ In der Berliner Straße brennt eine Lagerhalle.

März: Jugendkoordinator Danny See verlässt die Stadt. Nachfolgerin wird Simone Buttgereit. +++ Die Bibliothek zieht an den Marktplatz. +++ Flatows Ortschef Gert Dietrich hadert 20 Jahre nach der Eingemeindung immer noch damit, dass sein Dorf nun zu Kremmen gehört.

April: Kremmen hat nun einen Osterbrunnen. +++ Die Sanierung der Groß-Ziethener Kirche wird teurer – die Gemeinde bittet um Spenden. +++ Ein Corona-Testzentrum öffnet in der Stadtparkhalle. +++ Das Torfstecherhaus wird Denkmal des Monats. +++ Am Marktplatz öffnet eine Poststelle. +++ Im Eichenhain in Flatow werden 30 Bäume gefällt.

Mai: Wird Kremmen Storchenstadt? Zehn Störche kreisen über der Altstadt.

Juni: Die beiden Brücken am Kanal werden freigegeben. +++ Im Flatoewer Gartenweg brennt eine große Scheune.

Juli: Nach einem Starkregen sterben in Kremmen, Groß-Ziethen und Hohenbruch insgesamt acht Jungstörche. +++ Demo am Kremmener See: Noch immer gibt es keine Einigung über einen geregelten Badebetrieb. +++ Ehrenbürgerin Ursula Münchow wird 100. +++ Die Container an der Goetheschule bekommen eine zweite Etage.

August: Das Neptunfest findet diesmal am Beetzer See statt. +++ Der Anbau für die Kremmener Kita „Rhinstrolche“ wird eröffnet. +++ Bjarne Mädel dreht in Kremmen für den Film „Buba“. +++ Andreas Dalibor erklärt seinen Rücktritt als Stadtverordneter. Ihm folgt Andreas Kretzschmar.

September: Wie soll der Verkehr im Scheunenviertel und der Altstadt fließen? Zu einem entsprechenden Workshop kommen nur wenige Menschen. +++ Das Erntefest in Kremmen und das Herbstfest in Flatow finden mit einem Hygienekonzept statt. +++ Hohenbruch bekommt ein neues Gemeindehaus. +++ Der Posaunenchor Hohenbruch wird 70. +++ Bei der Bundestagswahl siegt in Kremmen die SPD vor der AfD.

Oktober: Die Straße zwischen Kremmen und Sommerfeld wird saniert. +++ Sturm Ignaz sorgt in Kremmen für Schäden, auf die Bahnstrecke fallen schwere Äste.

November: 62 Leute nehmen an der Schleppjagd in Staffelde teil. +++ Jugendclub und Schulen starten das Projekt Bauernhofpädagogik. +++ Nach einer satirischen Karnevalsrede von Bürgermeister Busse gibt es eine wütende Beschwerde von Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Gebauer.

Dezember: Sebastian Busse bleibt Bürgermeister, er verliert die Landratswahl gegen Alexander Tönnies.

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Zigaretten, aber pssst!

Dienstag, den 26. Oktober 2021
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Im Kremmener Supermarkt, am Kassenband. Vor mir steht eine ältere Frau, begleitet von einem jüngeren Mann. Vielleicht ihr Sohn. Sie packen ihre Waren aus dem Korb aufs Band, und während der Mann auf der anderen Seite der Kasse wartet, dass alles über den Scanner gezogen wird, steht die Frau am Zigarettenautomaten und drückt eine Taste. Und noch mal. Irgendwann purzelt dann tatsächlich eine Schachtel raus.

Sie nimmt die Schachtel und legt ganz ans Ende ihres Waren, direkt vor den Trenner. Sie lässt die Hand auf der Schachtel liegen und schiebt sie ein wenig und eine andere Packung.
Sie scheint unschlüssig zu sein.
Schließlich nimmt sie die Zigarettenpackung wieder in die Hand. Es wirkt, als wolle sie sie verstecken. Sie geht damit halb an der Kasse vorbei. Will sie die Dinger klauen?
Sie zögert.
Dann geht sie zurück auf die andere Seite der Kasse, inzwischen sind fast alle Waren über den Scanner gezogen worden. Sie legt die Schachtel wieder aufs Band, sie wird auch gleich über den Scanner gezogen. Sogleich nimmt die Frau die Packung wieder und schiebt sie in die Tasche.

Der Mann an der Kasse und ich tauschen wissende Blicke. Zumindest in der Hinsicht, dass wir beide dasselbe gesehen haben.
Denn eigentlich sind wir gar nicht wissend. Was war da los? Wollte sie klauen? Oder wollte sie den Zigarettenkauf vor dem jungen Mann verheimlichen? Darf sie nicht rauchen, tut es aber trotzdem? Da sie selbst bezahlt hat, kann man auch davon ausgehen, dass der Mann den Kassenbon nicht zu sehen bekommt. Und hat der Mann das alles tatsächlich nicht gesehen? Fragen über Fragen.

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Dönerteller – aber alles einzeln

Sonntag, den 24. Oktober 2021
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Wenn man am Imbiss einen Döner bestellt, dann hat man ja in der Regel sehr viele verschiedene Möglichkeiten. Verschiedene Soßen. Keine Zwiebeln. Oder keine Tomaten. Besonders viel Fleisch oder eher weniger Fleisch. Bei einem Stamm-Dönerladen bestelle ich den Döner mit Kräutersoße und mit Eisbergsalat und Weißkraut. Meistens wissen die das schon, wenn ich den Döner bestelle.

Am Imbiss in Kremmen habe ich am Sonnabend aber etwas durchaus Außergewöhnliches mitbekommen – und ehrlich gesagt: So richtig kapiert habe ich das nicht. Ein Mann bestellte einen Dönerteller. Salat aber einzeln. Und fleisch aber auch einzeln. Und die Soße wohl ebenfalls einzeln.
Mir ist zwar nicht ganz klar, welchen Sinn ein Dönerteller macht, wenn man sich den ganzen Kram einzeln verpacken lässt, aber vielleicht machen die Leute ja zu Hause eine Dönertellerparty, wo sie die Zutaten zu etwas ganz anderem mixten.

Die Männer hinterm Verkaufstresen staunten jedenfalls nicht schlecht, sie mussten noch mal nachfragen, und so ganz sicher waren wir uns vermutlich auch nicht, ob das alles ernstgemeint war.
Vielleicht bestellte ich dort bald mal einen Burger: Brot. Fleisch, Salat, Soße – alles einzeln. Man kann ja mal experimentieren…

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In Flatow herrscht Frust über fehlende Investitionen

Freitag, den 15. Oktober 2021
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Diskussion über den Stand des Dorfes innerhalb des Kremmener Stadtgebildes – Ortsvorsteher Gert Dietrich sieht eine Benachteiligung – aber nicht alle teilen seine Meinung, sehen auch Positives

MAZ Oberhavel, 15.10.2021

Flatow.
Die Abfuhr war deutlich. Als Flatows Ortsvorsteher Gert Dietrich (UWG/LGU) vergangene Woche im Namen seines Ortsbeirates vorschlug, dass Geld, das in Flatow erwirtschaftet wird, mindestens teilweise auch in Flatow ausgegeben werde, wurde das seitens der anderen Stadtverordneten abgelehnt. Begründung: Flatow gehört zu Kremmen, und in Kremmen gibt es einen Haushaltstopf. So ging es um das Geld, das bei den Fällungen im Flatower Eichenhain erwirtschaftet worden war. Die Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung (MAZ berichtete) gipfelte in der Anmerkung von Bürgermeister Sebastian Busse (CDU): „Man könnte denken, Flatow will eigenständig werden.“

Eine Woche später ist Gert Dietrich immer noch erbost, aber er sagte am Donnerstag im MAZ-Gespräch auch: „Wir wollen nicht weggehen, aber man muss auch ehrlich sein.“ Der Frust sitzt tief. „In Kremmen werden Gehwege gebaut, dann wird der Weg vom Friedhof gepflastert – und bei uns? Nichts.“ Auch der Zustand der Spielplätze sei so ein Beispiel. „Es geht alles nach Kremmen und Staffelde.“ Auch die neue Fahrbahndecke für den Wolfslaker Weg in Staffelde „ist so ein Ding“, wie Dietrich sagte. Da sei die Sanierung auch plötzlich ganz schnell gegangen. „Wenn man das da macht, muss man das in den anderen Orten auch machen.“ Die Straße Am Eichenhain hätte auch seit Jahren gemacht werden müssen, so der Flatower Ortschef.

Schon im März hatte Gert Dietrich seinen Frust in einem Interview mit der MAZ klar gemacht. Die großen Projekte würden alle in Kremmen umgesetzt. „Flatow war ja damals das einzige Dorf, das Nein zum Zusammenschluss gesagt hat. Ich finde, die, die damals Nein gesagt haben, haben recht gehabt. Jetzt werden viele Fördermittel für Kremmen gebraucht, die kommen auch. Aber nach Flatow kommt zu wenig“, so Dietrich im März.

Wie es jetzt weitergehen soll, will der Ortsvorsteher mit seinen Kollegen im Ortsbeirat bald besprechen. Sein Stellvertreter Andreas Schulz wollte sich am Donnerstag konkret nicht äußern. Aber man wolle besprechen, ob man „überreagiert“ habe. „Wir setzen uns zeitnah zusammen und werden darüber sprechen.“

Alleine ist Gert Dietrich mit seiner Meinung nicht. „Als Bürger fühlt man sich hier schon teilweise vernachlässigt“, sagte Arielle Schmidt im Facebook-Forum „Wir in Kremmen“. Außerdem sagte sie, dass auch der Spielplatz sanierungsbedürftig sei. „Das Rutschenhaus wurde weg gemacht, da dort die Nägel und Schrauben rausschauten, nun ist die Rutsche in einem Sandhaufen, wo Kinder mit vier Jahren kaum rutschen können. Die Wippe ist noch aus meiner Kindheit, überall kommen Holzsplitter und Schrauben raus. Auf Nachfrage hatte sie noch viel mehr zu erzählen. „Mülleimer fehlen. Der Löschteich muss endlich gründlich vom Schilf befreit werden, Hundekotbeutelstationen wären was, dafür zahlen die Leute Hundesteuer. Der Jugendclub kann nicht aufmachen, weil Personal fehlt.“ In Kremmen würden die Gehwege saniert, in Flatow sei er in schlechtem Zustand. „Der Friedhof lässt zu wünschen übrig. Parkplätze sind nicht vorhanden, parkt man vorm Haus, gibt es Knöllchen.“
Verärgert ist auch Juliane Dieter. Auf Facebook schrieb sie: „Die Kita hat, vermute ich, den höchsten Sanierungsbedarf von allen in der Stadt Kremmen. Die Gehwege in der Hauptstraße sind stellenweise eine Zumutung. Und vom Friedhof möchte ich erst gar nicht anfangen.“

Anders sieht das die Flatowerin Natja Guse. „Wenn man rückblickend auf die vergangenen Jahre blickt, dann sieht man, dass Flatow eigentlich ganz gut da steht als kleines Dorf“, sagte sie am Donnerstag. „Wenn wir Kremmen nicht hätten, würde Flatow nicht so gut da stehen.“ Vielleicht habe man ein Jahr lang gute Einnahmen, dafür in den anderen Jahren weniger. „Ich denke nicht, dass Flatow benachteiligt wird.“ Sicher gebe es immer Wünsche. Auch sie nennt den Zustand der Gehwege an der Hauptstraße, auch die fehlenden Parkbuchten. „Es gibt 1000 Sachen, die man da findet, aber alles geht eben manchmal nicht.“ Der Ortsvorsteher würde schon lange in Richtung Kremmen sticheln, findet sie. Die Skepsis gegenüber der Stadt Kremmen sei in den Köpfen einiger drin. Man könne sich allerdings auch in eine Sache reinsteigern. Sie appelliert mehr positive Energie zu haben „und mehr Verständnis für die Arbeit der anderen. Das fehlt etwas.“

Auch Frank Bommert, der für die CDU lange in der Stadtverordnetenversammlung gesessen hat, äußert sich in diese Richtung. „Flatow hat und profitiert ja auch weiterhin von der gesamten Gemeinschaft“, sagte er. „Wenn alle Ortsteile so denken würden, dann würde es für Flatow am Ende wohl schlechter aussehen.“

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2G in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 12. Oktober 2021
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Es sind noch viele Stühle frei im Theater. Die Show beginnt in zehn Minuten. Freie Stühle sind üblich in Zeiten des Coronavirus. Abstand und so. Und Masken.
Im Theater allerdings hat niemand Masken auf, und kurz bevor es wirklich los geht, kommt noch eine große Gruppe von Leuten. Alle wollen sie noch rein ins Theater. Der Raum füllt sich, und inzwischen ist fast jeder Platz besetzt.
Ich stehe vor der Tür, sehe rein.
Ein volles Theater. Wie lange habe ich das nicht mehr gesehen? Wie lange war ich nicht mehr in einem vollen Theater? Wie lange schon ist es her, dass Abstände keine Rolle gespielt haben? Und wir keine Maske tragen mussten?
Ich gehe rein, ins volle Theater.

Was heute irgendwie seltsam war, das war noch Anfang März 2020 ganz normal. Ins Theater gehen. Mit Leuten eng zusammensitzen. In großen Gruppen Spaß haben.
Aber es könnte der Beginn der neuen Normalität sein.

Im Kremmener Theater “Tiefste Provinz” präsentierte Ausbilder Schmidt am Montagabend sein neues Programm. Und was früher ganz normal war, ist heute besonders: Er trat vor vollem Haus auf.
Mehrfach verschoben, konnte der Abend nun stattfinden. Unter einer Bedingung: 2G. Nur wer geimpft oder genesen ist, durfte ins Theater. Unter anderen Umständen – auch mit 3G – wäre aus diesem Abend nicht geworden. Denn 3G bedeutet: weiterhin Abstände, Maske tragen. Aber die Tickets waren schon verkauft, und nun musste überlegt werden, es es weitergehen soll.
Nur sechs Leute haben abgesagt, als es hieß, dass die 2G-Regel für den Abend gilt. Es habe Verständnis geherrscht, sagt Betreiber Andreas Dalibor.

Und so sitze ich in einem vollen Theater, allerdings in der letzten Reihe. Ich sitze also nicht mittendrin, sondern am Rand. Aber dennoch: Dieses volle Theater zu sehen, war ein schönes Gefühl. Plus das Gefühl, sich erst wieder an die neue Normalität gewöhnen zu müssen. Aber auch die Erkenntnis: mach es, wenn die Gelegenheit da ist. Denn über kurz oder lang müssen wir uns wieder an Nähe gewöhnen. Um wieder normal zu werden. Aber auch, damit es weiterhin so ein Theater wie das in Kremmen gibt. Das rechnet sich nur mit einem gut gefüllten Saal.

Angesichts der Tatsache, dass inzwischen wohl mehr als 80 Prozent der Erwachsenen geimpft sind, halte ich die 2G-Regel in solchen Fällen für absolut gerechtfertigt. Auch für Clubs und Discos ist das nun die einzige Chance, wieder ans Netz zu gehen.

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KeineWochenShow

#244 – Ein letzter Sirtaki

Sonntag, den 5. September 2021
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Nun sind es nur noch drei Wochen bis zur Bundestagswahl, und so langsam kommen wir in die heiße Phase. Deshalb besprechen wir auch das erste Triell bei RTL und die große Wahlplakatparade, die man besonders in Berlin erleben kann.
Die Corona-Lage ist ebenfalls wieder Thema, und auch, dass in Oranienburg nach einem Jahr Pause wieder eine Schlossparknacht stattgefunden hat – allerdings hat sich der Besucherschwand-Trend sehr stark fortgesetzt – und wir rätseln, was da los ist.

Außerdem geht es darum, warum in der Kremmener Altstadt Scheinwerfer rumstehen, was Schauspieler Bjarne Mädel damit zu tun hat und warum es kein Foto von ihm gibt. Es geht um Megastaus rund um Hohen Neuendorf und noch um einiges mehr – in KeineWochenShow #244 auf Youtube.

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Zuhören, nach Lösungen suchen

Samstag, den 29. Mai 2021
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Birgit Neumann-Hannebauer leitet in Kremmen den Gemeindebeirat der evangelischen Kirche – sie möchte mit Menschen ins Gespräch kommen

MAZ Oranienburg, 29.5.2021

Kremmen.
An der Basis sein. Mit Leuten sprechen. Etwas bewegen. Das ist schon lange ihr Credo, schon als sie Leiterin des Bauamtes in Kremmen war. Inzwischen ist Birgit-Neumann-Hannebauer seit sieben Jahren im Ruhestand. Was man so Ruhestand nennt. Denn seit dem vergangenen Jahr ist sie die Vorsitzende des Gemeindebeirats der evangelischen Kirche in Kremmen.
Der Gemeindebeirat kümmert sich beispielsweise um den Besuchsdienst, darum, dass die Kirchen für den Gottesdienst vorbereitet und Texte rausgesucht werden, um Seelsorge und auch um Veranstaltungen, die von der Kirche angeboten werden. „Wenn ich etwas höre, ein Problem oder Ähnliches, dann will ich das in den Gemeindekirchenrat mitnehmen und nach einer Lösung suchen“, sagt die 66-Jährige.

Der Glaube spielt im Leben von Birgit Neumann-Hannebauer schon immer eine große Rolle. „Ich fand es immer wunderbar, dass mir meine Großmutter aus ihrer Bibel vorgelesen hat“, erinnert sie sich. 1969 hatte sie ihre Konfirmation. „Da habe ich auch schon in der Jungen Gemeinde in Kremmen mitgearbeitet.“ Schon ihr ganzes Leben bedeute ihr der Glauben viel. Aus dem Gebet schöpfe sie neue Kraft.
Später traten ihre Aufgaben bei der Kirche ein wenig in den Hintergrund. „Mit der Familie habe ich das nicht mehr so geschafft.“ Es sei aber klar gewesen, dass sie mit ihrem Ruhestand ihr Engagement wieder aufnehmen werde. Aber warum ist ihr das wichtig? „Gerade weil ich denke, dass Gott für uns da ist. Wir können im Gebet mit ihm reden und unsere Sorgen und Freuden ihm anvertrauen.“ Wo sie betet, sei egal. „Es gibt da jetzt kein Ritual, das kommt einfach so.“

Als sie im Sommer 2020 gefragt worden ist, ob sie Vorsitzende des Gemeinderates werden wolle, stellte sie sich zur Wahl. „Weil ich gern organisiere, zuhöre und erzähle“, sagt sie und lächelt. „Meine nächste Aufgabe wird es sein, an einem Konfirmandenunterricht teilzunehmen.“ Sie wolle mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. Es sei wichtig, sich um die nächste Generation zu kümmern.

Die Coronakrise hat auch in Kremmen und den anderen Orten der evangelischen Gemeinde – also Staffelde, Groß-Ziethen, Sommerfeld, Beetz und Wall – dafür gesorgt, dass nur wenige Veranstaltungen stattfinden konnten. Immerhin konnte das Kirchturmfest ein wenig gefeiert werden. „Jetzt ist es erst mal wichtig, dass wir die Mitglieder zur nächsten Sitzung des Gemeindebeirates einladen können“, sagt sie. Denn klar ist: Sie will wieder was tun. „Ich bin nicht der Mensch, der gewählt wird und dann nichts macht. Entweder ich übernehme eine Aufgabe und tue etwas oder ich lasse es sein.“
Eines der Lieblingsfeste der Kirche ist für sie übrigens das Johannisfest im Juni. „Das ist ein richtiges Familienfest.“ Ein weiterer Höhepunkt sei die Predigtreihe im Januar und Februar. So könnte es auch wieder Feste auf dem Kirchplatz geben. „Der Ort hat Charme. Da haben die Leute eine wunderbare Stimmung“, sagt Birgit Neumann-Hannebauer. „Wenn wir können, stehen wir in den Startlöchern.“ Auch will sie daran arbeiten, dass der Frauenhilfe-Kreis in Beetz weiter bestehen kann. Leider gebe es dort keinen „Nachwuchs“.

Es ist nicht das einzige Engagement von Birgit Neumann-Hannebauer. Sie ist auch Übungsleiterin beim Prellball in Kremmen. „Auch die Flüchtlinge sind mir ganz doll wichtig.“ Sie hat für die Kremmener Geflüchteten verschiedene Kurse angeboten, mit ihnen Deutsch gelernt. Bis heute gebe es viele Kontakte. Und ab und zu schaut sie auch noch im Rathaus vorbei.

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